{"id":369,"date":"2013-05-12T20:22:37","date_gmt":"2013-05-12T18:22:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/?p=369"},"modified":"2013-05-12T20:25:37","modified_gmt":"2013-05-12T18:25:37","slug":"wie-die-uhren-ticken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2013\/05\/12\/wie-die-uhren-ticken\/","title":{"rendered":"Wie die Uhren ticken"},"content":{"rendered":"<p>In Riga habe ich ein neues Zeitgef\u00fchl entwickelt. Vielleicht liegt es daran, dass das Reisen viel Zeit braucht. Es gibt keine schnellen Schnellz\u00fcge und es gibt auch keine Autobahnen. Wer sich um seine Zeit sorgt, der muss das mit dem Reisen gar nicht erst anfangen. Am\u00fcsant ist auch, dass man von Riga aus in fast jede andere gro\u00dfe Stadt im Baltikum ziemlich genau 4h (zumeist mit dem Bus) braucht. Nach Ventspils (6. gr\u00f6\u00dfte Stadt Lettlands), nach Liepaja (3.gr\u00f6\u00dfte Stadt Lettlands), nach Vilnius (Hauptstadt Litauens), nach Daugavpils (2.gr\u00f6\u00dfte Stadt Lettlands), nach Tartu (2. gr\u00f6\u00dfte Stadt Estlands), nach Tallinn (Hauptstadt Estlands) immer fast 4h. Da kommen einem diese vier Stunden in die n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Stadt so alltagstauglich vor, ganz anders wie die vier Stunden, die ich von Bamberg nach Berlin mit dem ICE gebraucht habe. Man reist langsam, aber daf\u00fcr auch billiger und weil es auch keine teurere, jedoch schnellere Alternative gibt, nimmt man es, wie es ist und zwar mit viel Geduld ohne es \u00fcberhaupt noch als solche wahrzunehmen, denn den Anspruch schnell und p\u00fcnktlich zu sein, der bei nicht Eintreffen Geduld verlangt, der ist irgendwann auf der Strecke geblieben, jedoch ohne dass es weh getan h\u00e4tte. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob in Lettland die Leute wirklich alles mit mehr Ruhe angehen als in Deutschland. Irgendwann war ich mir klar, dass es entweder keinen Unterschied gibt oder dass ich die Einstellung \u00fcbernommen hatte, denn ich f\u00fchlte mich nicht mehr in der Lage, es beurteilen zu k\u00f6nnen. Dass ich, als ich \u00fcber Weihnachten in Deutschland war, dann zu aller erst meinen ICE verpasste, kam dann aber doch nicht so \u00fcberraschend und der Verdacht, ich sei ein noch zeitweilenderer Mensch geworden, verh\u00e4rtete sich. Ich glaube nicht, dass ich prinzipiell unp\u00fcnktlicher geworden bin, sondern Zeit liebender, Zeit akzeptierender. Wenn ich in Lettland in einen kleineren Ort fahre, wo alle drei\/vier Stunden ein Zug\/Bus zur\u00fcck nach Riga f\u00e4hrt, dann ist das kein Grund, den Tag noch genauer zu planen, sondern wenn ich den Tag frei habe, dann spielt die einzelne Stunde nicht mehr diese Rolle. Ich denke nicht viel \u00fcber Zeit bzw einen Zeitplan nach. Vielleicht ist das aber auch durch die wenig feste Struktur in meinem Alltag beeinflusst. Aber sp\u00e4testens als mir Besucher aus Deutschland sagten, dass die Uhren hier irgendwie langsamer tickten, da wusste ich, dass ich es mir nicht nur eingebildet hatte. Wobei, dass sie langsamer ticken, das stimmt nicht, sie ticken einfach unbemerkter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Riga habe ich ein neues Zeitgef\u00fchl entwickelt. Vielleicht liegt es daran, dass das Reisen viel Zeit braucht. Es gibt keine schnellen Schnellz\u00fcge und es gibt auch keine Autobahnen. Wer sich um seine Zeit sorgt, der muss das mit dem &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2013\/05\/12\/wie-die-uhren-ticken\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":871,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-369","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/871"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=369"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":371,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/369\/revisions\/371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}