{"id":59,"date":"2010-12-15T17:05:54","date_gmt":"2010-12-15T16:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=59"},"modified":"2010-12-15T17:05:54","modified_gmt":"2010-12-15T16:05:54","slug":"hangzhou","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2010\/12\/15\/hangzhou\/","title":{"rendered":"Hangzhou"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Letztes Wochenende war ich mit einigen anderen Freiwilligen in Hangzhou, einer alten Stadt nicht weit von Shanghai, die haupts\u00e4chlich f\u00fcr Tee, Seide und den Xihu (Westsee) bekannt ist. Letzterer gilt als eine der beliebtesten Sehensw\u00fcrdigkeiten Chinas. Es gibt sogar einen Spruch, der die Sch\u00f6nheit der Landschaft betont: \u201c<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: sans-serif\">\u4e0a\u6709\u5929\u5802\uff0c\u4e0b\u6709\u82cf\u676d <\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: small\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">(Shang you tiantang, xia you Su-Hang)\u201c, was \u00fcbersetzt soviel bedeutet wie: \u201eOben gibt es den Himmel, unten gibt es Hangzhou und Suzhou\u201c (letzteres ist vor allem f\u00fcr seine G\u00e4rten ber\u00fchmt).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Bereits die Anreise war mehr als kompliziert, weil wir in einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe reisen wollten. Bis jeder ein Zugticket hatte, das mit seinen Arbeitszeiten vereinbar war, musste ich viele Anrufe t\u00e4tigen und oft zum Bahnhof gehen. Julia, die f\u00fcr unser Zwischenseminar aus Qingdao gekommen war, Frederik, der aus dem selben Grund aus Ulan Bator angereist war, und ich wollten bereits Freitag morgens losfahren und Felix am Bahnhof treffen. Jan Luis und Philipp mussten arbeiten und wollten daher abends nachkommen. Au\u00dferdem hatten Annika und Frederike angek\u00fcndigt, dass sie ebenfalls kommen wollten und das gleiche Hostel gebucht hatten, das auch Julia f\u00fcr uns reserviert hatte. Nachdem wir am Vorabend noch letzte Vorbereitungen treffen mussten machten wir uns unausgeschlafen und \u00fcberhastet auf den Weg zum S\u00fcdbahnhof. Dabei schloss ich versehentlich die T\u00fcr von au\u00dfen ab und damit Jan Luis ein. Bereits relativ fr\u00fch hatten Jan Luis und ich festgestellt, dass unsere Wohnungsschl\u00fcssel nicht daf\u00fcr geeignet sind, das T\u00fcrschloss von innen aufzuschlie\u00dfen. Nur wenige Tage vor unserer Fahrt nach Hangzhou   ist mir ein Schl\u00fcssel bei dem verzweifelten Versuch, die Wohnung zu verlassen, angebrochen und wir mussten einen neuen anfertigen lassen. Als Julia, Frederik und ich bereits in der Ubahn waren rief mich Jan Luis an und ich musste zur\u00fcck, damit er zur arbeiten gehen konnte. Die anderen warteten auf mich und wir schafften es gerade noch rechtzeitig, in unseren Zug einzusteigen. In Hangzhou angekommen mussten wir dann mit dem Bus ins Stadtzentrum fahren, wo sich unser Hostel befand.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Wir entschlossen uns ein wenig die Gegend zu erkunden und auch dem ber\u00fchmten Westsee schon mal einen Besuch abzustatten. Die Stadt und der See werden ihrem Ruf wirklich gerecht. Es gibt unz\u00e4hlige wundersch\u00f6ne Orte, von denen wir wohl nur einen Bruchteil besichtigen konnten. Ich werde allerdings darauf verzichten, diese hier detailliert zu beschreiben. Bei Facebook lade ich aber wieder ein paar Bilder hoch. Abends kamen dann die anderen auch alle an und wir gingen gemeinsam zu einigen Stra\u00dfenst\u00e4nden, um etwas zu essen. Danach gingen wir in eine Bar in der N\u00e4he des Hostels. Nachdem wir den Nachtw\u00e4chter des Hostels aufgeweckt hatten musste ich entsetzt feststellen, dass ich meinen Rucksack, in dem sich auch mein Pass befand in der Bar vergessen hatte. Also sprintete ich zur\u00fcck und bekam bereits beim Reingehen meinen Rucksack und einen Schrankschl\u00fcssel, den jemand anderes von uns vergessen hatte, in die Hand gedr\u00fcckt. Als ich wieder zur\u00fcckkam, war Annika sehr erleichtert, dass ich ihren Schl\u00fcssel gefunden hatte. Meine Vergesslichkeit hatte also doch auch etwas Gutes.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Den Samstag verbrachten wir an und auf dem See, weil wir geh\u00f6rt hatten, dass das Wetter dann am besten werden sollte. Abends gingen wir gemeinsam Feuertopf essen. Dabei steht ein Topf mit kochender Br\u00fche in der Mitte und man bestellt viele kleine Sachen, die jeder dann in den Topf werfen kann, und wenn sie fertig sind wieder herausholen und essen kann. Anschlie\u00dfend fuhren wir mit dem Taxi zu einer Reggae-Bar, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Am Sonntag mieteten wir Fahrr\u00e4der und fuhren zu den Teeplantagen im S\u00fcden der Stadt. Nachdem wir bereits eine halbe Stunde gefahren waren und Frederiks Kette mehrmals herausgesprungen war, kehrten einige schlie\u00dflich um, um ein neues Fahrrad zu holen. Nach diesen anf\u00e4nglichen Startschwierigkeiten kamen wir gut voran. Auf dem Weg kamen wir an zahlreichen Brautpaaren vorbei, die Fotos von sich an den vielen \u201escenic spots\u201c um den See herum machen lie\u00dfen. Viele chinesische Paare legen n\u00e4mlich wert darauf, am Tag ihrer Hochzeit professionelle Bilder von sich vor verschiedenen Sehensw\u00fcrdigkeiten Chinas zu machen. Oft tragen die Frauen gemietete Brautkleider im westlichen Stil oder traditionelle Chinesische Kleider. Auch andere Kost\u00fcme sind sehr beliebt. Einige lassen sich als Bauern, Soldaten oder in historischen Gew\u00e4ndern ablichten. F\u00fcr diese Fotos wird nicht selten mehr Geld ausgegeben als f\u00fcr die eigentliche Zeremonie. Nachdem wir also an etlichen dieser Paare vorbeigekommen sind, hielten wir am nationalen Teemuseum, um uns die kostenlose Ausstellung kurz anzusehen. Dann fuhren wir weiter in Richtung des Drachenbrunnendorfes, wo der ber\u00fchmteste Tee Chinas beheimatet ist. Wir tranken gemeinsam in einem privaten Teehaus den leckeren Gr\u00fcntee und einige kauften danach auch noch etwas f\u00fcr zu Hause. Es war bereits 4 Uhr und wir hatten noch deutlich mehr als die H\u00e4lfte der geplanten Strecke vor uns. Da wir die Fahrr\u00e4der nur bis 6 Uhr gemietet hatten wurde die Zeit also langsam knapp. Deswegen fuhren wir im z\u00fcgigen Tempo den Berg hinunter, den wir zuvor m\u00fchsam auf der anderen Seite heraufgekommen waren (teilweise mussten wir schieben). Nach kurzer Zeit mussten wir aber umdrehen, da der asphaltierte Weg aufh\u00f6rte und unsere Fahrr\u00e4der f\u00fcr unwegsames Gel\u00e4nde einfach nicht geeignet waren. Erneut schoben wir die Fahrr\u00e4der den Berg hinauf, um dann den gleichen Weg zur\u00fcckzufahren, auf dem wir auch gekommen waren. Die Abfahrt machte richtig Spa\u00df, obwohl einem einer so hohen Geschwindigkeit im chinesischen Verkehr schon mulmig werden konnte. Auf dem R\u00fcckweg sprang Philipp und mir dann mehrmals die Kette raus und wir mussten oft anhalten. Kurz vor dem Ziel verkeilte sich Philipps Kette dann so im Rahmen, dass wir sie nicht mehr ohne Hilfe herausholen konnten. Ein freundlicher Fahrradh\u00e4ndler, der selbst eine Tour gemacht hatte, hielt an um uns zu helfen, brauchte aber auch erst einen Schraubenschl\u00fcssel von seinem Kollegen, der extra zu uns fuhr, um die Kette wieder in Position zu bringen. Wir beschlossen, den beiden eine kleines Dankesch\u00f6n f\u00fcr ihre Hilfe anzubieten und fragten, ob sie Geld nehmen w\u00fcrden, oder ob wir ihnen vielleicht ein Bier ausgeben k\u00f6nnten. Daraufhin sagten sie uns, wir k\u00f6nnten sie ja zum Essen einladen. Wir wollten zwar nicht undankbar erscheinen, aber das erschien uns ein bisschen viel. Gl\u00fccklicherweise verabschiedeten sich die beiden aber noch, bevor wir unsere R\u00e4der zur\u00fcckgegeben hatten, und fuhren dann einfach nach Hause. Da wir am n\u00e4chsten Morgen abreisen wollten schauten wir lediglich noch zusammen \u201ePulp Fiction\u201c im Hostel und gingen nicht mehr gro\u00df weg.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Urspr\u00fcnglich hatten wir vor, mit dem gleichen Bus zur\u00fcckzufahren, mit dem wir auch gekommen waren. Allerdings standen wir mal wieder unter Zeitdruck, weil wir getr\u00f6delt hatten. Wir konnten die Station nicht finden und nahmen schlie\u00dflich zwei Taxis. Unsere Fahrerin regte sich tierisch dar\u00fcber auf, dass sie jetzt zum weit entfernten S\u00fcdbahnhof fahren m\u00fcsste, weil sie uns zun\u00e4chst missverstanden hatte und dachte wir wollten zum Busbahnhof. Unter Protest fuhr sie dann aber doch. Wir kamen nach einer teuren Fahrt gerade noch rechtzeitig, aber die andere H\u00e4lfte der Gruppe war 5 Minuten vor Abfahrt noch nicht da. Deswegen tauschten wir schnell unsere Tickets um, damit wir einen sp\u00e4teren Zug nehmen konnten. Als die anderen auch endlich eintrafen tauschten wir auch das letzte Ticket noch schnell um, obwohl der Zug bereits abgefahren war (Ich w\u00fcrde zu gern sehen, was passiert, wenn man das bei der Deutschen Bahn versucht.) Wahrscheinlich ging das aber nur, weil wir eh nur Stehpl\u00e4tze hatten. Im Zug waren dann allerdings genug Pl\u00e4tze frei, sodass wir die ganze Fahrt lang sitzen konnten und halbwegs  rechtzeitig zu unserem Zwischenseminar wieder in Shanghai waren. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Wochenende war ich mit einigen anderen Freiwilligen in Hangzhou, einer alten Stadt nicht weit von Shanghai, die haupts\u00e4chlich f\u00fcr Tee, Seide und den Xihu (Westsee) bekannt ist. Letzterer gilt als eine der beliebtesten Sehensw\u00fcrdigkeiten Chinas. 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