{"id":70,"date":"2010-12-30T12:18:24","date_gmt":"2010-12-30T11:18:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=70"},"modified":"2010-12-30T15:14:29","modified_gmt":"2010-12-30T14:14:29","slug":"hongkong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2010\/12\/30\/hongkong\/","title":{"rendered":"Hongkong"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Bei meinem Visum handelt es sich um ein F-Visum (Gesch\u00e4ftsvisum), dass bei zweimaliger Einreise jeweils 90 Tage g\u00fcltig ist. Am 19. Dezember w\u00e4re mein Visum daher abgelaufen und ich musste ausreisen.  Die beste M\u00f6glichkeit f\u00fcr Ausl\u00e4nder, ein neues Visum zu bekommen, ist, nach Hongkong zu reisen.Keiner konnte uns so genau sagen, ob man sein Visum auch vor Ort verl\u00e4ngern lassen kann, aber ich werde es n\u00e4chstes Mal versuchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Hongkong, oder Xianggang wie es im Hochchinesischen hei\u00dft, ist eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, eine Reise dorthin wird also als Ausreise gewertet. F\u00fcr Europ\u00e4er und Amerikaner ist die Einreise nach Hongkong ziemlich unkompliziert. Ein Visum wird nicht ben\u00f6tigt, man muss lediglich eine \u201earrival card\u201c ausf\u00fcllen und einen g\u00fcltigen Reisepass besitzen. Deutsche d\u00fcrfen dann bis zu 90 Tage, Briten sogar 180 Tage bleiben. Deswegen fliegen viele Expats regelm\u00e4\u00dfig nach Hongkong, wo sie dann innerhalb weniger Tage ein neues Visum bekommen k\u00f6nnen. Ein Amerikaner hat mir sogar erz\u00e4hlt, dass er jeden Monat nach Hongkong muss, weil die Einreisebestimmungen f\u00fcr B\u00fcrger der Vereinigten Staaten strenger seien als f\u00fcr EU-B\u00fcrger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Es gibt einen Zug, die Shanghai und Hongkong direkt verbinden. Dieser f\u00e4hrt einmal t\u00e4glich abwechselnd von einer in die andere Stadt. Die Anreise auf diesem Weg w\u00e4re also nur jeden zweiten Tag m\u00f6glich gewesen. Au\u00dferdem gibt es in diesem Zug keinerlei Sitzpl\u00e4tze sondern lediglich Schlafwagons. Diese kosten allerdings \u00fcber 400 RMB (Ren Min Bi, Volksw\u00e4hrung, andere Bezeichnung f\u00fcr Yuan). Eine g\u00fcnstige Alternative, ist nicht direkt zu fahren sondern mit dem Zug nach Shenzhen zu fahren. Shenzhen ist eine Sonderwirtschaftszone auf dem chinesischen Festland, die von ihrer N\u00e4he zu Hongkong profitiert. Die Stadt ist noch relativ jung hat sich in den letzten Jahren aber zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort entwickelt. Der Bahnhof Shenzhens liegt direkt an der Grenze zur SAR Hongkong und man kann mit der U-Bahn ins Stadtzentrum gelangen. Also entschloss ich mich, das deutlich g\u00fcnstigere Ticket zu nehmen und bat Philipp, der ebenfalls ein neues Visum brauchte, es f\u00fcr mich zu kaufen. Laut Internet sollte das ganze nur 160 RMB f\u00fcr das Ticket und 40 RMB f\u00fcr die U-Bahn kosten. Als ich allerdings noch in Tunxi war, informierte mich Philipp, dass das Ticket 236 RMB koste, und dass auch die Jugendherberge mit \u00fcber 100 RMB deutlich teurer sei, als erwartet. Er selbst hatte sich umentschieden und doch einen Schlafplatz genommen. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass der unerwartet hohe Preis vermutlich mit Weihnachten zusammenh\u00e4ngt. Am Morgen des 15. Dezembers machte ich mich also auf den Weg zum Shanghaier S\u00fcdbahnhof und freute mich dem kalten und zu diesem Zeitpunkt sogar schneebedeckten Shanghai f\u00fcr ein paar Tage zu entfliehen. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war, dass mein Zug wegen des Wetters erst mit zwei Stunden Versp\u00e4tung losfahren w\u00fcrde. Also ging ich gemeinsam mit einem Chinesen, den ich am Bahnhof kennengelernt hatte, noch eine Kleinigkeit Essen. Die Fahrt dauerte \u00fcber 20 Stunden, war relativ angenehm. Nach einer Weile gew\u00f6hnt man sich an lange Fahrten ohne Schlafplatz. Leider kam der Zug aber durch die sp\u00e4te Abreise und das schlechte Wetter insgesamt mit sechs Stunden Versp\u00e4tung in Shenzhen an. Dort wollte ich mir gleich mein Ticket f\u00fcr die R\u00fcckfahrt besorgen, die Dame am Schalter sagte mir aber, das ginge noch nicht, und ich solle in zwei Tagen wiederkommen. Also folgte ich den Wegweisern mit der Aufschrift Hongkong und gelangte schlie\u00dflich zur Grenze. F\u00fcr die Ausreise aus China musste ich eine \u201edeparture card\u201c ausf\u00fcllen (das sind die Zettel, die man im Flugzeug bei der Einreise bekommt, ich hatte meinen aber verloren und einfach einen neuen ausgef\u00fcllt) und meinen Pass abstempeln lassen. Dann musste ich noch an den Hongkonger Grenzbeamten vorbei und konnte schlie\u00dflich mit der MTR (Mass Transit Railway) nach Kowloon fahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Beim \u00dcbertreten der Grenze merkt man relativ bald, dass Hongkong sich teilweise stark vom Festland unterscheidet. Nachdem die Stadt lange unter britischer Kontrolle stand wurde sie 1997 an die Volksrepublik China zur\u00fcckgegeben. Genau wie die andere Sonderverwaltungszone Macao genie\u00dft Hongkong aber weiterhin weitgehende Autonomie. Hongkongs W\u00e4hrung ist der Hongkong Dollar (1HKD = 0,85 RMB). Wie in England f\u00e4hrt man auf der linken Stra\u00dfenseite. Das politische und wirtschaftliche System unterscheidet sich auch stark von dem der Volksrepublik. Zensur gibt es in dieser Form nicht, regimekritische Internetseiten (sowie Facebook und Youtube-.-) sind also problemlos aufrufbar und die Menschen genie\u00dfen so ziemlich die gleichen Freiheiten wie z. B. in Europa. Hongkong hat eins der liberalsten Wirtschaftssysteme der Welt und ist wesentlich reicher als China. Selbst wenn man es mit wohlhabenden Provinzen wie Shanghai vergleicht. Leider sind die Preise auch dementsprechend hoch. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Man spricht nicht einmal die gleiche Sprache. In Hongkong spricht man wie in der Provinz Guangdong kantonesisch. Mandarin wird zwar allgemein verstanden, aber im Alltag kaum benutzt. Untereinander sprechen die Hongkonger kantonesisch und mit Ausl\u00e4ndern verst\u00e4ndigt man sich auf Englisch. Es ist nicht so, dass jeder B\u00fcrger Hongkongs perfektes Oxford Englisch spricht, aber allgemein l\u00e4sst sich schon sagen, dass deutlich mehr Leute die Sprache beherrschen als in Shanghai. Sogar \u00e4ltere Leute sind oft in der Lage auf diese Weise mit Ausl\u00e4ndern zu kommunizieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Au\u00dferdem habe ich Hongkong als sauberer und umweltbewusster wahrgenommen. Es gibt zwar auch Smog, aber der zieht haupts\u00e4chlich vom Festland r\u00fcber. Insgesamt war die Luft sehr gut und man konnte in der N\u00e4he von \u201eVictoria Harbour\u201c sogar das Meer riechen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Unsere Jugendherberge befand sich im 13. Stock der heruntergekommenen \u201eChungking Masions\u201c auf der Nathan Road mitten in Tsim Sha Tsui auf der S\u00fcdspitze Kowloons. Der Ort war ideal, die Hygiene akzeptabel, die Atmosph\u00e4re zwielichtig. In dem gesamten Geb\u00e4udekomplex waren kaum Chinesen und fast nur Ausl\u00e4nder, vor allem Inder und Afrikaner. Sogar unser Hostel wurde von einer indischen Familie betrieben. In Shanghai begegnet man zwar auch einigen Ausl\u00e4ndern, aber einen solchen Sammelpunkt, wo Chinesen in der Minderheit sind habe ich noch nicht gefunden (zumindest nicht tags\u00fcber, in den Bars auf der Hengshan Lu findet man auch zahlreiche Expats). Als ich eincheckte wurde mir gesagt, dass Philipp bereits nach mir suche, aber schon in der Stadt sei. Also lud ich mein Gep\u00e4ck ab und machte mich auf den Weg, Hongkong zu erkunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Hongkong l\u00e4sst sich grob in f\u00fcnf Gebiete einteilen. Hongkong Island ist das eigentliche Zentrum der Stadt. Dort befindet sich der Finanzdistrikt \u201eCentral\u201c mit seinen vielen Wolkenkratzern. Der Norden der Insel ist dicht bebaut, der S\u00fcden ist noch sehr urspr\u00fcnglich. Getrennt werden die beiden Seiten durch \u201eVictoria Peak\u201c. Mit der historischen \u201ePeak Tram\u201c kann man bequem nach oben gelangen und die Aussicht \u00fcber die Stadt genie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Weiter n\u00f6rdlich, auf dem Festland liegt Kowloon, das einst der am dichtesten besiedelte Ort der Welt war. \u00dcberall h\u00e4ngen Neonschilder \u00fcber den Stra\u00dfen, wie es sie hier eigentlich nur auf der Nanjing Lu gibt. Die Geb\u00e4ude sind deutlich niedriger als auf Hongkong Island, weil fr\u00fcher der Flughafen in diesem Teil der Stadt lag. Allerdings scheint auch, dass sich zu \u00e4ndern. Das h\u00f6chste Geb\u00e4ude der Stadt steht bereits auf dieser Seite des Wassers.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Der neue Flughafen liegt auf Lantau Island. Diese Insel ist weniger dicht besiedelt als Hongkong Island und bietet einige sch\u00f6ne Wanderwege. Au\u00dferdem gibt es eine riesige Buddha-Statue, die man mit einer Seilbahn erreichen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Die New Territories sind Gebiete weiter im Norden in der N\u00e4he des Festlands, von denen ich aber nicht viel gesehen habe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Dann gibt es noch die Outlying Islands, welche herrlich einsame Wanderwege und sogar Str\u00e4nde vorweisen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Da ich keine Zeit verlieren wollte, entschied ich mich gleich am ersten Tag mit der \u201ePeak Tram\u201c auf den Berg zu fahren. Ich nahm die F\u00e4hre f\u00fcr nur 2,5 HKD von Tsim Sha Tsui nach Central. Dort lief ich zun\u00e4chst eher planlos durch die H\u00e4userschluchten. Wenn man nach unten schaut und die teils englische Architektur und die Doppeldeckerbusse ( und -stra\u00dfenbahnen) betrachtet, k\u00f6nnte man denken man sei in London. Richtet man den Blick nach oben richten sich Wolkenkratzer \u00fcber einem auf wie in Manhattan. Die \u201ePeak Tram\u201c f\u00e4hrt zwar nicht mehr mit Dampf wie fr\u00fcher, ist aber trotzdem noch ein Erlebnis. Oben blieb ich dann bis zum Einbruch der Dunkelheit, um auch die n\u00e4chtliche Skyline bestaunen zu k\u00f6nnen. Auf dem Weg zur\u00fcck traf ich dann zuf\u00e4llig Philipp und wir gingen gemeinsam Essen. Am n\u00e4chsten Tag kam dann auch Nico und wir zogen gemeinsam durch die Stadt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Zun\u00e4chst wollten die beiden ihr Zugticket f\u00fcr die R\u00fcckfahrt besorgen. Philipp ergatterte noch ein Ticket von Hongkong direkt. Nico wollte wieder nach Shenzhen fahren. Nachdem wir von einem Ort zum anderen geschickt wurden, fanden wir endlich eine Reiseagentur, die uns die Tickets verkaufen konnte. Leider verlangte diese eine Geb\u00fchr von 100 HKD f\u00fcr die Buchung von einem anderen Bahnhof. Nico musste wohl oder \u00fcber bezahlen. Mein Ticket h\u00e4tte ich eh erst am n\u00e4chsten Tag kaufen k\u00f6nnen. Ich beschloss einfach bei meiner Abreise das Ticket zu kaufen. Wenn es keinen Sitzplatz mehr gibt kann man schlie\u00dflich immer noch mit einem Stehplatz (f\u00fcr den gleichen Preis-.-) fahren. Man kommt also immer irgendwie nach Hause. Au\u00dferdem besorgten wir uns die \u201eOctopus Card\u201c. Mit der \u201eOctopus Card\u201c kann man \u00e4hnlich wie in Shanghai U-Bahn- und Busfahrten bezahlen. In Hongkong ist die Karte aber inzwischen so etabliert, dass auch in vielen Gesch\u00e4ften damit bezahlt werden kann. Die meisten Fastfood-Ketten und Superm\u00e4rkte akzeptieren die Karte und auch die F\u00e4hren kann man problemlos bezahlen. Man l\u00e4dt die Karte einfach auf und h\u00e4lt sie beim Bezahlen an ein Leseger\u00e4t, dadurch kann man Zeit sparen und lange Schlangen vermeiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Abends erkundeten wir dann die Gegend um die Mid-Levels Escalators. In der Bar- und Kneipenstra\u00dfe Lan Kwai Fong tummeln sich zahlreiche Expats. Die meisten Bars sind wegen der warmen Temperaturen (\u00fcber 20 Grad im Dezember) zur Stra\u00dfe hin ge\u00f6ffnet und spielen laut Musik. Um Geld zu sparen nahmen wir also mit Bier aus dem Supermarkt Vorlieb und genossen einfach so die Atmosph\u00e4re. Eigentlich wollen wir auch feiern gehen, aber wir konnten letztlich nichts g\u00fcnstiges finden und gingen irgendwann heim. Weiter oben am Berg gibt es noch einen Bezirk  namens SoHo (wie in London und New York), wo sich auch viele Bars aber haupts\u00e4chlich Restaurants befinden. Die meisten waren leider komplett au\u00dferhalb unserer Preisklasse. Wir a\u00dfen deswegen bei einem kleinen vietnamesischen Laden und nicht beim schicken Italiener, obwohl vor allem Nico sich sehr beherrschen musste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">In den folgenden Tagen besichtigten wir dann noch andere Teile Hongkongs teils zusammen, teils getrennt. Hongkong Island mag ein mit Neonlichtern bedeckter Betondschungel sein, aber andere Teile der Sonderverwaltungszone sind noch sehr urspr\u00fcnglich und bieten viele sch\u00f6ne Wanderwege. Mit der F\u00e4hre kann man zu vielen Inseln fahren und dem L\u00e4rm und Chaos der Gro\u00dfstadt f\u00fcr eine Weile entkommen. Mit Philipp und Nico war ich auf Lantau Island. Mit einer Seilbahn (der Boden war aus Glas) sind wir auf einen Berg gefahren, um eine gro\u00dfe Buddha-Statue zu besichtigen. Allein die Fahrt nach oben war schon spektakul\u00e4r. Man hat einen tollen Blick auf die Insel und das Wasser. Au\u00dferdem kann man den Flughafen von oben betrachten. Disneyland ist auch in der N\u00e4he, man kann es aber von der Seilbahn nicht sehen. Auf dem Berg selbst findet man etliche Touristen. Ruhe findet man dort also nicht wirklich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Wenn man wirklich alleine sein m\u00f6chte, sollte man auf eine der kleineren Inseln fahren. Ich war auf Lamma Island und obwohl auf der F\u00e4hre noch einige Touristen waren, traf ich danach auf der Insel lange niemanden und wanderte Stunden lang durch eine wundersch\u00f6ne ruhige Landschaft. Es gab sogar einen Berg, von dem aus man einen tollen Blick hatte. Es gibt in den D\u00f6rfern der Insel auch zahlreiche Restaurants, die Meeresfr\u00fcchte anbieten, die im \u201eLonely Planet\u201c sehr gelobt worden sind (wobei man dazu sagen sollte, dass der \u201eLonely Planet\u201c sich \u00fcber jeden Schei\u00df freut wie ein dreij\u00e4hriges Kind und es bei all dem Lob manchmal schwer ist die wirklich guten Sachen herauszufinden). Allerdings war mir das zu teuer und da ich eh kein gro\u00dfer Fan von Meeresfr\u00fcchten bin, probierte ich sie nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Hongkong hat sehr viel zu bieten. Trotzdem wollte ich zumindest einen Tag daf\u00fcr opfern, um mir auch die andere Sonderverwaltungszone Macau anzusehen. Auch dort kommt man mit F\u00e4hren bequem hin, allerdings ist die Fahrt etwas teuer. F\u00fcr beide Strecken musste ich insgesamt 300 HKD zahlen. Ich h\u00e4tte nat\u00fcrlich auch einen Hubschrauber nehmen k\u00f6nnen, aber 6000 HKD waren mir dann ein bisschen happig. Bei der Abfahrt muss man wieder an einer Passkontrolle vorbei, weil Hongkong und Macau unabh\u00e4ngig voneinander sind. Die F\u00e4hre war \u00e4u\u00dferst bequem und auch ziemlich schnell. Nach nur etwa 1 Stunde fahrt war ich bereits da. In Macau musste ich mich wieder anstellen und meinen Pass abstempeln lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Macau hat eine noch l\u00e4ngere Kolonialgeschichte als Hongkong und war lange Zeit der wichtigste Handelspunkt zwischen China und dem Westen. Die Portugiesen hatten das Gebiet geschenkt bekommen, nachdem sie die Piraten in der K\u00fcstenregion vertrieben hatten (anders als die Briten, die sich Hongkong im Zuge der Opiumkriege einfach genommen haben). Deswegen ist in Macau neben Kantonesisch auch Portugiesisch Amtssprache. Die Bewohner k\u00f6nnen die Sprache zwar meist nicht, aber alle Stra\u00dfenschilder sind auch auf Portugiesisch. Man merkt den kolonialen Einfluss noch viel deutlicher als in Hongkong. Die Architektur sieht teilweise sehr s\u00fcdeurop\u00e4isch aus und man findet zahlreiche Kirchen und Kathedralen im historischen Stadtzentrum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Heutzutage allerdings ist f\u00fcr die meisten Touristen (vor allem aus Hongkong und vom Festland) das Gl\u00fccksspiel die gr\u00f6\u00dfte Attraktion Macaus. \u00dcberall gibt es riesige Kasinos, die die immer wohlhabendere Chinesen anlocken wollen. Manche nennen die Stadt auch das Las Vegas des Ostens. Ironischerweise sind die Gl\u00fccksspieleinnahmen Macaus inzwischen gr\u00f6\u00dfer als die der amerikanischen W\u00fcstenmetropole. Ich bin auch in zwei Kasinos reingegangen, um mal die Atmosph\u00e4re zu genie\u00dfen (spielen war mir zu teuer). Das \u201eVenetian\u201c ist ein gigantischer Geb\u00e4udekomplex mit zahlreichen Einkaufsm\u00f6glichkeiten, Hotels und einem riesigem Kasino. Wie im amerikanischen Vorbild gibt es einen Nachbau der Kan\u00e4le in Venedig inklusive Gondeln. Am sogenannten \u201eCotai-Strip\u201c entstehen zurzeit etliche weitere Casinos, die die Gl\u00fccksspieleinnahmen weiter in die H\u00f6he treiben sollen. Die Stadt bietet also eine interessante Mischung aus Kolonialgeschichte und kapitalistischer Dekadenz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Am Abend fuhr ich dann wieder nach Hongkong zur\u00fcck. Daf\u00fcr musste ich erneut durch die nervigen Passkontrollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Hongkong hat noch einiges mehr zu bieten. Ich kann aber nicht auf alles eingehen. Mir hat die Stadt unheimlich gut gefallen, weil sie eine Begegnungsst\u00e4tte \u00f6stlicher und westlicher Kultur ist. Wer mal nach China m\u00f6chte k\u00f6nnte seine Reise hier beginnen, da die Stadt alle Annehmlichkeiten bietet, an die wir uns zu Hause gew\u00f6hnt haben, aber eben auch viele chinesische Elemente hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Zur\u00fcck fuhr ich wieder mit der U-Bahn. An der Endstation gab ich meine \u201eOctopus Card\u201c ab und ging erneut durch die Grenzkontrolle. Mein Visum wurde ohne Probleme abgestempelt und ich konnte einreisen. Am Bahnhof in Shenzhen wollte ich dann ein Ticket kaufen. Leider hatte ich kein Gl\u00fcck und die Sitzpl\u00e4tze waren alle bereits vergriffen. Ich begn\u00fcgte mich also mit einem Stehplatz. Im Zug trifft man in den Sitzplatzabteilen generell selten Ausl\u00e4nder, aber einen Ausl\u00e4nder mit Stehplatz fanden die meisten meiner Mitreisenden schon recht kurios, weshalb ich nat\u00fcrlich wieder schnell ins Gespr\u00e4ch kam. Ich vertrieb mir die Zeit mit Musik h\u00f6ren und setzte mich abwechselnd auf eine Zeitung, meine Jacke,meinen Koffer und einen Plastikhocker, den mir ein Chinese anbot. Es war eine absolute Qual und ich musste teilweise stehen um mich vom Sitzen zu erholen. Irgendwann nachts wurde der Zug dann leerer, weil einige Leute ausgestiegen waren und ich konnte mich endlich auf einen Sitzplatz setzen. Nach gesch\u00e4tzten zweieinhalb Stunden Schlaf (mit Unterbrechungen) kam ich dann am Morgen des 24. Dezembers endlich an.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei meinem Visum handelt es sich um ein F-Visum (Gesch\u00e4ftsvisum), dass bei zweimaliger Einreise jeweils 90 Tage g\u00fcltig ist. Am 19. Dezember w\u00e4re mein Visum daher abgelaufen und ich musste ausreisen. 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