{"id":86,"date":"2010-04-07T21:45:39","date_gmt":"2010-04-07T19:45:39","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/?p=86"},"modified":"2010-06-01T14:36:07","modified_gmt":"2010-06-01T12:36:07","slug":"im-galopp-eine-reit-anleitung-fur-mopeds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/2010\/04\/07\/im-galopp-eine-reit-anleitung-fur-mopeds\/","title":{"rendered":"Im Galopp:     Eine Reit-Anleitung f\u00fcr Mopeds"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Eintrag passt nicht zum heutigen Tag, siehe <a href=\"http:\/\/www.un.org\/events\/rwanda\/\">http:\/\/www.un.org\/events\/rwanda\/<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.un.org\/ecosocdev\/geninfo\/afrec\/newrels\/rwanda.htm\">http:\/\/www.un.org\/ecosocdev\/geninfo\/afrec\/newrels\/rwanda.htm<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda<\/a><\/p>\n<p>Ich bitte um Vergebung, dass ich der Welt heute von &#8222;Belanglosigkeiten&#8220; berichte. Aber f\u00fcr alles andere fehlen mir die Worte&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Motos-bergab.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-88\" title=\"Moped fahren in Kigali\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Motos-bergab-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Motos-bergab-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Motos-bergab-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Motos-bergab.jpg 648w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Vor ein paar Tagen habe ich schon mal \u00fcber meinen kleinen n\u00e4chtlichen Brand-Unfall mit einem Moto berichtet. Verst\u00e4ndlicherweise hatte ich danach erst mal genug vom \u201eReiten\u201c.\u00a0 Die Wunde ist jedoch schnell verheilt und ich erfreue mich wieder\u00a0 jeder Gelegenheit, bei der ich ein Moped nehmen kann.<\/p>\n<p>An dieser Stelle zitiere ich gerne Andrea Jeska (DIE ZEIT, Nr. 13\/2010, S. 67):<\/p>\n<p><em>\u201eDie sch\u00f6nste Art, Kigali zu sehen, ist auf dem Beifahrersitz eines Mopedtaxis. Tausende, wahrscheinlich Zehntausende d\u00fcsen durch die Stadt und f\u00fcr ein paar Hundert ruandische Franc, meist nicht mehr als einen Euro, kann man von H\u00fcgel zu H\u00fcgel fahren [\u2026] mit Herzrasen durch den Feierabendverkehr, zwischen Autos und Lastwagen gequetscht, ein Flehen um heiles Ankommen auf den Lippen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Um das Moped fahren hier in Ruanda genie\u00dfen zu k\u00f6nnen, gilt es\u00a0 zwei gro\u00dfe H\u00fcrden \u00fcberwinden: erstens die Angst und zweitens die Abzocke.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die ANGST:<\/strong><\/p>\n<p>Mit der ersten H\u00fcrde k\u00e4mpft man vor allem auf seinem ersten, zweiten und dritten Ritt. Wenn es steil bergab geht, der Reiter so richtig Gas gibt und man noch nicht wei\u00df, dass \u201ebuhoro\u201c langsam hei\u00dft. Wenn der kn\u00f6chellange Rock hoch weht und man verzweifelt versucht, a<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Bysi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-87\" title=\"Bysi\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Bysi-300x225.jpg\" alt=\"Bus fahren in Rwanda: Wo kein Platz zu sein scheint, ist doch noch welcher....\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Bysi-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Bysi-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Bysi.jpg 648w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>ndere Motoreiter von sich fern zu halten, die unh\u00f6flich immer n\u00e4her kommen. Wenn scharf links abgebogen wird, obwohl der Gegenverkehr auf einen zubraust\u2026 abruptes Bremsen bei Stra\u00dfenschwellen, wildes Schlenkern um Schlagl\u00f6cher herum und holperndes CrissCross auf pf\u00fctzenges\u00e4umten \u201eDirty Roads\u201c.\u00a0 Festhalten (wo auch immer) ist ratsam. Oder wenn einem fast der Helm wegfliegt, weil er nicht f\u00fcr einen kleinen Muzungu-Kopf gemacht ist und es auch keine Verstellvorrichtung gibt. Wenn man realisiert, dass das Visier zerbrochen und notd\u00fcrftig geflickt ist, so dass man im Falle des Unfalls wahrscheinlich einige sch\u00f6ne Schnittwunden im Gesicht davontr\u00fcge.. Wem das zu heavy ist, der kann sich im vollen Bus zerquetschen lassen. Und verpasst das Beste!!<\/p>\n<p>Jede Moto-Fahrt ist ein Erlebnis aufs Neue. Und jede Fahrt ist auch ein Gradmesser daf\u00fcr, wie \u201eheimisch\u201c man schon ist. Das ergibt sich daraus, wie man die zweite H\u00fcrde meistert.<\/p>\n<p><strong>Die ABZOCKE:<\/strong><\/p>\n<p><strong>oder auch \u201eFeilschen f\u00fcr Fortgeschrittene\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Eines ist klar. Ohne Kinyarwanda-Kenntnisse kommt man beim Feilschen nicht weit. Das Minimum an Kenntnissen sind die Worte zur Begr\u00fc\u00dfung, die Frage nach dem Preis, die Hunderterzahlen und\u00a0 &#8211; je nach Auskunft &#8211; die Antwort, \u201eNEIN, das ist zu teuer.<\/p>\n<p><em>\u201eWaramutse\u201c\/ nach 12:00 \u201eWiriwe\u201c oder einfach \u201eMuraho\u201c\u00a0 oder \u201eBite\u201c (Hi).<\/em><\/p>\n<p><em>(beliebiger Ort, exp.\u00a0 in town) \u201eMu mugi&#8220;\u00a0 &#8211; n&#8217;angahe?\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eOya, ni menshi cyane.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Danach nennt man den Preis, den man bezahlen will (nat\u00fcrlich niedriger als der normale Preis). Man einigt sich auf den Preis in der Mitte oder aber\u00a0 sagt <em>\u201eOya\u201c<\/em>\/&#8220;Wapi&#8220;, macht \u00fcbertrieben w\u00fctende Handgesten und l\u00e4uft einfach weiter.\u00a0 Wenn man \u00fcberzeugend genug war, pfeift einem der Moto-Fahrer hinterhe<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/moto-in-kigali.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-89\" title=\"Moped Fahren in kigali\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/moto-in-kigali-300x225.jpg\" alt=\"Festhalten ist angebracht\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/moto-in-kigali-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/moto-in-kigali-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/moto-in-kigali.jpg 648w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>r und winkt. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Geschafft! Dann passiert es dem Fahrer nicht selten, dass ihn die anderen heranbrausenden Kollegen ausschimpfen oder auslachen: \u201e<em>Was? Ein Muzungu hat dich runtergehandelt?\u201c \u201e Ja, sie spricht Kinyawanda\u201c. <\/em>Ich:<em> <strong>&#8222;YEGO KABISA&#8220;<\/strong> <\/em>(ganz genau, du sagst es). Und mit einem strahlenden Lachen d\u00fcse ich nach Hause, tr\u00e4llere ein Liedchen und sage leise \u201evuba, vuba, Pferdchen\u201c. Im Galopp.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Tage, an denen ich einfach keine Lust habe zu feilschen. Wenn mir der Fahrer einen Preis nennt, der nur um 100 Franc (13 Cent) zu hoch ist, sage ich manchmal <em>\u201eSawa, tu gende\u201c. <\/em>(Okay, wir gehen). Feilschen kann ja so erm\u00fcdend sein!!!<\/p>\n<p>Feilschen f\u00fcr Fortgeschrittene: Heute habe ich wieder einen Schritt nach vorne gewagt. Ich wollte mit einem Freund per Moto reisen, au\u00dferhalb von Kigali. Heute ist der 7. April, ein besonderer Gedenktag, und es waren weit und breit keine anderen Motos zu sehen. Das treibt den Preis nat\u00fcrlich in die H\u00f6he. 1000 Franc pro Person wollten die Fahrer haben. Mein ruandischer Freund hat versucht zu handeln. Ich hielt meinen Mund und habe nur naiv gel\u00e4chelt. Der Fahrer meinte, nein, das sei ein fester Preis. Ich habe ihn angeguckt und gesagt: \u201e<em>Uri umubeshyi\u201d:<\/em> Du bist ein L\u00fcgner. So wurden es 800 Franc f\u00fcr jeden, 50 Cent gespart. Aber das war nicht das Entscheidende. Auf der Fahrt hatte ich meinen ersten Kinyarwanda-Smalltalk mit einem Moto-Fahrer. Das \u00dcbliche:\u00a0 <em>Wie hei\u00dft du? Wo kommst du her?<\/em> Und zum Abschied sagte ich : <em>\u201eBye, umunsi mwiza\u201c: Einen sch\u00f6nen Tag.<\/em><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Eintrag passt nicht zum heutigen Tag, siehe http:\/\/www.un.org\/events\/rwanda\/ und http:\/\/www.un.org\/ecosocdev\/geninfo\/afrec\/newrels\/rwanda.htm und http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda Ich bitte um Vergebung, dass ich der Welt heute von &#8222;Belanglosigkeiten&#8220; berichte. Aber f\u00fcr alles andere fehlen mir die Worte&#8230; Vor ein paar Tagen habe ich schon mal \u00fcber meinen kleinen n\u00e4chtlichen Brand-Unfall mit einem Moto berichtet. 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