{"id":34,"date":"2017-09-17T02:26:27","date_gmt":"2017-09-16T22:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/?p=34"},"modified":"2017-10-07T21:21:59","modified_gmt":"2017-10-07T17:21:59","slug":"2wochen-1tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/sakartveloplaceforkartvelisandcarla\/2017\/09\/17\/2wochen-1tag\/","title":{"rendered":"4-  2Wochen 1Tag"},"content":{"rendered":"<p>Hier ist es gerade kurz nach 16 Uhr und drau\u00dfen immer noch Mittagshitze. Weshalb wir f\u00fcr eine Siesta in die Wohnung zur\u00fcckgekehrt sind. Unser neuer bester Freund, das Klimager\u00e4t an der Wand, begl\u00fcckt uns mit 23 Grad, was sich im Vergleich zu drau\u00dfen nach Gefriertruhe anf\u00fchlt!<\/p>\n<p>Mir ist noch etwas eingefallen, das ich gestern eigentlich unter die Beschreibung des Vorbereitungsseminars schreiben wollte: Ein Punkt, bei den Themen Postkolonialismus und Rassismuskritik, sowie LGTBQs waren auch Reiseberichte, Blogs und Reisefotografien. Mir ist klar, dass ich durch meine bisherige Lebensgeschichte, als in fast allen Bereichen sozial privilegierte Person gepr\u00e4gt bin und unm\u00f6glich -schon gar nicht in nur 12 Monaten- in einer, davon losgel\u00f6sten und rein subjektiven Weise von meinem Auslandsjahr in Georgien und meinen Erfahrungen in Begegnungen mit den hier lebenden Personen berichten kann. Dazu fehlt es mir auch ganz einfach an Informationen und Wissen. Dennoch werde ich es nat\u00fcrlich versuchen, manche Formulierungen fallen mir auch selbst auf und ich kann sie korrigieren oder weglassen. Ich werde mich au\u00dferdem, um konsequente Benutzung einer Geschlechter sensiblen Sprache bem\u00fchen. Allerdings hoffe ich, dass es mir alle Leser*innen und auch ich selbst, mir verzeihen k\u00f6nnen, sollte der Stift mit mir durch gehen.<\/p>\n<p>Wir trafen also am Dienstag fr\u00fch um ca. 4 Uhr (georgische Zeit hat 2h mehr als Dtl) auf unsere Vermieterin und ihren Cousin, den sie als Fahrer mitgebracht hatte. Da nichts von unseren 3 Koffern, 2 Backpacks und 1 Skiausr\u00fcstung verlorengegangen war, wurde es im Auto sardinenb\u00fcchsenm\u00e4\u00dfig. Die Beiden wunderten sich \u00fcber unsere winterliche Vermummung, fragten ob wir Hunger h\u00e4tten und fuhren uns zu einem Supermarkt, um zumindest das n\u00f6tigste f\u00fcrs erste Fr\u00fchst\u00fcck und nat\u00fcrlich Wasservorr\u00e4te mitzunehmen ( man darf hier leider kein Leitungswasser trinken). Beim Geldwechseln und am Automaten stellte ich fest, dass ich Probleme mit meiner neuen Kreditkarte und erst mal kein Bargeld habe und bis wir schlagskaputt in die Betten fielen war es ungef\u00e4hr halb sechs und der Himmel wurde langsam hell.<\/p>\n<p>Unsere Wohnung liegt im Saburtalo-Viertel, laut Reisef\u00fchrer eine mittelst\u00e4ndige Wohngegend mit vielen Universit\u00e4ten und Studentenwohnungen. Unser Haus, mit mehreren einzelnen Apartments, geh\u00f6rt der Familie unserer Vermieterin und wird vor allem von Familienmitgliedern und wechselnden Touristen*innen bewohnt. Unsere neue georgische Freundin hatte uns schon in der Nacht unserer Ankunft gezeigt, dass ihre Wohnung direkt neben unserer liegt und wir sie jederzeit um Rat fragen d\u00fcrfen. Sie hat einen 11j\u00e4hrigen Sohn und au\u00dfer ihm gibt es noch einige andere, kleinere Kinder im Haus.<\/p>\n<p>Am ersten Tag schliefen wir bis in den Nachmittag. Ich glaube es war schon halb 3 bis wir mit Fr\u00fchst\u00fccken angefangen hatten und klopften dann zaghaft an der Nebent\u00fcr, um uns nach einem Supermarkt und anderem Wichtigen zu erkundigen. Ich war sehr erleichtert, als sie meinte, sie w\u00fcrde nur kurz eine Handtasche holen und uns dann in die Stadt begleiten! Wir lernten die Marschrutkas kennen ( Linientaxis), die zwar Nummern und Routen haben, aber keine Haltestellen, man stellt sich einfach an den Stra\u00dfenrand und winkt, wie f\u00fcr ein Taxi und wenn man aussteigen m\u00f6chte muss man sehr laut \u201eHALT\u201c auf georgisch rufen (aber Mist, ich hab vergessen wie das Wort hei\u00dft!)<\/p>\n<p>Sie gab uns eine kleine Stadtf\u00fchrung \u00fcber die Prachtstra\u00dfe Rustaveli bis in die Altstadt, zu den Schwefelb\u00e4dern, bis an den Fu\u00df des Berges mitten in der Stadt, an dessen Fu\u00df man zwischen Felsw\u00e4nden an einem Bach, den L\u00e4rm ein bisschen loswird. Dann ging es weiter durch die verwinkelten Gassen, unter schn\u00f6rkeligen Balkonen und \u00fcber zierliche Treppen zum Mtkwari-Fluss und als es zu D\u00e4mmern anfing, landeten wir punktgenau am Einstieg der Seilbahn zur Narikala-Festung, aus der man im Dunkeln einen Wahnsinns-Blick auf die riesige Stadtfl\u00e4che hat. Alles ist erleuchtet und die Wahrzeichen deutlich zu erkennen. An der Statue der Mutter Georgiens, die eine Weinschale und ein Schwert in der Hand h\u00e4lt erfuhren wir, dass die St\u00e4rke der Georgier*innen in der St\u00e4rke ihrer Frauen liegt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck f\u00fchrte uns eine schmale Treppe und dann landeten wir in einem Wohnhaus und \u00fcber eine Wendeltreppe zum sehr l\u00e4ssigen Caf\u00e9\/Bar &#8222;Art Monet&#8220; im Obergeschoss, ein bisschen versetzt, mit Pl\u00e4tzen auf dem Balkon und Blick \u00fcber das Treiben. Wir kosteten Chinkhali, Auberginen mit Wahlnusspaste, Hauslimonade und georgischen Rotwein (von dem man* nur dann trinken darf, wenn ein Trinkspruch gesprochen wird). Wir tranken auf Gott, unsere beiden L\u00e4nder, unsere beginnende Freundschaft und die Familien: darauf, dass es uns immer m\u00f6glich ist froh auf ihre gl\u00fccklichen Leben zu blicken.<\/p>\n<p>Am Mittwoch, unserem zweiten Tag, zeigte unsere georgische Freundin zuerst einer meiner Mitbewohnerinnen ihren zuk\u00fcnftige Schulweg und stellte sich schon mal dem Direktor vor. W\u00e4hrenddessen gingen wir beiden anderen Geldabheben, ich hab es geschafft! Und fanden den B\u00e4ckerladen unseres Vertrauens: niedrige, enge Bude mit mehlbest\u00e4ubter Werkbank und gro\u00dfem Tonofen. Sp\u00e4ter ging unsere georgische Freundin zuerst mit uns SIM-Karten kaufen und dann shoppen (M\u00e4dels brauchen Kleider und Kopft\u00fccher f\u00fcr einen Kirchenbesuch) etwas weiter drau\u00dfen in der Tblisi-Mall. Der \u00e4ltere Taxifahrer, der uns hinbrachte sprach nur Georgisch, lies uns aber \u00fcber unsere georgische Freundin ausrichten, wir seien alle sehr h\u00fcbsch und er h\u00e4tte noch drei Single-S\u00f6hne im heiratsf\u00e4higen Alter. So lernten wir also auch Taxifahren (immer zuerst nach dem Preis fragen niemals mehr als 6 Lari und im Stadtzentrum nicht merh als 3, sonst werdet ihr \u00fcbers Ohr gehauen!).<\/p>\n<p>N\u00e4chster Stopp war ein Riesen Supermarkt und das Erste, was wir sahen war eine unglaublich riesige Torte, sagen wir so gro\u00df wie unsere Haust\u00fcr zuhause, nur noch gr\u00f6\u00dfer, noch dicker und mit viel Creme drumrum! Der Supermarkt hatte wohl irgendein rundes Jubil\u00e4um. Leider war auch die Produktauswahl riesig und wir standen staunend fast 2h um die Auswahl, georgisch oder russisch beschriftet. Obst kauft man besser, wie das typische Tonne-Brot beim H\u00e4ndler*in des Vertrauens von der Stra\u00dfe weg.<\/p>\n<p>Und wieder habe ich nicht halb so viel schreiben k\u00f6nnen, wie gewollt. Ich muss mich k\u00fcrzer fassen! Es passiert hier einfach 24 Stunden im Tag f\u00fcr mich Neues und Aufregendes.<\/p>\n<p>Jetzt einmal mehr \u201eSweet dreams!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ist es gerade kurz nach 16 Uhr und drau\u00dfen immer noch Mittagshitze. 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