{"id":78,"date":"2014-09-23T15:54:23","date_gmt":"2014-09-23T13:54:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/?p=78"},"modified":"2014-09-23T16:08:28","modified_gmt":"2014-09-23T14:08:28","slug":"ins-fettnaepfchen-getreten-mit-sandalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/2014\/09\/23\/ins-fettnaepfchen-getreten-mit-sandalen\/","title":{"rendered":"Ins Fettn\u00e4pfchen getreten. Mit Sandalen."},"content":{"rendered":"<p>Samstag. 6:45 Uhr, der Wecker klingelt. Ich verfluchte mich selbst daf\u00fcr, unserem 1-Tages-Roadtrip nach Ipoh*<br \/>\nzugestimmt zu haben. Irgendwo, tief unter der M\u00fcdigkeit vergraben, schlummerte jedoch auch eine riesige Freude dar\u00fcber, dass die Tante meines Mitbewohners uns zu ihr eingeladen hat und wir den Tag in Ipoh verbringen w\u00fcrden.<br \/>\nNover, offensichtlich ein echter Kenner malayischer Stra\u00dfen sagte, Ipoh sei nur etwa 90 Minuten n\u00f6rdlich von KL. Das \u00fcberraschte mich, da auf der Karte die Entfernung doch etwas gr\u00f6\u00dfer schien. Die Karte sollte Recht behalten: knapp drei Stunden sp\u00e4ter parkten wir, einigerma\u00dfen p\u00fcnktlich, vor dem Haus und wurden von seiner Tante, drei Cousins und drei \u00fcberaus bissigen Hunden in Empfang genommen. Die Versp\u00e4tung wurde uns nicht \u00fcbel genommen, man scheint in der Familie daran gewohnt zu sein.<br \/>\nMein erster Besuch bei Einheimischen und nat\u00fcrlich trampelte ich gleich ins Fettn\u00e4pfchen. Im wahrsten Sinne des Wortes.\u00a0 Mit Sandalen an den F\u00fc\u00dfen betrat ich die Vorhalle des Hauses. Prinzipiell w\u00e4re das kein Problem gewesen, es war eher eine Art \u00dcbergang zwischen Garten und Wohnhaus, indem auch gegessen wird, aber &#8230; Nachdem wir bereits eine halbe Stunde dort waren, die Familie sich nett unterhielt und ich, dank mangelnder Indisch-Kentnissen, freundlich l\u00e4chelte und nickte wann immer es angemessen erschien, schaute mich Nadia erschrocken an: &#8222;Hast du etwa deine Schuhe noch an?&#8220; Offensichtlich eine rethorische Frage, trotzdem nickte ich stumm, w\u00e4hrend ich nur dachte: &#8222;Oh shit, da hast du wohl richtig was falsch gemacht.&#8220;<br \/>\nIn der Tat. Gemeinsam hatten wir bereits den kleinen Altar bewundert und ohne es zu bemerken, stand ich nun mit Schuhen im Gebetsraum der Familie und sch\u00e4ndete die Heiligkeit des Raumes.<br \/>\nDies war zwar nicht meine Absicht gewesen, \u00e4nderte jedoch an der Tatsache herzlich wenig. Dankbar f\u00fcr die Entscheidung ein langes Kleid zu tragen, mache ich mich ein paar Zentimeter kleiner, das Kleid ein paar Zentimeter l\u00e4nger und schlich mich aus dem Raum. Ohne Schuhe und mit einem schlechten Gewissen kehrte ich zur\u00fcck und &#8222;Aunty&#8220; wird wohl hoffentlich nie von der Entweihung des Raumes erfahren. Grad nochmal gut gegangen.<br \/>\nNach dem Mittagessen gingen wir gemeinsam einkaufen und kehrten f\u00fcr eine kurze Entspannungspause mit Kuchen und O-Saft zur\u00fcck. Nover, verschwand &#8222;kurz&#8220; um seinen Onkel abzuholen und lie\u00df Nadia und mich zur\u00fcck. Zwei Stunden sp\u00e4ter wurden wir etwas ungeduldig, da Nadia sich auf Bahasa zwar einigerma\u00dfen verst\u00e4ndigen konnte, jedoch nicht genug um 120 Minuten zu \u00fcberbr\u00fccken. Im Schlepptau hatte er dann keinen Onkel aber seinen Cousin, der Nadia und mir die Stadt zeigen w\u00fcrde, w\u00e4hrend Nover eine Hochzeit besuchte. Sein Cousin ist nicht der gespr\u00e4chigste Zeitgenosse was bei Labertaschen wie Nadia und mir durchaus unangenehm werden kann. F\u00fcr ihn.<br \/>\nIm Laufe des Abends taute er richtig auf und es stellte sich raus, dass er in KL studiert hatte und gar nicht weit von unserer Wohnung lebte.<br \/>\nSoweit so gut, wir stiegen also ins Auto und guckten uns Ipoh an. Eine Stadt die gef\u00e4llt, viel ruhiger als Kuala Lumpur, entspannte Autofahrer und alle Geb\u00e4ude sind eine Nummer kleiner. Optisch liegt die Stadt irgendwo zwischen Bruchbuden, modernen Malls und sch\u00f6ner Altstadt. Die Atmosph\u00e4re der Stadt hat mich fasziniert. Alles wirkt entspannt, authentisch und es gibt viel zu entdecken. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zur &#8222;Riverfront&#8220;, einer am Fluss liegenden Promenade mit kleinen L\u00e4den, Restaurants und vorallem bunt beleuchteten B\u00e4umen, Br\u00fccken und Lampions. Eine wundersch\u00f6ne Kulisse und ebenfalls unglaublich ruhig. W\u00fcrde man einen solchen Ort in Europa besuchen, w\u00e4re es brechend voll, Musik und Stimmengewirr w\u00e4ren deutlich zu h\u00f6ren. Nat\u00fcrlich, auch das hat seinen Charme, aber die Stille machte f\u00fcr mich das Besondere der Riverfront aus. Gegen Mitternacht machten wir uns auf den Heimweg, ich pers\u00f6nlich in der Gewissheit, dass es nicht mein letzter Besuch in Ipoh war und ich auch versuchen werde, allen Besuchern diese Stadt zu zeigen.<\/p>\n<p>Am Sonntag begann der Tag etwas langsamer und mit Spaghetti zum Fr\u00fchst\u00fcck, da in unserer K\u00fcche sonst nicht besonders viel zu finden und es ohnehin schon 12Uhr30 war. Kurze Zeit sp\u00e4ter trafen wir Assistenten der DSKL uns in Asia Jaya, unserer LRT-Station und fuhren gemeinsam zum Central Market. Obwohl noch kein Monat seit meiner Ankunft vergangen ist, war ich bereits zwei mal dort und liebe diesen Ort. Der Markt befindet sich in einem h\u00fcbschen, alten Geb\u00e4ude und verteilt sich auf zwei Stockwerke. Es ist kein klassischer Markt, die meisten St\u00e4nde sind dauerhaft dort, man kann (und sollte) jedoch handeln wie auf dem normalen Baazaar. In den indischen, chinesischen und malaisischen Teilen, taucht man in andere Welten ab, umgeben von wundersch\u00f6nen Stoffen, h\u00f6lzernen Masken, schlecht gef\u00e4lschten Uhren und liebevoll gemalten Bildern. Gefunden haben wir, unter anderem, in Malaysia gefertigte Handtaschen zum selber bauen. F\u00fchlen sich an wie ein harter, kratziger Teppich, sind aber irgendwie cool.<br \/>\nEin \u00e4hnlich faszinierender Ort ist der w\u00f6chentliche Foodmarket um die Ecke, ein bunter Mix verschiedenster K\u00fcchen und Geschm\u00e4ckern. Jedesmal w\u00fcnschte ich riechen zu k\u00f6nnen, wie sich der Geruch der Gew\u00fcrze mit dem von gegrilltem Huhn und frisch gebackenem Apam Balaik (Maiskuchen, mit N\u00fcssen gef\u00fcllt) vermischt. Am Montag ist es hier von Einbruch der D\u00e4mmerung bis zum sp\u00e4ten Abend brechend voll, viele Leute kaufen Fisch, Obst und andere Zutaten f\u00fcr die ganze Woche ein. Auch wir konnten einen Fisch erstehen, den wir nach allen Regeln der Kunst auseinander nehmen und zubereiten werden. (Wozu hat man schlie\u00dflich sonst eine ausgebildete K\u00f6chin in der WG..)<\/p>\n<p>Es gibt so viele Dinge, die ich erlebe und gerne erz\u00e4hlen, zeigen und teilen m\u00f6chte, es ist unm\u00f6glich alles hier rein zu packen. Ich w\u00fcrde gerne von meinen tollen Kollegen erz\u00e4hlen, den anderen Assistenten der DSKL: Salome, Kai, Gloria, Svenja und Nelly. Und auch von den Lehrern und Sch\u00fclern, die daf\u00fcr sorgen dass ich mich hier sehr wohl f\u00fchle. Von den vielen Details die diese &#8222;andere Welt&#8220; komplett machen und das, obwohl ich noch weit davon entfernt bin, so richtig angekommen zu sein. So geht es wohl fast allen Freiwilligen, zumindest meine ich es aus vielen Nachrichten und Blogs herauslesen zu k\u00f6nnen. Blogs, die ich wahnsinnig gerne lese und auf die ich von heute an immer mal hinweisen werde. Jakob hat dieses Gef\u00fchl von der Fremde, die trotzdem nicht so richtig fremd ist, wunderbar in diesem Blogeintrag beschrieben: <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/mongofaber\/2014\/09\/18\/alles-gleich\/\">https:\/\/kulturweit.blog\/mongofaber\/2014\/09\/18\/alles-gleich\/ <\/a><br \/>\nHerzlich gelacht habe ich \u00fcber die Berichte von Roman aus Russland <a href=\"\/\/kulturweit.blog\/russlandroman\/2014\/09\/17\/schnelldurchlauf\/)%20\">(https:\/\/kulturweit.blog\/russlandroman\/2014\/09\/17\/schnelldurchlauf\/) <\/a>, habe mich gefreut \u00fcber Tonis Berichte aus Argentinien <a href=\"\/\/kulturweit.blog\/selbstgespraeche\/\">(https:\/\/kulturweit.blog\/selbstgespraeche\/<\/a>) und Pattys Fotos aus Polen(<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/pattyinpolen\/\"> https:\/\/kulturweit.blog\/pattyinpolen\/<\/a>) und\u00a0 Thores Bildern aus China! (<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/thore\/\">https:\/\/kulturweit.blog\/thore\/<\/a>)<\/p>\n<p>Bleibt sauber.<\/p>\n<p>Ein paar Schnappsch\u00fcsse, eher niedrige Qualit\u00e4t aber f\u00fcr mehr reicht die Geduld nicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-82\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-1-300x225.jpg\" alt=\"Die Kulisse kann man mit der Kamera unm\u00f6glich einfangen. \" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-1-501x375.jpg 501w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-1.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-2-e1411480052785.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-83\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-2-e1411480052785-300x400.jpg\" alt=\"Geschmackvolle und dezente Dekoration f\u00fcr den MalaysiaDay. \" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-2-e1411480052785-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-2-e1411480052785.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4-300x300.jpg\" alt=\"Erst essen, dann zahlen. Die St\u00e4bchen sind mit Farben gekennzeichnet, die die Preise anzeigen. \" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4-501x501.jpg 501w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-4.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-5-e1411480278500.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-85\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-5-e1411480278500-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-5-e1411480278500-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-5-e1411480278500.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-86\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-3-300x533.jpg\" alt=\"DIY Handtasche\" width=\"300\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-3-300x533.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-3-501x890.jpg 501w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2014\/09\/Foto-3.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag. 6:45 Uhr, der Wecker klingelt. 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