{"id":269,"date":"2013-12-08T20:59:25","date_gmt":"2013-12-08T19:59:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/?p=269"},"modified":"2014-01-19T20:44:42","modified_gmt":"2014-01-19T19:44:42","slug":"noemvri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/2013\/12\/08\/noemvri\/","title":{"rendered":"Noemvri."},"content":{"rendered":"<p>Der Titel dieses Eintrags l\u00e4sst einen Poetischen Text vermuten. Was euch wirklich erwartet, ist eine Zusammenfassung meines zweiten vollen Monats hier. F\u00fcr alle, die nur an einem kurzen Update interessiert sind: ich erlebe hier nicht nur immer noch, sondern oft und \u00f6fter Dinge, die mich dazu bringen wie ein Honigkuchenpferd grinsend durch die Stra\u00dfen zu laufen. Insofern gehts mir super<span style=\"font-family: verdana,geneva\">!<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Mein 19. Geburtstag<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>In der Schule wurde ich charmant mit &#8222;Kind, was ist nur los mit dir?&#8220; oder &#8222;Du siehst ja sogar an deinem Geburtstag m\u00fcde aus!&#8220; begr\u00fc\u00dft. Es stimmt, dass mein Schlafbed\u00fcrfnis hier um ein Vielfaches zugenommen hat und als ich mit der versprochenen Torte in der Hand kurz vor Pausenende ins Lehrerzimmer gestolpert bin, sah ich mit Sicherheit nicht so aus &#8230; wie ein Geburtstagskind nunmal auszusehen hat! Kein Wunder, schlie\u00dflich wurde an dem Morgen so geduscht:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/Messenger_5804554029754090208_13839135244593952.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-293\" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/Messenger_5804554029754090208_13839135244593952-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/Messenger_5804554029754090208_13839135244593952-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/Messenger_5804554029754090208_13839135244593952-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/Messenger_5804554029754090208_13839135244593952.jpg 648w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und dabei hatte ich nur wenige Tage zuvor mitbekommen, wie einem anderen Freiwilligen telefonisch mitgeteilt wurde, dass ihm f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Tage kein Wasser zur Verf\u00fcgung stehe. Tja! Ein bisschen Mitleid hatte ich ja schon, aber wie gut, dass in meiner Stadt so etwas nicht vorkommt, dachte ich.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich meines Geburtstags bekam ich von meinen lieben kulturweit &#8211; Bulgaren Besuch. Ich f\u00fchrte sie zwar ohne ausget\u00fcftelten Plan, daf\u00fcr aber hoffentlich inbr\u00fcnstig genug durch meine bulgarische Heimat (?),- stets mit dem Ziel vor Augen, dass Veliko Tarnovo auf Marlenes Ranking \u00fcber die sch\u00f6nsten St\u00e4dte Bulgariens vor Plowdiw stehen muss.<\/p>\n<p>Abends haben wir dann unter anderem einer einheimischen Rockband zugeh\u00f6rt und kurz eine <strong>Chalga <\/strong>&#8211; Party mit unserer Anwesenheit vergn\u00fcgt. Da dies meine erste Chalga- Party war, war ich zun\u00e4chst ein bisschen \u00fcberfordert von der Einlasskontrolle, der Atmosph\u00e4re, vom umherirrendem Laserlicht, welches in den Haaren der Frauen glitzerte, die ziemlich leicht bekleidet auf einem Podest tanzten. Eine charakteristische Eigenschaft des Chalga ist, dass angeblich mit den Werten jener kleinen Gruppe gespielt wird, die in bestimmter Hinsicht von den Folgen des Postsozialismus profitiert. In diesem Kontext m\u00f6chte ich den in \u00d6sterreich lebenden, <strong>bulgarischen Journalisten<\/strong> Todor Ovtcharov zitieren:<\/p>\n<p><span style=\"color: #339966\"><em>\u201eTschalga\u201c [&#8230;] ist ein Begriff, der gleichzeitig Musik sowie Weltanschauung der dominierenden Subkultur auf der Balkanhalbinsel bezeichnet. Tschalga verbindet bulgarische, serbische, rum\u00e4nische, griechische, t\u00fcrkische, arabische und Roma-Melodien mit den Standards der MTV-Popmusik aus den USA. <\/em>[&#8230;]<\/span><\/p>\n<address><span style=\"color: #339966\">Nur wer blind ist, kann sagen, dass die \u201eTschalga\u201c, egal ob in der Musik, im Lifestyle oder in der Politik in Bulgarien nicht allgegenw\u00e4rtig ist. Manchmal kommt es mir vor, dass das Leben der meisten Bulgaren der letzten zwanzig Jahren einem &#8222;Tschalga&#8220;-Song \u00e4hnelt. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich gar nicht, dass es nicht Leute gibt, die au\u00dferhalb dieser dominierenden Popkultur leben und kreativ sind. [&#8230;]&#8220;<\/span><\/address>\n<p>Wieder zuhause entdeckten wir ein \u00fcberraschendes Talent. Wer h\u00e4tte gedacht, dass wir einen\u00a0 DJ unter uns haben! Am Sonntag wurde dann bei fr\u00fchlingshaften Temperaturen und ohne Fr\u00fchst\u00fcck (das tut mir wirklich Leid!) der malerische Nordosten der Stadt mit seinen zahlreichen Kirchen erkundigt. Danke, f\u00fcr das tolle Wochenende!<\/p>\n<p><strong>Meine Arbeit &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; macht mir nach wie vor Freude! Und obwohl ich diesen Aspekt nicht h\u00e4ufig betone, lerne ich viel. Gestern habe ich beispielsweise gelernt, was eine &#8222;Reuse&#8220; ist, dass man statt ruhelos auch &#8222;ahasverisch&#8220; benutzen kann und dass auch &#8222;die&#8220; Jogurt grammatikalisch richtig ist! Insofern h\u00e4lt auch das Korrigieren von Klassenarbeiten immer einen Grund zum Schmunzeln bereit.<\/p>\n<p>Mittlerweile haben wir auch schon ein Ritual zu Stundenbeginn. Die Sch\u00fcler drehen den Spie\u00df einfach um und fragen, welches neue Wort ich auf Bulgarisch gelernt habe. Die ersten f\u00fcnf Minuten werden dann erstmal mit der Korrektur meeiner Aussprache verbracht.<\/p>\n<p>Was mein Freiwilligenprojekt betrifft, werde ich hoffentlich in Kooperation mit dem Verein <a href=\"http:\/\/www.amarodrom.de\/\">&#8222;Amaro Drom e.V.&#8220;<\/a> den Umgang mit Minderheiten sowohl in Bulgarien, als auch in Deutschland thematisieren. Dieses Vorhaben besteht schon seit einiger Zeit, weiterentwickeln konnte ich die Idee w\u00e4hrend des <strong>Zwischenseminars in Rum\u00e4nien, <\/strong>das in Sibiu (Hermannstadt) stattfand. Erster Stopp auf der Hinreise war das kleine Wien Osteuropas &#8211; Ruse an der Donau. Die Nacht wurde \u00e4u\u00dferst gem\u00fctlich bei zwei Engl\u00e4ndern verbracht: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo.php?fbid=458718710900497&amp;set=a.378889192216783.1073741830.353462141426155&amp;type=1&amp;theater\" target=\"_blank\">Dank an Mandy und Marc!<\/a> Gleich am n\u00e4chsten Morgen ging es nach <strong>Bukarest<\/strong> &#8211; das Paris des Ostens. Mindestens, wie ich finde!<\/p>\n<p>Zwischen dem Analysieren und dem L\u00f6sen von Problemen war gen\u00fcgend Raum f\u00fcr bereichernde Denkanst\u00f6\u00dfe, Vorfreude auf das Konzert von dem Hamburger K\u00fcnstler <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AWuxAd-qDXU\">Nils Frevert, <\/a>mehr oder weniger witzigen Wortspielen mit meinem Namen, Energizern &#8230;<\/p>\n<p>Das inhaltliche Highlight war f\u00fcr mich ohne Zweifel das Hintergrundgespr\u00e4ch mit einem politischen Berater des ehemaligen Roma-K\u00f6nigs.<\/p>\n<p><strong>Besuch von Someia und J\u00f6rg<\/strong><\/p>\n<p>Ende des Monats bekam ich Besuch von zwei Freunden. Da die beiden mir nicht sagen konnten, an welchem der vier Busbahnh\u00f6fe sie angekommen waren, dauerte es etwas l\u00e4nger als ein bisschen, bis ich sie endlich in die Arme schlie\u00dfen konnte! Durch sie wurde ich an meine ersten Tage hier erinnert. Inzwischen ist eine gewisse Improvisation im Alltag f\u00fcr mich v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich und st\u00f6rt mich keineswegs. Ganz im Gegenteil! Zu sehen, wie die beiden am Anfang damit haderten, l\u00f6ste ein merkw\u00fcrdiges, aber vertrautes Gef\u00fchl aus.<\/p>\n<p>Danke, an euch beiden! &#8211; F\u00fcr die gef\u00fchlte Jahresration an S\u00fc\u00dfigkeiten, f\u00fcr den langersehnten neuen Roman von Ferdinand von Schirach und vor allem daf\u00fcr, dass ihr nun Teil einer wunderbaren Zeit hier seid.<\/p>\n<p>Ersch\u00f6pft von den teils au\u00dfer Kontrolle geratenen Schneeballschlachten und straffem Touri-Programm tags\u00fcber lie\u00dfen wir die Abende bei live gespielter Musik ausklingen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/1484165_609701105733487_917501035_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-288\" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/1484165_609701105733487_917501035_n-300x200.jpg\" width=\"369\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/1484165_609701105733487_917501035_n-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/1484165_609701105733487_917501035_n-624x416.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/1484165_609701105733487_917501035_n.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/PC010234.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-282\" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/PC010234-300x225.jpg\" width=\"347\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/PC010234-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/PC010234-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/sonemnangpalbulgarien\/files\/2013\/12\/PC010234.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei unserem Spaziergang durch den &#8222;Heiligen Wald&#8220; Sveta Gora entdeckten wir einen Schneemann mit einem Hakenkreuz und anderen Merkw\u00fcrdigkeiten. Dieser wurde nat\u00fcrlich kurzerhand versch\u00f6nert. Aus dem Hakenkreuz wurde ein Herz und zu guter Letzt wurden ihm noch zwei Arme &#8230; \u00e4hh \u00c4ste angesteckt. Der hei\u00dft nun alle Menschen willkommen und umarmt sie!<\/p>\n<p>In diesem Sinne,<\/p>\n<p>Sonem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel dieses Eintrags l\u00e4sst einen Poetischen Text vermuten. Was euch wirklich erwartet, ist eine Zusammenfassung meines zweiten vollen Monats hier. 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