{"id":198,"date":"2021-08-31T23:41:17","date_gmt":"2021-08-31T20:41:17","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/?p=198"},"modified":"2021-09-01T00:45:52","modified_gmt":"2021-08-31T21:45:52","slug":"10-monate-rumaenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/2021\/08\/31\/10-monate-rumaenien\/","title":{"rendered":"La revedere, Rom\u00e2nia!"},"content":{"rendered":"<p>Wieder mal im Zug, wieder mal Zeit zu schreiben. Aber dieses Mal ist vieles anders: Der Zug f\u00e4hrt schneller als 90 km\/h. Meine Koffer sind viel schwerer als sonst. Um mich herum wird Deutsch gesprochen.<\/p>\n<p>Das Ziel meiner Reise ist dieses Mal nicht irgendein Ort in Rum\u00e4nien oder den Nachbarl\u00e4ndern. Heute fahre ich zum ersten Mal seit 10 Monaten wieder nach Mannheim, Deutschland.<\/p>\n<p>Der Auslandsteil des Freiwilligen Sozialen Jahres im Ausland ist nun beendet. Es ist viel passiert, ich habe viel gelernt und erlebt, blabla. Es ist schwierig, das zusammenzufassen. Trotzdem will ich irgendeine Art von Abschluss auf diesem Blog.<\/p>\n<p>Also h\u00f6re ich so auf, wie ich im ersten Eintrag begonnen habe. Hier sind einige Aspekte meines Freiwilligendienstes in Rum\u00e4nien \u2013 pers\u00f6nlich, unvollst\u00e4ndig und wild durcheinander:<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>nkunft: Ich erinnere mich noch gut an meine Ankunft und die ersten Tage in Rum\u00e4nien. Wie ungewohnt am Anfang alles war und wie vertraut am Ende. Mittlerweile bin ich schon wieder in Deutschland, denn es sind ungef\u00e4hr eineinhalb Wochen vergangen, seitdem ich angefangen habe, diesen Eintrag zu schreiben. Tats\u00e4chlich hat sich gar nicht so viel ver\u00e4ndert, wie ich dachte. Wird das auch so sein, wenn ich noch einmal zur\u00fcck nach Rum\u00e4nien komme?<\/p>\n<p><strong>B<\/strong>alkon: Wie viele Stunden ich wohl insgesamt dort verbracht habe? Einfach nur dort sa\u00df, a\u00df, Musik h\u00f6rte, die Aussicht genoss, den Verkehr und die Menschen beobachtete?<\/p>\n<p><strong>C<\/strong>hi\u0219in\u0103u: Neben rum\u00e4nischen Reisezielen konnte ich die Hauptstadt der Republik Moldau und einige St\u00e4dte in Bulgarien und Ungarn besichtigen.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>eutschland: Ich stelle fest, dass mein Freiwilligendienst auch mein Deutschlandbild ver\u00e4ndert hat. Auf der einen Seite durch andere Freiwillige: Die zahllosen Diskussionen dar\u00fcber, wie nun der Anfang\/das Ende vom Brot korrekterweise bezeichnet wird (Antwort: Knorz), oder der Austausch \u00fcber unterschiedliche St\u00e4dte und Bundesl\u00e4nder. Auf der anderen Seite durch Personen, die nicht in Deutschland leben: Wie diese Deutschland und deutsche Menschen wahrnehmen, hat mich oft echt nachdenklich gemacht. \u00dcber Privilegien, Vorurteile, Grenzen.<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>ntwicklung: gro\u00df!<\/p>\n<p><strong>F<\/strong>reundschaft: Ich bin so dankbar f\u00fcr alle neuen Freund*innen. Egal, ob nur 5min weg oder quer \u00fcbers Land verteilt.<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>l\u00fcck: sehr gro\u00df!<\/p>\n<p><strong>H<\/strong>eimat: Ein St\u00fcck von mir bleibt in Oradea zur\u00fcck. Und ein St\u00fcck von Rum\u00e4nien bleibt bei mir (kitschig, aber wahr\u2026)<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>dylle: Morgens aufwachen, aus dem Fenster gucken, Berge sehen. Alles gr\u00fcn oder hellgrau, kein Auto oder Mensch zu h\u00f6ren. Raus gehen, in die Sonne setzen, Kaffee trinken. Und einfach genie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>J<\/strong>oggen: und wandern und spazieren gehen. Meine F\u00fc\u00dfe waren auf jeden Fall in Bewegung.<\/p>\n<p><strong>K<\/strong>ochen: hat mich entspannt, gl\u00fccklich gemacht und meinen Alltag strukturiert.<\/p>\n<p><strong>L<\/strong>achen: sehr oft!<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>useen: sehr viele!<\/p>\n<p><strong>N<\/strong>achbereitungsseminar: ist gerade erst vorbei und war sehr hilfreich. Workshops und Seminare im Allgemeinen waren ziemlich cool und ein nicht zu untersch\u00e4tzender Teil meiner Freiwilligenzeit.<\/p>\n<p><strong>O<\/strong>nline: hat sich in den letzten Monaten vieles abgespielt. Von Unterricht \u00fcber Seminare bis hin zu Leichtathletiktraining \u2013 irgendwie sind Videotelefonate allt\u00e4glich geworden. Vielleicht war es deswegen eigentlich gar nicht so komisch, Familienmitglieder oder Freund*innen nur auf dem Bildschirm zu sehen.<\/p>\n<p><strong>P<\/strong>l\u0103cint\u0103: werde ich echt vermissen, vor allem zu dem Preis\u2026<\/p>\n<p><strong>Q<\/strong>ualle: Schlechte \u00dcberleitung zu einem einpr\u00e4gsamen Erlebnis\u2026 Ich befand mich ziemlich weit drau\u00dfen im Schwarzen Meer und genoss gerade auf dem R\u00fccken liegend die Sonne, als ich pl\u00f6tzlich ein Ger\u00e4usch h\u00f6rte. Erschrocken richtete ich mich auf und entdeckte ein paar Meter von mir entfernt eine gro\u00dfe Schwanzflosse, die gerade wieder untertauchte. Ein Hai! In Windeseile schwamm ich zur\u00fcck in Richtung Strand, wo ich mein Erlebnis mit den anderen teilte und aufgeregt eine Internetrecherche begann. Es stellte sich heraus, dass es wohl kein Hai, sondern ein Delfin war!<\/p>\n<p><strong>R<\/strong>um\u00e4nisch: Ich hoffe, dass wenigstens ein bisschen was von der Sprache h\u00e4ngenbleibt. Am Ende hatte ich echt Spa\u00df daran, mich auf Rum\u00e4nisch zu unterhalten.<\/p>\n<p><strong>S<\/strong>pontanit\u00e4t: wenn Pl\u00e4ne scheitern oder es gar keine gibt, ist das meistens kein gro\u00dfes Problem. Irgendwie findet sich immer eine L\u00f6sung\u2026 zumindest vertraue ich darauf nun viel st\u00e4rker als noch im letzten Jahr.<\/p>\n<p><strong>T<\/strong>rauer: Wut, Ungeduld, Angst etc. Nat\u00fcrlich war nicht immer alles rosig und das ist auch gut so.<\/p>\n<p><strong>U<\/strong>nterricht: und dessen Vorbereitung, Ferienbetreuung, B\u00fccherei, Nachhilfe, Korrekturlesen, Papierkram, Schulversch\u00f6nerung \u2013 die Arbeit am Liceul Teoretic German \u201eFriedrich Schiller\u201c war definitiv abwechslungsreich und hat mir vor allem gen Ende viel Spa\u00df gemacht.<\/p>\n<p><strong>V<\/strong>ergessen: Schon im Juli wusste ich nicht mehr genau, was ich alles im Oktober erlebt hatte. Mich macht der Gedanke traurig, dass ich vieles in ein paar Jahren nicht mehr wissen werde. Gleichzeitig geh\u00f6rt das nat\u00fcrlich einfach zum Leben dazu und ich habe hoffentlich genug aufgeschrieben und fotografiert, um die wichtigsten Momente in Erinnerung zu behalten.<\/p>\n<p><strong>W<\/strong>inter: Ich bin wirklich froh, alle Jahreszeiten erlebt zu haben.<\/p>\n<p><strong>X<\/strong>mal: am Pia\u021ba Unirii gewesen, Zug und Bus gefahren, Mihai Eminescu gesehen, zur Schule gerannt, am Fluss gesessen, \u201eam o \u00eentrebare\u201c gesagt, Pizza mit Ketchup gegessen, \u201edragostea din tei\u201c geh\u00f6rt, \u2026<\/p>\n<p>Person X<strong>Y<\/strong>, die: mir zugeh\u00f6rt hat, mit mir gelacht hat, mir geholfen hat, mich eingeladen hat, mir etwas geschenkt hat, mich zum Nachdenken gebracht hat, an mich geglaubt hat, \u2026 \u2013 danke!<\/p>\n<p><strong>Z<\/strong>ug: Wohl das Symbol f\u00fcrs Reisen und Abenteuer. Irgendwo einsteigen, irgendwo ankommen, etwas erleben, wieder einsteigen, wieder ankommen. Ich kann das sehr lange machen&#8230; mal gucken, wo ich am Ende lande.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder mal im Zug, wieder mal Zeit zu schreiben. Aber dieses Mal ist vieles anders: Der Zug f\u00e4hrt schneller als 90 km\/h. Meine Koffer sind viel schwerer als sonst. Um mich herum wird Deutsch gesprochen. Das Ziel meiner Reise ist dieses Mal nicht irgendein Ort in Rum\u00e4nien oder den Nachbarl\u00e4ndern. 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