{"id":108,"date":"2011-06-01T08:57:47","date_gmt":"2011-06-01T06:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/?p=108"},"modified":"2011-06-01T08:57:47","modified_gmt":"2011-06-01T06:57:47","slug":"schule-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/patrick\/2011\/06\/01\/schule-teil-3\/","title":{"rendered":"Schule Teil 3"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Damit nicht der Eindruck entsteht, dass das hier ein Reiseblog ist, muss ich wohl auch mal wieder etwas \u00fcber meine eigentliche Aufgabe schreiben. Es hat sich prinzipiell nicht wirklich was getan und ich habe immer noch wenig zu tun. Allerdings haben wir uns weitgehend vom Buch entfernt, da es wirklich nichts taugt. Stattdessen habe ich mir verschiedene Themenbereiche \u00fcberlegt und Materialien aus dem Internet zusammengetragen. Ich hatte den Eindruck, dass die Sch\u00fcler auf diese Art wesentlich besser lernen und auch interessierter sind. Um den Sch\u00fclern z. B. Die Farben beizubringen, haben wir einige Bilder von Dingen aus Deutschland herausgesucht, die jeweils eine bestimmte Farbe repr\u00e4sentieren sollten (ein gelbes Rapsfeld, der blaue K\u00f6nigssee, die lila Milkakuh etc.) Au\u00dferdem haben wir \u201eIch sehe was was du nicht siehst\u201c gespielt. Auch die K\u00f6rperteile konnte man mit vielen Bildern und zeigen gut unterrichten. Selbst abstrakte Dinge wie Pr\u00e4positionen kann man ohne direkt zu \u00fcbersetzen beibringen. Ich habe einfach zwei Gegenst\u00e4nde genommen, die die Sch\u00fcler bereits kannten und damit die grundlegenden Ortsbeziehungen nachgestellt (vor, hinter, \u00fcber, unter, etc.) Danach mussten die Sch\u00fcler diese noch einmal auf Bildern erkennen und S\u00e4tze bilden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Um den Sch\u00fclern klarzumachen, dass der Deutschunterricht keineswegs eine zweite Mittagspause ist, haben wir auch einige Test schreiben lassen. Wir hatten zwar bereits am Ende des ersten Halbjahres eine Abschlusspr\u00fcfung, aber einen wirklich schriftlichen Test hatten wir noch nicht schreiben lassen. Zun\u00e4chst erstellte ich einen simplen Vokabeltest und Xu Ya gab den Sch\u00fclern den Hinweis, sie sollen die Vokabeln der Lektionen 1-8 f\u00fcr den Test lernen. Das mag zwar jetzt nach viel klingen, relativiert sich aber, wenn man wei\u00df wie dieses beschissene Buch aufgebaut ist. Alles in allem gab es wohl knapp \u00fcber 60 Vokabeln, wobei nur 30 davon auch im Test waren. Au\u00dferdem gab es eine Zusatzaufgabe in der man das Verb \u201esein\u201c konjugieren musste. Insgesamt waren also 36\/30 Punkten m\u00f6glichen. Auf diese Weise wollte ich den Sch\u00fclern das Ganze etwas einfacher machen. Wir haben den Test eine Woche vorher angek\u00fcndigt, sodass man doch davon ausgehen m\u00fcsste, dass jeder genug Zeit gehabt hat, sich vorzubereiten. Es gab es nat\u00fcrlich auch ein paar, die recht gut abschnitten. Darin lag aber eben das Problem. Die 2-3 Klassenstreber schafften in einer Klasse mehr als 30 Punkte zu erreichen w\u00e4hrend der Durchschnitt nicht einmal bestanden h\u00e4tte, wenn es eine wichtige Pr\u00fcfung gewesen w\u00e4re.  Einige hatten kaum zwei Felder \u00fcberhaupt ausgef\u00fcllt. Noch schlimmer als diejenigen, die nahezu leere Bl\u00e4tter abgegeben haben waren allerdings diejenige, die schlichtweg meinten, jedes Wort auf Englisch hinschreiben zu k\u00f6nnen. Beim Korrigieren konnte man daf\u00fcr aber die ein oder andere am\u00fcsante Antwort und Wortkreationen wie z. B. \u201eForeignsisch\u201c entdecken. Vieles davon ist schwer zu verstehen, wenn man kein Chinesisch kann und den Gedankengang der Sch\u00fcler nicht nachvollziehen kann, deswegen belasse ich es mal bei diesem einen Beispiel. Was mich auch erstaunt hat, ist wie wenig die Sch\u00fcler zuh\u00f6ren und Fehler machen, die schlichtweg unn\u00f6tig sind. Xu Ya hat mehrmals betont, dass Nomen immer gro\u00df geschrieben werden und das wir bei jedem Nomen auch den korrekten Artikel brauchen. Es gibt nur drei Artikel, die in Frage kommen, dass macht selbst wenn man \u00fcberhaupt keine Ahnung hat eine Chance von 1\/3 die richtige Antwort zu geben. Trotzdem fehlten bei etlichen Sch\u00fclern ein Gro\u00dfteil der Artikel. Man kann auch eigentlich erwarten, dass die Sch\u00fcler wissen, was ein Nomen ist. Und wenn man einmal gelernt hat, dass diese eben gro\u00df geschrieben werden im Deutschen, ist es auch nicht so schwer mal daran zu denken. Ein Sch\u00fcler hat sich allerdings unsere Hinweise richtig zu Herzen genommen und kurzerhand jedes Wort, also auch alle Adjektive, Verben, Pr\u00e4positionen und was es sonst noch so gibt, gro\u00dfgeschrieben und mit Artikeln versehen. Leider bekommt man f\u00fcr \u201eGro\u00df, der\u201c oder \u201eGehen, die\u201c nat\u00fcrlich keine Punkte. Dabei waren wir sogar noch sehr gro\u00dfz\u00fcgig und haben oft noch Teilpunkte f\u00fcr die  merkw\u00fcrdigsten Antworten gegeben, solange ein Teil richtig war. Nach den Kriterien eines deutschen Gymnasiums h\u00e4tte man wohl nachschreiben m\u00fcssen. Ein anderer Test fragte dann auch Grammatik auch, fiel aber nicht wirklich besser aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\">Vor kurzem kam dann auch endlich mal Besuch vom Goethe-Institut um sich unseren Unterricht anzuschauen. Eigentlich wollte Yvonne das bereits im letzten Jahr organisieren, aber irgendwie war es nie dazu gekommen. Vor einer Woche kam dann Ulrike, die auch bei Jan Luis schon zu Gast war und hospitierte bei uns im Unterricht. Wir hatten etwas vorbereitet, um den Sch\u00fclern beizubringen, wie man nach dem Weg fragt. Es lief ganz gut und Ulrike besprach mit uns gemeinsam, was man noch verbessern k\u00f6nnte. Au\u00dferdem machten wir einen Termin aus, an dem sie noch einmal kommen w\u00fcrde und den Unterricht mit uns gemeinsam gestalten w\u00fcrde. Erst letztes Wochenende fand auch eine Lehrerfortbildung statt, die ebenfalls von ihr geleitet wurde. Dort waren dann einige Lehrer aus dem Pasch-Programm, sowie mit mir vier Freiwillige. Viel Zeit bleibt mir an der Schule auch gar nicht mehr. Bereits im Juni finden die Pr\u00fcfungen statt und davor f\u00e4llt der Deutschunterricht aus. Da mein Sommer schon ziemlich verplant ist, muss ich an den kommen Wochen noch einige Dinge machen, die ich mir vorgenommen hatte. Daher werde ich auch in Shanghai nicht mehr allzu lange sein. Ich werde noch einige andere Orte in China besuchen und dann auch ins asiatische Ausland fahren. Bereits vor einigen Wochen war ich in Taiwan. Dar\u00fcber schreibe ich aber im n\u00e4chsten Eintrag.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit nicht der Eindruck entsteht, dass das hier ein Reiseblog ist, muss ich wohl auch mal wieder etwas \u00fcber meine eigentliche Aufgabe schreiben. Es hat sich prinzipiell nicht wirklich was getan und ich habe immer noch wenig zu tun. Allerdings haben wir uns weitgehend vom Buch entfernt, da es wirklich nichts taugt. 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