{"id":80,"date":"2017-11-01T13:06:46","date_gmt":"2017-11-01T12:06:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/?p=80"},"modified":"2017-11-01T13:06:46","modified_gmt":"2017-11-01T12:06:46","slug":"post-ist-da-meine-gefuehlsedition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/2017\/11\/01\/post-ist-da-meine-gefuehlsedition\/","title":{"rendered":"Post ist da! &#8211; Meine Gef\u00fchlsedition"},"content":{"rendered":"<p>Lieber Leser, Liebe Leserin,<\/p>\n<p>oft werde ich \u00fcber WhatsApp gefragt:<\/p>\n<p>\u201cUnd wie geht\u2018s dir?\u201c<\/p>\n<p>Es w\u00e4re aber viel zu zu simpel und zu oberfl\u00e4chlich, diese recht einfache Frage mit:<\/p>\n<p>\u201cMir geht\u2018s super\/gut\/naja\/schlecht.\u201c<\/p>\n<p>zu beantworten. Durch meinen Kopf spuken so viele Gef\u00fchle und Gedanken, die sich nicht auf eine solch einfache und knappe Antwort runterbrechen lassen k\u00f6nnen. Wie das Lied \u201eDie Gedanken sind frei\u201c so treffend beschreibt. Man kann sie nicht fassen&#8230;<\/p>\n<p>Hier meine neueste Gef\u00fchlskollektion &#8211; es handelt sich dabei um die Herbstedition 2017:<\/p>\n<ul>\n<li>das Gl\u00fcck: h\u00e4lt wie in meinem letzten Blogartikel an. Es sind die kleinen Gl\u00fccksmomente, die mein Leben hier so besonders machen. So zaubert ein vielleicht 14j\u00e4hriger Junge mir ein L\u00e4cheln auf die Lippen, wenn er mir \u201eYou are so beautiful\u201c sagt. Eine Frau am Hoan Kiem See, die mir beim Aerobic der etwas \u00e4lteren, vietnamesischen Damen die Schritte extra gezeigt hat und ich so super mittanzen konnte.<\/li>\n<li>die Liebe: Bitte erwarte jetzt keine gro\u00dfartige Liebesstory. Die kann ich dir leider nicht liefern. Aber eine kleine: Ich wurde n\u00e4mlich gek\u00fcsst. Nicht von einer Person, nein! Ich wurde von Hanoi gek\u00fcsst. H\u00f6rt sich seltsam an, aber es ist wahr. Beim \u201eHanoi Kiss\u201c, wie ich einen erhalten habe, handelt es sich n\u00e4mlich um eine ganz hei\u00dfe Aff\u00e4re. Man spricht von eben jenem Kuss, wenn man sich dummerweise am hei\u00dfen Auspuff eine Mopeds verbrannt hat. Diesen Kuss habe ich an der rachten Wade bekommen, als ich &#8211; trotz des bestimmt 20.000 maligen Hinweises, immer rechts vom Moped abzusteigen &#8211; lieber links vom Moped geklettert bin und mit meinem Bein eben an diesem Auspuff h\u00e4ngengeblieben bin. Wer nicht h\u00f6ren will, der muss sp\u00fcren. Nach vier Krankenhausbesuchen und einer Woche Verband um die Wade, sieht man die Verbrennung gl\u00fccklicher Weise fast nicht mehr. Trotzdem kann ich behaupten, dass Hanoi mich schon jetzt sehr gepr\u00e4gt und gebrandmarkt hat. \ud83d\ude09<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/11\/45A4FA6C-FED6-4602-9827-3D8B2CA779E4.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-81 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/11\/45A4FA6C-FED6-4602-9827-3D8B2CA779E4-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/11\/45A4FA6C-FED6-4602-9827-3D8B2CA779E4-300x225.jpeg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/11\/45A4FA6C-FED6-4602-9827-3D8B2CA779E4-768x576.jpeg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/11\/45A4FA6C-FED6-4602-9827-3D8B2CA779E4.jpeg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>die Angst: ist irgendwie immer im Hinterkopf. Ich habe Angst, viel in Deutschland zu verpassen. \u00dcber Snapchat, Instagram, WhatsApp und Facebook (die modernen Medien sind wirklich nicht nur hilfreich) bekommt man immer mit, was die Lieben in Deutschland alles unternehmen, wer sich mit wem trifft und wie ihr Leben weitergeht. Nat\u00fcrlich war mir das auch vor meinem FSJ klar, aber dass mich das so besch\u00e4ftigen w\u00fcrde, h\u00e4tte ich nicht gedacht. Beispielsweise sehe ich die Bilder von der letzten Tanzparty, auf die ich &#8211; wenn ich nicht in Vietnam w\u00e4re &#8211; sicher auch gegangen w\u00e4re. Ich h\u00e4tte auf den Bildern gelacht und vier tolle Stunden verbracht. Ich gratuliere einer sehr guten Freundin zum Geburtstag und wei\u00df, dass ich sicher auch zu ihrer Party eingeladen worden w\u00e4re. Ich h\u00f6re von ehemaligen Klassenkameraden, dass sie jetzt ihre Ausbildung, ihr Studium oder ihr duales Studium begonnen haben. Sie erz\u00e4hlen von der neuen Wohnung, den netten oder manchmal auch weniger netten Dozenten und ihren tollen Studienkollegen. Trotz dieses leisen Wehmutstropfen im Hinterkopf, \u00fcberwiegt bei mir:<\/li>\n<li>die Freude: Ich finde erstaunlicher Weise Freude am W\u00e4schewaschen. Jetzt wo keine Eltern mehr da sind, die das machen k\u00f6nnten, muss ich selbstst\u00e4ndig werden. Und das beginnt eben mit dem W\u00e4schewaschen. Du hast ja keine Ahnung, wie sehr ich mich jetzt nach jedem Waschgang freue, frische, gutriechende W\u00e4sche in meinen Schrank einr\u00e4umen zu k\u00f6nnen. Ich freue mich \u00fcber eine Sch\u00fclerin, die sich herzlich bei mir bedankt, dass ich ihr eine Aufgabe erkl\u00e4rt habe und mir l\u00e4chelnd sagt, dass ich alles richtig gut und verst\u00e4ndlich f\u00fcr sie begreiflich mache. Da ist aber auch die Freude am Vietnamesischen Frauentag, an dem Frauen in ganz Vietnam Geschenke bekommen und geehrt werden. Von einem Sch\u00fcler habe ich einen silbernen Heliumballon in Herzform geschenkt bekommen. Auf dem Heimweg hat mir ein kleines Kind, das zwischen seinen Eltern auf einem Moped sa\u00df, mir \u201eHello\u201c zugerufen. Kurzerhand habe ich dem Kind meinen Luftballon geschenkt und es hat sich wirklich sehr dar\u00fcber gefreut und auch seine Eltern haben sich herzlich bedankt.<\/li>\n<li>Das Heimweh: bekommt in diesem Blogartikel wenig Aufmerksamkeit. Warum? In meinem Leben bekommt es eben so wenig Beachtung, da mir einfach die Zeit daf\u00fcr fehlt, \u00fcber Heimweh nachzudenken. Aber ich bin froh dar\u00fcber.<\/li>\n<li>das Vermissen: Es w\u00e4re gelogen, zu behaupten, ich w\u00fcrde nichts und niemanden in Deutschland vermissen. Mir fehlen meine Familie und meine Freunde. Zusammen abzuh\u00e4ngen, eine Serie bis sp\u00e4t abends anzusehen, gemeinsam zu Abend essen (ein richtig leckeres paniertes Schnitzel w\u00e4re da mal wieder gut), eine Runde Skip-Bo oder Kniffel zu spielen, einfach Ewigkeiten \u00fcber Gott und die Welt zu reden, Zeit gemeinsam zu verbringen. Was ich aber auch vermisse, sind Tanzen (der w\u00f6chentliche Tanzkurs und die Tanzpartys) und das Schwimmen. Bis jetzt habe ich noch keine Vereine daf\u00fcr gefunden, aber vielleicht ergibt sich da ja noch was.<br \/>\nder Nervenkitzel\/die Spannung: Der Titel meines Blogs hei\u00dft \u00fcbersetzt ja \u201eEs wird eine spannende Zeit\u201c und ich hatte wirklich schon einige spannende Ereignisse. Hier aber eine kurze Zusammenfassung meines wohl aufregendsten Tags. Wir drei WG-M\u00e4dels waren im Norden Vietnams zum Wandern und haben einen lokalen Tourguide gebucht, \u00fcber den uns gesagt worden war, dass er sich auskennen w\u00fcrde. Na Pusteblume! Geplant war, um 15 Uhr zur\u00fcck zum Hostel zu kommen. Wir kamen um 18 Uhr zur\u00fcck. Geplant war, 10 Kilometer zu wandern. Wir wanderten 25 (!!!) Kilometer. Nachdem der Guide aber den Weg nicht kannte und wir durch die tiefste Natur Vietnams geklettert\/gewandert\/gehumpelt sind, haben uns langsam die Kr\u00e4fte verlassen und unsere anfangs gute Laune verfl\u00fcchtigte sich allm\u00e4hlich. Zwischen den B\u00fcschen und B\u00e4umen hat man den Weg gar nicht mehr richtig erkannt und pl\u00f6tzlich bin ich drei Meter in die Tiefe gefallen. Ich wusste gar nicht, was in dem Moment passierte. Mein gro\u00dfes Gl\u00fcck war, dass ich weich landete und mir bis auf die zerrissene Leggins und der Schock, nur ein Lachen \u00fcber diesen Moment als Sp\u00e4tfolgen bekannt sind. \ud83d\ude09 Ich hoffe, dass ich weitere so spannende und lustige Erlebnisse w\u00e4hrend meiner Zeit hier haben werde.<\/li>\n<li>die Bef\u00fcrchtung: Ich habe wirklich die Bef\u00fcrchtung, den Kontakt zu vielen Menschen in Deutschland w\u00e4hrend meiner Zeit in Hanoi zu verlieren. Leider fehlt mir oft die Zeit und auch die Lust (sp\u00e4t abends will ich wirklich lieber schlafen) auf Nachrichten zu antworten. Wenn ihr das gerade lest, m\u00f6chte ich euch sagen, dass es wirklich nicht b\u00f6se gemeint ist, dass ich nicht antworte. Ich hoffe, wir verlieren uns nicht aus den Augen und nimmst es mir nicht \u00fcbel.<\/li>\n<li>die Vorfreude: Ich freue mich auf die vielen weiteren Erlebnisse, auf die kommende Zeit. N\u00e4chstes Wochenende werde ich zum Beispiel als einzige Deutschsprachige &#8211; wie das mit der Kommunikation klappen soll, wei\u00df ich noch nicht &#8211; mit circa 500 Elftkl\u00e4sslern nach Sapa (eine wohl wundersch\u00f6ne Gegend ganz im Norden Vietnams) fahren. Ich bin schon gespannt, was mich dort erwarten wird!<br \/>\nSo, jetzt w\u00fcnsche ich dir f\u00fcr\u2018s Erste einen sch\u00f6nen Tag und ich schreibe dir bald wieder!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alles Liebe,<\/p>\n<p>deine Sophie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieber Leser, Liebe Leserin, oft werde ich \u00fcber WhatsApp gefragt: \u201cUnd wie geht\u2018s dir?\u201c Es w\u00e4re aber viel zu zu simpel und zu oberfl\u00e4chlich, diese recht einfache Frage mit: \u201cMir geht\u2018s super\/gut\/naja\/schlecht.\u201c zu beantworten. 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