{"id":116,"date":"2012-10-25T13:48:04","date_gmt":"2012-10-25T19:48:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/?p=116"},"modified":"2012-10-25T13:48:04","modified_gmt":"2012-10-25T19:48:04","slug":"jeden-tag-eine-neue-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/2012\/10\/25\/jeden-tag-eine-neue-herausforderung\/","title":{"rendered":"Jeden Tag eine neue Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p>Langsam verstehe ich, warum der Beruf des Schriftstellers oder Autors ein Beruf ist &#8211; man muss sich Zeit daf\u00fcr nehmen. Und wenn man, wie ich hier im entfernten Kolumbien, arbeitet oder viel reist, ist diese Zeit nicht da. Deshalb habt ihr auch so lange nichts mehr von mir geh\u00f6rt. Um so mehr gibt es nat\u00fcrlich zu berichten. Ich bin mir sicher, dass ich die letzten drei Wochen nicht detailgetreu wiedergeben kann und dass dadurch eine ganze Menge meines Lebensgef\u00fchls hier verloren geht, aber so ist das nunmal. Einen Eindruck m\u00f6chte ich euch nat\u00fcrlich trotzdem geben.<\/p>\n<p>Inzwischen hat mein Anf\u00e4ngerkurs Deutsch begonnen. Acht Kolumbianern, die von Deutsch ungef\u00e4hr so viel wissen wie ich von Thai, wollen meine Muttersprache lernen &#8211; na Prost Mahlzeit! Das muss man erstmal machen&#8230; irgendwie geht das schon, aber mehr als denen zu sagen, dass ein \u00f6 halt wie ein \u00f6 ausgesprochen wird und das es zwischen den Worten &#8222;leben&#8220; und &#8222;wohnen&#8220; keinen essentiellen Unterschied gibt, kann ich auch nicht. Und nein, auch wenn sie fragen, werde ich ihnen den Genitiv jetzt noch nicht beibringen. Spa\u00df macht es trotzdem, weil man in einem Anf\u00e4ngerkurs deutlich die Fortschritte merkt. Nat\u00fcrlich bin ich manchmal unsicher, weil ich keine DAF-Ausbildung habe, aber die l\u00e4sst sich ja daheim noch machen. Dann habe ich auch ein bisschen mehr Ahnung von der deutschen Lingusitik \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Urlaub war trotzdem dann auch mal an der Reihe. Der 15. Oktober war Feiertag, weshalb ich das lange Wochenende genutzt habe und mit Freunden aus dem Spanischkurs nach La Guajira gefahren bin, das ist das n\u00f6rdlichste Bundesland Kolumbiens und hat dementsprechend auch den n\u00f6rdlichsten Punkt S\u00fcdamerikas. Die Natur dort ist spektakul\u00e4r! Es ist hei\u00df und trocken, weshalb ein gro\u00dfer Teil quasi eine waschechte W\u00fcste ist. La Guajira hat aber auch K\u00fcste, sprich: Die W\u00fcste m\u00fcndet im Meer. D\u00fcnen, die zum Strand werden und im karibischen Meer m\u00fcnden &#8211; findet das man anderswo. Ohne F\u00fchrer diese Tour zu machen, empfiehlt sich auch nicht wirklich, da es kaum richtige Stra\u00dfen gibt (dementsprechend anstrengend ist der Trip in einem wackeligen Jeep). La Guajira ist gleichzeitig die Hochburg der kolumbianischen Indigenen, da dort die Wayuu, das gr\u00f6\u00dfte indigene Volk Kolumbiens, leben. Genau das Richtige f\u00fcr mich! Habe mich nat\u00fcrlich auch eingehend mit Angelo, unserem Wayuu-Reisef\u00fchrer, unterhalten. Das leben dort ist wirklich komplett anders, aber faszinierend und die Landschaften sind einmalig! Nebenbei gibt es nat\u00fcrlich auch extrem guten Fisch und Meeresfr\u00fcchte &#8211; habe den ersten Hummer meines Lebens gegessen, f\u00fcr 7 Euro. Fotos findet ihr unten, obwohl dieses Fleckchen Erde weder mit Fotos noch mit Worten festgehalten werden kann.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Cartagena. Zwei Tage arbeiten, dann Geburtstag. Haben bei uns zuhause reingefeiert, mit Torte, Aguardiente, Partyh\u00fctchen und allem drum und dran &#8211; meine Mitbewohnerinnen sind wirklich goldig! Mit entsprechend wenig Schlaf sind wir dann am Donnerstag ins Flugzeug gestiegen: Auf nach Bogota!!! Meinen Geburtstag dort zu verbingen, war wirklich sch\u00f6n. Endlich konnte ich meine liebe Mitfreiwillige Maria besuchen und auch meine Bogota-M\u00e4dels wiedertreffen. Tourikram, Shoppen, gutes Essen &#8211; so lassen sich unsere Tage dort eigentlich zusammenfassen. Und ja, shoppen musste sein, da Sandra und ich die alten K\u00fcstenhasen nat\u00fcrlich keine warmen Klamotten f\u00fcr das frische Bogota hatten. Das Highlight war eine Halloweenparty (bisschen fr\u00fch aber das is hier so) am Freitag, wo meine Freundin Maria Camila uns Freikarten f\u00fcr besorgt hat. Die Party war n\u00e4mlich etwas teuer, da dort Chocquib Town und Systema Solar aufgetreten sind &#8211; meine kolumbianischen Lieblingsgruppen, k\u00f6nnte man seinen Geburtstag besser feiern? Wir hatten wirklich eine tolle Zeit. Auch davon gibt es nat\u00fcrlich fotogtaphische Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>Kaum wieder in Cartagena, ging es wieder ans Arbeiten: Europ\u00e4ische Kulturwoche. Das hei\u00dft Vortr\u00e4ge, Konzerte, Filmabende, Festivals in Kooperation mit den Kulturinstitutionen Frankreichs und Spaniens. Leider kann ich zu den Aktivit\u00e4ten kaum hingehen, da ich ja Abends immer Kurs gebe, aber Vorbereitungstreffen und Werbung machen sind nat\u00fcrlich trotzdem Pflicht. Immerhin konnte ich meinen Sprachkurs zu dem deutschen Filmabend mitnehmen, ich habe n\u00e4mlich als Film &#8222;Soul Kitchen&#8220; organisiert und nat\u00fcrlich gleich Heimweh bekommen. Hamburg &#8211; da geht einfach nichts dr\u00fcber, schon gar nicht wenn es von Fatih Akin so insziniert wird und er alle Pl\u00e4tze (sogar mein Wohnhaus), an denen ich mich normalerweise aufhalte, zeigt. Auch wenns bei euch schon arschkalt ist &#8211; f\u00fcrn paar Momente w\u00e4re ich manchmal trotzdem gern da! Freitag ist dann in Kooperation mit den internationalen Restuarants hier das Gastronomiefestival. Ziemlich cool, da kommen einige der besten Restaurants Cartagenas und verkaufen Essen, aber zu einem normalen Preis. Ich wei\u00df jetzt schon, dass ich viel Essen werde, vor allem weil ich schon wei\u00df, was es so gibt. Aber bei meiner momentanen emotionalen Heimweh-Lage, wird der Markus vom schweizer Restuarant vermutlich eine Portion Sp\u00e4tzle an mich abtreten m\u00fcssen &#8211; das siegt dann doch \u00fcber Paella.<\/p>\n<p>Drei Wochen in 800 W\u00f6rtern &#8211; das muss erstmal reichen. Haut rein, bye bye, hasta luego oder was auch immer!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_1971.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-117\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_1971-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_1971-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_1971.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_2149.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-118\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_2149-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/sassiincartagena\/files\/2012\/10\/IMG_2149-300x199.jpg 300w, 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