{"id":45,"date":"2017-10-11T19:47:11","date_gmt":"2017-10-11T17:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/?p=45"},"modified":"2017-10-12T10:37:59","modified_gmt":"2017-10-12T08:37:59","slug":"meine-sammlung-kleiner-gluecksmomente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/2017\/10\/11\/meine-sammlung-kleiner-gluecksmomente\/","title":{"rendered":"Meine Sammlung kleiner Gl\u00fccksmomente"},"content":{"rendered":"<p>Hallo da drau\u00dfen!<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen bin ich l\u00e4chelnd durch die Stra\u00dfen Hanois get\u00e4nzelt, habe mich \u00fcber den Sonnenschein und die letzten Wochen (morgen ist es ein Monat, irgendwie kann ich es gar nicht fassen!?) in Hanoi gefreut. Inzwischen regnet es jeden Tag, aber das mit dem L\u00e4cheln und Tanzen wird so beibehalten.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin wirklich gl\u00fccklich!&#8220;<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-47\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"475\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6269-1-1x1.jpg 1w\" sizes=\"(max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Man mag es nicht glauben, aber es stimmt. Ich bin gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>In den letzten vier Wochen habe ich so viel erlebt, was ich hier alles gar nicht niederschreiben kann oder will. Ich hoffe mal, ihr verzeiht mir das; aber alles ausf\u00fchrlich zu schildern w\u00fcrde f\u00fcr mich Ewigkeiten zum schreiben dauern und f\u00fcr euch mindestens genau so lang zum Lesen. Also hier ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber mein Leben in Hanoi, meine Erfahrungen und vor allem meine Sammlung kleiner Gl\u00fccksmomente:<\/p>\n<p>Gerade denke ich an meine ersten Studen in Hanoi:<\/p>\n<p>Die Freude, durch die Pass- und noch viel spannender &#8211; die Visumskontrolle gekommen zu sein.<\/p>\n<p>Der Moment, mit dem zum Gl\u00fcck heil angekommenen Gep\u00e4ck aus dem Flughafengeb\u00e4ude zu treten und von einem Schwall feucht-warmer Luft erschlagen zu werden.<\/p>\n<p>Die erste Fahrt durch die Stra\u00dfen dieser summenden, surrenden und hupenden Stadt.<\/p>\n<p>Das erste vietnamesische Essen in einem kleinen Lokal auf einem Balkon, bis ein heftiger Regenschauer unsere sehr leckere Mahlzeit st\u00f6rte und wir innen weiteressen mussten. Und \u00fcbrigens sp\u00e4ter auch durch diesen str\u00f6menden Regen zur\u00fcck zum Hostel rennen mussten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage habe ich mit der Wohnungssuche verbracht:<\/p>\n<p>Nach gef\u00fchlten 30.000 Besichtigungen haben Nour, Theresa und ich doch noch ein ganz akzeptables Haus gefunden. Jede von uns drei M\u00e4dels hat ein Schlafzimmer und ein kleines Badezimmer. Wir haben eine sch\u00f6ne K\u00fcche und zu allem Luxus sogar zwei Dachterrassen. So kann man es sich gut gehen lassen. Bedenklich sind die Vermieterin und die Eidechsen, die sich als Mitbewohner herausgestellt haben. Mal sehen, wie sich das entwickeln wird.<\/p>\n<p>Das Haus ist in einer kleine Gasse und in einem Hof mit verschiedenen anderen H\u00e4usern und Mitbewohnern. Diese gr\u00fc\u00dfe ich jeden Morgen und Abend mit einem L\u00e4cheln und einem &#8222;xin chao&#8220;. Sehr viel mehr als diese Standardfloskeln und bis 10 z\u00e4hlen kann ich in Vietnamesisch leider noch nicht. Trotz dem Interesse an dieser Sprache, h\u00e4lt mich die Intonation schon wirklich ab&#8230; hoffentlich, \u00e4ndert sich das bald. Mit Englisch kommt man n\u00e4mlich in den Nicht-Touri-Gegenden nicht sonderlich gut weiter.<\/p>\n<p>Nicht ganz so toll ist h\u00f6chstens die Entfernung zur Altstadt und meiner Schule, weshalb ich jeden Tag mindestens 7 km Strecke zur\u00fccklege. Mein Rekord waren 17,2 km. Das Fitnessstudio kann ich mir so auf jeden Fall schenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich denke zur\u00fcck an viele Gl\u00fccksmomente:<\/p>\n<p>Die erste Fahrt auf einem Moped. Zugegeben, selbst gefahren bin ich nicht. Das w\u00fcrde ich mich bei dem verr\u00fcckten Verkehr in Hanoi aber ehrlich gesagt auch nicht trauen. In meinem Reisef\u00fchrer steht bei den Tipps f\u00fcr den Aufenthalt in Vietnam beispielsweise: &#8222;Auf den chaotischen Verkehr samt Motorradschw\u00e4rmen biblischen Ausma\u00dfes muss man sich einstellen. Ruhe bewahren und tief durchatmen!&#8220;. Zuerst habe ich das nicht geglaubt, aber inzwischen habe ich wirklich sehr gro\u00dfen Respekt vor den vielen Mopeds und Autos, die \u00fcber die oft engen, aber definitiv immer vollgestopften Stra\u00dfen sausen. Meine Taktik: nicht auf die Ampeln vertrauen, sondern lieber auf erfahrene Vietnamesen, die mit die die Stra\u00dfe \u00fcberqueren und hoffen, dass sie sich besser mit dem Verkehr auskennen. Und sich nach jeder gegl\u00fcckten Stra\u00dfen-\u00dcberquerungs-Mission wie eine Schneek\u00f6nigin freuen.<br \/>\nBei einer Wohnungsbesichtigung fand also unsere erste Mopedfahrt statt. Eine Maklerin wollte uns an einer bestimmten Adresse treffen. Wir haben diese Adresse trotz einiger Hilfe durch diverse Apps nicht finden k\u00f6nnen. Zum Gl\u00fcck hat uns dann die Maklerin gefunden. Kurzerhand sa\u00dfen wir dann zu dritt auf dem Moped und sind durch sehr enge Gassen einer etwas abgelegenen Siedlung ged\u00fcst. Vor jeder Kreuzung hat die Dame gehupt und so signalisiert, dass ihr niemand einfach so entgegenkommen darf. In dieser Siedlung waren aber wirklich viele Schlagl\u00f6cher und Beulen, wodurch das Fahrterlebnis nochmal gesteigert wurde. Die Angst, dass etwas passiert jedoch auch.<br \/>\nInzwischen geh\u00f6rt das Moped-Beifahrer-Sein zu meinem Alltag. Wenn man etwas sp\u00e4t dran ist oder sehr weite Entfernungen zu bew\u00e4ltigen hat, helfen Uber oder Grab super. Trotz gro\u00dfer Verst\u00e4ndigungsschwierigkeiten &#8211; die wenigsten<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-51 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/10\/IMG_6528-1x1.jpg 1w\" sizes=\"(max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/a> Fahrer verstehen Englisch &#8211; bin ich immer am gew\u00fcnschten Ziel angekommen. Mal fr\u00fcher, mal sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Ein Basketballspiel von Hanoi gegen Saigon: Ein Vietnamese, den ich durch ein Inserat auf Facebook kennengelernt habe, hat mich und meine Mitbewohnerinnen kurzerhand zu einem Basketballspiel eingeladen. Er hat Freikarten bekommen und wollte uns mitnehmen. Es war ein Spiel wie im Bilderbuch. Hanoi lag das ganze Spiel knapp vorm Rivalen Saigon. 14 Sekunden vorm Spielende hat Saigon dann die F\u00fchrung erlangen k\u00f6nne. Innerhalb der letzten 13 Sekunden h\u00e4tte Hanoi also einen Korb f\u00fcr den Sieg werfen m\u00fcssen. Alle Hanoier &#8211; inklusive uns neuen Hanoiern &#8211; haben so mitgefiebert und fast w\u00e4re der Sieg gegl\u00fcckt. Leider hat sich der entscheidende Spieler zu viel Zeit gelassen und so hat Hanoi verloren. 72:73, denkbar knapp. Dennoch war es ein Spiel voll von Energie und Begeisterung. Ich muss sagen, ich habe zuvor noch nie ein Basketballspiel erleben k\u00f6nnen und dachte auch nicht, dass mich sowas interessieren w\u00fcrde. Nach den ersten Sekunden war ich aber Feuer und Flamme f\u00fcr die Hanoi Buffallos, habe &#8222;Let&#8217;s Go, Hanoi, let&#8217;s go!&#8220; mitgeschrien und bei jedem Korb mitgejubelt.<br \/>\nErstaunt bei diesem Spiel hat mich einfach, wie verbunden ich mich dabei mit Hanoi gef\u00fchlt habe. Noch keinen Monat in der Stadt und schon vollauf begeistert.<\/p>\n<p>Ein Taxifahrer. W\u00e4hrend meiner Zeit im Hostel, bin ich jeden Morgen an der gleichen Kreuzung kurz vor der Viet Duc Schule vorbeigelaufen. Nach einer Stra\u00dfen\u00fcberquerung und circa vierzig Metern war ich dann bei der Schule. An jener Kreuzung lag jedoch nun jeden Tag ein Taxifahrer auf seinem Moped und hat mich gefragt &#8222;Taxi!?&#8220;. Ich habe ihm beim ersten Mal erkl\u00e4rt, dass mein Arbeitsplatz nicht mal eine Minute zu Fu\u00df entfernt sei. Das hat er dann eingesehen und mich weitergehen lassen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen bin ich wieder an die Kreuzung gekommen und er hat erneut &#8222;Taxi!?&#8220; gefragt. Ich wollte ihm wieder erkl\u00e4ren, dass die Schule nur wenige Schritte weiter sei. Er hat mich aber wiedererkannt und wissend gel\u00e4chelt.<br \/>\nDen Morgen danach musste ich das gar nicht mehr erkl\u00e4ren, was mir sein lustiges L\u00e4cheln schon gezeigt. hat.<\/p>\n<p>Mein Alltag in Hanoi wird genau durch solche tollen Erfahrungen und Begegnungen bereichert.<\/p>\n<p>Sei es ein anderer Taxifahrer, der mir trotz meines &#8222;No, thank you&#8220; zum Angebot f\u00fcr eine Taxifahrt ein &#8222;I love you&#8220; hinterherruft. Sei es ein Sch\u00fcler, der mit mir eine Brieffreundschaft begonnen hat, bei der ich seine Briefe korrigiere und ihm dann mit einem eigenen Brief antworte. Sei es ein Sch\u00fcler, der mir stolz seine Tanzgruppe in der Schule zeigt und mir mit eben dieser eine Privatauff\u00fchrung liefert. Sei es ein Abend im Open-Air-Jazz-Club, der wegen str\u00f6menden Regens zu einer nassen Angelegenheit wurde, bei der wir im bis zu unseren Kn\u00f6cheln reichenden Wasser getanzt haben. Sei es ein Mann am Hoan-Kiem-See, der mich wegen einer Mopedtour durch Hanoi anspricht, ich wegen der Arbeit ablehnen muss und er mir trotzdem eine wundervolle Zeit und einen vietnamesischen Freund w\u00fcnscht, weil ich ja &#8222;so beautiful&#8220; sei. Seien es zwei vietnamesische Studenten, die sich mit mir in der Mittagspause nett unterhalten, um ihre Englisch-Kenntnisse zu vebessern. Sei es ein Treffen mit einem Vietnamesen, der mich mit dem Moped durch Hanoi f\u00e4hrt und zu einem leckeren kleinen Restaurant mit Pho, welche im Wohnzimmer der Familie serviert wird, einl\u00e4dt und mir danach sein Lieblings-Cafe zeigt. Sei es eine vietnamesische Lehrerin, die mir von ihren Pl\u00e4nen, nach Deutschland auszuwandern, erz\u00e4hlt und mir ihre Hilfe bei allen Problemen anbietet. Sei es der Geburtstag eines Sch\u00fclers, der eine Torte geschenkt bekommen hat, diese mit allen geteilt hat und sich sehr \u00fcber meinen deutschen Gl\u00fcckwunsch &#8222;Alles Gute zum Geburtstag&#8220; sehr gefreut hat. Sei es ein Sch\u00fcler, der mir erkl\u00e4rt hat, ich sei eine Ber\u00fchmtheit in der Viet Duc Schule und sogar seine Literaturlehrerin h\u00e4tte gesagt, ich sei so h\u00fcbsch.<\/p>\n<p>Ihr seht schon, so k\u00f6nnte es noch ewig weitergehen. Ich m\u00f6chte jetzt aber niemandes Zeit weiter in Anspruch nehmen und werde mich (hoffentlich) bald wieder melden.<\/p>\n<p>Bis dahin sage ich &#8222;Tam Biet&#8220; und w\u00fcnsche euch eine genau so aufregende Zeit, wie ich sie erleben darf.<\/p>\n<p>Eure Sophie<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo da drau\u00dfen! Vor ein paar Tagen bin ich l\u00e4chelnd durch die Stra\u00dfen Hanois get\u00e4nzelt, habe mich \u00fcber den Sonnenschein und die letzten Wochen (morgen ist es ein Monat, irgendwie kann ich es gar nicht fassen!?) in Hanoi gefreut. 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