{"id":228,"date":"2015-02-05T00:14:32","date_gmt":"2015-02-04T16:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/?p=228"},"modified":"2015-02-05T00:24:31","modified_gmt":"2015-02-04T16:24:31","slug":"kleine-ewigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/2015\/02\/05\/kleine-ewigkeiten\/","title":{"rendered":"Kleine Ewigkeiten."},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #808080\"><span style=\"color: #000000\">Ewig und drei Tage sind vergangen seit dem letzten, wirklichen Blogeintrag hier. Es scheint, als w\u00fcrde ich langsam die Disziplin verlieren, so auf der H\u00e4lfte meiner Zeit hier.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Ja, tats\u00e4chlich, irgendwann in den n\u00e4chsten Tagen ist die erste H\u00e4lfte meines Freiwilligendienstes vorbei. Meine Gef\u00fchle dazu sind gemischt &#8211; einerseits wei\u00df ich, wie viel ich in den vergangenen Monaten schon gelernt, gesehen und erlebt habe und wie viel mehr da noch auf mich wartet , andererseits f\u00fchle ich mich so pudelwohl dass alleine der Gedanke an meine Abreise mich traurig macht. Ja, auch schon sechs Monate zuvor.<\/span><br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Sehr gl\u00fccklich hat mich hingegen der Besuch von Louisa gemacht &#8211; nach acht(!) langen Monaten der Trennung hat sie ihre aktuelle S\u00fcdOstAsien-Rundreise-Station in Kambotscha f\u00fcr 4 Tage verlassen und einen Abstecher nach KL gemacht.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> W\u00e4hrend ich am Morgen noch schnell mit 2 gigantischen Koffern, einem 55l Rucksack, zwei prallgef\u00fcllten Handtaschen und 12 (!!) T\u00fcten in meine neue WG umgezogen bin, sa\u00df sie schon im Flieger und nur eine knappe Stunde nachdem all das Gep\u00e4ck dekorativ im Flur aufgestellt wurde, stand sie schon vor der T\u00fcr.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Was f\u00fcr eine Freude, obwohl die Situation sich f\u00fcr uns beide absolut unrealistisch angef\u00fchlt hat. Das war schnell \u00fcberwunden &#8211; einige Stunden Gequatsche am Pool, ein Abschiedsessen mit Kai unten im Haus.<em> (Leider war die Freude des Tages etwas getr\u00fcbt von der Tatsache das Kai nun Svenja nach Deutschland folgte und beide endg\u00fcltig Kuala Lumpur verlassen haben. Ihr halbes Jahr an der Schule ist vorbei und egal dass ich mir die ganze Zeit dar\u00fcber bewusst war, vermisse ich sie schon jetzt.) <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Eine Stunde lang packten wir beide unser Hab und Gut aus und bezogen mein neues Zimmer, Fotos folgen mal bei Gelegenheit. Da auch Gloria&amp;Christoph Besuch aus ihrer \u00f6stereichischen Heimat hatten, ging es f\u00fcr die ganze Clique am Abend erst zum H\u00f6ckerchen-Thai und anschlie\u00dfend st\u00fcrzten wir uns ins Nachtleben der Changkat. Nachdem der Freitagabend f\u00fcr Natascha und mich dort sehr ent\u00e4uschend war, wurde es eine unglaublich lustige Samstagnacht und ein tr\u00e4ger Sonntag.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Am Nachmittag trafen Lulu, Natascha und ich uns zum Brunch in unserer Lieblingsmall, st\u00f6berten ein wenig durch Antiquit\u00e4tenl\u00e4den und legten einen Abendessenstop in unserem Lieblings-Sushi Restaurant ein. Gl\u00fccklich und vollgefuttert lie\u00dfen Lulu und ich den Abend auf dem Dach der neuen Wohnung ausklingen, genossen den Blick auf PJ\/KL und sogar die Spitzen der TwinTower um todm\u00fcde ins Bett zu fallen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Am Montag mussten wir fr\u00fch raus, wir sind zusammen zur Schule gegangen &#8211; fast wie fr\u00fcher. Es war witzig meinen Alltag mit ihr zu teilen und dass es ihr gut gefallen hat macht mich nat\u00fcrlich ein wenig stolz. Zur Schule geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch der CobraClub (f\u00fcr nicht eingeweihte, dass ist die Kneipe die direkt an der Schule liegt und wo auf unregelm\u00e4\u00dfiger Basis inoffizielle Treffen des Kollegiums stattfinden.) und von dort fuhren wir heim. Der Tag versprach noch spannend und vorallem lang zu werden, darum legten wir einen kurze Pause ein und fuhren gegen 21.00 Uhr nach Bangsar, wo wir auf den Rest der Gruppe stie\u00dfen und meinen absoluten Lieblingstermin des Monats wahrnahmen: Eine Jam-Session, jeden erste Montag im Monat finden sich alle m\u00f6glichen verschiedenen K\u00fcnstler zusammen und singen, spielen, jammen zusammen. Obwohl keinerlei musikalisches Talent in mir steckt liebe ich es zuzuh\u00f6ren und freue mich schon Tage vorher drauf. Vor einigen Wochen haben Natascha und ich einige der Musiker kennengelernt und dadurch ist es doppelt so sch\u00f6n zuzuh\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Bereits seit Sonntag Abend wurde das Hinduistische Fest &#8222;<a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thaipusam\">Thaipusam<\/a>&#8220; gefeiert, durch die gro\u00dfe indische Bev\u00f6lkerung in Malaysia und auch in Singapore, wird dieses Fest auch hier riesig gro\u00df und \u00fcber mehrere Tage \u00f6ffentlich gefeiert. Sonntag beginnt die\u00a0 &#8222;Pilgerung&#8220; von Chinatown\u00a0 bis zu den BatuCaves (circa 15km) wo dann bis Dienstag Abend die Festlichkeiten weitergehen.\u00a0 Der H\u00f6hepunkt ist in der Nacht von Montag auf Dienstag, der Einzug der Gl\u00e4ubigen in den Tempel in den H\u00f6hlen. \u00dcber 200, recht ung\u00fcnstig angelegte Treppenstufen, f\u00fchrt der Weg, vorbei an der riesigen goldenen Murugan Statue zum Ziel von ZEHNTAUSENDEN Pilgerern.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Das Skurrile dabei ist die Art und Weise wie die Hindus diesen Weg zur\u00fcck legen. Vreinfacht l\u00e4sst es sich so sagen: je mehr Schmerz jemand f\u00fchlt, desto mehr wird seine S\u00fcnde vergeben. Daher stechen sich die Gl\u00e4ubigen Metallst\u00e4be durch Wangen\/Lippen\/Ohren, rasieren ihre K\u00f6pfe kahl, tragen Gef\u00e4\u00dfe an Metallhaken in ihrer Haut zu den Tempeln oder haben Seile mit Haken an ihren K\u00f6rpern befestigt an denen dann jemand zieht. Um diese physische wie psychische Belastung durchzustehen, versetzen sie sich vorher in eine Art Trance\u00a0 &#8211; angeblich auf nat\u00fcrlichem Wege, es ist aber recht eindeutig dass dort mehr als nur nat\u00fcrliche Drogen eine Rolle spielen und das Ausma\u00df davon ist nur eins: be\u00e4ngstigend.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Diese Prozession findet gegen 2.00 Uhr in der fr\u00fch statt und zieht sich bis in die Morgenstunden. Wir waren so ziemlich die einzigen Touristen dort bzw. zumindest begegnete uns sonst niemand der nicht indische-Wurzeln hatte, obwohl von der Schule viele Kollegen dort gewesen sind und so friedlich der Abend auch ablief, es ist ohne Zweifel ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl mitten in der Nacht in dieser Menschenmasse zu stehen und Teil dieser wichtigen, religi\u00f6sen Zeremonie zu sein.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Wir selbst haben nur wenige Bilder gemacht, ich verweise zum bessern Verst\u00e4ndnis auf Google Bilder, <a style=\"color: #000000\" href=\"https:\/\/www.google.de\/search?q=thaipusam+malaysia&amp;biw=1333&amp;bih=658&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;ei=B_fRVKMZhr64BMnxgNAO&amp;sqi=2&amp;ved=0CAYQ_AUoAQ\">hier<\/a> ist die Vielfalt einfach am gr\u00f6\u00dften.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Mein neuer Mitbewohner, Vinzent, hat ein Video des Abends zusammen gestellt, sobald ich ihn um Erlaubnis gebeten habe werde ich den Link dazu posten, es ist ihm gelungen die Stimmung dort ziemlich gut einzufangen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Denn entgegen meiner Vorstellung ist es nicht leise, nicht bed\u00e4chtig sondern es ist h\u00f6llisch laut, Musik t\u00f6nt aus allen Lautsprecher, Lichter leuchten, am Bahnhof ist eine Art Rummel aufgebaut und die Wanderer sprechen ihre Gebete in Megaphone.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Eine abolut einzigartige Erfahrung, die sich wohl mit nichts vergleichen l\u00e4sst was ich je zuvor gesehen habe.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> V\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt fielen wir am fr\u00fchen Morgen ins Bett, nach knappen 24h Stunden auf den Beinen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Gegen Mittag krochen wir aus den Federn, kochten uns ein unglaublich leckeres Fr\u00fchst\u00fcck und fuhren in die Stadt. Sightseeing muss schlie\u00dflich sein, wenn auch in abgespeckter Variante: Central Market, Nationalmoschee, PetronaTowers und anschlie\u00dfend noch eine leckere Pizza zum Abschied. Um 4.00 Uhr heute morgen hie\u00df es dann mal wieder Abschied nehmen, etwas woran ich mich schon fast gew\u00f6hnt habe da hier nichts und niemand f\u00fcr immer bleibt.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000\"> Doch mit Louisa wird es ein Wiedersehen geben, auf absehbare Zeit und ich freue mich schon drauf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Nun ist es Zeit den verpassten Schlaf der letzten Tage nachzuholen &#8211; anbei noch einige Bilder der letzten Tage.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-233\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-Kopie-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-Kopie-300x169.jpg 300w, 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sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-234\" class=\"wp-caption-text\">Beim Besuch der Nationalmoschee<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_235\" aria-describedby=\"caption-attachment-235\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-235\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-2-300x400.jpg\" alt=\"Vom Winde verweht. \" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-2-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-2.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/FullSizeRender-2-750x1000.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-235\" class=\"wp-caption-text\">Vom Winde verweht.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_236\" aria-describedby=\"caption-attachment-236\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4853.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-236\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4853-300x400.jpg\" alt=\"Milcht\u00f6pfe auf Kopf. \" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4853-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4853.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4853-750x1000.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-236\" class=\"wp-caption-text\">Milcht\u00f6pfe auf Kopf.<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4850.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-237\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4850-300x400.jpg\" alt=\"IMG_4850\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4850-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4850.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4850-750x1000.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_238\" aria-describedby=\"caption-attachment-238\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4855.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-238\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4855-300x400.jpg\" alt=\"V\u00f6llig weggetretene, leere Blicke.\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4855-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4855.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4855-750x1000.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-238\" class=\"wp-caption-text\">V\u00f6llig weggetretene, leere Blicke.<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/files\/2015\/02\/IMG_4860.mov\">IMG_4860<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ewig und drei Tage sind vergangen seit dem letzten, wirklichen Blogeintrag hier. 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