{"id":687,"date":"2013-06-24T15:24:20","date_gmt":"2013-06-24T13:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/projekte\/?p=687"},"modified":"2013-06-26T21:22:18","modified_gmt":"2013-06-26T19:22:18","slug":"gemeinsame-projekttage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/projekte\/2013\/06\/24\/gemeinsame-projekttage\/","title":{"rendered":"Gemeinsame Projekttage"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Juni fand an der \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola und dem Evanjelick\u00e9 gymn\u00e1zium in Bansk\u00e1 Bystrica, Slowakei, ein kleiner &#8222;Austausch&#8220; statt. Die \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola ist eine Sonderschule f\u00fcr lern- und geistig behinderte Sch\u00fcler.<br \/>\nDie Sch\u00fcler haben sich also gegenseitig an ihren Schulen besucht und unter meiner Anleitung an zwei Projekttagen in gemischten Gruppen Fotostorys erarbeitet.<br \/>\nNach dem Zwischenseminar musste ich meine bisherige Projektidee verwerfen, da ihre Realisierung nicht m\u00f6glich war. Mein geplantes Erste-Hilfe-Training w\u00e4re am nicht vorhandenen \u00dcbungsmaterial und an der fehlenden Motivation der Sch\u00fcler gescheitert. Auch meiner neuen Idee, gemeinsame Projekttage mit einer Sonderschule zu organisieren, r\u00e4umten die Deutschlehrkr\u00e4fte zun\u00e4chst geringe Chancen ein. Als der Direktor jedoch seine Zustimmung zu meinem Vorhaben gab und ich eine Sonderschule \u00fcberzeugen konnte, mitzumachen, stand der Termin: Am 3. Juni sollten die Sch\u00fcler meiner Schule an die Sonderschule kommen, am darauffolgenden Tag sollte der Gegenbesuch erfolgen.<br \/>\nMit dem Projekt wollte ich erreichen, dass sich behinderte und nicht behinderte Sch\u00fcler respektvoll und vorurteilsfrei begegnen, voneinander lernen, und Spa\u00df am Entwickeln gemeinsamer Ideen haben. F\u00fcr mich gilt der Satz, mit dem Richard von Weizs\u00e4cker schon 1993 f\u00fcr ein Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten warb: &#8222;Es ist normal, verschieden zu sein.&#8220;<br \/>\nIch war sehr froh dar\u00fcber, dass ich mit der 3.B eine Klasse gefunden habe, die f\u00fcr mein Vorhaben aufgeschlossen war. Sie besteht aus 10 Sch\u00fclern, aus den beiden teilnehmenden Klassen der Sonderschule kamen zusammen etwa dieselbe Anzahl an Teilnehmenden.<br \/>\nIch m\u00f6chte an dieser Stelle auf den konkreten Ablauf der beiden Tage zu sprechen kommen. Vor der Besch\u00e4ftigung mit den vorgegebenen Fotostorythemen haben wir einige Kennenlernspiele gemacht. Die Sch\u00fcler sollten zum Beispiel die Augen schlie\u00dfen und erraten, wer ihnen seinen Namen ins Ohr gefl\u00fcstert hat. Oder: Sie f\u00fchrten sich in Zweiergruppen blind durch das Schulgeb\u00e4ude. Dadurch konnte gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden. Auch in den zweiten Tag starten wir mit einigen Aktivierungsspielen. Die Arbeit an den Fotostorys beanspruchte die restliche Zeit.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bestand f\u00fcr mich haupts\u00e4chlich darin, interessante Themen zu finden und den genauen Ablauf zu planen. Anschlie\u00dfend konnte mir eine Religionslehrerin, die mich beim Projekt tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzte, die Aufgabenbl\u00e4tter f\u00fcr die Gruppen ins Slowakische \u00fcbersetzen. Das Freiwilligenprojekt fand auf Slowakisch statt und es hat einiges von mir verablangt, alles auf Slowakisch zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nDrei Gruppen wurden mit der Aufgabe betraut, sich eine eigene Geschichte auszudenken, die sich mit den Themen Zivilcourage, Alkoholmissbrauch und Armut auseinandersetzt. Die Sch\u00fcler haben sehr pr\u00e4zise Vorgaben erhalten, was sich als vorteilhaft erwies. Die vielleicht interessanteste Aufgabe ging an Gruppe 3 und bestand darin, einen Kipnapper an unserer Schule zu finden, der eine Englischlehrerin gefangen hielt. Obwohl ich eigentlich einem rum\u00e4nischen Englischlehrer die Rolle des Kidnappers zudachte, belastete sie \u2013 nachdem die Sch\u00fcler ihr Versteck gefunden hatten \u2013 einen anderen Kollegen. Sie hat sich wahrscheinlich nicht mehr genau an unsere Abmachung erinnert und dadurch wurde die Geschichte noch chaotischer und lustiger.<br \/>\nAuch die anderen Gruppen haben tolle Ergebnisse pr\u00e4sentiert und waren sehr kreativ. In B\u00e4lde lade einige Fotostorys auf dieser Seite hoch. Auch die beiden begleitenden Lehrerinnnen von der \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola waren beeindruckt, wie unproblematisch die Sch\u00fcler zusammenarbeiteten.<br \/>\nGanz nebenbei \u2013 darum sollte es in meinem Projekt eigentlich gar nicht gehen \u2013 haben einiger unserer Sch\u00fcler ihre Einstellung gegen\u00fcber Roma ge\u00e4ndert. (Einige als lernbehindert eingestufte Kinder der \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola waren n\u00e4mlich Roma.) Die Sch\u00fcler aus meiner Schule haben einfach gemerkt, dass die Romakinder der Sonderschule Jugendliche wie sie selbst sind und man mit ihnen zusammenarbeiten kann, ohne ausgeraubt zu werden.<br \/>\nBesonders sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn eventuelle Nachfolger als Freiwillige am Evanjelick\u00e9 gymn\u00e1zium das Projekt in \u00e4hnlicher Form durchf\u00fchren k\u00f6nnten und den Kontakt zur \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola nicht abrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Pachatel (1)\" class=\"scribd_iframe_embed\" src=\"https:\/\/www.scribd.com\/embeds\/149686612\/content\" data-aspect-ratio=\"1.3323485967503692\" scrolling=\"no\" id=\"149686612\" width=\"584\" height=\"876\" frameborder=\"0\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">          (function() { var scribd = document.createElement(\"script\"); scribd.type = \"text\/javascript\"; scribd.async = true; scribd.src = \"https:\/\/www.scribd.com\/javascripts\/embed_code\/inject.js\"; var s = document.getElementsByTagName(\"script\")[0]; s.parentNode.insertBefore(scribd, s); })()        <\/script><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu guter Letzt noch zwei Stimmen zu dem Projekt:<\/p>\n<p>Miriam, 17<br \/>\n&#8222;F\u00fcr unsere Klasse war das jetzt das erste Mal, dass wir an so einem Projekt teilgenommen haben und obwohl wir uns die Zusammenarbeit am Anfang nicht so gut vorstellen konnten, denke ich, dass das Projekt sehr gut gelaufen ist und dass es am Ende die Zufriedenheit auf den beiden Seiten gab.<br \/>\nDie Sch\u00fcler waren gegen\u00fcber den Aufgaben sehr aufgeschlossen und die Kommunikation zwischen uns hat sehr gut funktioniert, obwohl es ab und zu ein bisschen l\u00e4nger gedauert hat, bis sie verstanden haben, was wir machen sollen, aber genauso hat es auch bei uns ausgesehen, also von daher &#8230;<br \/>\nDas Ergebnis der Zusammenarbeit hat uns sehr gefreut, und wie die Sch\u00fcler auch gesagt haben, war die Aufgabe, verschiedene Fotostorys zu erstellen, sehr interessant und ganz anders als das, was wir normalerweise in der Schule machen.<br \/>\nJeder von uns hat mit Sicherheit etwas gelernt und wir haben von verschiedenen Problemen und Schicksalen dieser Sch\u00fcler geh\u00f6rt, was ich f\u00fcr einen eindeutigen Vorteil halte.<br \/>\nAlso man kann sagen, dass dieses Projekt seinen Zweck erf\u00fcllte.&#8220;<\/p>\n<p>Nat\u00e1lia, 17<br \/>\n&#8222;Das Projekt mit behinderten Kindern war super. Zuerst hatte ich Vorurteile: Wie sind sie? Was wissen sie? Wir mussten zusammen eine Fotostory machen. Das war eine gute Erfahrung. Ich habe neue Freunde und sie sind super. Dieses projekt war wirklich sehr gut. Jetzt habe ich keine Vorurteile und es freut mich sehr, dass ich an diesem Projekt teilnehmen konnte. Wir hatten keine Probleme und Moritz hat es sehr gut organisiert.&#8220;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Smola\" class=\"scribd_iframe_embed\" src=\"https:\/\/www.scribd.com\/embeds\/149686510\/content\" data-aspect-ratio=\"1.3323485967503692\" scrolling=\"no\" id=\"149686510\" width=\"584\" height=\"876\" frameborder=\"0\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">          (function() { var scribd = document.createElement(\"script\"); scribd.type = \"text\/javascript\"; scribd.async = true; scribd.src = \"https:\/\/www.scribd.com\/javascripts\/embed_code\/inject.js\"; var s = document.getElementsByTagName(\"script\")[0]; s.parentNode.insertBefore(scribd, s); })()        <\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Juni fand an der \u0160peci\u00e1lna z\u00e1kladn\u00e1 \u0161kola und dem Evanjelick\u00e9 gymn\u00e1zium in Bansk\u00e1 Bystrica, Slowakei, ein kleiner &#8222;Austausch&#8220; statt. 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