{"id":127,"date":"2021-02-16T22:52:30","date_gmt":"2021-02-16T20:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/?p=127"},"modified":"2021-02-16T22:52:30","modified_gmt":"2021-02-16T20:52:30","slug":"eu-mananc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ruppmaenien\/2021\/02\/16\/eu-mananc\/","title":{"rendered":"Eu m\u0103n\u00e2nc"},"content":{"rendered":"<p>Mittlerweile bin ich schon seit vier Monaten hier. Es wird also h\u00f6chste Zeit, dass ich mal \u00fcbers Essen rede. Schlie\u00dflich esse ich sehr gerne und oft auch sehr viel und manchmal auch sehr langsam (aber wirklich nur manchmal).<\/p>\n<p>Ich habe festgestellt, dass mich Kochen extrem entspannt. Gem\u00fcse schnippeln, Nudeln kochen, Zwiebeln anbrennen \u2013 irgendwie hat das alles eine wirklich beruhigende Wirkung auf mich. Aber so viel nur am Rande.<\/p>\n<p>Eigentlich geht es in diesem Eintrag n\u00e4mlich um landestypisches Essen. Dieses darf ich mittlerweile ziemlich regelm\u00e4\u00dfig jeden Dienstagabend genie\u00dfen. Denn zu meinem Gl\u00fcck beschr\u00e4nkt sich mein Sprachkurs nicht nur auf die Vermittlung der rum\u00e4nischen Vokabeln und Grammatik, sondern bringt mir \u00fcberdies den Genuss einiger traditioneller Speisen.<\/p>\n<p>Ich habe Einzelunterricht bei Anca, einer der Grundschullehrerinnen. Zweimal die Woche treffen wir uns f\u00fcr eineinhalb Stunden in der Wohnung ihrer Mutter. Und w\u00e4hrend ich mich bem\u00fche, die Unterschiede zwischen a, \u0103 und \u00e2 in meiner Aussprache m\u00f6glichst deutlich zu machen, bereitet Ancas Mutter Essen vor. Daf\u00fcr bin ich ihr wirklich jedes Mal aufs Neue extrem dankbar.<\/p>\n<p>\u201eSarmale cu ciuperci\u201c ist das erste Gericht, das mir serviert wurde. Es handelt sich dabei um eine Art Kohlrouladen, blo\u00df in viel besser. Traditionellerweise sind die Kohlbl\u00e4tter mit Reis und Hackfleisch gef\u00fcllt, in meinem Fall gab es sie aber extra mit Pilzen (=ciuperci). Ich habe sehr viele davon gegessen, aber wohl nicht so viele wie Ancas Mutter an Weihnachten. Daf\u00fcr durfte ich welche mit nach Hause nehmen und auch noch am n\u00e4chsten Tag genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter gab es dann wieder Pilze, diesmal mit Kartoffelbrei. Daran ist jetzt eigentlich nichts typisch rum\u00e4nisch, aber es war trotzdem lecker. Die Pilze waren von einem Bekannten von Anca selbstgepfl\u00fcckt und deswegen eine willkommene Abwechslung zu den Supermarkt-Champignons.<\/p>\n<p>Den Dienstag darauf a\u00dfen wir L\u00e1ngos. Diese Teigfladen d\u00fcrften von deutschen Weihnachtsm\u00e4rkten bekannt sein und sind eigentlich typisch ungarisch. Der rum\u00e4nische Name daf\u00fcr ist \u201epl\u0103cint\u0103\u201c, wobei ich gestehen muss, dass ich das mit den Namen bisher noch nicht ganz verstanden habe. Denn Pl\u0103cint\u0103 gibt es hier auch in B\u00e4ckereien oder an anderen St\u00e4nden zu kaufen und die sehen dann ganz anders aus. Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass hier jede*r die Bezeichnungen so verwendet, wie es gerade passt. Aber letztlich ist der Name des Essens ja auch egal, nur der Geschmack z\u00e4hlt. Und obwohl Ancas Mutter nicht ganz zufrieden mit ihren L\u00e1ngos war (angeblich zu dick und nicht kross genug), fand ich sie sehr lecker. Typisch belegt mit \u201esm\u00e2nt\u00e2n\u0103, br\u00e2nz\u0103 \u0219i usturoi\u201d = Sahne, K\u00e4se und Knoblauch, wurde ich auch schnell satt davon und durfte wieder etwas mitnehmen.<\/p>\n<p>Heute habe ich \u201eciorb\u0103\/sup\u0103 de fasole\u201c, also Bohnensuppe, probiert. Diese besteht aus braunen Bohnen, Karotten und Sauerkraut (zumindest in der fleischlosen Fastenvariante). Ja richtig, Sauerkraut\u2026 ehrlich gesagt habe ich das noch nie zuvor in einer Suppe gegessen. Doch ich wurde positiv \u00fcberrascht und bin erstaunt, wie gut Kohl in rum\u00e4nischen Gerichten immer wieder wegkommt. W\u00e4hrend ich das schreibe, habe ich immer noch den leicht sauren Geschmack auf meiner Zunge.<\/p>\n<p>An dieser Stelle w\u00fcrde ich wirklich gerne Bilder einf\u00fcgen, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Leider habe ich keine gemacht. Deswegen m\u00fcsst ihr euch das Essen einfach vorstellen, es im Internet suchen oder selbst mal nach Rum\u00e4nien kommen, um es zu probieren. Letzteres kann ich nur empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile bin ich schon seit vier Monaten hier. Es wird also h\u00f6chste Zeit, dass ich mal \u00fcbers Essen rede. Schlie\u00dflich esse ich sehr gerne und oft auch sehr viel und manchmal auch sehr langsam (aber wirklich nur manchmal). Ich habe festgestellt, dass mich Kochen extrem entspannt. 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