Durch das, was vor dir steht

Oder: die Geschichte von dem Titel meines Blogs

 

Vor gut einem dreiviertel Jahr befand ich mich in Berlin, und machte mir Gedanken über die wichtige Frage: wie soll ich meinen Blog nennen?  Die Antwort fand ich überraschenderweise schnell. Ich sah ein Interview von Michael Patric Kelly. Er glaube, dass Gott sehr real ist, sehr realistisch […], und nicht immer durch außergewöhnliche, übernatürliche Wege zu einem spricht, sondern durch das, was vor einem steht. Ich spielte die Sequenz noch einmal ab, um mir die Worte genau durch den Kopf gehen zu lassen. Begann nach Erfahrungen zu suchen, die die Aussage bestätigten oder widerlegten. Gott, der sich in dem Menschen befindet, der vor dir steht. Der allwissende, allmächtige Gott in einem einfachen, unvollkommenen Geschöpf?

Wenn ich an Menschen denke, die vor mir standen, auf ihre Weise gottähnlich vollkommen, denke ich an warmherzige Umarmungen, an liebevolle Berührungen, besonderen Zuspruch, Lob, Zuhören. An unerwartete Emails und Briefe, an Glückwünsche. Ich denke an all diese reichen verbindenden Momente. Vollkommenheit Gottes nicht in den Menschen, sondern in den Momenten. Durch sie erlebe ich ganz konkret, was Gott sein kann. Brauche bloß die Augen öffnen, und denjenigen Menschen sehen, der vor mir steht.

„Durch das, was vor die steht“ beschreibt schließlich auch den Weg, der vor mir steht. Der ist bunt, düster, hell, flink, rastlos, zäh, veränderlich, traurig, schön, geborgen, heimatlos, tief, angsterfüllt, anstrengend, ruhend, schmerzvoll, lebendig

Ein Gedanke zu „Durch das, was vor dir steht

  1. Hallo 🙂
    Ich habe einige deiner Posts gelesene und fand sie alle sehr interessant (und teile deine Frankreich Liebe) Es wäre sehr cool am NB ein bisschen miteinander zu reden

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