Meine Arbeit an der Schule in Eldorado 02/12/19

Nun schreibe ich diesen Blogeintrag zu meiner Einsatzstelle und das ist dann, wenn ich nur noch eine gute Woche an dieser Schule sein werde. Das heißt, dass ich 12 Wochen hier gearbeitet habe und das kann ich noch nicht so wirklich realisieren. Das liegt glaube ich im Allgemeinen daran, dass ich mich wirklich sehr wohl hier gefühlt habe. Ich denke der Aspekt, dass ich immer um 7 Uhr an der Schule sein musste, dadurch also sehr früh aufstehen musste, war das was mich am meisten belastet hat. Und ich glaube damit konnte ich auch ganz gut leben. Dadurch war ich nämlich immer so um 13 Uhr zu Hause. Den Stundenplan für meinen Aufenthalt hier durfte ich mir selbst zusammenstellen und allgemein hatte ich eine große Freiheit. Dank der Offenheit und der lockeren Mentalität der Lehrer gab es für mich die Möglichkeit, viele Unterrichtssequenzen vorzubereiten und umzusetzen und ebenfalls ein Projekt in den Unterrichtsstunden zu injizieren.

Anfang der Schule also um 7 Uhr: Die argentinische Hymne wurde gemeinsam auf dem Schulhof gesungen und die Flagge Argentiniens und Misiones wurde gehisst.

Nach 7 Uhr: Der Unterricht fing an und das hieß für mich ebenfalls das Unterrichten im Deutschunterricht. In der ersten Woche bin ich in viele unterschiedliche Klassen gegangen und durfte direkt mit den Schülern arbeiten: von Sprachspielen bis ganz kleine Geschichten schreiben. Und das war auch hauptsächlich meine Hauptbeschäftigung hier vor Ort: begleitend im Unterricht agieren, aber auch ganz alleine zu unterrichten (was manchmal eine Herausforderung war).

In meinen Pausen: Da habe ich meine Zeit matetrinkend in der Bibliothek verbracht und mit den 2. Klässlern Lesestunden auf Spanisch gehalten. Doch wie bereits in meinem anderen Blogeintrag erwähnt, habe ich diese ebenfalls mit dem Vorbereiten meines Projekts verbracht, was ich nicht vorher dachte, aber es war ein wirklich großer Aufwand. Mit den 3. Klässlern habe ich Fische, Schildkröte und Quallen aus Plastikflaschen gebastelt und vorher Vokabeln auf Deutsch zur Unterwasserwelt gelernt. Wir hatten insgesamt am Ende 40 Fische, 40 Schildkröten und 40 Quallen, welche ich noch mit Kleber und Faden versehen musste. Nebenbei habe ich im Deutschunterricht der 6A die Problematik des Plastiks in Gewässern im Detail behandelt. Und erstmal einen Unterrichtsplan zu erstellen, Methodiken auszusuchen etc., das braucht Zeit. Ich habe durch das Projekt viel gelernt in der Hinsicht, dass man wirklich gut vorbereitet sein muss, dass wenn nur ein Schüler eine Schildkröte bastelt und die anderen einen Fisch, diese auf einmal natürlich auch eine Schildkröte basteln wollen und sich unfair behandelt fühlen (da muss ich ein kleines bisschen schmunzeln, die 3. Klässler sind schon goldig) und dass natürlich auch nicht immer alles klappt und man dann aber das beste draus machen muss. Außerdem habe ich riesen Respekt vor den ganzen Lehrern vor Ort, denn auch wenn die Kinder mich direkt integriert und akzeptiert haben, mich immer mit den schönsten Umarmungen begrüßt haben und laut „TANTE PATRICIA“ gerufen haben, so sind diese sehr laut und manchmal sehr unkonzentriert und man muss wirklich starke Nerven haben. Ich erinnere mich an eine Stunde alleine mit den 3. Klässlern, wir haben gebastelt. Auf einmal kämpfen zwei Schüler sehr impulsiv mit zwei Plastikflaschen. Diese Streitigkeit wollte ich schlichten, auf der anderen Seite brauchten andere Schüler neuen Pappkarton und andere hatten bei dem Aufkleben der Augen ihrer Fische Probleme. Da hätte ich mich gerne in 3 Teile geteilt, denn dass es chaotisch wurde war quasi vorprogrammiert. Rückblickend hat sich aber die Zeit, die ich da hinein investiert habe gelohnt. Es ist nämlich wichtig, die Kinder in Hinsicht auf die Problematik, welche Plastik mit sich bringt, zu sensibilisieren und ich hatte das Gefühl, dass diese das auch verstanden haben. Natürlich ist es utopisch zu denken, dass die Schüler jetzt gar kein Plastik mehr benutzen und alles umsetzen, was sie auf ihre Plakate geschrieben haben, aber es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, denn Themen wie Umweltschutz kommen in vielen Institutionen zu kurz.

Nach der Pause, abhängig von der Uhrzeit: Dann ging es für mich entweder wieder in den Unterricht oder nach Hause.

Eines lässt sich sagen: Ich war jeden Tag überwältigt von der Herzlichkeit der Kinder. Ohne dass sie etwas von mir erwartet haben, schenkten sie mir so viel Liebe und Interesse. Man spürte kaum eine Scheu und so wurden mich auch oft Fragen zu jeglichen Themen gestellt. Die meist gestellte Frage war glaube ich, ob es in Deutschland Schnee gäbe. Wenn meine Antwort „Ja“ war, wurde ich mit leuchtenden Augen angeschaut und oft wollten sie dann mit mir im Februar nach Deutschland reisen: „Noch nie habe ich Schnee gesehen, ich verstecke mich einfach in deinem Koffer und komme mit!“. Erleichtert hat es mir natürlich auch eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen, dadurch dass ich Spanisch spreche. Ich war nämlich hauptsächlich in der Primaria tätig, 1. – 7. Klasse, und dort können die Schüler natürlich noch nicht viel Deutsch.

Ja ich glaube es lässt sich also raushören, dass es mich wirklich gut erwischt hat und ich als ich letzte Woche die Schüler verabschiedet habe, denn diese hatten schon ab diesen Zeitpunkt Ferien, etwas emotional wurde. Auch wenn ich manchmal wirklich Schwierigkeiten beim Aufstehen morgens hatte, so kann ich doch sagen: „Deutsche Schule Eldorado und speziell die vielen tollen Lehrer, die ich kennengelernt habe, you treated me well. Muchas gracias und vielleicht sieht man sich ja

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