{"id":322,"date":"2017-12-14T23:46:59","date_gmt":"2017-12-14T22:46:59","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/?p=322"},"modified":"2017-12-15T01:32:02","modified_gmt":"2017-12-15T00:32:02","slug":"vierzehntes-tuerchen-der-preis-ist-heiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/2017\/12\/14\/vierzehntes-tuerchen-der-preis-ist-heiss\/","title":{"rendered":"Vierzehntes T\u00fcrchen &#8211; Der Preis ist hei\u00df"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: left\">\u201ePuh, 80.000 VND f\u00fcr dieses Essen ist echt zu viel!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\u201eSollen wir einfach bei einem anderen Restaurant schauen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u201eAuf jeden Fall! So gut kann das Essen gar nicht sein&#8230;\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ein typisches Gespr\u00e4ch bei der Suche nach einer guten Stra\u00dfenk\u00fcche oder einem Restaurant in meiner Zeit in Vietnam.<br \/>\nNun magst du dich vermutlich fragen &#8211; vorausgesetzt du hast das letzte T\u00fcrchen (aufmerksam) gelesen, wenn nicht, solltest du das zuerst machen &#8211; ob das ein Scherz sein soll. Umgerechnet sind 80.000 Dong nicht mal 3\u20ac und das f\u00fcr eine vollwertige Mahlzeit. Und doch ist es kein Witz, sondern ganz ernst gemeint. Die Preise in Vietnam sind n\u00e4mlich besonders und darum soll es heute gehen.<\/p>\n<p>Fangen wir doch gleich mal mit Essen an. Generell h\u00e4ngen die Kosten f\u00fcr das leibliche Wohl nat\u00fcrlich immer davon ab, wo man isst. Am g\u00fcnstigen und meiner Meinung nach meist am besten speist man in einer der unz\u00e4hligen Stra\u00dfen- oder Gark\u00fcchen. Ab 20.000 VND kann man mit einer leckeren und meist recht gro\u00dfen Mahlzeit rechnen. Eine ordentliche Sch\u00fcssel Pho gibt es oft f\u00fcr 30.000 VND, was gerade mal 1,20\u20ac entspricht und geschmacklich viel, viel mehr wert ist. Aber auch Gerichte wie Bun Cha oder einen Teller Reis mit verschiedenen Beilagen bekommt man ab 25.000 VND.<\/p>\n<div id=\"attachment_331\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/71476569-3959-43F3-8DA8-0C8D57E1DDDC.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-331\" class=\"size-medium wp-image-331\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/71476569-3959-43F3-8DA8-0C8D57E1DDDC-300x400.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/71476569-3959-43F3-8DA8-0C8D57E1DDDC-300x400.jpeg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/71476569-3959-43F3-8DA8-0C8D57E1DDDC.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-331\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fcr 30.000 VND pappsatt<\/p><\/div>\n<p>Das Bia Ha Noi, also das Hanoier Bier, welches\u00a0viel besser schmecken soll als das Bia in Saigon, gibt es pro Glas oft schon f\u00fcr 5.000 VND, was circa 20 Cent entspricht. Ausprobiert habe ich n\u00e4mlich nur das Hanoier Bier, das hat mir als Nicht-Biertrinkerin dann aber schon gereicht. Oft gibt es ganze L\u00e4den, die sich \u201eBia Hoi Ha Noi\u201c nennen. In diesen sieht man meist m\u00e4nnliche Vietnamesen mit ihren Plastikgl\u00e4sern voll mit Bier auf kleinen St\u00fchlchen sitzen und dabei Erdn\u00fcsse knabbern, lachen und lautstark \u00fcber irgendwas sprechen. Ach ja, Essen gibt es dort auch. Besonders sch\u00f6n war es einmal, als Nour und ich uns in eins dieser Gesch\u00e4fte gewagt haben und ein \u00e4lterer Vietnamese mit etwas Englischkenntnissen uns, da wir ja das erste Mal in Vietnam sind, mit einem Bier auf ihn und \u201eWelcome in Vietnam\u201c freudig in seinem Land willkommen gehei\u00dfen hat. Das war wirklich ein sch\u00f6nes Erlebnis, wenngleich es 12 Uhr mittags vielleicht nicht die richtige Zeit f\u00fcr Bier war.<\/p>\n<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/884801AF-F2E3-487D-9803-519EFDF4AA4D.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" class=\"size-medium wp-image-332\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/884801AF-F2E3-487D-9803-519EFDF4AA4D-300x400.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/884801AF-F2E3-487D-9803-519EFDF4AA4D-300x400.jpeg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/884801AF-F2E3-487D-9803-519EFDF4AA4D.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">Mit Bia und \u201eWelcome in Vietnam\u201c<\/p><\/div>\n<p>Besonders sch\u00e4tze ich die Preise f\u00fcr Smoothies. Gegen\u00fcber des Literaturtempels, nur 10 Minuten von \u201emeiner\u201c Wohnung entfernt gibt es frische Smoothies f\u00fcr gerade mal 25.000 VND, also einen Euro und man kann sich drei Obstsorten aussuchen und bei der Zubereitung zusehen. Dir das zu verschweigen, nachdem ich diese Smoothies liebe, w\u00e4re eine Schande gewesen.<\/p>\n<p>Der Preis der Getr\u00e4nke ist wie beim Essen aber nat\u00fcrlich davon abh\u00e4ngig, wo man verkehrt. In den ersten Tagen in Hanoi habe ich beispielsweise immer im touristischen Old Quarter gegessen, da die Preise dort auf Plakaten gro\u00df pr\u00e4sentiert werden. Der Touri-Zuschlag ist dann nat\u00fcrlich gleich mit inbegriffen. Mit wachsender Erfahrung und wachsendem Vietnamesisch-Wortschatz traue ich mich jedoch inzwischen auch in Stra\u00dfenk\u00fcchen, die keine Preise angeschrieben haben.<\/p>\n<p>Obwohl Essen und Trinken meine Haupt-Lebensinhalte in Vietnam sind, ganz ehrlich, gibt es auch andere Dinge, die Geld bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Shopping zum Beispiel! Spaziert man fr\u00f6hlich durch die vollen Stra\u00dfen Hanois, aber auch Saigons und Hoi Ans, sieht man viele tolle Kleidungsst\u00fccke. Sie warten nur darauf, anprobiert und gekauft zu werden. Geht man in einen der \u201eMade in Vietnam\u201c L\u00e4den findet man oft Markenkleidung, die im Land \u00fcbersch\u00fcssig produziert wurde, f\u00fcr meist viel weniger als die H\u00e4lfte des Originalpreises. Aber auch in den touristischen Gegenden wird viel feilgeboten. \u00dcberall sieht man die quadratischen \u201eFjalkraven\u201cRucks\u00e4cke, die man mit Verhandlungsgeschick f\u00fcr 8\u20ac bekommt und ich darf mich stolze Besitzerin eines eben solchen Rucksacks nennen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Handeln ist in Vietnam Pflicht. Vor allem in touristischen Gegenden sollte man mit der H\u00e4lfte des Preises anfangen und sich dann sehr langsam steigern. Auf einem Markt in Saigon haben Theresa und ich es beispielsweise geschafft, von 500.000 VND auf 250.000 VND f\u00fcr einen Pullover zu gehen. Ziemlich gut wie ich finde.<\/p>\n<p>Aber auch bei Obst und anderen Lebensmitteln, die auf der Stra\u00dfe angeboten werden, ist Handeln angesagt. Es geht nicht darum, den Preis stark zu senken, sondern einfach um das Prinzip. Wie gesagt: Handeln ist Pflicht.<\/p>\n<p>Nicht vergessen sollte man jedoch, dass man beim Handeln den richtigen Ton w\u00e4hlt. Undenkbar f\u00fcr Vietnamesen ist es n\u00e4mlich, sein Gesicht zu verlieren. Aus diesem Grund sollte man ruhig, aber clever verhandeln. Mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen wird der Preis \u00fcbrigens meist noch besser.<\/p>\n<p>Toll sind die Preise, wenn man von einem an einen anderen Ort kommen m\u00f6chte. Mit Uber oder Grab wird man meist zuverl\u00e4ssig &#8211; \u00fcber das Gegenteil k\u00f6nnte ich dir stundenlang Geschichten erz\u00e4hlen &#8211; von A nach B transportiert. Und das f\u00fcr kleines Geld. Innerhalb von 13 Minuten legt man beispielsweise 2,29 Kilometer f\u00fcr gerade mal 22.000 VND zur\u00fcck. Zus\u00e4tzliches Plus: So gut wie immer gibt es \u201eSpecial Promos\u201c, mit denen man mal f\u00fcr den halben Preis, mal f\u00fcr 10.000 VND weniger ans Ziel bef\u00f6rdert wird. Das Adrenalin beim Mopedfahren inklusive.<\/p>\n<p>Erfreulich finde ich auch die Eintrittspreise f\u00fcr jegliche Art von Kultur. In viele Museen kommt man schon f\u00fcr 30.000 VND. Die Tatsache, dass Vietnamesen f\u00fcr ihre Eintrittskarten wesentlich weniger als Ausl\u00e4nder bezahlen, ist ein toller Weg, den Leuten vor Ort Kultur attraktiver nahebringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte dir noch viele andere Preise aufz\u00e4hlen, aber merken kannst du dir sie wahrscheinlich doch nicht. Also lass ich das jetzt lieber sein.<\/p>\n<p>Ein Thema m\u00f6chte ich jedoch nicht unerw\u00e4hnt lassen: Das Durchschnittseinkommen in Vietnam liegt bei 173 Dollar pro Monat. Mit diesem Geld m\u00fcssen Wohnung, Strom, Wasser, Essen, Kleidung und alles andere, was man zum Leben braucht bezahlt werden.<\/p>\n<p>Da wir mit einem ganz anderen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Geld aufwachsen, sind f\u00fcr mich 30.000 VND nicht so viel Geld. F\u00fcr einen Vietnamesen oder eine Vietnamesin jedoch schon.<\/p>\n<p>Und selbst wenn man \u00fcberall liest, dass Vietnam ein so g\u00fcnstiges Reiseland ist, muss man doch bedenken, dass die Menschen hier von genau diesem Geld \u00fcberleben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Mich besch\u00e4ftigt oft dieser Unterschied, was man dagegen machen kann und wie ich mich damit zu f\u00fchlen habe. Die L\u00f6sung: Keine Ahnung. Gefunden habe ich sie leider noch nicht.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe aus Hoi An sendet dir<\/p>\n<p>die in-einem-sehr-g\u00fcnstigen-Hostel-lebende Sophie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePuh, 80.000 VND f\u00fcr dieses Essen ist echt zu viel!\u201c \u201eSollen wir einfach bei einem anderen Restaurant schauen?\u201c \u201eAuf jeden Fall! So gut kann das Essen gar nicht sein&#8230;\u201c Ein typisches Gespr\u00e4ch bei der Suche nach einer guten Stra\u00dfenk\u00fcche oder einem Restaurant in meiner Zeit in Vietnam. 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