Ein Satz 03/12/19

Es gibt Sätze, die dich näher beschreiben. Die dich und dein Verhalten in gewisser Weise widerspiegeln. Es gibt dadurch Sätze und Phrasen mit welchen du dich identifizieren kannst, aber es eigentlich nicht möchtest. Vielleicht hast du da noch nie drüber nachgedacht, aber du drückst doch tagtäglich deine Gefühle mit Worten aus? Nein stimmt nicht. Unter anderem mit Worten. Aber viel mehr mit Körpersprache, der Intonation, deiner Art, wie du dich gegenüber anderen gibst. Denn Gefühle, so empfinde ich, das kommunizierst du viel zu wenig mit deinen Mitmenschen. Aber weshalb eigentlich? Würdest du nicht viel befreiter leben, wenn du dich Anderen mitteilst. Befreiter leben. Das zielt auch auf deinen Satz ab. Ein Satz, den du dir glaube ich manchmal vor Augen führen musst. Was bringt es dir, dir Szenarien im Kopf auszumalen, die sich in der Vergangenheit abspielen und keine Relevanz in der Gegenwart haben? Natürlich rein rational gesehen gar nichts. Du bist aber kein purer Rationalist und das ist vollkommen ok so. Denn ja bei diesem Satz geht es auch um Akzeptanz. Akzeptiere, dass man etwas in der Vergangenheit nicht ändern kann und glaube daran, dass alles seinen Grund hat. Und wenn du wieder mal etwas zu viel überdenkst und ja zu verkopft bist, dann sag dir leise in deinem Kopf: „Das Leben eines Menschen ist, was seine Gedanken aus ihm machen.“

 

Wie ich in 35 Minuten in drei Ländern war // Wochenende vom 09/11/19 & 10/11/19

Ich habe mich schnell in die Mentalität der Menschen hier vor Ort verliebt, denn diese begegnet einem hier tagtäglich. Und was macht diese Mentalität aus? Lieber Leser, da könnte ich jetzt wirklich zwei Seiten zu schreiben, aber das würde sich glaube ich wirklich keiner antun wollen und so verfasse ich das ganze jetzt total reduziert und verallgemeinert (natürlich sind nicht alle Einwohner Eldorados so) mit der Benutzung von drei Attributen: Herzlichkeit, Offenheit und Gemeinschaft. Herzlichkeit, einfach weil du hier mit so schönen Umarmungen und zwei besitos (Küsschen) begrüßt wirst und so schöne Unterhaltungen führen kannst. Offenheit, weil du oft zu einem Asado oder Treffen eingeladen wirst und es für die Menschen hier überhaupt keine Problematik darstellt, wenn man irgendwo mit hinkommt. Und Gemeinschaft, weil du hier gefühlt nirgendswo alleine hingehst und immer von Leuten umgeben bist. Wenn ich erzähle, dass ich zum Beispiel alleine ins Café gehe oder zum Fluss fahre, dann finden das viele hier komisch. Naja, aber zurück zum Thema: Genau durch diese wichtigen Charaktereigenschaften wurde ich zu einem Wochenende in Puerto Libertad, einem Dorf 1h30 von Eldorado entfernt, bei der Tochter von Renata, meiner Vermieterin, und ihrer Familie eingeladen. Am Freitagabend ging es für mich mit dem Bus dort hin. Denn Samstag ganz früh morgens fuhren wir nach Ciudad del Este, Paraguay, was von vielen hier Miní Turquía (kleine Türkei) genannt wird. Weshalb? Viele Argentinier und Brasilianer fahren nach Ciudad del Este zum Einkaufen, denn es ist dort viel günstiger. Außerdem gibt es viele Plagiate dort. Extra in ein anderes Land zum Einkaufen? Ja, denn es dauert ca. nur 35 Minuten aus Puerto Libertad um in dem Konsumparadies zu landen. Erst überquerten wir mit dem Auto die argentinische Grenze. Dann waren wir in Brasilien, genau gesagt Foz do Iguacu. Die brasilianische Stadt ist mit einer Brücke mit Ciudad del Este verbunden und so stellten wir das Auto dort ab und gingen zu Fuß (kann ich immer noch nicht glauben!!) in 5 Minuten in ein anderes Land, eine andere Welt, Paraguay. Menschenmengen tummelten sich durch die engen Straßen Ciudad del Estes. Reih an Reih standen die Stände mit Taschen von Gucci, Chanel und noch anderen Luxusmarken, die man sich so vorstellen kann. Nur das auf der Tasche nicht Gucci stand, sondern vielleicht Juci, aber das kann man doch für einen Schnäppchenpreis verkraften, am I right? Die riesigen Malls und diese Stände waren durch eine 5-spurige-Straße getrennt, wo alle Fahrzeuge so gefahren sind, wie es ihnen gefällt. Man musste wirklich schnell sein und wirklich stark auf die Füße aufpassen. Ich habe noch alle Zehen, keine Sorge. Brenda, die Tochter von Renata und ihr Mann, Lukas, haben Dinge zum Verreisen gekauft und Spielzeug für ihre Kinder. Wir sind durch die Straßen gehuscht und waren durch die Hitze auch nach 4 Stunden in dieser verrückten und stressigen Welt ziemlich erschöpft. Die Geschäfte haben eh nur bis ca. 15 Uhr auf, weil es sonst zu gefährlich wird. Im Dunkeln sollte man sich dort auf gar keinen Fall ohne Auto aufhalten. Wir sind also wieder nach Foz do Iguacu und ich habe Falafel gegessen. Meine Freude konnte ich nicht in Worte fassen, denn Falafel ist hier in Eldorado sehr weit von mir entfernt. Am Abend sind wir in Puerto Libertad in den Regenwald mit den zwei Kindern von Lukas und Brenda gegangen. Ich habe mich das ganze Wochenende so herzlich aufgenommen gefühlt und so viel gelacht. Zusammen haben wir Empanadas gemacht und vor dem kleinen, aber sehr feinen Häuschen mit Bier den Abend ausklingen lassen. Am Morgen des Sonntags ging es dann wieder für mich nach Hause, nach Eldorado. Danke Brenda, Lukas, Olivia und Felipe für dieses schöne Wochenende!

 

Meine Arbeit an der Schule in Eldorado 02/12/19

Nun schreibe ich diesen Blogeintrag zu meiner Einsatzstelle und das ist dann, wenn ich nur noch eine gute Woche an dieser Schule sein werde. Das heißt, dass ich 12 Wochen hier gearbeitet habe und das kann ich noch nicht so wirklich realisieren. Das liegt glaube ich im Allgemeinen daran, dass ich mich wirklich sehr wohl hier gefühlt habe. Ich denke der Aspekt, dass ich immer um 7 Uhr an der Schule sein musste, dadurch also sehr früh aufstehen musste, war das was mich am meisten belastet hat. Und ich glaube damit konnte ich auch ganz gut leben. Dadurch war ich nämlich immer so um 13 Uhr zu Hause. Den Stundenplan für meinen Aufenthalt hier durfte ich mir selbst zusammenstellen und allgemein hatte ich eine große Freiheit. Dank der Offenheit und der lockeren Mentalität der Lehrer gab es für mich die Möglichkeit, viele Unterrichtssequenzen vorzubereiten und umzusetzen und ebenfalls ein Projekt in den Unterrichtsstunden zu injizieren.

Anfang der Schule also um 7 Uhr: Die argentinische Hymne wurde gemeinsam auf dem Schulhof gesungen und die Flagge Argentiniens und Misiones wurde gehisst.

Nach 7 Uhr: Der Unterricht fing an und das hieß für mich ebenfalls das Unterrichten im Deutschunterricht. In der ersten Woche bin ich in viele unterschiedliche Klassen gegangen und durfte direkt mit den Schülern arbeiten: von Sprachspielen bis ganz kleine Geschichten schreiben. Und das war auch hauptsächlich meine Hauptbeschäftigung hier vor Ort: begleitend im Unterricht agieren, aber auch ganz alleine zu unterrichten (was manchmal eine Herausforderung war).

In meinen Pausen: Da habe ich meine Zeit matetrinkend in der Bibliothek verbracht und mit den 2. Klässlern Lesestunden auf Spanisch gehalten. Doch wie bereits in meinem anderen Blogeintrag erwähnt, habe ich diese ebenfalls mit dem Vorbereiten meines Projekts verbracht, was ich nicht vorher dachte, aber es war ein wirklich großer Aufwand. Mit den 3. Klässlern habe ich Fische, Schildkröte und Quallen aus Plastikflaschen gebastelt und vorher Vokabeln auf Deutsch zur Unterwasserwelt gelernt. Wir hatten insgesamt am Ende 40 Fische, 40 Schildkröten und 40 Quallen, welche ich noch mit Kleber und Faden versehen musste. Nebenbei habe ich im Deutschunterricht der 6A die Problematik des Plastiks in Gewässern im Detail behandelt. Und erstmal einen Unterrichtsplan zu erstellen, Methodiken auszusuchen etc., das braucht Zeit. Ich habe durch das Projekt viel gelernt in der Hinsicht, dass man wirklich gut vorbereitet sein muss, dass wenn nur ein Schüler eine Schildkröte bastelt und die anderen einen Fisch, diese auf einmal natürlich auch eine Schildkröte basteln wollen und sich unfair behandelt fühlen (da muss ich ein kleines bisschen schmunzeln, die 3. Klässler sind schon goldig) und dass natürlich auch nicht immer alles klappt und man dann aber das beste draus machen muss. Außerdem habe ich riesen Respekt vor den ganzen Lehrern vor Ort, denn auch wenn die Kinder mich direkt integriert und akzeptiert haben, mich immer mit den schönsten Umarmungen begrüßt haben und laut „TANTE PATRICIA“ gerufen haben, so sind diese sehr laut und manchmal sehr unkonzentriert und man muss wirklich starke Nerven haben. Ich erinnere mich an eine Stunde alleine mit den 3. Klässlern, wir haben gebastelt. Auf einmal kämpfen zwei Schüler sehr impulsiv mit zwei Plastikflaschen. Diese Streitigkeit wollte ich schlichten, auf der anderen Seite brauchten andere Schüler neuen Pappkarton und andere hatten bei dem Aufkleben der Augen ihrer Fische Probleme. Da hätte ich mich gerne in 3 Teile geteilt, denn dass es chaotisch wurde war quasi vorprogrammiert. Rückblickend hat sich aber die Zeit, die ich da hinein investiert habe gelohnt. Es ist nämlich wichtig, die Kinder in Hinsicht auf die Problematik, welche Plastik mit sich bringt, zu sensibilisieren und ich hatte das Gefühl, dass diese das auch verstanden haben. Natürlich ist es utopisch zu denken, dass die Schüler jetzt gar kein Plastik mehr benutzen und alles umsetzen, was sie auf ihre Plakate geschrieben haben, aber es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, denn Themen wie Umweltschutz kommen in vielen Institutionen zu kurz.

Nach der Pause, abhängig von der Uhrzeit: Dann ging es für mich entweder wieder in den Unterricht oder nach Hause.

Eines lässt sich sagen: Ich war jeden Tag überwältigt von der Herzlichkeit der Kinder. Ohne dass sie etwas von mir erwartet haben, schenkten sie mir so viel Liebe und Interesse. Man spürte kaum eine Scheu und so wurden mich auch oft Fragen zu jeglichen Themen gestellt. Die meist gestellte Frage war glaube ich, ob es in Deutschland Schnee gäbe. Wenn meine Antwort „Ja“ war, wurde ich mit leuchtenden Augen angeschaut und oft wollten sie dann mit mir im Februar nach Deutschland reisen: „Noch nie habe ich Schnee gesehen, ich verstecke mich einfach in deinem Koffer und komme mit!“. Erleichtert hat es mir natürlich auch eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen, dadurch dass ich Spanisch spreche. Ich war nämlich hauptsächlich in der Primaria tätig, 1. – 7. Klasse, und dort können die Schüler natürlich noch nicht viel Deutsch.

Ja ich glaube es lässt sich also raushören, dass es mich wirklich gut erwischt hat und ich als ich letzte Woche die Schüler verabschiedet habe, denn diese hatten schon ab diesen Zeitpunkt Ferien, etwas emotional wurde. Auch wenn ich manchmal wirklich Schwierigkeiten beim Aufstehen morgens hatte, so kann ich doch sagen: „Deutsche Schule Eldorado und speziell die vielen tollen Lehrer, die ich kennengelernt habe, you treated me well. Muchas gracias und vielleicht sieht man sich ja

Die Zeit fliegt 29/11/19

So kitschig wie es auch klingen mag und man gefühlt überall diesen Satz zu hören bekommt; man kriegt erst im Nachhinein mit, wie schnell alles an einem förmlich vorbeizieht.

Ich bin gerade auf meinen Blog gegangen und mir ist aufgefallen, dass ich meinen letzten Eintrag am 24.10.2019 veröffentlicht habe. Und ehrlich gesagt dachte ich irgendwie es wäre nicht schon mehr als einen Monat her. In diesem Moment war ich überwältigt, aber auch etwas überfordert: in manchen Situationen kam es mir so vor, als würde der Tag nie umgehen, aber hauptsächlich war immer diese eine Frage präsent in meinem Kopf: Wo bleibt bitte die Zeit?

Und deshalb kommt jetzt ein kleine Zusammenfassung des letzten Monats, einfach für mich, für dich, lieber Leser, dass wir zusammen ein bisschen Orientierung bekommen. Mitte Oktober habe ich mit den 3. Klässlern und 6. Klässlern mein Projekt unter dem Namen „Endstation Meer“ im Deutschunterricht angefangen. Es ging um die Plastikverschmutzung im Meer, wie Plastik überhaupt in unsere Gewässer kommt und schlussendlich auch darum, was man ganz persönlich gegen die Problematik tun kann. Diese Themen habe ich bis zum 15.11. im Unterricht mit der 6. Klasse behandelt. Mit den zwei 3. Klassen habe ich parallel eine Unterwasserwelt aus Plastikflaschen gebastelt. Damit war ich schonmal gut beschäftigt (zu meiner Einsatzstelle an der Schule hier in Eldorado kommt noch ein einzelner Blogeintrag). Am Samstag, den 2.11., war ich mit den zwei anderen Freiwilligen, eine von kulturweit und eine andere von einer anderen Organisation, in einem privaten Naturreservat. Dort haben wir den ganzen Tag ohne Handyempfang und einer wunderschönen Nähe an der unberührten Schönheit des Regenwaldes verbracht. Wir waren wandern, schwimmen und Stand-Up-Paddling haben wir ebenfalls mit einem super netten Ehepaar, welche Zugang zu dem Reservat haben, gemacht. Man kam total tiefenentspannt nach Hause und ich war total ausgeglichen an diesem Tag. Was alles die Natur mit einem machen kann😊.  Unter der Woche bin ich neben dem Arbeiten an der Schule zum Sport gegangen und natürlich auch zu meinem Sprachkurs. An dem Wochenende des 9.11. und 10.11. habe ich die Tochter meiner Vermieterin und ihrer Familie in Puerto Libertad besucht, mit denen ich mich wirklich super verstehe. Puerto Libertad ist ein kleines Dörfchen, eine Stunde von Eldorado entfernt und damit nur 20 Minuten von den Iguazú Wasserfällen und Brasilien entfernt. Die Erlebnisse, die ich an dem Wochenende alle erlebt habe, haben aber einen eigenen Blogeintrag verdient. Ich baue hier ja richtig die Spannung auf. Die Woche nach dem Wochenende war dann nochmal etwas stressig, weil ich am 15.11. mein Projekt vorstellen wollte. An diesem Tag haben wir draußen auf dem Schulhof die Plakate, welche die 6. Klässler erstellt hatten, aufgehangen. Diese waren umzingelt von den Fischen, Schildkröten und Quallen aus Plastikflaschen der 3. Klässler. Mehrere Klassen kamen interessiert zur Ausstellung und im Austausch haben die Schüler, die am Projekt teilgenommen hatten, diesen auf Deutsch und dann auf Spanisch ihr Plakat präsentiert: „Was kann ich persönlich gegen Plastik im Meer tun? Qué puedo hacer yo personalmente contra el plástico en el mar?“. Den Austausch unter den Schülern zu sehen war wirklich schön.

Die drei A’s: Ankommen, Aufatmen, Akzeptieren 25/10/2019

Das letzte Wochenende war ich mit Viktoria, einer anderen Freiwilligen, in Puerto Iguazú zum Wasserfälle bestaunen. Von Eldorado aus ist es mit dem Bus nur 1h30 Stunden entfernt und es ist wirklich unglaublich, was für ein atemberaubendes Naturwunder so nah aufzufinden sein kann. Für mich war es eine Art Miniurlaub und erst da habe ich richtig realisiert, was Eldorado und speziell meine kleine Wohnung hier für mich bedeutet. Es ist ein fixer Punkt geworden, eine Art Zuhause, der bleibt… zu dem man gehen kann, wenn man nach spannenden Reisen zurückkehrt. Und bei diesem Gedanken war ich emotional etwas überwältigt, denn ich war so glücklich darüber, dass ich mich in dieser so anderen Umgebung jetzt so wohl fühle. Denn es war die erste Woche schon eine starke Umstellung für mich. Ich fühlte mich etwas in der Zeit zurückversetzt: die meisten Institutionen hier besitzen keine Website und sind zum Beispiel nicht im Internet aufzufinden. Und das war für mich in Deutschland natürlich der erste Weg, wenn ich etwas gesucht habe: Im Internet danach suchen. Anderes Beispiel ist, dass es keinen Busfahrplan gibt. Du setzt dich also einfach an die Bushaltestelle und wartest auf den Bus. Am Anfang ziemlich komisch für mich, jetzt total normal. Es gibt noch viele andere Situationen. Was man jedoch raushören kann ist, dass dies natürlich auch etwas mit einem selber macht. Das minimalistische Leben hier lässt mich bewusst werden, was man gar nicht benötigt und was wirklich wichtig ist. Klingt kitschig, aber es ist wirklich so. Ich verliere immer mehr das Verlangen mir neue Dinge zu kaufen, außer es geht um Matebecher, die haben sich heimlich in mein Herz geschlichen. So viel zum Ankommen. Und im Endeffekt auch zum Aufatmen. Geprägt waren die ersten Wochen auch von so einer gewissen Nervosität, einfach dadurch, dass so vieles so neu war, meine Umgebung so anders und ungewohnt war. Und ein anderer Aspekt spielt zu diesem Aufatmen auch mit rein: Akzeptanz. Ich befinde mich wie gesagt in einer kleinen und ländlichen Stadt. Eldorado ist kein Bildungszentrum, ein großes Kulturangebot gibt es zum Beispiel nicht. Es gibt also nicht spezielle Veranstaltungen, an welchen man Leute der gleichen Interessen kennenlernen kann. Zum Leute kennenlernen muss man quasi zum Sportclub gehen, wo man Volleyball etc. spielen kann. Und wenn ich etwas nicht kann, dann ist das Volleyball spielen. Belastet hat mich das in der Hinsicht, dass ich natürlich sehr gerne in Kontakt mit Einheimischen stehen will. In der 2. Woche (!) hat mich sehr runterzogen, dass ich nur ein paar Einheimische kannte. Ich habe mir im Endeffekt damit totalen Druck gemacht. Ich habe Was-wäre-wenn-Szenarien in meinem Kopf ausgemalt und mir irgendwann gesagt: Patricia, es gibt kein „Was wäre, wenn ich jetzt in einer Großstadt wäre, wo ganz viel los ist“, denn du bist jetzt hier, das ist gut so und genau so sollte es sein.  Jetzt weiß ich ebenfalls, dass alles seine Zeit braucht und man seine Situation wertschätzen und dies akzeptieren sollte. Ich habe in der 1. Woche Schülerinnen der 12. Klasse kennengelernt und diese sind sehr herzlich und integrieren mich ganz toll. Am Wochenende unternehme ich beispielsweise etwas mit ihnen und ihren Freunden. Und Leute, ich genieße es irgendwie auch total, unter der Woche auch mal alleine zu sein. Ich habe das Gefühl, dass ich durch diese Erfahrung, dass ich mich wirklich auch mit mir selber auseinandersetzen muss, enorm wachse. Alleine in ein Café gehen, alleine im Park ein Buch lesen etc. Es ist ein Schritt in Richtung sich selber noch besser kennenzulernen und bei sich anzukommen. Mir war vorher nicht klar, was so eine Grenzerfahrung (denn alltäglich überschreite ich meine eigenen Grenzen hier vor Ort) mit mir machen kann. Ich bin jetzt 4 Wochen hier und einfach so von Neugierde und Freude erfüllt, was alles noch kommen wird. Ich bin in diesem Moment einfach nur dankbar. Dankbar für diese Erfahrung. Dankbar für die vielen Ups und auch die Downs, die manchmal kommen. Und ganz besonders dankbar für ebenfalls meine Familie und Freunde in Deutschland, denn wenn man einmal so weit weg ist, dann realisiert man nochmal 1000-mal mehr, wie viel diese Menschen einem bedeuten. Ich schicke euch eine ganz dicke Umarmung und ganz liebe Grüße nach Hause.

Amigos, das war ein wirklich sehr tiefer Einblick in meine Gefühlswelt, aber es tut gut, dies runterzuschreiben und vielleicht kann sich ja auch jemand, der das hier liest, mit so einem kleinen Gefühlschaos identifizieren.

Bueno nos vemos entonces,

eure Patri

P.S.: Ich habe zur Zeit kein Wlan in meiner Wohnung und das WLAN in der Schule funktioniert ebenfalls nicht (hat auch einen kleinen therapeutischen Effekt, so viel habe ich noch nie in meinem Leben gelesen). Deshalb kam jetzt so lange kein Blogeintrag. Ich hatte gerade meinen Spanischkurs und lade hier jetzt vor Ort den Eintrag hoch.

 

Zwischen Asado und dem tiefsten „Bayern“, 09/10/19

Buen día oder auch guten Tag! Denn anlässlich des 3. Oktobers findet seit 28 Jahren ein Wiedervereinigungsfest in der Provinz Misiones statt, wo sich alle deutschen comunidades der Städte zusammenfinden und ihre deutschen Wurzeln feiern. Wichtig ist zu sagen, dass in den weitesten Norden Argentiniens nach dem Krieg viele Deutsche aus Süddeutschland kamen, um ihr Glück hier auf der roten Erde und zwischen der grünen Flora zu suchen. Deutsche Vereine gründeten sich daraufhin hier in der Provinz, denn der Wunsch danach, den einen Teil ihrer Identität (die deutsche Nationalität) aufrechtzuerhalten, war unentbehrlich. Diese Vereine nennen sich comunidades alemanas. So viel zur Vorgeschichte und zu einem kleinen Teil dem Erfüllen meines Bildungsauftrags.

Mir war vorher schon bewusst, um welches Deutschlandbild es gehen wird. Letztes Wochenende fand der paseo del inmigrante zu den Feierlichkeiten des 100. Geburtstags von Eldorado statt. Bei diesem paseo handelte es sich um einen Umzug von allen Nationalitäten, die jemals nach Eldorado gekommen sind. Ich habe mich dann gefragt, ob es bei mir in der Gegend solche Umzüge gibt, wo die kulturelle Diversität so respektvoll und schön gefeiert wird und mir ist auf Anhieb keines direkt eingefallen (korrigiert mich bitte). Was natürlich ebenfalls Beigeschmack war, ich mich aber frage, wie man es auch anders lösen soll, ist der Aspekt, dass es natürlich sehr klischeebesetzt war. Ein kleines Beispiel:  Vorher wurde ich nett gefragt, ob ich bei Deutschland mitlaufen möchte. Angekommen am Treffpunkt trugen alle selbstgenähte Dirndl. Ich trug einen Jeansrock und ein T-Shirt. Circa 5 Mal wurde ich gefragt, warum ich kein Dirndl tragen würde und als ich erwiderte, dass ich keines besitze, wurde ich mit großen Augen angeschaut. Aufwändige Umzugswagen begleiteten uns mit bayrischer Musik und so viele Deutschlandfahnen habe ich nur bei Spielen während der Weltmeisterschaft gesehen. Ist in den Augen der Deutschabstämmigen hier Deutschland=Bayern? Das ist ja generell so ein Mythos, der im Ausland besteht. Ich erinnere mich wage an einen Spanien-Urlaub als ich 7 Jahre alt war und da eine Show unter dem Thema „Verschiedene Länder, verschieden Kulturen“ stattfand. Meine Schwester und ich waren da im Kidsclub, sollten also ebenfalls mitmachen. Als uns gezeigt wurde, welche Musik bei Deutschland läuft (traditionelle süddeutsche Musik) konnte ich das irgendwie gar nicht verstehen. Ich, aus Nordrhein-Westfalen, kannte diese Musik noch gar nicht so und wusste nicht, warum denn gerade die Musik ausgewählt wurde. Naja, long story short. Dies hat sich beim Wiedervereinigungsfest in Puerto Rico erneut abgespielt. Jede deutsche comunidad hatte einen Tanzverein, der mit musikalischer bayrischer Untermalung ihre Tänze vorgestellt hat. Jeder einen Gesangsverein, der etwas gesungen hat etc. Dazwischen gab es Live-Musik und Tanz (mit gleicher Musik versteht sich). Und wie ich ja schon erwähnt habe, gibt es in Misiones für alles eine Misswahl, die ja auch nicht fehlen durfte. Die Schule, an der ich arbeite, hat ebenfalls eine Kandidatin geschickt. Die Kandidatinnen im Allgemeinen mussten erst in normaler Kleidung einmal über die Bühne laufen und danach in einem Dirndl, welches sie dann beschreiben sollten. Den Text zur Beschreibung des Dirndls hatte ich verfasst und konnte mich poetisch sehr ausleben. Mit Abstand hat die Schülerin meiner Einatzstelle am besten deutsch gesprochen. Bei den anderen war es etwas holprig, wenn man das so sagen darf. Mein Respekt haben sie aber, denn um vor so vielen Menschen in so einer schwierigen Fremdsprache zu sprechen, muss man schon einen gewissen Mut aufbringen. Ganz generell lässt sich aber eines sagen. Ich kann es den Menschen, die das organisiert und umgesetzt haben, nicht böse nehmen. Vor ca. 60 Jahren sind ihre deutschen Vorfahren hierhin gekommen. Wie soll man etwas so realitätsnah wie möglich darstellen, wenn man selbst so weit davon entfernt ist? Es ist quasi ein automatischer Mechanismus, dass man sich dann die „Realität“ eigenständig konstruiert, welche besetzt von Klischees und weiterem ist. Trotzdem finde ich es generell problematisch Dinge zu pauschalisieren, im Endeffekt haben die Dinge, die dort präsentiert wurden, auch wenig mit dem heutigen Süddeutschland zu tun. Und warum jetzt der Titel „Zwischen Asado und Bayern“? Thematisch ging es darum, Deutschland zu feiern. Die Feierlichkeit war jedoch typisch argentinisch aufgebaut. Haltet euch fest: Wir waren um 9 Uhr in der Halle und bis 19 Uhr ging das Fest. Und das ist hier ganz typisch, dass Veranstaltungen wenn nicht noch länger dauern. Ich muss euch ganz ehrlich sagen, dass ich irgendwann Kopfschmerzen von der Musik, die die ganze Zeit lief, bekommen habe. Als ich abends total fertig im Bett lag hatte ich immer noch die Musik in meinem Kopf. Das sagt alles. Naja…Zum Mittagessen gab es Asado, was sonst. Ablauf davon ist eigentlich wie folgender: Erst werden Beilagen gebracht, in diesem Fall sehr leckeres Gemüse, Salate und Brot (Ich als Vegetarierin bin also auch auf meine Kosten gekommen). Dann laufen die Kellner mit Platten voller Fleisch rum und man kann sich nehmen, was man möchte. Schön daran finde ich einfach, dass es ein total tolles Gemeinschaftsgefühl ist. Denn die Schüsseln der Beilagen werden einfach kreuz und quer umhergereicht, sowie der Matebecher natürlich auch, der neben den Bierdosen (weil man in Deutschland ja nur Bier trinkt) stand. Es war sehr interessant diese Mischung zu sehen, auch wenn es für mich zum Teil etwas befremdlich war, da ich mich mit dem Deutschlandbild, was dort vorherrschte, zu keinem Fall identifizieren konnte und kann.

Eine ganz offene Frage an dich, lieber Leser, da ich noch keine exakte Antwort drauf gefunden habe: Wie kann man dieses Bild Deutschlands im Allgemeinen im Ausland „erneuern“? Und das nicht nur auf eine oberflächliche Art und Weise?

Mir ist aufgefallen, dass so viel verschiedenes passiert und ich die Beiträge jetzt immer nur auf ein Thema beschränke. Es kommt auf jeden Fall ganz bald ein Beitrag zu meiner Arbeit an der Schule, an der ich mich nicht wohler fühlen könnte. Oh und natürlich zu meinen simplen Alltag/meiner Wohnung.

Nos vemos pronto,

liebste Grüße aus der Kleinstadt Eldorado im Regenwald,

eure Patri

 

 

 

NEU, Teil 2 28/09/2019

NEU, Teil 2

… oder wie ich es in diesem Moment nennen würde: Wie ich lerne zu akzeptieren, dass alles seine Zeit braucht.

Ich denke, dass ich noch mitten in dem Prozess des Ankommens und Einlebens stecke, aber trotzdem habe ich nun an meinem 7. Tag hier in Eldorado immer mehr das Gefühl, dass ich langsam sagen kann: „Ich fühle mich wohl in meiner kleinen, sehr einfachen Wohnung. Ich weiß, wo ich Dinge käuflich erwerben kann und abgesehen davon weiß ich durch tägliche Bestätigung, dass egal welchen Menschen ich hier vor Ort treffe, ich immer mit offenen Armen empfangen werde.“ Und weshalb kann ich das sagen? Übertreibe ich nicht gerade etwas und bin gerade nur in so einer Hochphase, weil die ersten 2 Tage hier eine totale Umstellung waren und ich damit etwas überfordert war? Vielleicht und wenn ja, na und. Der kitschige Spruch, nach jedem Down kommt ein Up, könnte nicht besser passen.

Eine lange Einleitung, ich weiß. Ich muss mich noch etwas darin üben, alles etwas kürzer zu fassen, doch ich im Endeffekt gibt es nun mal so viel zu erzählen.

Ich kam am Mittwoch an. Donnerstag ging es das erste Mal in die Schule. Ich habe sehr viele Informationen bekommen, hauptsächlich zu ganz vielen festlichen Ereignissen, denn hier in Eldorado wird viel und gerne gefeiert und alles wird natürlich vom lokalen Fernsehsender mit übertragen (Ich wurde sogar schon interviewed und war im Fernsehen von Misiones zu sehen, so weit habe ich es in Deutschland nicht gebracht): es gäbe da den Schülertag, den Tag des Frühlingsanfangs, das Wiedervereinigungsfest , den Muttertagstee und so weiter… Ebenfalls bekam ich verschiedenste Stundenpläne der Deutschlehrer ausgehändigt, aus welchen ich mir dann einen eigenen erstellt habe. Die Schule geht von 7-12 Uhr. Dann ist 3 Stunden Siesta. Und nicht nur an der Schule, sondern überall. Dadurch, dass ich in einer ziemlich kleinen Stadt lebe, diese gerade mal 50.000 Einwohner hat, sind von ca. 13 Uhr bis 16:30 Uhr alle Geschäfte, Restaurants und Institutionen geschlossen. Umkehrschluss daraus ist, dass die Menschen hier einen ganz anderen Tagesrhytmus besitzen. Durch die ausgiebige Siesta wird dann erst um 22 Uhr Abend gegessen. Die Bars füllen sich erst ca. um 1 Uhr nachts. Ganz nach dem Motto tranqui, was eine Abkürzung von tranquilo ist und so viel bedeutet wie ruhig, wird hier sowieso gelebt. Eine ganz lange Schlange im Supermarkt wird beispielsweise nicht dazu genutzt, sich darüber zu beschweren, wie viel zu lang diese Schlange denn ist, sondern zum Plaudern mit dem Gegenüber. Es ist diese Herzlichkeit und Offenheit mit der ich ebenfalls in der Schule empfangen wurde. Nach meinem ersten „Schultag“ war jedoch direkt am Freitag schulfrei und am Anfang des Tages wusste ich nicht, was ich mit mir anfangen soll. Die Stadt war mir unbekannt und meine eigene Wohnung auch. Der Fakt, dass ich dachte, ich kenne noch niemanden hat mich außerdem etwas runtergezogen. Doch in der Schule hatte ich nette Schülerinnen aus der 12. Klasse kennengelernt und so offen und nett wie sie sind, haben sie mich mit zu einer elección de la Reina mitgenommen, was im Endeffekt so wie eine Misswahl funktioniert. Zu diesem Thema werde ich einen eigenen Eintrag schreiben, denn das Thema finde ich äußerst interessant und etwas kontrovers. Samstag wurde von der fundación Wachnitz eine Müllsammelaktion organisiert und es war schön zu sehen, dass auch hier auf der anderen Seite der Welt sich zum Schutz der eigenen Umwelt Leute engagieren. An dem Abend ging es in einen Club und lasst mich eins sagen: dass der Club erst um 2:30 Uhr richtig gefüllt ist, ist der kleinste Unterschied. So wie beim Matebecher, welcher immer in einer Runde rumgereicht wird, funktioniert es auch mit den Drinks im Club. Niemand hat einen eigenen Becher und als ich erzählte, dass wir in Deutschland alle unser eigenes Glas haben, wurde ich verblüfft angeschaut. Die Musik war genau mein Fall: REGGAETON. Dadurch habe ich es sehr genossen mal wieder so richtig abzudancen. Naja es lässt sich raushören, dass ich doch etwas am Wochenende unternommen habe. Dies hat mich wirklich nach meiner kleinen Down-Phase wieder hochgezogen und ich kann aus tiefstem Herzen sagen, dass ich wirklich glücklich und gespannt auf die kommende Zeit bin.

Hasta luego,

eure Patri (so wurde ich nun hier getauft und gefühlt von jedem so genannt)

P.S.: Es handelt sich bei diesen Einträgen um keine Live-Übertreibung meines Lebens hier im wundervollen Argentinien. Deshalb sind die Einträge auch immer ziemlich lang. Es gibt so unendlich viel zu erzählen, chicos!!

 

Die Sonne hier und ihre Kraft ist einfach etwas ganz besonderes
Meine Wenigkeit im Zentrum Eldorados

NEU, Teil 1 21/09/2019

Am Anfang zitiere ich die Definition für „neu“ aus dem Duden *dramatisches Räuspern*: „Erst seit Kurzem vorhanden, bestehend; davor noch nicht da gewesen und anders als bisher, als früher“. Dieser Satz wirkt wie zugeschnitten auf meine Situation. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich überhaupt anfangen soll, denn dieses Neue bringt so viel mit sich. Ich würde das Neue als ein neues Kapitel in meinem Leben beschreiben, welches mit den Vorbereitungstagen (01.09.2019 – 10.09.2019) am Werbelinsee begonnen hat. Die 10 Tage an dem doch sehr großen See waren intensiver und positiv anstrengender als gedacht. Schon allein in dieser kurzen Zeit habe ich viele interessante und unterschiedliche Leute kennengelernt, mit welchen ich sehr aufschlussreiche Gespräche führen konnte. Sensible Dinge wurden thematisiert, welche mich emotional berührt haben und mich sehr stark zur eigenen Hinterfragung angeregt haben. Aus Berlin ging es direkt wieder nach Schlangen, meiner Heimat, welche diese nur noch für 3 Tage sein sollte. Die wenigen Tage waren überschattet von Aufregung, Spannung und einem gewissen Respekt vor meinem Abenteuer. Nach Treffen mit Freunden, dem Packen meines Koffers und noch die letzten Essen mit meiner Familie ging es für mich nach Frankfurt, genauer genommen dem Frankfurter Flughafen (14.09.2019). Da stand ich nun vollbepackt in der großen Abflughalle und genoss mit einem lachenden und einem weinenden Auge die letzten Minuten mit meiner Familie. Danke an dieser Stelle an Lufthansa und dass mein Flug überbucht war.

Denn das Premium Economy Upgrade hat für einen sehr guten Schlaf und extra viel Platz gesorgt und so kam ich nicht ganz so erschöpft morgens in Buenos Aires an. Vincent, ein anderer Freiwilliger, und ich sollten vor Ort von einem Taxi abgeholt werden. Unsere Namen standen ebenfalls an dem Taxistand, Vincent wurde jedoch für Claudio gehalten. Nach dreimaligen „No se trata de Claudio, se trata de Vincent“ war nun klar wer vom Taxi mitgenommen werden sollte. Die nette Taxifahrerin erzählte uns ein bisschen etwas über Buenos Aires. Ich muss wirklich sagen, diese Stadt hat es mir angetan. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich diese 3 Tage dort mit wirklich sehr sympathischen kulturweit Mitfreiwilligen verbracht habe. Wir sind durch verschiedenste Viertel geschlendert, haben uns einfach etwas treiben lassen und jedesmal neue Dinge entdeckt. Es war beispielsweise der día del inmigrante und eine ganze Straße war abgesperrt und besiedelt von Essensständen aus den verschiedensten Ländern. Eine wirklich schöne Atmosphäre, wenn so viele Kulturen aufeinander treffen. Davon abgesehen waren wir am Goethe Institut und hatten mit Pasch ein Seminar. Eine gesunde Mischung also zwischen Produktivität und dem Kennenlernen der riesigen Hauptstadt Argentiniens. Auch wenn man davon abgesehen aufgrund der Größe von Buenos Aires nicht von einem wirklichen Kennenlernen sprechen kann.

Doch irgendwie war man die ganze Zeit unterwegs und hatte kaum Zeit einmal ganz in Ruhe ein- und auszuatmen. Denn nun angekommen in Eldorado, meinem neuen Zuhause für die folgenden Monate, habe ich wieder auch Zeit alleine, da ich in einer kleinen Wohnung lebe, und atme so wirklich mal wieder aus. Dass ich spanisch spreche kommt mir sehr entgegen, denn wie in Buenos Aires als auch jetzt hier kann ich mich einfach so mit neuen Menschen unterhalten. Ich habe zum Beispiel erfahren, dass diesen Freitag, also den 21.9., ein Schönheitswettbewerb in Eldorado stattfindet. Mit ein paar Leuten, die ich in den zwei Tagen vor Ort kennengelernt habe, werde ich dort hingehen und mir ein eigenes Bild des Ganzen machen. Bleib gespannt, ein Bericht des Ganzen wird bestimmt folgen. Sonst ist die kleine Stadt mitten im Regenwald wie erwartet wunderschön grün und die Erde ist so rot, wie ich sie noch nie gesehen habe. Dieser Kontrast der grünen Flora und der roten Erde ist wirklich einzigartig. Ich bin jetzt gerade erstmal dabei alle neuen Eindrücke zu verarbeiten und mich fleißig einzuleben. Dadurch, dass die Umgebung so etwas neues ist, denke ich, dass das noch ein bisschen dauern wird. Aber alles brauch seine Zeit und das lerne ich ebenfalls gerade zu verstehen und zu akzeptieren. Zu dem Leben hier und meine ersten Erlebnisse an dem instituto Hindenburg werde ich im zweiten Teil zu sprechen kommen, denn sonst wird das hier ja ein halber Roman.

Bis dann und habt einen schönen Tag,

Patricia

 

Hallo Welt! 16/08/2019

HALLO WELT! Diese Begrüßung war auf der Beispielseite eines Blogeintrags zu finden und sie gefällt mir im Allgemeinen ganz gut. Denn diese beschreibt im Grunde genommen exakt das, was in einem Monat auf mich zukommen wird. Ich werde mein kleines Dorf, welches neben Paderborn liegt, verlassen und für 6 Monate in die große weite Welt gehen. Genau genommen nach Eldorado, welches eine kleine Stadt in der argentinischen Provinz Misiones ist. Vor Ort arbeite ich als Freiwillige des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit an dem instituto Hindenburg als Lehrerunterstützung und werde sonstige Projekte leiten.

Und da sich dies schon nach einem Abenteuer anhört, hat mir die Idee, einen Blog zu verfassen, gut gefallen. Wenn du, lieber Leser, dich jetzt fragst, warum ich das Ganze noch mache. Hier habe ich die Möglichkeit, Impressionen meines Aufenthaltes im Herzen des argentinischen Regenwaldes für meine Familie und Freunde festzuhalten. Aber natürlich auch für mich, damit ich die wohlmöglich spannendste Zeit meines Lebens in Worte fassen kann (wenn mir das gelingt). Also erstmal nicht Hallo Welt!, sondern: Hallo Familie, Freunde und Hallo Patricia! Und möglicherweise Hallo Unbekannte/-r! Dass du hier gelandet bist, hätte ich nicht erwartet und habe damit schon viel mehr erreicht, als ich eigentlich gedacht habe.

P.S.: Ich bin das erste Mal stolze Besitzerin eines Blogs und keinesfalls wirst du hier investigativen und objektiven Journalismus wiederfinden, denn dazu bin ich gar nicht in der Lage. Ich versuche natürlich alles so differenziert wie möglich darzustellen, aber im Endeffekt sind alle Blogeinträge nach meinen eigenen Empfindungen und subjektiven Eindrücken verfasst. Stay tuned! Und lass gerne einen Kommentar da, falls du eine Frage hast!