{"id":174,"date":"2012-11-06T14:27:46","date_gmt":"2012-11-06T13:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/?p=174"},"modified":"2012-11-06T14:32:49","modified_gmt":"2012-11-06T13:32:49","slug":"eine-busfahrt-durch-riga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/svenjainriga\/2012\/11\/06\/eine-busfahrt-durch-riga\/","title":{"rendered":"Eine Busfahrt durch Riga"},"content":{"rendered":"<p>Busfahren ist ja so stressig, aber eben leider auch viel zu spannend um es vermeiden zu wollen.<\/p>\n<p>Wenn ich unsere schwere Eingangst\u00fcr aufgedr\u00fcckt habe, einen Blick links die Stra\u00dfe entlang werfe und die 40 sehe, hei\u00dft es rennen. Ich lasse die T\u00fcr hinter mir ins Schloss fallen. Es sind vielleicht 40m bis zur Bushaltestelle und der Bus hat seine T\u00fcren schon\/noch offen. Ich gebe mir jede M\u00fche schnell zu sein. Denn es gibt nichts \u00e4rgerliches als den Wunschbus gerade noch so verschwinden zu sehen. Und verpasse ich die 40 muss ich entweder 8-15min warten oder 50sentime(~70cent) f\u00fcr einen anderen Bus zahlen, da ich das Monatsticket nur f\u00fcr diesen einen Bus habe. Der Bus steht schon ungew\u00f6hnlich lange an der Haltestelle. Er wartet auf mich. L\u00e4sst die T\u00fcren noch offen oder schlie\u00dft sie und \u00f6ffnet sie noch einmal, wenn ich dann keuchend davor stehe. Ich k\u00f6nnte dem Busfahrer tausend rote Rosen schenken,\u00a0wenn er &#8211; mal wieder- f\u00fcr mich gewartet hat.<\/p>\n<p>Also quetsche ich mich in den Bus. Manchmal kann man froh sein, wenn man sich schmal genug machen kann, dass die T\u00fcren noch zu gehen. Manchmal bekommt man einen bequemen Stehplatz. Und manchmal hat niemand die Absicht sich hinzusetzen. Alle stehen und viele Sitzpl\u00e4tze sind frei.<\/p>\n<p>Bustickets sind irgendwie auch \u00fcberall verschieden. In Lettland werden die Monats- und Streifentickets elektronisch abgelesen an daf\u00fcr im Bus verteilten Ger\u00e4ten. Wenn man es gut anstellt, muss man noch nicht mal das Ticket herausnehmen, sondern nur seine Tasche an das Leseger\u00e4t halten und es piept gr\u00fcn auf. Wenn die Karte abgelaufen ist, leuchtet es rot auf und macht ein lautes Ger\u00e4usch. Dann drehen sich nicht selten viele K\u00f6pfe zu einem hin. Unangenehm unangenehm!<\/p>\n<p>Ich schaukel also im Bus durch die 5\/4-spurige Stra\u00dfe(Achtung immer wieder akute Umfallgefahr!). Stop Tallinas iela: Hier ist ein Viertel namens &#8222;Mieriela&#8220;, wo es viele Secondhandl\u00e4den, die gro\u00dfe Laima-Schokoladenfabrik und vor allem eins meiner Lieblingscaf\u00e9s gibt, in dem man super lecker vegetarisch essen kann.<\/p>\n<p>Um mich herum wird mal kollektiv geschwiegen, Telefonatgespr\u00e4che gef\u00fchrt und beendet (&#8222;\u0434\u0430\u0432\u0430\u0439\u00a0\u0434\u0430\u0432\u0430\u0439!&#8220;), mit dem Busfahrer laut diskutiert oder einfach nur so gequatscht. Und der Bus ist eigentlich immer bilingual, selten h\u00f6rt man zudem auch mal ein englisches(\/deutsches) Wort. Stattdessen hier lettisch, dort russisch. Diese sprachliche Zweigleisigkeit ist kompliziert, nicht konfliktfrei, mit (komplexen)Problemen verbunden, aber auch etwas ganz besonderes. Es macht Riga besonders.<\/p>\n<p>&#8222;N\u0101kam\u0101 pietura\u00a0<strong>Mat\u012bsa iela&#8220;:\u00a0<\/strong>Hier ist mein Fitnessstudio, hier steige ich oft aus.<\/p>\n<p>Dann kommt die\u00a0<strong>\u0122ertr\u016bdes iela.\u00a0<\/strong>Hier steige ich noch viel \u00f6fter aus. Das ist die n\u00e4chste Haltestelle zu meiner lettisch Sprachschule und von hier hat man auch schon einen bezaubernden Blick auf die goldene\u00a0orthodoxe\u00a0Kirche.<\/p>\n<p>Wenn ich nicht zum Bahnhof will(was auch nicht all zu selten vorkommt), dann steige ich an der\u00a0<strong>In\u017eenieru iela\u00a0<\/strong>aus. Direkt vor der lettischen Universit\u00e4t und der deutschen Botschaft. Durch den gr\u00fcnen G\u00fcrtel und schon ist man in der Altstadt. Das ganze in vielleicht 15min. Aber da Fahrradfahren durch begrenzt eine Alternative ist, ist diese kleine Fahrt stetiger Bestandteil meines Alltages. Wenn ich zu meiner Schule fahre, dann allerdings mit dem gleichen Bus direkt in die\u00a0gegengesetzte\u00a0Richtung mit doppelt so langer Fahrzeit. Allerdings gibt es hier kein &#8222;Ich renne zum Bus&#8220;, denn leider ist das \u00fcberqueren der f\u00fcnfspurigen Stra\u00dfen dann doch ein etwas aufwendigerer Act.<\/p>\n<p>Ich vermisse es nicht wie in meiner Heimatstadt in Deutschland alles mit dem Rad machen zu k\u00f6nnen, aber da ich nur so semilebensm\u00fcde bin, bleibt mein umst\u00e4ndlich erstandenes Fahrrad leider viel zu oft im Treppenhaus. Aber nach einer kurzen Ann\u00e4hrungszeit sind die 40 und ich ganz gute Bekannte geworden &#8211; denn sie erz\u00e4hlt mir nicht selten spannende Geschichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Busfahren ist ja so stressig, aber eben leider auch viel zu spannend um es vermeiden zu wollen. Wenn ich unsere schwere Eingangst\u00fcr aufgedr\u00fcckt habe, einen Blick links die Stra\u00dfe entlang werfe und die 40 sehe, hei\u00dft es rennen. 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