NEU, Teil 1 21/09/2019

Am Anfang zitiere ich die Definition für „neu“ aus dem Duden *dramatisches Räuspern*: „Erst seit Kurzem vorhanden, bestehend; davor noch nicht da gewesen und anders als bisher, als früher“. Dieser Satz wirkt wie zugeschnitten auf meine Situation. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich überhaupt anfangen soll, denn dieses Neue bringt so viel mit sich. Ich würde das Neue als ein neues Kapitel in meinem Leben beschreiben, welches mit den Vorbereitungstagen (01.09.2019 – 10.09.2019) am Werbelinsee begonnen hat. Die 10 Tage an dem doch sehr großen See waren intensiver und positiv anstrengender als gedacht. Schon allein in dieser kurzen Zeit habe ich viele interessante und unterschiedliche Leute kennengelernt, mit welchen ich sehr aufschlussreiche Gespräche führen konnte. Sensible Dinge wurden thematisiert, welche mich emotional berührt haben und mich sehr stark zur eigenen Hinterfragung angeregt haben. Aus Berlin ging es direkt wieder nach Schlangen, meiner Heimat, welche diese nur noch für 3 Tage sein sollte. Die wenigen Tage waren überschattet von Aufregung, Spannung und einem gewissen Respekt vor meinem Abenteuer. Nach Treffen mit Freunden, dem Packen meines Koffers und noch die letzten Essen mit meiner Familie ging es für mich nach Frankfurt, genauer genommen dem Frankfurter Flughafen (14.09.2019). Da stand ich nun vollbepackt in der großen Abflughalle und genoss mit einem lachenden und einem weinenden Auge die letzten Minuten mit meiner Familie. Danke an dieser Stelle an Lufthansa und dass mein Flug überbucht war.

Denn das Premium Economy Upgrade hat für einen sehr guten Schlaf und extra viel Platz gesorgt und so kam ich nicht ganz so erschöpft morgens in Buenos Aires an. Vincent, ein anderer Freiwilliger, und ich sollten vor Ort von einem Taxi abgeholt werden. Unsere Namen standen ebenfalls an dem Taxistand, Vincent wurde jedoch für Claudio gehalten. Nach dreimaligen „No se trata de Claudio, se trata de Vincent“ war nun klar wer vom Taxi mitgenommen werden sollte. Die nette Taxifahrerin erzählte uns ein bisschen etwas über Buenos Aires. Ich muss wirklich sagen, diese Stadt hat es mir angetan. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich diese 3 Tage dort mit wirklich sehr sympathischen kulturweit Mitfreiwilligen verbracht habe. Wir sind durch verschiedenste Viertel geschlendert, haben uns einfach etwas treiben lassen und jedesmal neue Dinge entdeckt. Es war beispielsweise der día del inmigrante und eine ganze Straße war abgesperrt und besiedelt von Essensständen aus den verschiedensten Ländern. Eine wirklich schöne Atmosphäre, wenn so viele Kulturen aufeinander treffen. Davon abgesehen waren wir am Goethe Institut und hatten mit Pasch ein Seminar. Eine gesunde Mischung also zwischen Produktivität und dem Kennenlernen der riesigen Hauptstadt Argentiniens. Auch wenn man davon abgesehen aufgrund der Größe von Buenos Aires nicht von einem wirklichen Kennenlernen sprechen kann.

Doch irgendwie war man die ganze Zeit unterwegs und hatte kaum Zeit einmal ganz in Ruhe ein- und auszuatmen. Denn nun angekommen in Eldorado, meinem neuen Zuhause für die folgenden Monate, habe ich wieder auch Zeit alleine, da ich in einer kleinen Wohnung lebe, und atme so wirklich mal wieder aus. Dass ich spanisch spreche kommt mir sehr entgegen, denn wie in Buenos Aires als auch jetzt hier kann ich mich einfach so mit neuen Menschen unterhalten. Ich habe zum Beispiel erfahren, dass diesen Freitag, also den 21.9., ein Schönheitswettbewerb in Eldorado stattfindet. Mit ein paar Leuten, die ich in den zwei Tagen vor Ort kennengelernt habe, werde ich dort hingehen und mir ein eigenes Bild des Ganzen machen. Bleib gespannt, ein Bericht des Ganzen wird bestimmt folgen. Sonst ist die kleine Stadt mitten im Regenwald wie erwartet wunderschön grün und die Erde ist so rot, wie ich sie noch nie gesehen habe. Dieser Kontrast der grünen Flora und der roten Erde ist wirklich einzigartig. Ich bin jetzt gerade erstmal dabei alle neuen Eindrücke zu verarbeiten und mich fleißig einzuleben. Dadurch, dass die Umgebung so etwas neues ist, denke ich, dass das noch ein bisschen dauern wird. Aber alles brauch seine Zeit und das lerne ich ebenfalls gerade zu verstehen und zu akzeptieren. Zu dem Leben hier und meine ersten Erlebnisse an dem instituto Hindenburg werde ich im zweiten Teil zu sprechen kommen, denn sonst wird das hier ja ein halber Roman.

Bis dann und habt einen schönen Tag,

Patricia

 

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