{"id":45,"date":"2010-11-09T12:49:38","date_gmt":"2010-11-09T11:49:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=45"},"modified":"2010-11-09T12:49:38","modified_gmt":"2010-11-09T11:49:38","slug":"xian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2010\/11\/09\/xian\/","title":{"rendered":"Xi&#8217;an"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Letztes Wochenende bin ich in die ehemalige Kaiserstadt Xi&#8217;an gefahren. Bereits nach wenigen Stunden Zugfahrt fing ich an, mich zu fragen, warum ich wieder nur einen Sitzplatz genommen hatte. Der Zug brauchte dank Versp\u00e4tung insgesamt mehr als 16 Stunden und Schlaf bekam ich, wie bereits auf dem Weg nach Peking, so gut wie gar keinen. Immerhin lernte ich einige nette Leute kennen, darunter einige Sch\u00fcler einer Gruppe deutscher Austauschsch\u00fcler, einen schottischen Lehrer, der seinen Job gek\u00fcndigt hatte, um Asien zu bereisen und nat\u00fcrlich auch zahlreiche Chinesen. Am n\u00e4chsten Morgen kam ich dann mit zwei Stunden Versp\u00e4tung an und nahm den Bus Richtung Stadtzentrum. Urspr\u00fcnglich sollte ich von Mitarbeitern meines Hostels abgeholt werden, aber in einer E-Mail hie\u00df es, im Falle einer Versp\u00e4tung m\u00fcsse man selbst kommen. Tats\u00e4chlich hatte trotzdem jemand auf mich gewartet und stand als ich bereits einchecken wollte noch am Bahnhof.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Nachdem ich mein Zimmer bezogen und meine Sachen verstaut hatte, wollte ich den ersten Tag nutzen, um die Sehensw\u00fcrdigkeiten in der n\u00e4heren Umgebung zu besichtigen. Xi&#8217;an war \u00fcber 1000 Jahre lang die Hauptstadt von 15 verschiedenen Dynastien. Leider ist vom alten Glanz der Stadt aber nur wenig \u00fcbrig geblieben und in den meisten Stadtteilen stehen die in China \u00fcblichen Wohnhochh\u00e4user. Allerdings hat Xi&#8217;an die l\u00e4ngste erhaltene Stadtmauer Chinas (die Stadt ist heutzutage nat\u00fcrlich wie in den meisten europ\u00e4ischen St\u00e4dten weit \u00fcber die Grenzen dieser Mauer gewachsen). \u00dcber das eindrucksvolle S\u00fcdtor stieg ich auf die Mauer und mietete mir dort ein altes klappriges Fahrrad ohne Federung. Das Wetter war toll und obwohl der Weg holprig war, hat es Spa\u00df gemacht, einmal um die insgesamt 14 km lange Befestigungsanlage zu fahren. Am Nachmittag sah ich mir dann den Glocken- und Trommelturm an, die fr\u00fcher das Signal zum \u00d6ffnen bzw. Schlie\u00dfen der Stadttore gaben. Abends ging ich ins muslimische Viertel der Stadt, wo es sogar eine Moschee gibt, die allerdings wenige architektonische Merkmale des Orients aufweist und eher wie ein daoistischer Tempel wirkt. Au\u00dferdem gibt es in den engen Gassen des Viertels zahlreiche kleine L\u00e4den, die Essen anbieten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Am zweiten Tag besichtigte ich dann die weltber\u00fchmte Terrakotta-Armee, die aber meiner Meinung nach nicht allzu spannend ist. In der Ausstellungshalle traf ich dann die deutschen Sch\u00fcler zuf\u00e4llig wieder.  Am Nachmittag ging ich dann zur gro\u00dfen Wildganspagode, wo abends immer eine Wassershow stattfindet. Ich sah mir zun\u00e4chst die alten Tempelanlagen um die Pagode herum an, die im Laufe der Zeit zerst\u00f6rt und von sp\u00e4teren Dynastien wieder aufgebaut wurden und stieg dann auf die Pagode selbst. Danach spazierte ich noch ein wenige durch die Gegend und wartete auf die angek\u00fcndigte Show. Diese war dann auch wirklich sehenswert. Zu teils chinesischer teils klassischer europ\u00e4ischer Musik schossen bunt beleuchtete Wasserfont\u00e4nen in die Luft und viele Chinesen hatte ihre helle Freude daran trotz der Warnungen mitten durch zu laufen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Da die ganzen Tempel zwar sehr sch\u00f6n sind, aber irgendwie doch alle sehr \u00e4hnlich aussehen und ich erst mal genug von der Stadt hatte, entschloss ich mich am dritten Tag einen Ausflug zum nicht weit entfernten Hua Shan zu machen. Am Fu\u00df des Berges traf ich einen netten Chinesen, der ebenfalls alleine unterwegs war und mir anbot gemeinsam auf den Berg zu steigen. Der Aufstieg vom Westtor auf den Nordgipfel dauerte vier Stunden, wobei wir zun\u00e4chst auf mal mehr mal weniger steilen Wanderwegen liefen. Sp\u00e4ter wurde es dann immer steiler und wir mussten auf abenteuerlichen schmalen in den Fels geschlagenen Treppenstufen weiterlaufen. Auf dem ganzen Weg war es relativ still und wir trafen nur einige wenige Leute, haupts\u00e4chlicher \u00e4ltere Chinesen. Am Nordgipfel erwarteten uns dann leider doch die Touristenmassen, die ganz bequem die Gondel genommen hatten. Irgendwie kommt man sich leicht verarscht vor, wenn man nach vier Stunden Fu\u00dfmarsch ankommt man sich erst an Massen von furchtbar unpassend bekleideten Chinesinnen in hohen Schuhen und Digitalkamera in der Hand vorbei dr\u00e4ngen muss, um die Aussicht genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Vom Nordgipfel aus gingen wir erst auf den Westgipfel, dann auf den S\u00fcdgipfel, welcher mit 2154 Metern der h\u00f6chste ist, und schlie\u00dflich auf den Ostgipfel, von wo aus morgens viele Leute, die auf dem Berg \u00fcbernachten, den Sonnenaufgang betrachten. Nach weiteren vier Stunden kamen wir wieder beim Nordgipfel an, von wo aus wir die Bergbahn nehmen mussten, um noch rechtzeitig f\u00fcr die Busse nach Xi&#8217;an ins Tal zu gelangen. Der Ausflug kostete mich zwar leider etwas mehr Geld als ich ausgeben wollte, aber die Aussicht auf die wundersch\u00f6ne Natur war wirklich klasse (vor allem wenn sonst aus der Stadt kaum raus kommt)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Am letzten Tag erholte ich mich dann von der anstrengenden Wanderung. Ich besichtigte lediglich noch die kleine Wildganspagode und schrieb dann einige Karten. Abends fuhr ich dann mit einem 70-j\u00e4hrigen Amerikaner, den ich im Hostel kennengelernt hatte zum Bahnhof.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">Auf der R\u00fcckfahrt traf ich dann eine Chinesin, mit der ich bereits auf dem Hinweg geredet hatte, und nat\u00fcrlich wieder zahlreiche andere interessierte Chinesen. Mit manchen kann man ganz gut einfache Unterhaltungen auf Chinesisch f\u00fchren, andere wollen ihr Englisch aufbessern und weigern sich schlichtweg ihre Muttersprache zu sprechen. Dadurch entstehen Dialoge wie dieser:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">A: Where are you from?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">B: <\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\">\u6211\u6765\u81ea\u5fb7\u56fd<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-family: SimSun\">. <\/span>(Ich komme aus Deutschland) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">A: Ah, you&#8217;re from Germany. Why are you here in China?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">B: <\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\">\u6211\u4f4f\u5728\u4e0a\u6d77<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-family: SimSun\">.<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\">\u6211\u662f\u5fb7\u8bed\u8001\u5e08<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-family: SimSun\">.<\/span>(Ich wohne in Shanghai. Ich bin Deutschlehrer)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">A: What part of Shanghai do you live in?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">B: <\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\">\u6d66\u4e1c\u65b0\u533a<\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\"><span style=\"font-family: SimSun\">.<\/span>(Pudong Xinqu)<\/span><\/p>\n<p>\u2026<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif\">In der Nacht konnte ich sogar halbwegs gut schlafen. Der Zug hatte allerdings wieder Versp\u00e4tung, sodass ich direkt vom Bahnhof zur Schule gehen musste. Am Abend bin ich dann zum ersten Mal zum Friseur gegangen und habe mir f\u00fcr weniger als zwei Euro die Haare schneiden lassen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Wochenende bin ich in die ehemalige Kaiserstadt Xi&#8217;an gefahren. 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