{"id":145,"date":"2017-12-04T00:00:24","date_gmt":"2017-12-03T23:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/?p=145"},"modified":"2017-12-03T18:11:55","modified_gmt":"2017-12-03T17:11:55","slug":"viertes-tuerchen-mein-lieblingsplatz-in-hanoi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/2017\/12\/04\/viertes-tuerchen-mein-lieblingsplatz-in-hanoi\/","title":{"rendered":"Viertes T\u00fcrchen &#8211; Mein Lieblingsplatz in Hanoi"},"content":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich dir meinen Lieblingsort in Hanoi vorstellen. Er gilt f\u00fcr die Einwohner Hanois als Seele der Stadt und auch f\u00fcr mich w\u00e4re er nicht wegzudenken aus der Altstadt Hanois. Hanoi w\u00e4re einfach nicht das selbe ohne diesen Ort.<\/p>\n<p>Die Rede ist vom Hoan Kiem-See. Hier erst mal einige allgemeine Infos zum See:<\/p>\n<p>Fr\u00fcher war er ein R\u00fcckstausee, der an den Roten Fluss (Song Hong) anschloss. Im Laufe der Zeit verlagerte der Fluss sich und so trennte sich der Fluss vom See.<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt bedeutet der Name des 70o Meter langen Sees so viel wie<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der See des zur\u00fcckgegebenen Schwertes&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Begriff geht auf eine alte Legende zur\u00fcck. Zur Zeit der chinesischen Belagerung &#8211; Mitte des 15. Jahrhunderts &#8211; soll der vietnamesische Held Le Loi mit einem magischen Schwert die Chinesen in Vietnam besiegt haben. Dieses Schwert hat er beim Fischen im Hoan Kiem-See in seinem Netz gefunden und damit konnte er einge erfolgreiche Schlachten schlagen. Manch einer mag sogar behaupten, dass dieser Held die Chinesen komplett aus Vietnam vertrieben hat.<br \/>\nNach zehn Jahren kam er zum See zur\u00fcck, um den Geist des Sees zu ehren. Als er nun die Dankeszeremonie vorbereitete, erschien ihm unter Blitz und Donner unverhofft eine riesige goldene Schildkr\u00f6te, wohl eine Verleiblichung der G\u00f6tter, und nahm das magische Schwert wieder an sich.<br \/>\nAus Dankbarkeit \u00fcber den Sieg und als Erinnerung an dieses besondere Ereignis mit der Schildkr\u00f6te lie\u00df Le Loi einen dreist\u00f6ckigen Schildkr\u00f6ten-Pavillion (Thap Rua) im S\u00fcden des Sees auf einer kleinen Insel errichten. Dieser gilt bis heute als Wahrzeichen der Stadt.<\/p>\n<div id=\"attachment_155\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5562.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-155\" class=\"size-large wp-image-155\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5562-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5562.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5562-300x400.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-155\" class=\"wp-caption-text\">Der dreist\u00f6ckige Schildkr\u00f6ten-Pavillion bei Nacht<\/p><\/div>\n<p>Am 19.01.2016 wurde tats\u00e4chlich eine riesige Schildkr\u00f6te tot aus dem See gezogen. Wer wei\u00df, vielleicht war es ja eben diese magische Schildkr\u00f6te&#8230;<\/p>\n<p>Ein Denkmal von jenem Volkshelden, der sp\u00e4ter als Herrscher Ly Thai To genannt wurde, findet man am S\u00fcdufer des Sees. In einem kleinen Skulpturenpark thront eben dieser als Denkmal \u00fcber den K\u00f6pfen der Menschen.<\/p>\n<div id=\"attachment_149\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8307.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-149\" class=\"wp-image-149 size-large\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8307-e1512296847787-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8307-e1512296847787.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8307-e1512296847787-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8307-e1512296847787-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-149\" class=\"wp-caption-text\">Das Denkmal von Ly Thai To<\/p><\/div>\n<p>Auf dem See befindet sich eine weitere Sehensw\u00fcrdigkeit Hanois. \u00dcber eine rote, geschwungene Br\u00fccke, die The Huc-Br\u00fccke (&#8222;Br\u00fccke der aufgehenden Sonne&#8220;), die 1875 errichtet wurde, kommt man zum Jadeberg-Tempel.<\/p>\n<div id=\"attachment_157\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5492.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-157\" class=\"size-large wp-image-157\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5492-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5492.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5492-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_5492-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-157\" class=\"wp-caption-text\">Die The Huc-Br\u00fccke und der Hoan Kiem-See haben mir am Tag meiner Ankunft in Vietnam bei sch\u00f6nstem Wetter gleich den Atem verschlagen. Verst\u00e4ndlich, dass ich den See so sehr mag, oder?<\/p><\/div>\n<p>Am Ufer neben der Br\u00fccke befindet sich ein 9m hoher Turm, der Thap But. Einheimische nennen ihn den &#8222;Schreibpinsel-Turm&#8220;. Wie auch der Jadeberg-Tempel werden hier Literatur und Dichter verehrt. Besonders dem taoistische Autor Van Xuong wird hier gedacht.<\/p>\n<p>So, jetzt weg von historischen Fakten hin zum &#8222;echten Leben&#8220;!<\/p>\n<p>Der Hoan Kiem-See ist ein Ort, an dem man flanieren kann, sich auf ein Eis treffen, ein ganz besonderes Spiel spielen (eine Art Federball wird mit dem Fu\u00df hin und hergekickt und soll in der Luft gehalten werden, wobei das nochmal schwieriger als Fu\u00dfball ist, weil die Auftrefffl\u00e4che dieses Spielger\u00e4ts viel kleiner ist), als P\u00e4rchen verliebt auf den See schauen, Englisch lernen oder in meinem Fall Vietnamesisch kann und so vieles mehr.<\/p>\n<p>Besonders am Wochenende ist viel am See los, weil hier die Stra\u00dfen um den See f\u00fcr die sogenannte &#8222;Walking Street&#8220; gesperrt sind. Am Abend sind hier Musiker und pr\u00e4sentieren ihr K\u00f6nnen, K\u00fcnstler und malen Henna-Tatoos, Kinder und fahren in Autoscootern, Hochzeitspaare und lassen sich ablichten, Touristen und bestaunen den Trubel, alte vietnamesische Frauen und tanzen Zumba und andere T\u00e4nze (eine etwas l\u00e4ngere Anmerkung: an einem Abend habe ich spontan beschlossen mitzutanzen, irgendwie habe ich mich aber nicht so toll angestellt, weil ich den Tanz einfach nicht verstanden habe. Eine vietnamesische Frau hat f\u00fcr mich dann &#8222;mot, hai, ba&#8230;&#8220; extra mitgez\u00e4hlt und so konnten wir gemeinsam tanzen. Das war f\u00fcr mich ein wirklich sch\u00f6nes Erlebnis, an das ich sehr gerne zur\u00fcckdenke.)<\/p>\n<p>F\u00fcr mich macht keine alte Legende oder bestimmte Denkm\u00e4ler und Geb\u00e4ude den See zu dem, was er ist, sondern viel mehr die Begegnungen dort. Zu unterscheiden ist dabei in drei verschiedene Arten von Begegnungen:<\/p>\n<ul>\n<li>die eher belanglosen Gespr\u00e4che, die mit &#8222;May I practice my English with you?&#8220; beginnen. Weil man eben nicht wie ein Vietnamese oder eine Vietnamesin aussieht und einem so unterstellt wird, dass man gut Englisch spricht, wird man meist L\u00f6cher in den Bauch gefragt. Gegenfragen werden kurzerhand ignoriert und dementsprechend nicht beantwortet.<br \/>\nNachdem der Interviewer also meinen Namen, meine Geschichte und fast schon meinen Kontostand erfragt hat, wird mit &#8222;Thanks for your praciticing English with me!&#8220; gesagt und die n\u00e4chste Person f\u00fcnf Meter weiter befragt.<br \/>\nAuch belanglos, aber sehr nett war an einem Abend eine Gruppe kleiner Vietnamesinen, bestimmt noch keine zehn Jahre alt, die mit Mappen in den H\u00e4nden zu uns kamen und uns in die Geschichte des Hoan Kiem-Sees eingef\u00fchrt haben, indem sie einen recht anspruchsvollen englischen Text aus ihren Mappen vorgelesen haben. Mal besser, mal schlechter. Der Gedanke des gemeinsamen Englischsprechens hat dabei gefehlt, aber die M\u00e4dchen waren wirklich sehr s\u00fc\u00df und die Geschichte und die besondere Legende des Sees ist ja auch sehr interessant, wie du jetzt bestimmt auch gemerkt hast \ud83d\ude09<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8837.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-159 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8837-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8837.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8837-300x400.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/li>\n<li>die ziemlich seltsamen Begegnungen: Ein vielleicht 30-J\u00e4hriger Vietnamese, der kein Englisch sprechen konnte und mir mit Zeichen, dem Kaufen von Essen und Trinken (was ich h\u00f6flich abgelehnt habe) und schlie\u00dflich dem Anlehnen seines Kopfes an meine Schulter zeigen wollte, dass er mich wohl gut findet. Das war dann doch zu viel des Guten und ich habe mich verabschiedet und bin gegangen. Sp\u00e4ter hat mir jemand erkl\u00e4rt, dies w\u00e4re das f\u00fcr ihn einzig m\u00f6gliche Zeichen der Zuneigung, zumal er meine Sprache nicht beherrscht. An sich nett, aber schon ziemlich seltsam.<\/li>\n<li>die Begegnungen der besonderen Art: Ich k\u00f6nnte nun viele dieser Begegnungen nacherz\u00e4hlen, aber das w\u00e4re wohl f\u00fcr dich nich sonderlich spannend. Aus diesem Grund beschr\u00e4nke ich mich auf eine davon.<br \/>\nAn einem sonnigen Tag sa\u00df ich am See und habe Tagebuch geschrieben. Ein Taxifahrer hat mir &#8222;angeboten&#8220;, mir Hanoi auf dem Moped zu zeigen. Als ich ihm erkl\u00e4rte, ich w\u00e4re schon seit zwei Monaten hier und w\u00fcrde mich in Hanoi recht gut auskennen, weshalb ich keine Tour mehr br\u00e4uchte, hat er nicht etwa beleidigt reagiert. Ganz im Gegenteil, er hat mich zu meiner Arbeit und vielen anderen Dingen befragt und am Ende gemeint, dass er sich freut, mich kennen gelernt zu haben und hofft, mich nochmal zu treffen.<br \/>\nEinige Wochen sp\u00e4ter habe ich gerade beim Laufen um den See an ihn gedacht, als er mir pl\u00f6tzlich freudig entgegengewunken hat und nach einem weiteren netten Gespr\u00e4ch meinte, dass ich heute nochmal viel h\u00fcbscher als beim letzten Mal aussehen w\u00fcrde. Nach dieser Begegnung &#8211; es war schon wirklich ein toller Zufall, ihn genau dann nochmal zu treffen, als ich an ihn dachte &#8211; bin ich l\u00e4chelnd durch die Stra\u00dfen gelaufen und habe bei mir gedacht<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>&#8222;Der Hoan Kiem-See ist einfach doch die Seele der Stadt und mein absoluter Lieblingsplatz in Hanoi.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_160\" style=\"width: 520px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8811.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-160\" class=\"size-large wp-image-160\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8811-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8811.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8811-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sophiegoeshanoi\/files\/2017\/12\/IMG_8811-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-160\" class=\"wp-caption-text\">Die wohl sch\u00f6nste Aussicht auf den See. Man kommt durch ein Seidengesch\u00e4ft \u00fcber viele Treppen auf eine Dachterasse und kann \u00fcber den ganzen See blicken, einen Egg-Coffee genie\u00dfen und den Menschen am See zusehen.<\/p><\/div><\/blockquote>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe und alles Liebe,<\/p>\n<p>deine gerade-vom-Hoan-Kiem-See-gekommene Sophie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich dir meinen Lieblingsort in Hanoi vorstellen. Er gilt f\u00fcr die Einwohner Hanois als Seele der Stadt und auch f\u00fcr mich w\u00e4re er nicht wegzudenken aus der Altstadt Hanois. Hanoi w\u00e4re einfach nicht das selbe ohne diesen Ort. Die Rede ist vom Hoan Kiem-See. 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