{"id":3,"date":"2020-11-02T20:25:22","date_gmt":"2020-11-02T19:25:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/?p=3"},"modified":"2021-09-01T00:46:23","modified_gmt":"2021-08-31T21:46:23","slug":"drei-wochen-in-rumaenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/2020\/11\/02\/drei-wochen-in-rumaenien\/","title":{"rendered":"Drei Wochen in Rum\u00e4nien: Ein \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<p>Heute bin ich auf den Tag genau drei Wochen lang in Rum\u00e4nien. Gibt es einen besseren Zeitpunkt, um endlich mit dem Blog zu beginnen? Nein. Deswegen habe ich mich von einem der Workshops auf dem Vorbereitungsseminar inspirieren lassen und meine bisherige Zeit als Freiwillige in alphabetischer Reihenfolge zusammengefasst. Hier ist, was ich bisher so erlebt\/gedacht\/gelernt habe:<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>rbeit: macht mir Spa\u00df. Ich wurde an der Schiller-Schule herzlich aufgenommen und bringe mich nun dort im Schulgeschehen ein, wo es gerade passt.<\/p>\n<p><strong>B<\/strong>\u00fccher: gibt es in der Schulbibliothek viele. Sehr, sehr viele. Ich helfe der Bibliothekarin Aurelia beim Aussortieren der B\u00fccher, die niemand mehr liest oder die so veraltet und verstaubt sind, dass es nicht mehr gesund ist, sie zu lesen. Trotzdem kommt es vor, dass ich in dem ein oder anderen Buch ein wenig bl\u00e4ttere, denn es verstecken sich doch einige historische Schmuckst\u00fccke unter all den Spinnweben.<\/p>\n<p><strong>C<\/strong>luj-Napoca: ist die erste rum\u00e4nische Stadt, die ich gesehen habe. Dort bin vor exakt drei Wochen angekommen und habe mich gemeinsam mit Lena, Henning und Joena auf Erkundungstour begeben.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>eva: dort war ich von Freitag bis Samstag, um Joenas Geburtstag zu feiern. Es gibt eine Burg, von der aus wir eine tolle Aussicht auf die Stadt genie\u00dfen konnten. Deva von oben sieht sowohl bei Tag als auch bei Nacht wirklich h\u00fcbsch aus.<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>mese und Pascal: sind meine Ansprechpartner in der Schule und haben mich am Mittwoch vor zweieinhalb Wochen vom Bahnhof abgeholt. Gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin waren sie ein richtiges Empfangskomitee. Ich bin sehr dankbar daf\u00fcr, dass sie mich so lieb begr\u00fc\u00dft haben.<\/p>\n<p><strong>F<\/strong>ahrrad: besitze ich nicht. Das ist aber auch nicht so schlimm, weil die Schule nur ungef\u00e4hr 7min von unserer Wohnung entfernt liegt. Auch sonst ist alles ganz gut zu Fu\u00df erreichbar.<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>eige: Ich habe den Musiklehrer meiner Schule gefragt, ob er vielleicht wei\u00df, wo ich eine Geige leihen kann. Daraufhin hat er mir gleich am n\u00e4chsten Tag eine Geige aus seinem Besitz mitgebracht, die ich nun benutzen darf. Ich bin froh und Bela sehr dankbar, dass ich mit seiner Hilfe diesem Hobby nun wieder nachgehen kann.<\/p>\n<p><strong>H<\/strong>edvig: ist der Name meiner Mitbewohnerin. Es ist eine echte Bereicherung f\u00fcr mich, dass wir zusammenleben, und sie mir stets mit Rat und Tat zur Seite steht.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>deen: bzw. konkrete Pl\u00e4ne zur Umsetzung dieser brauche ich ganz viele. Schlie\u00dflich ist das Jahr lang und ich m\u00f6chte mich m\u00f6glichst viel am Schulgeschehen beteiligen.<\/p>\n<p><strong>J<\/strong>oggen: gehe ich immer am Fluss Sebes K\u00f6r\u00f6s entlang. Allerdings muss die perfekte Route immer noch von mir entwickelt werden.<\/p>\n<p><strong>K<\/strong>artoffeln: muss ich nicht kaufen, sondern darf welche aus dem Garten von Hedvigs Familie benutzen. Besonders gut schmecken diese Kartoffeln, wenn Hedvig Pommes daraus macht. Auch Zwiebeln, Paprika etc. wachsen bei Hedvigs Familie im Garten und stehen uns zum Kochen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>L<\/strong>ernen: ist ein gro\u00dfer Teil meines Alltags. Es gibt noch viel Neues zu entdecken.<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>\u0103m\u0103lig\u0103 cu lapte: ist ein rum\u00e4nisches Nationalgericht, das mir von ein paar Sch\u00fcler*innen aus der 6. Klasse empfohlen wurde. Beim ersten Versuch ist mir leider die Milch komplett \u00fcbergekocht, weswegen es nicht geklappt hat. Nach einer Erkl\u00e4rung von Hedvig klappt es jetzt aber besser und ich esse den Maisgrie\u00df nun ganz gerne mit Gem\u00fcse.<\/p>\n<p><strong>N<\/strong>icole: Das ist mein Name. F\u00fcr alle, die ihn noch nicht kannten oder bis hierhin schon wieder vergessen hatten \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong>O<\/strong>radea: ist die Stadt, in der ich lebe, und von der ich in der n\u00e4chsten Zeit bestimmt noch mehr berichten werde.<\/p>\n<p><strong>P<\/strong>r\u00e4senzunterricht: gab es zwar anfangs, findet aktuell aber leider nicht mehr statt. Mal schauen, wie lange wir hier noch online sind\u2026<\/p>\n<p><strong>Q<\/strong>uite miss home: Am ersten Wochenende hatte ich starkes Heimweh. Musikh\u00f6ren und Kommunikation haben aber ganz gut dagegen geholfen.<\/p>\n<p><strong>R<\/strong>egeln: Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache. Das merke ich beispielsweise, wenn ich versuche, den Sch\u00fcler*innen zu erkl\u00e4ren, warum genau jetzt \u201edas\u201c oder \u201edass\u201c geschrieben wird.<\/p>\n<p><strong>S<\/strong>ibiu: dort war ich am zweiten Wochenende und habe die Menschen, die f\u00fcr die ZfA arbeiten, und die anderen Rum\u00e4nien-Freiwilligen kennengelernt. Die Stadt ist die siebenst\u00fcndige Anfahrt mit dem Bus auf jeden Fall wert.<\/p>\n<p><strong>T<\/strong>raumhaft: w\u00e4re es, wenn ich wirklich bis zum n\u00e4chsten Jahr in Oradea bleiben k\u00f6nnte. Trotzdem frage ich mich regelm\u00e4\u00dfig, wie sich die Coronapandemie wohl noch entwickelt und was das f\u00fcr einen Einfluss auf mich haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>U<\/strong>ngarisch: w\u00fcrde ich auch echt gerne ein bisschen beherrschen. Ich komme mit dieser Sprache immer wieder in Ber\u00fchrung \u2013 haupts\u00e4chlich, weil Hedvig sie spricht. Nicht, dass ich jedes einzelne Wort verstehen m\u00fcsste, das sie mit ihrer Familie bespricht, aber ein paar Ausdr\u00fccke k\u00f6nnen ja nicht schaden.<\/p>\n<p><strong>V<\/strong>orurteilsbek\u00e4mpfung: ist mir f\u00fcr mich selbst wichtig. Als ich einmal mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren bin, hatte ich nicht genug kleines Bargeld, um den Fahrer zu bezahlen. Ich bin also zuerst zum Busfahrer und habe dort f\u00fcr mein Busticket R\u00fcckgeld bekommen. Damit bin ich dann wieder zum wartenden Taxifahrer und habe ihn bezahlt. Klingt zwar langweilig, aber mir ist dieses Erlebnis immer noch recht gut im Ged\u00e4chtnis. Denn w\u00e4hrend ich beim Busfahrer war, befand sich mein Gep\u00e4ck immer noch im Taxi. Der Taxifahrer h\u00e4tte also jederzeit damit wegfahren k\u00f6nnen \u2013 und dieser Gedanke hat mich so sehr besch\u00e4ftigt, dass ich es extrem eilig hatte, zur\u00fcck zum Taxi zu kommen. Ich frage mich, ob ich mir genauso gro\u00dfe Sorgen gemacht h\u00e4tte, wenn ich in exakt dieselbe Situation in Deutschland geraten w\u00e4re\u2026 oder wenn der Taxifahrer eine Taxifahrerin gewesen w\u00e4re\u2026 oder wenn\u2026<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>etter: ist bisher recht gut. So richtig kalt ist es aktuell nicht und geregnet hat es auch noch nicht so oft.<\/p>\n<p><strong>X<\/strong>enia: hei\u00dft die Freiwillige, die vor mir hier war. Ihr Name dient immer wieder mal zur Erkl\u00e4rung meiner Rolle an der Schule, weil sie allen noch ganz gut im Ged\u00e4chtnis geblieben ist. Vor Antritt meines Freiwilligendienstes hat sie netterweise ein sehr langes und hilfreiches Gespr\u00e4ch mit mir gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Y<\/strong>ellow: Das hat jetzt zwar weniger etwas mit Gelb zu tun, aber Englisch brauche ich oft. Sprachliche H\u00fcrden sind in meinem Alltag durchaus h\u00e4ufig zu bew\u00e4ltigen, aber wenigstens\u2026 <strong>\u2193<\/strong><\/p>\n<p><strong>Z<\/strong>\u00e4hlen: kann ich auf Rum\u00e4nisch mittlerweile gar nicht so schlecht. Zumindest bin ich dazu in der Lage, die Zahlen von 1 bis 100 aufzusagen. Und wenn an der Kasse im Supermarkt nicht rasend schnell gesprochen wird, verstehe ich manchmal sogar auf Anhieb, wie viel ich zahlen muss.<\/p>\n<p>So, das ist also mehr oder weniger das Wichtigste aus meinen drei Wochen in Rum\u00e4nien. Weitere Erlebnisse und Erkenntnisse folgen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich auf den Tag genau drei Wochen lang in Rum\u00e4nien. Gibt es einen besseren Zeitpunkt, um endlich mit dem Blog zu beginnen? Nein. Deswegen habe ich mich von einem der Workshops auf dem Vorbereitungsseminar inspirieren lassen und meine bisherige Zeit als Freiwillige in alphabetischer Reihenfolge zusammengefasst. 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