{"id":457,"date":"2014-05-08T21:04:19","date_gmt":"2014-05-08T19:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/?p=457"},"modified":"2014-05-11T17:43:01","modified_gmt":"2014-05-11T15:43:01","slug":"anything-is-possible-on-a-train","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/2014\/05\/08\/anything-is-possible-on-a-train\/","title":{"rendered":"Anything is possible on a train &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<blockquote><p><em>\u201cAnything is possible on a train: a great meal, a binge, a visit from card players, an intrigue, a good night&#8217;s sleep, and strangers&#8216; monologues framed like Russian short stories.\u201d &#8211;<strong> Paul Theroux<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>&#8211; 6. April 2014: Ich springe gut gelaunt, aber k\u00f6rperlich total ersch\u00f6pft aus dem Nachtzug. In diesem Moment bin ich richtig froh, wieder in Veliko Tarnovo zu sein. Das Licht, der Bahnhof, das Gebirge hinter mir &#8211; ich f\u00fchle mich wohl in dieser vertrauten Umgebung. Und das, obwohl es eine sch\u00f6ne Fahrt von Bukarest aus war &#8211; durch Rapsfelder, mit Zwischenstopps an abgelegenen Bahnh\u00f6fen, inmitten von G\u00fcterz\u00fcgen. Das Sch\u00f6nste an der Fahrt aber war, dass wir schlafen konnten. Ich kann mich nicht daran erinnern, je \u00fcber die M\u00f6glichkeit liegen zu k\u00f6nnen, gl\u00fccklicher gewesen zu sein. Denn bevor wir in diesen Zug gestiegen waren, hatten wir mehr als sechs Stunden in einer rum\u00e4nischen Bahnhofshalle verbracht. Wartend.<\/p>\n<p>Trotz oder vielleicht sogar gerade wegen all der (anf\u00e4nglichen) Schwierigkeiten hatten wir viele tolle gemeinsame Momente, \u00fcber die wir sicherlich noch lange lachen werden.<\/p>\n<p>&#8211; Zum Beispiel \u00fcber unsere erste gemeinsame Zugfahrt durch die malerischen Landschaften Bulgariens. Meine Freunde, die Anfang April zu Besuch waren, nahmen an, dass man mit dem Zug schneller von Sofia nach Veliko Tarnovo k\u00e4me &#8230; sp\u00e4ter waren sie ziemlich verwundert, als ich ihnen erz\u00e4hlte, dass wir nun sieben Stunden und somit vier Stunden l\u00e4nger fahren w\u00fcrden. Ich hingegen war erstaunt, als ich erfuhr, dass f\u00fcr unseren Zug eine Sitzplatzreservierung notwendig gewesen w\u00e4re. Die folgenden Stunden verbrachten wir teils stehend, teils vor der defekten Toilette auf den Koffern hockend. Nach einer Weile lud uns eine Familie in ihr Abteil ein, wo wir dann zusammen Karten spielten. Diese Zugfahrt wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000\">Mir wird in der letzten Zeit immer h\u00e4ufiger bewusst, dass ich\u00a0viele nette und gro\u00dfz\u00fcgige Menschen kennengelernt habe. (Fremde) Menschen, die mir mit vermeintlichen Kleinigkeiten, aber besonderen Gesten sehr geholfen haben. Ich hoffe, irgendwann die Chance zu erhalten, anderen das gleiche zur\u00fcckzugeben. Einfach, weil ich in diesen Momenten unglaublich gl\u00fccklich \u00fcber jegliche Hilfe war.<\/span><\/p>\n<p>Wie beispielsweise der Fahrkartenkontrolleur in Rum\u00e4nien, der uns unsere Ersch\u00f6pfung mit Sicherheit ansah, uns eine Schlafkabine zur Verf\u00fcgung stellte und noch dazu Kissen brachte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/IMG_20140331_153208.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-501 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/IMG_20140331_153208-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/IMG_20140331_153208-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/IMG_20140331_153208-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/IMG_20140331_153208.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am meisten begeistert waren Someia und J\u00f6rg vom alten Martenitza &#8211; Brauch, der am 1. M\u00e4rz gefeiert wird. Man schenkt sich gegenseitig rote &#8211; wei\u00dfe (rot f\u00fcr rote Wangen und wei\u00df f\u00fcr wei\u00dfes Haar und somit ein hohes Alter) Martenitzi (Armb\u00e4nder), w\u00fcnscht sich\u00a0&#8222;\u0427\u0435\u0441\u0442\u0438\u0442\u0430 \u0411\u0430\u0431\u0430 \u041c\u0430\u0440\u0442\u0430&#8220; und tr\u00e4gt diese B\u00e4ndchen so lange, bis man ein &#8222;Fr\u00fchlingszeichen&#8220; sieht &#8211; einen bl\u00fchenden Baum, einen Storch oder eine Schwalbe. Sobald man eins dieser drei Dinge gesehen hat, sp\u00e4testens aber zum 1. April, h\u00e4ngt man seine Armb\u00e4nder an einen Ast.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-496 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/004-300x225.jpg\" alt=\"Ein typischer Verkaufsstand mit Martenitzi\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/004-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/004-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2014\/05\/004.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cAnything is possible on a train: a great meal, a binge, a visit from card players, an intrigue, a good night&#8217;s sleep, and strangers&#8216; monologues framed like Russian short stories.\u201d &#8211; Paul Theroux &#8211; 6. 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