{"id":275,"date":"2013-03-25T16:53:24","date_gmt":"2013-03-25T15:53:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/?p=275"},"modified":"2013-03-25T17:06:16","modified_gmt":"2013-03-25T16:06:16","slug":"nord-ost-ins-nachbarland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2013\/03\/25\/nord-ost-ins-nachbarland\/","title":{"rendered":"Nord-Ost ins Nachbarland"},"content":{"rendered":"<p>Die Osterferien haben angefangen und ich packe meinen Rucksack. Die Landesgrenze soll mal wieder \u00fcberschritten werden und zwar nach Estland, genauer nach Tartu, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Estlands, deutlich s\u00fcdlicher gelegen als die Hauptstadt Tallinn und seit 2 Wochen das neue Zuhause von Hanna, ebenfalls kulturweit-Freiwillige. Nach der Busfahrt durch die n\u00e4chtliche lettische\/estnische Waldlandschaft kommen Chrissi und ich um 11 Uhr nachts im nicht weniger kalten Estland an. Im Vergleich zu Riga sind die Stra\u00dfen jedoch um einiges\u00a0glatter. Auf\u00a0den Fusswegen schlittert man \u00fcber eine dicke Eisschicht, die hohes Gefahrenpotenzial birgt. Zum Gl\u00fcck wirft es mich die\u00a0kommenden Tage wider Erwarten kein einziges Mal hin.<\/p>\n<p>Nach einem entspannten Abend, wird am n\u00e4chsten Morgen bei strahlenden Sonnenschein &#8211; mittlerweile ist man es schon gew\u00f6hnt :p &#8211; die kleine aber feine Innenstadt angeschaut. Tartu hat etwas \u00fcber 100 000 Einwohner und davon ist etwa jeder\u00a05. einE StudierendeR, daher ist die Stadt sehr studentisch gepr\u00e4gt. In den schmalen Kopfsteinpflaster-Gassen verstecken sich kleine Gesch\u00e4fte, Lokalit\u00e4ten und Unigeb\u00e4ude. Aber Tartu zeigt sich auch modern mit gro\u00dfen Einkaufszentren und markanten Hochh\u00e4usern. Wer aus Riga kommt, dem f\u00e4llt vor allem auf: Es gibt Steigungen. Beim Laufen denke ich mir pl\u00f6tzlich, dass sich irgendetwas seltsam anf\u00fchlt. Schnell wird mir klar, wir laufen hoch; so f\u00fchlt es sich an, wenn nicht alles komplett flach ist. In Tartu gibt es sogar einen Domberg. Ich bin begeistert. Zudem erscheint das Stadtbild im Vergleich\u00a0au\u00dfergew\u00f6hnlich renoviert und hmm reicher. Das der Unterschied so offensichtlich ist, h\u00e4tte \u00a0ich nicht gedacht. Dabei ist der estnische Durchschnittslohn allerdings auch etwa 35% h\u00f6her als der lettische.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-284\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"DSCN2288\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2288-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2288-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2288.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Gr\u00fc\u00dfe aus dem Baltikum!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Nachmittag gehen wir auch noch in das KGB-Museum, welches in den ehemaligen KGB-R\u00e4umen selbst untergebracht ist. Hier wird auch \u00fcber kommunistische Propaganda erz\u00e4hlt, \u00fcber die estnische Widerstandsbewegung und vieles mehr. Auf einer Informationstafel werden auch die Bev\u00f6lkerungsentwicklungen der drei baltischen L\u00e4nder w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges aufgezeigt. Lettland hat fast 30% der Gesamtbev\u00f6lkerung verloren (Emigration, Deportation, t\u00f6dliche Repression) und somit mehr als die beiden anderen L\u00e4nder.\u00a0Verst\u00f6rend ist auch die mit russischen Befehlen und Schmerzenschreien von H\u00e4ftlingen vertonte Installation in ehemaligen Zellen.<\/p>\n<p>Im Cafe und Supermarkt h\u00f6re ich schlie\u00dflich noch etwas mehr von der estnischen Sprache, welche sehr eng mit dem Finnischen verwandt ist und sich ziemlich cool anh\u00f6rt. Massig Vokale und\u00a0\u00a0sch\u00f6ne Buchstaben wie\u00a0\u00f5. Besonders f\u00fchlt es sich an, pl\u00f6tzlich wieder mit Euro zu bezahlen, obwohl ich mich ja noch weiter von Deutschland entfernt habe. Ich f\u00fchle mich,\u00a0wie jemand, f\u00fcr den Euros fremd sind, brauche viel zu lange, um die richtigen M\u00fcnzen zu finden, betrachte die gl\u00e4nzenden\u00a0estnischen Versionen interessiert und versuche in Lat umzurechnen, um das fehlende Preisgef\u00fchl zu beheben.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-282\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"DSCN2300\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2300-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2300-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2300.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Am Sonntag machen wir uns schlie\u00dflich super warm eingepackt auf den Weg zum Peipussee. Fast 1,5h fahren wir zu dem f\u00fcnft gr\u00f6\u00dften See Europas, welcher etwa sieben Mal so gro\u00df wie der Bodensee ist und auf dessen Mitte die estnisch-russische Grenze verl\u00e4uft. Entlang des Ufers befinden sich vor allem altgl\u00e4ubige, russische D\u00f6rfer. Wir fahren bis nach Kallaste, um ausgehend von dem Dorf, entlang des roten Steilufers zu wandern. Wir haben uns einen ca 8km weiten Fu\u00dfmarsch vorgenommen. Wir laufen nicht am Strand entlang, wir laufen auf der endlos erscheinenden wei\u00dfen Weite des Peipussees. Er ist komplett zugefroren und von einer dicke Schneeschicht bedeckt. Wir k\u00f6nnen Autos entdecken, die \u00fcber den See fahren und vereinzelte schwarze Punkte in der Ferne verraten uns Eisangler. Mit der Sonne im Gesicht picknicken wir auf dem See, mit dem Blick Richtung Russland. Man k\u00f6nnte r\u00fcber laufen (vorausgesetzt man h\u00e4tte ein Visum).<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-285\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"DSCN2310\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2310-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2310-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2310.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-288\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"P1120362\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/P1120362-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/P1120362-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/P1120362.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2331.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-286\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"DSCN2331\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2331-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2331-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/DSCN2331.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter setzen wir unseren Weg durch die kleinen (Fischer-)D\u00f6rfer fort. Die bunten Holzh\u00e4user wecken skandinavische Gef\u00fchle. Ein Mensch begegnet uns, ansonsten Schnee und Schnee und viel kalte frische Luft. An unserem Zieldorf angekommen, besichtigen wir dort noch ein kleines Schloss, bevor wir mit einem Bus (der laut Fahrplan gar nicht fahren sollte) wieder nach Tartu zur\u00fcckkehren.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-287\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"IMG_0075\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG_0075-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG_0075-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG_0075.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Erst am Montag fr\u00fch um halb 7 verlassen Chrissi und ich dann wieder die kleine s\u00fc\u00dfe Stadt von Hanna um nach Hause nach Riga zu fahren. Und h\u00e4tte ich mich nicht wenige Momente lang gezwungen, die Augen auf zu behalten, um die lettisch-estnische Grenzen bewusst zu durchfahren, ich h\u00e4tte es sp\u00e4testens an den gewaltigen Stra\u00dfenunebenheiten gemerkt, die uns auf lettischem Staatsgebiet wieder geb\u00fchrend hin und her schleudern.<\/p>\n<p>P.S. Die estnische Flagge geh\u00f6rt zu den wenigen Flaggen, die sich super als Naturbild darstellen lassen. Leider war der Himmel an den besten Stellen eher wei\u00df als blau, daher ist mein Resultat (siehe oben) nicht ganz wie gew\u00fcnscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Osterferien haben angefangen und ich packe meinen Rucksack. 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