{"id":28,"date":"2020-11-11T09:53:11","date_gmt":"2020-11-11T08:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/?p=28"},"modified":"2021-01-11T20:10:57","modified_gmt":"2021-01-11T19:10:57","slug":"woche-4-hieroglyphen-kirchen-und-entspannung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/2020\/11\/11\/woche-4-hieroglyphen-kirchen-und-entspannung\/","title":{"rendered":"Hieroglyphen, Kirchen und Entspannung"},"content":{"rendered":"<p>Wer meinen letzten Bericht gelesen hat, wei\u00df, dass es in der Schulbibliothek wirklich viele B\u00fccher gibt. Alle, die ihn noch nicht gelesen haben, d\u00fcrfen gerne mal im ersten Eintrag unter Buchstabe B nachgucken. Aber so wichtig ist das eigentlich auch gar nicht, denn jetzt schreibe ich viel ausf\u00fchrlicher dar\u00fcber. Immerhin habe ich in der letzten Woche meine Arbeitszeit haupts\u00e4chlich dort verbracht&#8230;<\/p>\n<p>Die Bibliothekarin Aurelia ist immer schwer besch\u00e4ftigt. Es kommen st\u00e4ndig neue B\u00fccher hinzu, die von ihr ausgepackt, registriert und im Regal angeordnet werden m\u00fcssen. Meine Aufgabe hingegen betrifft sozusagen das Gegenteil \u2013 ich schlage Zahlen in einem uralten Registrierbuch nach, trage diese dann in eine andere Liste ein und mache die L\u00f6schung der B\u00fccher, die sich hinter diesen Zahlen verstecken, damit amtlich. Eigentlich keine schwere Angelegenheit \u2013 w\u00e4re da nicht diese praktisch unleserliche Handschrift in dem Registrierbuch. Manchmal dauert es mehrere Minuten, bis ich Titel und Autor*in eines Buches entziffern kann. Liebe Menschen, die st\u00e4ndig behaupten, dass ich eine Sauklaue h\u00e4tte: Lest bitte einmal in diesem Registrierbuch, dann denkt ihr das nie wieder \u00fcber mich.<\/p>\n<p>Von solchen Kraftanstrengungen einmal abgesehen verlief meine Woche allerdings relativ entspannt. Die 5. Klasse lernt etwas \u00fcber S-Laute und erf\u00e4hrt, wie \u201edas\u201c und \u201edass\u201c richtig verwendet wird. Beim Vorbereiten dieser Stunden merke ich regelm\u00e4\u00dfig, dass meine Unterstufenzeit schon l\u00e4nger zur\u00fcckliegt und ich viele Regeln gar nicht mehr kenne. Da f\u00e4llt es mir leichter, etwas f\u00fcr die 8. Klasse vorzubereiten, bei der es vor allem um Leseverstehen und Textarbeit geht. F\u00fcr die 12. Klasse hingegen ist es nicht mehr lang bis zur schriftlichen DSDII-Pr\u00fcfung, weswegen wir hierf\u00fcr flei\u00dfig am \u00dcben sind.<\/p>\n<p>Das Wochenende nutzte ich dann, um Oradea zu erkunden. Immerhin war es erst das zweite Wochenende, das ich in meiner Heimatstadt verbrachte, und es gab noch viel zu entdecken. So machte ich mich auf den Weg in die wundersch\u00f6ne Altstadt und schaute mir die zahlreichen Kirchen an, deren T\u00fcrme ich bisher nur von meinem Balkon aus gesehen hatte. In der griechisch-katholischen Nikolauskirche hatte ich dann eine sehr interessante Begegnung: Ein Mann, der scheinbar daf\u00fcr zust\u00e4ndig war, die Kirche zu bewachen, zeigte mir alles \u2013 besser gesagt versuchte er es. Er konnte n\u00e4mlich leider kein Englisch\u2026 und ich beherrsche immer noch zu wenig Rum\u00e4nisch. Trotzdem nahm er sich bestimmt eine halbe Stunde lang Zeit und erkl\u00e4rte mir mit den immer gleichen Satzfetzen und H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen etwas \u00fcber die Heiligen, die Bauart der Kirche usw. Er schaltete sogar extra das Licht an, damit ich die Kirche und den Altar erleuchtet sehen konnte, und f\u00fchrte mich in eigentlich abgesperrte Bereiche. Seine M\u00fchen und diese kleine F\u00fchrung wei\u00df ich sehr zu wertsch\u00e4tzen, obwohl ich leider nicht viel mehr als \u201ebarock\u201c und \u201eMaria\u201c verstehen konnte. Ich muss wohl noch einmal zur\u00fcckkommen, sobald mein Rum\u00e4nisch etwas ausgereifter ist.<\/p>\n<p>An Sprachkenntnissen mangelt es also immer noch sehr, aber daf\u00fcr entwickle ich so langsam eine Orientierung in Oradea. Denn neben der Kirchenerkundung ging ich auch einfach nur spazieren und genoss das milde Herbstwetter und die vielen malerischen Fassaden der Stadt. Auch W\u00e4schewaschen, Kochen und Backen kamen nicht zu kurz, sodass ich entspannt in die neue Woche starten konnte und nun endlich die Zeit finde, diesen Eintrag zu schreiben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer meinen letzten Bericht gelesen hat, wei\u00df, dass es in der Schulbibliothek wirklich viele B\u00fccher gibt. Alle, die ihn noch nicht gelesen haben, d\u00fcrfen gerne mal im ersten Eintrag unter Buchstabe B nachgucken. Aber so wichtig ist das eigentlich auch gar nicht, denn jetzt schreibe ich viel ausf\u00fchrlicher dar\u00fcber. 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