Was ein Drama, Baby!

Ganz leibhaftig hab ich es vor Augen, das nach Tagen und Nächten ersehnte Gewitter. Und wie es prasselt und prasselt. Und fegt und fegt. Und, oh Hölle, wo bist du, du. Der Teufel? Land unter, das Dorf, die Felder. Dein Grauen. Über mich. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. So du, Gewitter, brauch ich dich. Und es prasselt und prasselt und schüttet sich nieder.

Erst die plötzlich vor mir auftauchenden Bremslichter holen mich wieder zurück auf die Autobahn. Gehupe. Schweiß. Stau, steht bevor. Noch ist es ruhig, friedlich. Die Sonne erglüht über dem Armaturenbrett. Wind ist da. Meine 150 h/km kommen mir gähnend langsam vor. 60! Stau! blinkt ein automatisches Warnschild auf. Sonne, immer noch. Seelenruhig fließt der Verkehr immer weiter gen Osten, nichtsahnend von einer dunkelblauen Wand geschoben, derer ich mir im Rückspiegel gewahr werde. Oh, du saftig, korpulentes Gewitter, komm hole mich doch ein, lache ich lauter und lauter, übertöne die exotische Radiomusik, afrikanische Klänge. Trompeten, Oboe, ein wilder Haufen Blasinstrumente wirbelt Wind auf. Und dieser die gelben Blätter, die mir über den grauen Asphalt entgegen schießen. Frech und unschuldig das Ende des Sommers einläuten. Herbst? Geschwind. Auf Sommer wieder Wolken blühn. Und Himmel hellblau, vor mir, tiefdunkel hab ich dich in meinem Nacken. Musik, Musik, die ich nicht versteh. „Don’t know where we’re goin“, ist die einzige Zeile, die ich vermag zu entziffern. Ich wipe von einer Pobacke auf die andere. Was ein Drama, Baby! Wie im Theater.

Noch einmal höre ich den ghanaischen Song, sitze mit offenen Türen in der Terassentür und sehe mich satt, an dem Gewitter, das jetzt endlich zuschlägt. Sich dann beruhigt. Das Schauspiel genießt die Ruhe nach dem tosenden Applaus. Was will man mehr, denkt sich das Gewitter. Und zieht von dannen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=MO3vNO6yhlM

Wenn Gras nach Regen riecht

Salbei

 

Bringt: Gesundheit und freie Atemwege

 

Endlich der lang ersehnte Regen! Seit meiner Ankunft hatte ich mich nach einem Geruch gesehnt – nach dem Geruch von Gras, das nach Regen riecht. Und seit meiner Ankunft hatte ich viele Gerüche zu Nase bekommen, unter anderem den Geruch einer lauwarmen Wüstenluft, jener einer stechenden oder mich aus dem Bett ziehenden Sonne, jener einer stehenden Hitze, nur Eines nicht: Regenluft!

Als er endlich da war, der lang ersehnte Regen, rannte ich hinaus ins Freie, fing den dicken, prasselnden Sommerregen ein, tanzte und sprang durch alle Ecken des Gartens, sog die Regenluft auf, roch an den nassen Gräsern und Pflanzen, deren Düfte jetzt viel intensiver in der Luft lagen, sah zu, wie die Tropfen auf den kleinen Teich plumpsten.

Mir fiel auf: zum Glück werden die Pflanzen, Gemüse- und Früchtesorten tagtäglich durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Wasser versorgt, sodass sie (im Gegensatz zu mir) nicht unter der Abwesenheit des Regens leiden müssen. Trotzdem stellte ich mir vor, ich befände mich, passend zum Wüstenwind, in einer afrikanischen Wüste, wo der Regen so lebensnotwendig für alles Wachstum ist. Und so sehr, wie ich mich jetzt über den Regen freute, würden sich sicher auch die Pflanzen, Bäume, alles Wachstum dort freuen, wenn es nach einer langen Trockenzeit endlich wieder regnete. Wenn das Gras endlich wieder nach Regen riecht!

 

Hier eine kleine Regen-Überbleibsel Collage