Unter Wein und auf Veranda

Lavendel

 

in der Ruhe liegt die Kraft

 

Lieblingsplatz Nr.1: auf Veranda

Eine aus sorgfältig ausgesuchten Pflastersteinen bestehende Veranda führt die Gäste des Gästehauses an die Frische Luft. Vor ihnen ebnet sich eine abfallende, wildwüchsige Wiese, ein kahlgeschnittener Baum und mehrere mit Laubtupfen geschmückte Bäume, weit entfernt der ökologische Garten, ein Bienenhaus und zu den Füßen des Gartens der Teich. Kürzlich verlegte quadratische Betonplättchen führen die Einheimischen zur Veranda des Gästehauses; jeweils rechts und links von der Tür befinden sich zwei kleine, hölzerne Klappstühle und ein Klapptischchen. Auf einem dieser Stühle sitze ich, mit einem imaginären Glas Wein und überschlagenen Beinen, lese, schreibe, genieße den Anblick der massigen, dunkelblau ruhenden Berge. Zur linken Seite steht eine nicht fertiggestellte oder nicht fertig abgerissene Mauer aus roten Ziegelsteinen, im Licht der Abendsonne scheinen sie zu glühen, kontrastieren sich mit dem blauen Himmel, an dessen Horizont die Berge emporsteigen. Weiße Hochhäuser des Stadtzentrums, weinrote Dächer und eine vielbefahrene Straße kreuzen den Blick auf die Berge.

Lieblingsplatz Nr.2: unter Wein

Ich sitze, die Beine ausgestreckt und auf einem Stuhl abgelegt, an einem kleinen Holztisch. An einigen Stellen ist das dunkle Holz mit Acrylfarbe bedeckt, grüne Farbkleckser zieren den Tisch. Neben, über, vor, hinter, ja zu allen Seiten von mir: Wein. Als befände ich mich in einem kleinen Weinkäfig, die Käfigstangen – das Holzgerüst, das von grünen, großen Blättern der Weinpflanze bedeckt wird und von dem die Weintrauben herabhängen. Was ich an diesem Platz so liebe: alles um mich herum ist grün, wie die grünen Lungen, die sich um CO2 verseuchte Großstädte legen und diese mit Sauerstoff beleben. Es kommt mir vor, als würde ich das Grün riechen, und die Sauerstoffspende!

 

 

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