Jenseits, von Wegabzweig

Zu zweit machten Tochter und Vater einen Spaziergang. Verwunschen. An mit Raureif bedeckten Feldern und dichten Nebelschwaden entlang. Sie hatte sich sehr gefreut ihn wiederzusehen, wäre ihm am liebsten entgegengesprungen. Vom Sockel des Hauses herunter, so wie früher, als er ihr Gewicht noch tragen konnte.

Heute griffen sie sich an die Unterarme. Sie sah hin, dann zu Boden, vergoss eine Träne.

Dann gingen sie los. Er erzählte von dem, was ihn umtrieb, unterbrach sich selbst, wenn etwas in der Landschaft geschah, blieb stehen, wenn sie stehen blieb, erzählte weiter. Gedankenverloren. Lebendig.

Bis sie an den Wegabzweig kamen, an dem sie sich trennten. Es waren lange letzte Worte. Immer wieder neu. Floskelhaft. Unbeschwert. Immer wieder drehte er sich um und winkte ihr zu. Und sie winkte zurück, im Rückwärtsgehen.

Und während sie schwankte, zwischen Rückwärts- und Vorwärtsgehen, erblickte sie aus der neuen Richtung kommend ihre Mutter. Es konnte nur sie sein. Ihren Zylinder auf dem Kopf, ihr dunkelvioletter Mantel, der zu Boden fiel.

Nach Westen war er verschwunden. Aus Osten war sie erschienen. Beide hielt sie fest. Zeitlos. Wie im Jenseits. Nach dem sie verschwanden und erschienen.

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