{"id":40,"date":"2017-09-20T19:06:53","date_gmt":"2017-09-20T15:06:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/?p=40"},"modified":"2017-10-07T21:23:15","modified_gmt":"2017-10-07T17:23:15","slug":"eine-kurze-geschichte-zu-meinem-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/2017\/09\/20\/eine-kurze-geschichte-zu-meinem-freitag\/","title":{"rendered":"5-  Eine kurze Geschichte zu meinem Freitag"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mir fest vorgenommen, mich ein bisschen k\u00fcrzer zu fassen. Also, w\u00e4hrend sich meine Mitbewohnerin \u00fcber das Trave-document auf Russisch begeistert &#8211; habe ich erz\u00e4hlt, wie wir vor der russischen Waschmaschine sa\u00dfen und mit ein paar Brocken Schulrussisch versucht haben herauszufinden was Schleudern oder Kochw\u00e4sche hei\u00dft?(das mit Kurzfassen klappt bestimmt!) &#8211; eine kleine Story zu meinem Freitag 15.9.17:<\/p>\n<p>Es war der offizielle Erste Schultag, aber anders, als meine Mitbewohnerinnen, sollte ich meine Arbeit an der Robert-Schumann Europaschule erst zum Montag beginnen. W\u00e4hrend die anderen fr\u00fch aufstanden und loszogen, habe ich erst mal ausgeschlafen und mich dann um 11 mit einem kulturweit-Freund aus Kutaissi (gleich mal die erste Arbeitsreise nach Tbilisi hinter sich) in seiner Arbeitsstelle, dem Goethe-Institut, zu einer Stadtf\u00fchrung verabredet. Der Morgen war also so entspannt, das Wetter strahlend sch\u00f6n und noch nicht zu hei\u00df und ich f\u00fchlte mich an meinem 4. Tag hier, im Gegensatz zu seinem 1. Tag, so eingelebt, vor allem als ich schreiben konnte: &#8222;wage mich jetzt mal in die Metro, m\u00fcsste in 20min da sein&#8220;, dass ich eine andere Stra\u00dfe zur Station nahm als sonst. Man musste vom Gef\u00fchl her einfach nur sehr lange bergab gehen, ungef\u00e4hr ab der H\u00e4lfte der Stra\u00dfe wurde mir mulmig aber ich ging weiter bis nach unten, nur war da leider keine Spur des orangenen Metro-Schilds&#8230;<\/p>\n<p>Also alles wieder hoch, es kostete mich 15min und ich war mir auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob ich denn den gewohnten Weg unter Zeitdruck finden w\u00fcrde&#8230; . Ich ging also die Parallelstra\u00dfe hinunter, nur das mir die ab der H\u00e4lfte auch nicht mehr vertraut vorkam! Da waren weder der Schuster mit dem einzelnen Gammel-Schuh auf dem Werbeschild, noch der Gem\u00fcseladen mit der netten alten Dame oder der Tonne-B\u00e4cker unseres Vertrauens!In etwa so vergingen die n\u00e4chsten 15min und um Punkt 11 stand ich auf einer gro\u00dfen Querstra\u00dfe, an deren linken Ende ich vermutlich auf meine Metro getroffen w\u00e4re, aber ich war mittlerweile so frustriert und panisch sie w\u00fcrden ohne mich anfangen und ich m\u00fcsste ganz umsonst auch noch alles wieder zur\u00fcck, dass ich mir kurzer Hand ein Taxi anhielt.<\/p>\n<p>\u00dcber die Taxi-Situation habe ich ja schon einmal geschrieben, wir bekamen entweder zahlreiche Komplimente \u00fcber unsere unglaubliche Sch\u00f6nheit oder sollten sofort an die S\u00f6hne verheiratet werden. Ihr k\u00f6nnt Euch sicherlich vorstellen wie viel Geduld ich f\u00fcr solch eine Art von Small-talk heute h\u00e4tte aufbringen k\u00f6nnen. Aber meine letzte Rettung schien zwar sehr jung, doch irgendwie sch\u00fcchtern. Er hatte auch gleich den richtigen Preis f\u00fcr die Fahrt genannt. Vermutlich habe ich auch ziemlich fertig aus gesehen, denn er versuchte nicht ein Gespr\u00e4ch anzufangen. Auf jeden Fall starrte ich erst mal demonstrativ auf mein Handy und gab Bescheid, dass ich sp\u00e4ter kommen w\u00fcrde, dann versuchte ich auf der Karte zu finden wo genau sich das Goethe-Institut befand, da ich dem Fahrer erst mal nur sehr wage &#8222;Rustaveli&#8220; gesagt hatte.<\/p>\n<p>Als das erledigt war, begann ich aus dem Fenster zu schauen. Der dichte Verkehr lies uns nur langsam vorankommen und ich hatte genug Zeit mir gedanklich f\u00fcr diese vergangene halbe Stunde selbst die Leviten zu lesen. Irgendwann begann ich auch meinen Fahrer zu mustern, so sehr \u00fcberraschte mich die Stille. Ich bemerkte, dass er die Musikauswahl, die laut im Auto lief immer wieder manuell korrigierte. Gerade lief Sia mit &#8222;Never give up&#8220;, die folgenden Songs gingen inhaltlich in die selbe Richtung und ich erinnerte mich dunkel, dass es mit den vorherigen auch \u00e4hnlich war. Vermutlich w\u00e4re es arrogant und ich-bezogen zudenken er w\u00fcrde das extra f\u00fcr mich machen. Vermutlich hatte er einfach selbst schlechte Laune oder verstand gar kein Englisch und mochte einfach die Songs, aber irgendwie war es unglaublich tr\u00f6stlich und ich f\u00fchlte mich ihm auf nonverbaler Ebene sehr verbunden.<\/p>\n<p>Er fuhr mich \u00fcbrigens bis vor die T\u00fcr des Goethe-Instituts und er hatte wirklich die ganze Fahrt nur eine Frage: &#8222;Whats your name?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mir fest vorgenommen, mich ein bisschen k\u00fcrzer zu fassen. 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