{"id":361,"date":"2012-03-16T08:07:22","date_gmt":"2012-03-16T07:07:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/projekte\/?p=361"},"modified":"2012-06-15T12:21:43","modified_gmt":"2012-06-15T10:21:43","slug":"the-big-buddy-orchestra-oder-der-lange-weg-einer-schweren-geburt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/projekte\/2012\/03\/16\/the-big-buddy-orchestra-oder-der-lange-weg-einer-schweren-geburt\/","title":{"rendered":"The Big Buddy Orchestra oder der lange Weg einer schweren Geburt"},"content":{"rendered":"<p>Die Mission \u201cKurzzeitprojekt\u201d, sp\u00e4testens ab dem dritten Tag ein konstanter Begleiter unterschiedlichster Alltagskonversation w\u00e4hrend des Vorbereitungsseminars, hat sich in unserer Homezone als Begriff f\u00fcr Zusammengeh\u00f6rigkeit und Gemeinschaft herausgebildet. Nach kurzem Gruppenbrainstorming, die Tragweite des Wortes wird durch seine L\u00e4nge unterst\u00fctzt, stand f\u00fcr jedes Mitglied unsere Homezone fest: Kurzzeitprojekt = Gruppenprojekt.<\/p>\n<p>H\u00e4tten wir jedoch gewusst, welche Schwierigkeiten mit der Bezeichnung \u201cGruppe\u201d verbunden sind, dann w\u00e4re aus unserem Orchester vielleicht ein Trio geworden. Aber nur wer sich der Herausforderungen stellt, kann sie auch meistern \u2013 bestimmt Konfuzius!<\/p>\n<p>Doch was war unsere Herausforderung?<\/p>\n<p>Nachdem wir beschlossen hatten unser Kurzzeitprojekt als Gruppenarbeit zu konzipieren, musste wir nat\u00fcrlich festlegen, WAS f\u00fcr ein Projekt wir \u00fcberhaupt machen wollen. Es gab zwar viele Ideen, doch der Gruppenkonsens lie\u00df lange auf sich warten. W\u00e4hrend anf\u00e4nglich von Stopmotion- und Stummfilmen getr\u00e4umt wurde, schweiften die Gedanken zu Art-Attack-Aktionen bis hin zu Tetris mit Menschen als Baukl\u00f6tzchen ab \u2013 kurzum, die W\u00fcnsche und Vorstellungen von 13 hoch motivierten Personen zu ber\u00fccksichtigen, \u00fcberstieg den Anspruch KURZzeitprojekt und brachte das ein oder andere Nervenkost\u00fcm zumindest auf Erdbebenst\u00e4rke 5. Am dritten Tag unserer Diskussions- und \u00dcberlegungsrunde, wir waren noch mit der Frage besch\u00e4ftigt, welche Abstimmungsform wir f\u00fcr die Abstimmung nutzen m\u00f6chten, entstand aus einer Anekdote von Max das, was letztendlich unser Big Buddy Orchestra werden sollte. Der Name John Cage und 4:33 war gefallen und weckte das Interesse der gesamten Gruppe. Nat\u00fcrlich wurde der Plan nicht sofort angenommen und wir \u00fcbten uns weiter im Diskutieren, Analysieren und Argumentieren, aber letztendlich stand fest: Wir wollen eine Hommage an John Cage. Und pl\u00f6tzlich purzelten die Ideen, die vor allem gr\u00f6\u00dftenteils kongruent zueinander waren, aus unseren Hirnen heraus und das Motto unserer Projektes &#8222;Erwarte das Unerwartete&#8220; war geboren. Die restliche Planung belief sich auf Formalit\u00e4ten. Schnell waren drei Untergruppen mit den entsprechenden Ansprechpartnern gefunden und die Proben konnten als bald beginnen. Wer an dieser Stelle immer noch nicht wei\u00df, was es mit John Cages 4:33 auf sich hat, belese sich bitte auf einer pers\u00f6nlich bevorzugten Wissensvermittlungsseite.<\/p>\n<p>Da wir unser St\u00fcck nat\u00fcrlich nicht 4:33 nennen wollten, entschieden wir uns f\u00fcr die Verr\u00fccktheit von 3:44 und wer denkt, dass die Verk\u00fcrzung um etwas mehr als einer Minute bei der Durchf\u00fchrung der Proben erleichternd war, der irrt. Insgesamt waren die Proben, derer wir doch nicht wenige hatten, sehr erm\u00fcdend, denn angestrengtes Schweigen mit entsprechender K\u00f6rperhaltung fordert eine gro\u00dfe Portion an Selbstbeherrschung. Zudem wussten wir nicht, wie das Publikum unser St\u00fcck auffassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Umsetzung:<\/p>\n<p>Um John Cage so nahe wie m\u00f6glich zu sein, entschieden wir uns ebenfalls f\u00fcr die klassische Form des Orchesters. Da sich an Musikinstrumenten lediglich zwei Gitarren und eine Trompete auftreiben lie\u00df, legten wir die Besetzung auf Chor und Trio fest. Da wir nat\u00fcrlich trotz musikalischem Minimalismus so authentisch und seri\u00f6s wie m\u00f6glich erscheinen wollten, galt die Kleiderordnung schick und schwarz. Mit Max als Dirigenten rundeten wir das Bild doch recht glaubw\u00fcrdig ab.<\/p>\n<p>Um dem Publikum st\u00e4rker vermitteln zu k\u00f6nnen, dass sie die eigentlichen Hauptakteure unseres 2-s\u00e4tzigen Werkes sein w\u00fcrden, filmten wir unsere mehr oder minder verwirrten Zuschauer und projizierten das Video hinter uns an die Leinwand. W\u00e4hrend des ersten Satzes, der zwei Minuten Schweigen beinhaltete, stieg die Anspannung des Publikums, das sich jedoch mit \u00c4u\u00dferungen dezent zur\u00fcck hielt. W\u00e4hrend des zweiten Satzes konnten sie aber nicht mehr still sitzen. Viele sprangen von ihren St\u00fchlen auf und spielten den von allen geliebten Energizer &#8222;Big Buddy&#8220;. Auf diese Reaktion waren wir \u00fcberhaupt nicht vorbereitet, wobei unser Name nat\u00fcrlich den Eindruck vermittelt, dass das unsere Erwartungshaltung an das Publikum war. Am Ende unserer Pr\u00e4sentation blendeten wir noch kurz unser Motto &#8222;Erwarte das Unerwartete&#8220; ein, denn bis dahin hatten wir das Publikum noch nicht aufgekl\u00e4rt. Wobei Aufkl\u00e4rung vielleicht das falsche Wort ist, denn immerhin wollten wir nur einen Denkansto\u00df und keine Erkl\u00e4rung \u00fcber unser Projekt abgeben &#8211; m\u00fcndige Mensch im kantschen Verst\u00e4ndnis sollten ja bereits aufgekl\u00e4rt sein&#8230;<\/p>\n<p>Was das Publikum aus unserem Auftritt mitgenommen hat, ist uns allen nicht wirklich bewusst. Da es aber jedem selbst obliegt unser Projekt f\u00fcr sich individuell zu deuten, kann ich an dieser Stelle nur berichten, was es f\u00fcr uns bedeutet hat: Gemeinschaft, Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl und das Wissen, in einer gut funktionierenden Gruppe vieles realisieren zu k\u00f6nnen. Auch wenn der Weg bis zu dieser Erkenntnis m\u00fchevoll und nicht immer nur von Kieselsteinchen ges\u00e4t war, am Ende haben wir uns alle zusammen als &#8222;Big Buddy&#8220; gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>Fotos und das Video folgen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mission \u201cKurzzeitprojekt\u201d, sp\u00e4testens ab dem dritten Tag ein konstanter Begleiter unterschiedlichster Alltagskonversation w\u00e4hrend des Vorbereitungsseminars, hat sich in unserer Homezone als Begriff f\u00fcr Zusammengeh\u00f6rigkeit und Gemeinschaft herausgebildet. 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