{"id":989,"date":"2020-03-20T22:14:21","date_gmt":"2020-03-21T01:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/?p=989"},"modified":"2020-03-20T22:14:21","modified_gmt":"2020-03-21T01:14:21","slug":"update-covid-19-ende-des-freiwilligendienstes-und-gedanken-zur-aktuellen-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/2020\/03\/20\/update-covid-19-ende-des-freiwilligendienstes-und-gedanken-zur-aktuellen-krise\/","title":{"rendered":"Update: COVID-19; Ende des Freiwilligendienstes und Gedanken zur aktuellen Krise"},"content":{"rendered":"<p>Diesen Montag hat mich, \u00e4hnlich wie alle anderen kulturweit Freiwilligen der Ausreise September 2019 die ersch\u00fctternde Nachricht erreicht, dass unser Freiwilligendienst aufgrund der weltweiten COVID 19 Situation vorzeitig beendet wird und wir sobald wie\u00a0m\u00f6glich nach Deutschland zur\u00fcckkehren m\u00fcssen. Diese Nachricht hat mich, sowie sicherlich alle anderen Freiwilligen und meine Freunde hier in Uruguay wie ein Schlag getroffen. Zwar wussten wir, dass am Montag eine solche Nachricht kommen w\u00fcrde, aber ich glaube \u00e4hnlich wie ich haben doch viele gehofft, dass wir bleiben k\u00f6nnen. Nach der Nachricht begann ich gemeinsam mit meinen Eltern nach einem R\u00fcckflug zu suchen, bis jetzt vergeblich, Callcenter und Websites der Airlines sind \u00fcberlastet und nat\u00fcrlich sind die meisten Stellen, an die man sich, um Unterst\u00fctzung bittend, wendet, ebenfalls \u00fcberlastet, oder wissen auch nicht mehr als man selbst. Das bedeutet, dass ich noch in Uruguay bin und weiter versuche nach Deutschland auszureisen. Seid sicher mir geht es gut, Uruguay hat bis heute (20.03.2020) 110 best\u00e4tigte Infizierte, gleichzeitig hat der Staat umfassend reagiert und Grenzen geschlossen, das \u00f6ffentliche Leben runter gefahren um die Ausbreitung einzud\u00e4mmen. Seit heute arbeiten wir nun auch nicht mehr in der Welterbest\u00e4tte, was ich schade finde aber verstehen kann.<\/p>\n<p>Diese globale Krise zerst\u00f6rt viel. Ich denke so ganz ist das Ausma\u00df dieser Krise auf die internationale Zusammenarbeit und insbesondere internationale Freiwilligendienste, Austauschprogramme\u00a0 noch nicht ganz in der \u00d6ffentlichkeit angekommen und das ist ok! Momentan gibt es wichtigeres als \u00fcber diese Dinge zu sprechen, aber vergessen darf man sie auf keinen Fall! Ich hatte bis jetzt zweimal in meinem Leben, dank wunderbaren internationalen Programmen, f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit die M\u00f6glichkeit im Ausland zu leben und daf\u00fcr bin ich unglaublich dankbar. Diese Programme, seien sie noch so klein oder unbekannt, ver\u00e4ndern nachhaltig Leben, kulturweit, das Parlamentarische Patenschaftsprogramm, Erasmus und viele mehr, die ich jetzt nicht alle aufz\u00e4hlen kann, ver\u00e4ndern nachhaltig Leben, Weltsichten, Pers\u00f6nlichkeiten, kurzum unsere Gesellschaft. Ich denke das ist nicht \u00fcbertrieben, denn immer mehr junge, aber auch \u00e4ltere Menschen verbringen Teile ihres Lebens im Ausland und kehren dann zur\u00fcck und ver\u00e4ndern mit ihrem Handeln, ihrer Weltsicht, ihren Ideen und der Weitergabe dieser die Gesellschaft, hin zu einer weltoffeneren, toleranteren, bewussteren, inklusiveren, respektvollen, aufmerksameren, reflektierteren Gesellschaft.<\/p>\n<p>COVID19 hat es, wie keine Regierung, vermocht diese Programme, zum mindest f\u00fcr dieses Jahr, an den Rande des Abgrunds zu bringen, Austauschsch\u00fcler, Studenten, Praktikanten, Freiwillige und viele mehr m\u00fcssen wunderbare Erfahrungen beenden, nicht weil irgendeine Person das von uns verlangt, sondern weil die aktuelle Krisensituation es von uns verlangt. Wir alle als Alumni haben meiner Meinung nach den Auftrag daf\u00fcr zu sorgen, dass diese Programme weiterbestehen und auch weiterhin denen, die nach uns kommen offen stehen. Momentan scheint es, als ob wir daf\u00fcr nicht viel tun k\u00f6nnen, ohnehin f\u00fchlen sich viele in diesen Tagen machtlos, doch wir k\u00f6nnen etwas tun! Wir k\u00f6nnen den Menschen, die uns von kulturweit, oder unserer jeweiligen Organisation oder Programm unterst\u00fctzen sagen, dass wir ihnen zutiefst dankbar sind f\u00fcr die Arbeit, die sie f\u00fcr uns in der zur\u00fcckliegenden Zeit getan haben und die sie zurzeit f\u00fcr uns tun und damit diese ganzen wunderbaren Erfahrungen erm\u00f6glicht haben. Sie in ihrem Tun best\u00e4rken ist jetzt bitter n\u00f6tig, damit auch diese sich aufgefangen f\u00fchlen. In Zeiten der Krise freut sich jede*r \u00fcber eine gute, entgegenkommende Behandlung und oft auch einfach \u00fcber ein: &#8222;Danke, das hat mir geholfen.&#8220; Wir als die Gemeinschaft, die diese internationalen M\u00f6glichkeiten, die uns geboten werden entgegennehmen, sollten gemeinsam mit denen, die uns diese M\u00f6glichkeit erm\u00f6glichen zusammenstehen und f\u00fcr das k\u00e4mpfen, was wir, wenn auch nicht so lange wie geplant, (er)leben durften. Ich hoffe, was ich sagen m\u00f6chte ist angekommen, es geht darum diese Programme nach der Krise beim &#8222;Wiederaufbau&#8220; der &#8222;\u00fcblichen&#8220; Strukturen nicht zu vergessen, zu viele Programme sind bereits gek\u00fcrzt worden oder existieren nicht mehr. Ich bin optimistisch, dass diese globale Krise den meisten Menschen klar gemacht hat, dass es ein &#8222;Das passiert\/interessiert\/geht uns nichts an&#8220; nicht mehr existieren kann! Wir brauchen nach ihr mehr solcher Programme wie kulturweit, keinesfalls weniger. Es ist schade, dass erst diese Krise kommen musste um es so eindr\u00fccklich zu zeigen, aber wir m\u00fcssen als Welt nach dieser Krise enger zusammenr\u00fccken, die Welt ist eng vernetzt. Sicherlich m\u00fcssen wir dar\u00fcber nachdenken, wie wir diese Strukturen \u00e4ndern, um sie Krisensicherer zu machen, aber meiner Meinung nach gibt es dabei, auch im Interesse der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und des internationalen Austauschs, eine Richtung n\u00e4mlich n\u00e4her zusammen und fair verteilt. \u00dcber das WIE dieses Zusammenr\u00fcckens k\u00f6nnte ich einen eigenen Blogeintrag schreiben, deshalb lasse ich das jetzt nur angedeutet.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich mich bei kulturweit, dem Ausw\u00e4rtigen Amt und allen anderen, die mir diese wunderbare, lehrreiche, ver\u00e4ndernde Erfahrung, f\u00fcr die ich lange gek\u00e4mpft habe,\u00a0 geschenkt haben, bedanken. Macht weiter so! Lasst euch von diesem R\u00fcckschlag nicht unterkriegen! Ich werde diese Erfahrung f\u00fcr immer in meinem Herzen tragen, sie hat mich gepr\u00e4gt und mir neue T\u00fcren ge\u00f6ffnet und hat mir vor allen Dingen neue liebenswerte und wirklich enge Freunde in einem anderen Land geschenkt. Auch diesen Menschen, meinen Freunden, m\u00f6chte ich danken, daf\u00fcr, dass sie mich so liebenswert aufgenommen haben und mich zu einem Teil ihrer Gemeinschaft machten.<\/p>\n<p>Ganz zu allerletzt an alle die das Lesen: Unterst\u00fctzt in diesen schweren Zeiten, diejenigen, die es nicht so leicht haben wie ihr, der B\u00e4cker um die Ecke, der Pleite geht, wenn ihr nicht mehr kommt, oder das medizinische Personal, was weit \u00fcber der Belastungsgrenze arbeitet, schenkt diesen Menschen ein L\u00e4cheln, ein Danke. In diesen Zeiten muss nicht nur die Welt enger zusammenr\u00fccken und zusammen arbeiten, sondern auch wir als Gesellschaft, egal wer wir sind, woher wir kommen, wie wir aussehen, was wir glauben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Montag hat mich, \u00e4hnlich wie alle anderen kulturweit Freiwilligen der Ausreise September 2019 die ersch\u00fctternde Nachricht erreicht, dass unser Freiwilligendienst aufgrund der weltweiten COVID 19 Situation vorzeitig beendet wird und wir sobald wie\u00a0m\u00f6glich nach Deutschland zur\u00fcckkehren m\u00fcssen. Diese Nachricht &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/2020\/03\/20\/update-covid-19-ende-des-freiwilligendienstes-und-gedanken-zur-aktuellen-krise\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2730,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[576,21,770,565,37592,65,587,7,16],"tags":[158165,158159,12336,8675,158160,152471,157526,158162],"class_list":["post-989","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kulturweitblog","category-allgemein","category-freunde","category-gastland","category-gedanken","category-kulturweit","category-nachrichten","category-politik","category-privat","tag-abbruch","tag-covid19","tag-danke","tag-freiwilligendienst","tag-krise","tag-welt","tag-zusammenhalt","tag-zusammenruecken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/989"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2730"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=989"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/989\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":990,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/989\/revisions\/990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/pauloinuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}