{"id":141,"date":"2015-01-09T16:54:59","date_gmt":"2015-01-09T08:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/postausderjurte\/?p=141"},"modified":"2015-01-09T16:54:59","modified_gmt":"2015-01-09T08:54:59","slug":"how-to-get-a-mongolian-visa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/postausderjurte\/2015\/01\/09\/how-to-get-a-mongolian-visa\/","title":{"rendered":"How To Get A Mongolian Visa"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte, meinen Freiwilligendienst zu verl\u00e4ngern, muste ich mich auch um ein neues Visum und die Verl\u00e4ngerung meines mongolischen Personalausweises k\u00fcmmern. Und soetwas ist ja bekanntlich ein Abenteuer&#8230;<!--more-->Ich wei\u00df ja nicht, wie schwierig es ist, solche Genehmigungen in Deutschland oder anderswo zu bekommen, in der Mongolei jedenfalls muss ich mich durch einen B\u00fcrokratiedschungel k\u00e4mpfen. Und selbst f\u00fcr Mongolen, die nicht wie ich als stummer Fisch vor dem Schalter stehen und auf \u00dcbersetzungen angewiesen sind, sind solche G\u00e4nge zu \u00c4mtern und Beh\u00f6rden eine Irrfahrt. Alle Mongolen, denen ich erz\u00e4hle, dass ich jetzt seit f\u00fcnf Tagen in der Hauptstadt bin, um Visumsangelegenheiten zu kl\u00e4ren, begegnen mir mit einem verst\u00e4ndnisvollen Nicken und erz\u00e4hlen, dass selbst sie als Einheimische jedes Mal von den Regelungen und Vorschriften \u00fcberrascht werden.<\/p>\n<p>Leider sind solche Angelegenheiten nur in der Hauptstadt zu kl\u00e4ren, sodass ich jedes Mal von Erdenet nach UB pendeln muss. Vielen Dank Svenja, dass du mich immer und immer wieder aufnimmst, ich deinen K\u00fchlschrank leer futtern kann und du dir sogar mein Gejammer anh\u00f6rst!! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich machte mich also letzte Woche Freitag auf den Weg nach UB, um p\u00fcnktlich am Montag bei der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde zu stehen und mein neues Visum zu erbitten. Seit September 2014 ist die Deutsche Botschaft nicht mehr f\u00fcr die Visa-Angelegenheiten von kulturweit-Freiwilligen zust\u00e4ndig, sodass ich \u00fcberhaupt nicht wusste, welche Dokumente eigentlich von mir verlangt wurden. Es gibt zwar eine Infomationsmappe, die mir aber leider nichts dar\u00fcber verr\u00e4t, was ich tun muss, wenn ich ein schon bestehendes Langzeitvisum verl\u00e4ngern will. Es ist zwar eine Telefonnummer des Immigration office angegeben, diese ist aber blo\u00df wohl Zierde. Chantsal und ich probierten zwei Wochen lang, dort jemanden zu ereichen &#8211; vergeblich. Nun ja, no risk no fun also&#8230;. ich fahre also mal auf gut Gl\u00fcck hin!<\/p>\n<p>Montagmorgen mache ich mich mit meiner mongolischen Freundin Tseegii, die mir mit der Sprache helfen wird, auf den Weg zur Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde. Diese liegt au\u00dferhalb der Stadt, auf dem Weg zum Flughafen, mitten in der Pampa (Ich wei\u00df nicht genau, wer auf die glorreiche Idee kam, die Beh\u00f6rde dort zu bauen. Denn als Ausl\u00e4nder ohne Mongolischkenntnisse dorthin zu finden, ist mehr als kompliziert). Die Sachbearbeiter dort jedenfalls sind sehr freundlich und teilen uns auch Recht schnell und ohne dreimaligem Nachfragen mit, dass ich noch ein Dokument von der Bildungsbeh\u00f6rde brauche (ich sch\u00e4tze, dass ist so etwas wie eine Arbeitsgenehmigung), ansonsten h\u00e4tte ich alle Papiere zusammen. Grrrmmmpf!<\/p>\n<p>Wir machen uns wieder auf den Weg in die Stadt zur Bildungsbeh\u00f6rde und erleben dort eine Odysee, die ich hier jetzt einfach mal beschreiben muss. Sie war so surreal und abgedreht, dass ich die ganze Zeit vor mich hin grinsen musste. Als erstes werden wir von der Rezeption zu Raum 104 geschickt. Diese sind aber nicht f\u00fcr uns zust\u00e4ndig und erkl\u00e4ren, erst sollen wir unsere Sachen an der Garderobe abgeben und dann zu Raum 515 in den 5. Stock fahren. Von Raum 515 (&#8222;Nein, daf\u00fcr sind wir nicht zust\u00e4ndig.&#8220;) geht es zu Raum 505. In diesem Raum wird gerade umger\u00e4umt, sodass wir zwischen Kisten und Aktenordnern stehen und fragen, ob wir denn jetzt richtig seien. Nein, lautet die Antwort, bitte eine Etage tiefer zu Raum 404. In Raum 404 sitzen ein paar sichtlich gelangweilte Damen und Herren, die uns misstrauisch anschauen und dann wieder nach oben zu Raum 505 schicken. Wir stehen also wieder zwischen Aktenbergen und werden schlie\u00dflich von einer sehr bem\u00fchten Dame zu Raum 104 geschickt (merke, dort waren wir vor knapp 15 Minuten gestartet!). Dort schlie\u00dflich treffen wir auf eine Dame, die sich unserer annimmt. Sie ist dabei aber recht unfreundlich und wird, je l\u00e4nger wir fragen und reden und schon vorhandene Dokumente vorzeigen (ich besitze einen milimeterdicken Hefter mit lauter Dokumenten auf Mongolisch, Deutsch, Englisch, Original und Kopie etcetcetc), immer ungehaltener und unh\u00f6flicher. Schlie\u00dflich gehen wir erneut zu Raum 505, wo uns die freundliche Dame von vorhin einmal in Ruhe erkl\u00e4rt, was ich alles noch brauche und in welcher Sprache. Das Ergebnis: Einen neuen HIV-Test, einen Vertrag mit der Schule auf Englisch sowie ein Anschreiben an die Bildungsbeh\u00f6rde. Nachdem wir diese Information hatten, verlassen wir fast fluchtartig das Gebaude. Also mich erinnert das ganze Spektakel an die eine Szene im Asterix-Comic, wo es um ein irres Verwaltungshaus geht und man auch nur von A nach B geschickt wird und irgendwie niemand so Recht einen Plan hat&#8230;\u00a0 \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Nach diesem Chaos aber klappt das Beschaffen der Dokumente sehr gut. Bereits Dienstagmorgen gehe ich mit Tseegii ins Krankenhaus, um den HIV-Test machen zu lassen und kann das Ergebnis sogar noch am selben Nachmittag abholen! Ich bin begeistert. Jetzt fehlen noch die zwei Unterlagen mit der Unterschrift der Direktorin aus Erdenet. Doch auch die Beschaffung dieser zwei Papiere klappt problemlos und sehr, sehr schnell. Vielen, vielen Dank Chantsal, dass das so super geklappt hat!! Du bist ein Schatz!!<\/p>\n<p>So kommt es, dass ich Freitagnachmittag erneut mit Tseegii zur Bildungsbeh\u00f6rde laufe und dort die angeforderten Unterlagen abgeben kann. Die Dame in Raum 104 ist dieses Mal sehr freundlich und kooperativ: In 5-10 Tage k\u00f6nne ich das Schreiben f\u00fcr die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde vom Bildunsamt abholen, ich solle dann bitte meinen Ausweis und etwas Geld mitnehmen. Ich bin sehr zufrieden und erleichtert, dass ich den ersten Teil abgekl\u00e4rt habe und ich mich jetzt um nichts mehr k\u00fcmmern muss, als abzuwarten, bis das Schreiben ausgestellt ist. Yeah!!<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick muss ich sagen, dass einiges an Arbeit erleichtert worden w\u00e4re, wenn ich gewusst h\u00e4tte, dass ich ein Schreiben von der Bildungsbeh\u00f6rde brauche. Insgesamt hat aber das Zusammensuchen der ben\u00f6tigten Dokumente nur vier Tage gedauert, und das ist wirklich eine super kurze Zeit, gerade fur \u00e4rztliche Unterlagen. Ich glaube, ich muss mich an dieser Stelle korrigieren: Visumsbeschaffung ist kein B\u00fcrokratiedschungel, sondern ein B\u00fcrokratiewald, und ich stehe gerade auf einer Lichtung. Wobei, ich muss ja auch noch das Schreiben abholen und zur Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde fahren&#8230;.Aber f\u00fcrs erste will ich mich jetzt mal nicht weiter beklagen, es geht weitaus schlimmer, nicht?!<\/p>\n<p>Also, vielen Dank nochmal Tseegii und Chantsal, dass ihr mir mich so unterst\u00fctzt habt und wir das so schnell organisiert bekommen haben!!! Ihr seid toll! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte, meinen Freiwilligendienst zu verl\u00e4ngern, muste ich mich auch um ein neues Visum und die Verl\u00e4ngerung meines mongolischen Personalausweises k\u00fcmmern. 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