Femme en manteau gris

Nachts am hüglig wäldern Kamm, sitzen wir und rauchen Eine

In den schwarzen Lichterschwamm, die da flackern überm Rheine

Drinnen sehen wir einander, von Tisch zu Tisch in vollem Raum

Und Mal zu Mal ist’s intensiver, seh dein Lächeln noch im Traum

Dieser warmherzig, forsch offene Blick

Auf unbekleidetem Gesicht

Dem ich alsdann verschämt ausweiche, aus Angst, mich nackt vor dir zu zeigen

In bedeutungsvollem Ernste, dir mein Begehren zu erweisen

Also wandere ich Grade, leg meine Hand in deine Nähe

Du tätschelst sie liebevoll, Erotik stehe außer Frage

Mein Mundwinkel entgleitet mir, ausgeliefert zeigt mein Herz sich dir

Ist alles gut? – ja, ja, hab mich in dich verirrt (wollt ich sagen, leicht verwirrt, wohl aber fehlte mir der Mut)

Drum klimpern meine Finger zu den deinen, plötzlich spürn sie deinen Leib,

Ich will fristlos so verweilen, verlieb mich in die Innigkeit

Als du den Rauch genüsslich ausatmest, dabei nasal von deinem Alter sprachest

Verbundenheit, mein Herz, das schweigt, schad, dass du vergeben seist

Leutnant in deiner Armee

„Komm in meine Armee, dann bist du mein Leutnant“, sagt sie. Nachts, wenn sie schon im Bett liegt, und ich mit geputzten Zähnen im Zimmer erscheine. Sie wirft die Decke auf und lädt ein, mit ihrem linken Arm. Ich krieche zu ihr, schmiege mich an ihren warmen Körper. Spüre ihr Herz, ihre Brust, ihren Bauch. Vergrabe mich in ihrem Gesicht. Es liegt leicht über mir, mit Augen, deren Lieder sich kurz aufklappen. Sie lächeln zu mir herunter. Der lange Mund folgt. Dann schließen sich die Lieder wieder. Alles gut. Alles beisammen. Hinter dem gelben Laternenlicht, das durch die Ritzen im Rollladen schimmert, liege ich in ihrer Armee. Bin ihr Leutnant. Schaue auf das gelbe Sternenmuster an der Wand.

Sie zuckt, wenn ich mich bewege. Greift nach meiner Hand. Ihr Körper reagiert auf meinen. Spürt mich neben sich.

Wir lachen einander zu. Sehen einander.

Irgendwann drifte ich ab. Sie ist eingeschlafen. Das Bett ist zu klein. Schön, dass es dich gibt. Wunderschön.