{"id":60,"date":"2017-10-07T23:16:42","date_gmt":"2017-10-07T19:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/?p=60"},"modified":"2017-10-07T23:16:42","modified_gmt":"2017-10-07T19:16:42","slug":"7-wochenende-2-arbeitswoche-1-und-wochenende-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/2017\/10\/07\/7-wochenende-2-arbeitswoche-1-und-wochenende-3\/","title":{"rendered":"7- Wochenende 2, Arbeitswoche 1 und Wochenende 3"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausblicktechnisch ist mein neues Zimmer eine gro\u00dfe Verbesserung. Wie Zuhause habe ich meinen Schreibtisch unter das Fenster gestellt, aber mit einem Spalt, breit genug um zwischen Tisch und Wand auf das Fensterbrett zu klettern. Zuhause sehe ich, bei Dunkelheit, nur riesig anmutend die Umrisse von gro\u00dfen Nadelb\u00e4umen der Nachbarn gegen den etwas helleren Himmel und dar\u00fcber Sterne oder dunkle Wolkendecke. Hier, durch ein Gitter aus Weinreben, gelbliche Stra\u00dfenlaternen zwischen kreuz und quer gespannten Stromleitungen, viele viereckige Lichtflecken der Wohnblocks und alternden Villen und dahinter ganz weit die flackernden Lichter der Stadt, die die Bergh\u00e4nge hinaufwachsen.<\/p>\n<p>Jetzt ist schon Samstag der 07.10. und ich bin schon seit 25 Tagen hier.Wir hatten pl\u00f6tzlichen Herbsteinbruch, Wasser und Heizungsausfall, 11 neue georgische Konsonanten und bayrische Blasmusik!<\/p>\n<p>Nach meinem letzten Eintrag haben wir uns langsam erholt und waren am Freitag wieder fit genug f\u00fcr den Vorstellungstermin bei der Fachberaterin der Zentralstelle f\u00fcrs deutsche Auslandsschulwesen. Wir bekamen eine \u00fcberaus erhellende Erdbebenaufkl\u00e4rung, endlich mal wieder alle anderen Freiwilligen aus ganz Georgien zu Gesicht und Kamillentee f\u00fcr unsere B\u00e4uchleins. Am Samstag machten wir noch ein bisschen Sightseeing in der Stadt, bis in den botanischen Garten und sp\u00e4ter ins Fabrika &#8211; eigentlich ein Hostel aber nachts irgendwie auch ein Club mit sehr vielen Hipstern aber auch hipsterigen jungen Familien.<\/p>\n<p>Am Sonntag (den*ie kulturweit-Freiwillige*n jagt eine fancy Einladung nach der Anderen) dinierten wir auf der Wahlparty der deutschen Botschaft im Goethe-Institut. Wir Erstw\u00e4hler quittierten die Ergebnisse der AfD bei jeder neuen Hochrechnung mit einem Schluck Rotwein aber kamen in ganz gute Gespr\u00e4che ob wir liberalen W\u00e4hler etwas anders h\u00e4tten machen sollen, \u00fcber Perspektiven und Wahrheit und was dieses Ergebnis bewirkt.<\/p>\n<p>In meiner ersten Arbeitswoche lernte ich die kleine Privatschule &#8222;Ani-Zet&#8220; (von Ani &#8211; 1.Buchstabe des georgischen Alphabets und Z letzter des lateinischen) mit ca. 300 Sch\u00fclern im eleganten Vake-Viertel n\u00e4her kennen. Es gibt extra Flure f\u00fcr die Vorsch\u00fcler und 1. Kl\u00e4sser, an deren Eingang immer eine Lehrerin sitzt und jede Stunde und Pause mit einem kleinen, silbernen Gl\u00f6ckchen einl\u00e4utet. Schmale Klassenr\u00e4ume mit Whiteboards f\u00fcr die kleinen Klassen, die meist noch in 4er\/6er Gruppen geteilt werden. Und im Keller eine kahle K\u00fcche mit Kantine, aus der um halb 11 ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck heraufgebracht wird und erst um 15:15 der Startschuss f\u00fcrs Mittagessen kommt. Ich folgte meiner Kontaktlehrerin in den Deutschunterricht ihrer 8. (Schulf\u00e4cher in Deutschland) 9. (Wie bleibe ich fit? Gesunde Ern\u00e4hrung + Sport) und 11. (Emigration und Immigration) Klasse. Ich buchstabiere schwierige deutsche W\u00f6rter an die Tafel (!ich, die Rechtschreibk\u00f6nigin!), mache die Aussprache vor und habe mich bei Lehrerin und Sch\u00fclern*innen f\u00fcrs Vokabelabfragen qualifiziert, weil das eigentlich wie Tabu ist, wenn ich das Wort kunstvoll umschreibe, weil ich es weder lesen, noch aussprechen kann. Dazu habe ich noch gelernt, dass 26.September Namenstag von Ketevan oder Katy oder Kato\u00a0 ist -hier werden fast alle Kinder von den Lehrern*innen beim Kosenamen genannt.<\/p>\n<p>Am Mittwoch kam unsere 1. Georgischstunde, f\u00fcr die sich zum Gl\u00fcck eine noch ganz junge, sehr liebe und coole Lehrerin aus meinem Ani-Zet-Kollegium bereit erkl\u00e4rt hat. So habe ich meinen 4 anderen kulturweit-M\u00e4dels die Ani-Zet und ein schickes Caf\u00e9 hier im Vake vorgestellt, dieses Nachmittagsprogramm haben wir jetzt f\u00fcr Montag und Freitag eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Samstag waren wir in der Tbilissi Shopping Mall und haben die coolen Herbstm\u00e4ntel anprobiert, abends gab es einen Salsakurs im Backpacker*innen-Viertel mit vielen schnuckeligen, kleinen Kneipen und wir haben noch ein paar Bars ausprobiert, die uns unsere Ehemaligen empfohlen haben. Sonntag lies das regnerische Herbstwetter Ausflugspl\u00e4ne ins Wasser fallen und meine Suche nach dem deutschen Lesesaal der Nationalbibliothek gestaltete sich auch nicht erfolgreich. Abends gab es Burger in der, laut unserer Vermieterin, besten Burger Bar der Stadt. Und dann war die dritte Woche auch schon vor\u00fcber. Wobei sie mir sehr lang und vor allem \u00fcbervoll vorkam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ausblicktechnisch ist mein neues Zimmer eine gro\u00dfe Verbesserung. 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