{"id":77,"date":"2011-01-05T10:36:29","date_gmt":"2011-01-05T09:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=77"},"modified":"2011-01-05T10:36:29","modified_gmt":"2011-01-05T09:36:29","slug":"weihnachten-und-silvester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2011\/01\/05\/weihnachten-und-silvester\/","title":{"rendered":"Weihnachten und Silvester"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Weihnachten, so wichtig es f\u00fcr uns in Deutschland sein mag, ist in China eher eine Randerscheinung. Zwar sind in den gro\u00dfen St\u00e4dten viele Stra\u00dfen und L\u00e4den geschm\u00fcckt und in den zahlreichen Kaufh\u00e4usern und Einkaufszentren laufen den ganzen Tag Weihnachtslieder rauf und runter, aber besinnliche Stimmung kommt nicht auf \u00fcber die Herkunft des Festes wissen die wenigsten Bescheid. Dabei hei\u00dft das Fest auf Chinesisch <\/span><span style=\"font-family: 'Arial Unicode MS'\">\u5723\u8bde\u8282 <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">(sheng dan jie), was w\u00f6rtlich \u201eheilig Geburt Fest\u201c bedeutet. Trotzdem ist die Geschichte von der Geburt Jesu und dem Stern von Bethlehem vielen nicht gel\u00e4ufig. Das Christentum ist schlie\u00dflich in China kaum verbreitet und hat auch keine so lange Tradition in der chinesischen Kultur wie in unserer. Den kommerziellen Aspekt von Weihnachten hingegen haben viele junge Chinesen aus dem Westen \u00fcbernommen. Den Weihnachtsmann in seinem Schlitten kennen (zumindest hier in Shanghai) wohl die meisten, und auch die allj\u00e4hrliche Konsumwut, die den Westen in der Vorweihnachtszeit beherrscht, h\u00e4lt hier so langsam Einzug. Shanghai ist allerdings eine Stadt, die China als Ganzes kaum repr\u00e4sentieren kann. Hier findet man einfach alles, wenn man gewillt ist, den entsprechenden Preis zu zahlen. So gab es zum Beispiel einen Weihnachtsmarkt, den ich aber nicht besucht habe. In der Taikang Lu konnte man an einem Stand Gl\u00fchwein trinken, der noch vom deutschen Expo-Pavillon \u00fcbrig geblieben war. Selbst auf den Gottesdienst an Heiligabend musste man nicht verzichten. In einer der zahlreichen Kirchen der Stadt habe ich mit Felix, Jan Luis und dessen amerikanischer Arbeitskollegin eine englischsprachige Predigt h\u00f6ren k\u00f6nnen. Trotz alledem f\u00fchlt sich die Atmosph\u00e4re sehr k\u00fcnstlich und unecht an. Das mag daran liegen, dass Weihnachten im Allgemeinen nicht mehr so sch\u00f6n ist wie in der Kindheit, oder dass man es weit weg von der Familie feiert, aber es liegt bestimmt auch daran, dass das Fest hier eben nur \u201eimportiert\u201c wurde. Nach dem Gottesdienst und einem leckeren Essen bei Felix zu Hause hatten wir auch genug von Weihnachtstraditionen und sind feiern gegangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Silvester markiert bei uns das Ende des alten und den beginn des neuen Jahres. In China wird diese Zeit auch gefeiert, allerdings erst im Fr\u00fchjahr zum Fr\u00fchlingsfest (dazu sp\u00e4ter mehr) Silvester ist also wieder mal nur ein \u201eWestimport\u201c. Wir beschlossen den Abend wieder gemeinsam zu verbringen und trafen uns zun\u00e4chst zum Hotpot essen. Dabei steht ein gro\u00dfer Topf mit Suppe, der permanent beheizt wird, in der Mitte des Tisches und alle k\u00f6nnen nach belieben Essen hineinwerfen. Hotpot wird auch chinesisches Fondue genannt, daher fanden wir es sehr passend. Danach gingen gemeinsam zu Felix, wo wir bei ein paar Gl\u00e4sern Whiskey Cola, \u201eDinner for One\u201c schauten. F\u00fcr andere Br\u00e4uche wie Bleigie\u00dfen hatten wir leider weder Zeit noch Ressourcen, da wir um Mitternacht im Club sein wollten. Viele Clubs werben mit New Year&#8217;s Eve Parties, verlangen aber meist horrende Eintrittspreise. In den versnobten Expat-Clubs wird man schnell mal mehrere hundert RMB los, nur um reinzukommen. Wir schafften es schlie\u00dflich rechtzeitig in einem Club anzukommen, der kein Geld verlangte. Dort gab es dann auch einen Countdown und so konnten wir den Jahreswechsel w\u00fcrdig feiern. Nach einigen Stunden auf der Tanzfl\u00e4che fuhren wir noch in eine gem\u00fctliche Bar und lie\u00dfen den Abend dort ausklingen. Eigentlich wollten wir zu einem Amerikaner, den wir schon an Halloween getroffen hatten, aber Felix f\u00fchlte sich nicht wohl, sodass wir heimgingen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Das Shanghaier Nachtleben ist ziemlich vielseitig und hat, wenn man genug Kohle hat, einiges zu bieten. Ich habe mir vorgenommen in n\u00e4chster Zeit \u00f6fter feiern zu gehen und auch dar\u00fcber mal zu schreiben. Feiern hier in China unterscheidet sich n\u00e4mlich schon ein wenig vom Feiern in Deutschland. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten, so wichtig es f\u00fcr uns in Deutschland sein mag, ist in China eher eine Randerscheinung. 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