{"id":256,"date":"2013-03-19T17:05:38","date_gmt":"2013-03-19T16:05:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/?p=256"},"modified":"2013-03-19T21:36:11","modified_gmt":"2013-03-19T20:36:11","slug":"zur-deutscholympiade-in-die-moskauer-vorstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2013\/03\/19\/zur-deutscholympiade-in-die-moskauer-vorstadt\/","title":{"rendered":"Zur Deutscholympiade in die Moskauer Vorstadt"},"content":{"rendered":"<p>Seit Freitagnacht begl\u00fcckt\u00a0mich eine kontinuierlich anhaltende dezente M\u00fcdigkeit. Aber warum, weil sich das Leben gerade wieder besonders intensiv erfahren l\u00e4sst. Nach einem nicht zu untersch\u00e4tzenden Wochenende, haben wir gestern, Montagabend, dann in der WG noch den 25. einer meiner Mitbewohnerinnen gefeiert. Als ich dann heute Morgen wider Erwarten aus dem Bett gekommen war, fuhr ich mit dem Bus zur Staatsoper, um dort in die Tram umzusteigen, mit der ich tief in die Moskauer Vorstadt hineinfahren sollte. Heute w\u00fcrde ich den ganzen Tag in der\u00a0Bewertungskommission\u00a0f\u00fcr die Deutscholympiade sitzen.<\/p>\n<p>Ich traf meine Deutschlehrerkollegin von meiner Schule an der Haltestelle, um mit ihr gemeinsam zu dem Schulgeb\u00e4ude zu laufen, in der die Olympiade stattfinden sollte. Als wir aus der Ferne das Geb\u00e4ude bereits sahen, erz\u00e4hlte sie mir, dass es dem \u00fcbliche Format entspreche und somit identisch aussehe wie ein ganzer Haufen anderer Schulen in Lettland und ehemaligen Sowjetunion-Staaten. Dass nicht alle, aber sehr viele Schulen (meine Jugla Schule mit eingeschlossen) exakt gleich aussehen, war mir auch schon des \u00f6fteren aufgefallen. Dann erz\u00e4hlte sie mir von der \u00a0Kom\u00f6die &#8222;\u0418\u0440\u043e\u043d\u0438\u044f \u0441\u0443\u0434\u044c\u0431\u044b \u0438\u043b\u0438 \u0421 \u043b\u0451\u0433\u043a\u0438\u043c \u043f\u0430\u0440\u043e\u043c!\u201c (deutsch: \u201eIronie des Schicksals oder Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zur Banja!\u201c), die an Silvester gezeigt wird und Kultstatus genie\u00dft. In dieser feiern vier M\u00e4nner Silvester in einer Moskauer Banja. Nachdem sie reichliche Bier und Wodka getrunken haben, fahren die M\u00e4nner sp\u00e4ter zum Flughafen, weil einer von ihnen am selben Tag noch nach &#8218;Leningrad&#8216; fliegen soll. Weil sie aber zu betrunken sind, um sich zu erinnern, wer von ihnen fliegen sollte, schicken sie den Betrunkensten in das Flugzeug. Als dieser in &#8218;Leningrad&#8216; erwacht, denkt er, er sei noch immer in Moskau. Er nimmt ein Taxi, um nach Hause zu fahren. Weder Stra\u00dfennamen noch Stadtbild unterscheiden sich von dem in Moskau, so bemerkt er nicht, dass er in einer fremden Stadt ist. Schlie\u00dflich kommt er zu seiner vermeintliche Wohnung &#8211; sein Schl\u00fcssel passt &#8211; und auch dort sind M\u00f6bel und Einrichtung so wie er es von seinem Zuhause gewohnt ist. Allein als die eigentliche Bewohnerin auftaucht, kl\u00e4rt sich die Verwechslung auf. Die Kom\u00f6die ist eine Parodie auf die Uniformit\u00e4t von Bauten und Stra\u00dfennamen in der ehemaligen Sowjetunion.<\/p>\n<p>Gerade hab ich den Film schon auf youtube entdeckt und werde mir ihn gleich (zumindest teilweise, weil auf Russisch!) anschauen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-266\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"IMG01964-20130319-1438\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01964-20130319-1438-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01964-20130319-1438-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01964-20130319-1438.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich waren wir um kurz vor 9Uhr p\u00fcnktlich\u00a0mit Deutschlehrerinnen von anderen Schulen versammelt um einige letzte Instruktionen zu erhalten. Meine Kollegin und ich stellten eine von f\u00fcnf Stationen dar. Unsere war &#8222;Einkaufen und Lieblingsessen&#8220;. Irgendwie ging alles ein bisschen schleppend und erst nach ca einer Stunde Warten kam dann der erste Sch\u00fcler zu uns. Nach einem 3-min\u00fctigen Monolog, lie\u00dfen wir uns noch ca 2 Minuten Fragen beantworten und dann folgte noch ein Verkaufsgespr\u00e4ch zwischen uns, als Verk\u00e4uferinnen, und dem\/der Sch\u00fcler(in), der\/die Produkte f\u00fcr einen Wanderausflug kaufen sollte. Nach jedem\/r Sch\u00fcler(in) gaben wir nach verschiedenen Kriterien f\u00fcr unterschiedliche Bereiche Punkte von 0 bis 4.<\/p>\n<p>Das Ganze war super interessant. Noch gar nicht zu lange ist es her, dass ich in der Sch\u00fclerInnenposition gesteckt habe und heute war es umgekehrt. Nicht selten habe ich mir gedacht, dass ich mir als Sch\u00fclerin in solchen Situationen oft um f\u00fcr die Pr\u00fcfer irrelevante Dinge viel zu viele Gedanken gemacht hatte. Bemerkenswert waren auch die Unterschiede zwischen den Jugendlichen deren Muttersprache Lettisch oder eben Russisch war. An den F\u00fcllw\u00f6rtern, dem Dialekt und aber auch am Redeverhalten konnte man die Muttersprache schnell heraush\u00f6ren. Alles in allem richtig spannende Erfahrung! Wobei es auch mega anstrengend war. Nach ca 2h und somit etwa der H\u00e4lfte der 20 zu Pr\u00fcfenden waren wir heilfroh, als wir 10min Pause machen konnten, denn wir beide waren kurz vor dem Verhungern (wir hatten nebenbei bemerkt ununterbrochen \u00fcbers Essen geredet) und meine geforderte Stimme verlangte akut nach Fl\u00fcssigkeit. Weiter ging es und mal stellten wir die selbe Frage zum x-ten Mal, mal entwickelten wir neue Fragen, immer in der Hoffnung den\/die Sch\u00fcler(in) nicht zu \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>Als wir schlie\u00dflich die letzte Sch\u00fclerin bewertet hatten, waren wir beide ziemlich ersch\u00f6pft, aber zufrieden. Im Anschluss an den Arbeitstag g\u00f6nnte ich mir noch einen Spaziergang in der Sonne entlang der zugefrorenen Daugava.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-264\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"IMG01961-20130319-1420\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01961-20130319-1420-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01961-20130319-1420-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01961-20130319-1420.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-265\" style=\"border-style: initial;border-color: initial\" alt=\"IMG01962-20130319-1421\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01962-20130319-1421-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01962-20130319-1421-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/files\/2013\/03\/IMG01962-20130319-1421.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Freitagnacht begl\u00fcckt\u00a0mich eine kontinuierlich anhaltende dezente M\u00fcdigkeit. 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