{"id":137,"date":"2014-11-12T17:16:52","date_gmt":"2014-11-12T16:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/?p=137"},"modified":"2015-01-18T20:05:46","modified_gmt":"2015-01-18T12:05:46","slug":"funkstille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/selamatdatang\/2014\/11\/12\/funkstille\/","title":{"rendered":"Funkstille."},"content":{"rendered":"<p>Wie es so ist &#8211;\u00a0 &#8222;du musst das umbedingt aufschreiben&#8220; im Hinterkopf, den Kopf aber voll mit anderen Dingen. Eigentlich ist auch nicht viel nennenswertes passiert seit meiner R\u00fcckkehr &#8211; der normale Alltag passiert, das malaysisches Leben ist f\u00fcr mich nicht mehr neu, f\u00fchlt sich nicht mehr fremd an, es ist anders aber f\u00fcr mich mittlerweile normal. <strong>&#8222;Ich bin angekommen&#8220;<\/strong>, endlich meine ich auch was ich sage.<br \/>\nDer Satz\u00a0 <em>&#8222;Manchmal muss man gehen um sich heimisch zu f\u00fchlen.&#8220;<\/em> beinhaltet durchaus etwas wahres &#8211; ich musste Deutschland verlassen um viele Dinge dort wirklich sch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen und um mit einem leisen Patriotismus sagen zu k\u00f6nnen &#8222;Ich bin aus Deutschland.&#8220;<br \/>\n(<em>leider bringt der Satz &#8222;Ich bin Europ\u00e4erin&#8220; Leute noch aus dem Konzept und st\u00f6\u00dft eher auf Verwunderung als auf Verst\u00e4ndnis &#8211; das ist allerdings eine andere Geschichte) <\/em><br \/>\nund ich musste Malaysia verlassen um zu realisieren dass ich mich hier nun zuhause f\u00fchle. Schl\u00fcsselmoment: An einem Abend in Vietnam dachte ich kurz daran, wie gerne ich zuhause in meinem eigenen Bett liegen w\u00fcrde. Nicht in Berlin, sondern in Kuala Lumpur. Der Gedanke \u00fcberraschte mich selbst, rollte jedoch zeitgleich den symbolischen &#8222;Stein von meinem Herzen&#8220; und beseitigte die letzten Zweifel <em>(fast).<\/em><br \/>\nOb sich dieses Gef\u00fchl nachvollziehen l\u00e4sst wenn man diese Dinge nicht grade selbst erlebt? Dass sich die Verbindungen zu daheimgebliebenen Menschen ver\u00e4ndern, l\u00e4sst sich schon nach wenigen Wochen nicht mehr leugnen. Zum negativen wie zum positiven. Verschiedene Lebensstile, verschiedene Erfahrungen die unterschiedliche Ansichten schaffen. Es w\u00e4re falsch diese Dinge zu besch\u00f6nigen, mir selbst gegen\u00fcber, Freunden und Familie gegen\u00fcber und auch den andern\/zuk\u00fcnftigen kulturweitlern gegen\u00fcber, die hier vielleicht mal vorbeischauen. Denn es ist wie es ist und ein Verlust ist auch nicht immer so schlimm wie er auf den ersten Blick scheint, manchmal ist es auch gar kein Verlust sondern einfach der nat\u00fcrliche Lauf der Dinge.<\/p>\n<p>Genug der philosophischen Gedanken. Nach 75 Tagen in Asien habe ich also einen gewissen Stolz auf mein Heimatland entwickelt, auch wenn es sich leider immernoch furchtbar falsch anf\u00fchlt es so zu formulieren. &#8222;Verbindung&#8220; k\u00f6nnte ein besserer Begriff sein, trifft den Nagel aber auch nicht auf den Kopf &#8211; sollte mir dazu eine z\u00fcndende Idee kommen, werde ich diese hier kundtun. Nat\u00fcrlich verfolge ich die dortigen Geschehnisse, lese t\u00e4glich die Nachrichten, wurde quasi live mit Bildernu und Videos von der &#8222;Lichtergrenze&#8220; zum 25. Mauerfall-Jubil\u00e4um versorgt und kann einen gewissen Wehmut nicht leugnen. Da w\u00e4re ich gerne dabei gewesen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich hier, fernab allen \u00dcbels, den Kochl\u00f6ffel schwinge, erscheint eine Benachrichtigung auf meinem Handy-Display: &#8222;Fahne der Sparkasse Berlin sorgt f\u00fcr Aufregung&#8220;.\u00a0 Wer diesen <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/sparkasse-berlin-und-nazi-assoziationen-fahne-zum-mauerfall-jubilaeum-erinnert-user-auf-twitter-an-drittes-reich-2150828.html#utm_source=facebook-fanpage&amp;utm_medium=link&amp;utm_campaign=051105-1500\">Riesenskandal <\/a>verpasst haben sollte, kann ja gerne nachlesen.. Innerhalb weniger Tage der zweite Aufreger in den deutschen Medien, zuerst das olivgr\u00fcne Hemd und nun die Sparkasse. Ob dieser Faux-Pass wirklich eine Eilmeldung wert ist!? Nun ja, vermutlich eher nicht. Aber auch diese Art von Nachrichten sind typisch f\u00fcr Deutschland und geh\u00f6ren zu den Dingen, die ich eher nicht vermisse. Statt dass man sich auf eine sachliche Berichterstattung \u00fcber &#8222;Kerzenm\u00e4rsche&#8220; am 9.11, immerhin dem Jahrestag der Reichsprogromnacht, in Erfurt oder \u00fcber die &#8222;Hooligans gegen Salafisten&#8220; Demonstrationen widmet, muss sich ein \u00f6ffentlich-rechtlicher Fernsehsender f\u00fcr die Hemdfarbe eines Moderators entschuldigen. Sinnvoll? \u00c4h, nein.<\/p>\n<p>Man liest aber auch Erfreuliches aus der Heimat und aus anderen Teilen der Welt. Ganz herzlich gelacht habe ich \u00fcber den Blogpost von Alisa aus Bolivien, da mir ihre Geschichte und die Sache mit dem &#8222;ohne Rucksack ins FSJ&#8220; irgendwie vertraut vorkam.. Du bist nicht allein!<br \/>\n\u00dcberhaupt sind in Bolivien wunderbare Menschen gelandet, von denen noch ein weiterer unglaublich am\u00fcsante Berichte abliefert. Ich kann euch versichern, dass Paul im Hinblick auf seine Sport-Begeisterung nicht \u00fcbertreibt und erinnere gern an die Einkaufs-Radtour in den n\u00e4chsten Ort des Werbellinsees, die er nur unter gro\u00dfem Protest antrat..<br \/>\nGef\u00fchlt in einer komplett anderen Welt lebt <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/floinjamaica\/\">Florentina <\/a>in Kingston\/Jamaica und teils aufgrund des gro\u00dfen Neids auf dieses wahnsinnig interessante Gastland, teils (vorwiegend)\u00a0 aufgrund ihrer regelm\u00e4\u00dfigen Posts mit vielen Bildern oder kurzen Geschichten, lese ich ihren Blog wahnsinnig gerne.<\/p>\n<p>Bis bald, versprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es so ist &#8211;\u00a0 &#8222;du musst das umbedingt aufschreiben&#8220; im Hinterkopf, den Kopf aber voll mit anderen Dingen. 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