{"id":66,"date":"2010-12-15T17:09:00","date_gmt":"2010-12-15T16:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=66"},"modified":"2010-12-15T17:09:00","modified_gmt":"2010-12-15T16:09:00","slug":"huang-shan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2010\/12\/15\/huang-shan\/","title":{"rendered":"Huang Shan"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Der Huang Shan (gelber Berg) gilt als einer der sch\u00f6nsten Berge Chinas. Majest\u00e4tisch ragen die Gipfel zwischen Nebelschwaden auf w\u00e4hrend die aufgehende Sonne die malerische Landschaft in ein mystisches Licht h\u00fcllt&#8230; Nichts von all dem ist auf unseren Bildern zu sehen. Es war kalt, hat geregnet und wir hatten ungef\u00e4hr f\u00fcnf Meter Sicht. Wer also tolle Bilder sehen will, die auf obige Beschreibung passen, bem\u00fche bitte Google oder eine andere Suchmaschine.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Anders als bei meinen bisherigen Reisezielen sind Julia und ich gemeinsam von Shanghai aus mit dem Bus angereist. Es gibt zwar auch eine Zugverbindung (und sogar einen Flug-.-), allerdings f\u00e4hrt man auf dieser einen Umweg und ist daher die ganze Nacht unterwegs. Der Bus hingegen nimmt den direkten Weg und braucht nur f\u00fcnf Stunden. Als wir Samstag abends ankamen und im Hostel eincheckten wurde uns bereits klar, dass wir diesmal kein Gl\u00fcck mit dem Wetter haben w\u00fcrden. F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war Regen angek\u00fcndigt und danach sollte es sogar schneien. Eine Besserung war erst f\u00fcr das Ende der Woche, wenn wir schon wieder in Shanghai sein w\u00fcrden, angek\u00fcndigt. Also bissen wir in den sauren Apfel und kauften uns Verpflegung und Regenm\u00e4ntel. Den Rest des ersten Tages verbrachten wir dann damit, die wirklich sch\u00f6ne \u201eAlte Stra\u00dfe\u201c im Stadtkern Tunxis zu erkunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Am n\u00e4chsten Tag fuhren wir mit dem Bus zum Berg selbst und trafen dort eine junge Chinesin aus der Provinz Shandong, die bereits mit dem Studium fertig war und jetzt ein wenig durchs Land reiste. Gemeinsam machten wir uns auf den Berg zu besteigen. Es war zwar kalt und nieselte leicht, aber die Sicht war zun\u00e4chst noch gut. Nach einer Weile konnten wir sogar einige Affen in den B\u00e4umen entdecken. Je h\u00f6her wir kamen, desto nebliger und nasser wurde es aber. Nachdem wir bereits mehrere Stunden gewandert waren und trotz Regenmantel ziemlich durchn\u00e4sst waren, entschlossen wir uns unseren urspr\u00fcnglichen Plan aufzugeben und nicht auf dem Berg zu \u00fcbernachten. Bei dieser Witterung war sowieso nicht mit einem sch\u00f6nen Sonnenaufgang zu rechnen. Wir trennten uns irgendwann also von unserer Begleiterin und machten uns auf den Weg zur Seilbahn, um wieder ins Tal zu gelangen. Vorsichtshalber fragten wir nach, ob diese noch in Betrieb sei und erhielten dabei verschiedene teils widerspr\u00fcchliche Antworten. Einige bestanden sogar darauf, dass man noch hoch- nicht aber hinunterfahren k\u00f6nne, was wirklich jeglicher Logik widerspricht. Wir kamen noch rechtzeitig an, um in einen Bus zu steigen und zur\u00fcck nach Tunxi zu fahren, wo wir dann erneut in unserem Hostel eincheckten. Nachdem ich in der Bar einige Deutsche kennengelernt hatten, die ein Praktikum bei Bosch in Wuxi absolvierten ging ich zur\u00fcck aufs Zimmer. Dort hatten Julia und ich inzwischen eine chinesische Mitbewohnerin bekommen, die gerade unter der Dusche stand und munter (und laut h\u00f6rbar) vor sich hin sang. \u00dcber ihrem Bett hatte sie eine Decke aufgespannt, die ihr ein Mindestma\u00df an Privatsph\u00e4re verschaffen sollte. Sie sei laut Julia mit dem Studium schon l\u00e4nger fertig und reise nun seit einigen Wochen mehr oder weniger spontan durch verschiedenste Provinzen. Im Allgemeinen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Chinesen, die reisen, Frauen sind, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben. Sch\u00fcler und Studenten haben wohl oft gar nicht die Zeit und die Mittel um zu reisen. M\u00e4nner scheinen oft weniger interessiert zu sein. Das sind nat\u00fcrlich alles Verallgemeinerungen, die nur auf meiner subjektiven Wahrnehmung basieren, aber man trifft schon recht viele allein reisende junge Frauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Am Montag fuhren wir dann nach Hongcun, einem wundersch\u00f6nen kleinen Dorf, mit vielen alten Residenzen. Die Einwohner der \u201eHuizhou-D\u00f6rfer\u201c schickten ihre S\u00f6hne oft in andere Teile des Landes um dort Handel zu treiben. Diese kehrten nur selten zur\u00fcck, lie\u00dfen aber aus Verbundenheit zu ihrer Heimat prachtvolle Bauten in ihren Heimatd\u00f6rfern errichten. Allein der Weg nach Hongcun war schon ein Abenteuer. So weit im l\u00e4ndlichen China war ich vorher noch nie gewesen. Die Stra\u00dfen waren extrem holprig, aber die Landschaft war \u00e4u\u00dferst beeindruckend. Das Dorf selbst war zwar aufgrund der Jahreszeit etwas grau, aber trotzdem sehr interessant. Durch kleine Gassen konnte man von einer alten Residenz zur n\u00e4chsten laufen, oft ohne wirklich zu wissen, ob man noch auf der Stra\u00dfe oder schon im Vorhof eines Hauses stand. Wir \u00fcbernachteten in einer der zahlreichen privaten Pensionen, die traditionell anmuteten, aber gl\u00fccklicherweise mit Klimaanlage gegen die K\u00e4lte ausgestattet waren. Den n\u00e4chsten Tag verbrachten wir dann auch noch in Hongcun, bevor wir wieder nach Tunxi zur\u00fcckfuhren, wo wir zum dritten und letzten Mal in unserer Jugendherberge eincheckten. Das bei Touristen ebenfalls sehr beliebte Xidi sparten wir uns, weil uns gesagt wurde, dass Hongcun sch\u00f6ner sei und wir nicht noch einmal Eintritt bezahlen wollten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Obwohl der viel gepriesene Berg uns nicht in guter Erinnerung geblieben ist war es doch ein netter Urlaub. Wir werden wohl im Fr\u00fchjahr, wenn es etwas w\u00e4rmer ist noch einmal zur\u00fcckkommen, um den Berg noch einmal zu besteigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Morgen geht\u2019s dann nach Hongkong, weil mein Visum bald ausl\u00e4uft. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Huang Shan (gelber Berg) gilt als einer der sch\u00f6nsten Berge Chinas. 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