{"id":74,"date":"2010-04-02T14:36:14","date_gmt":"2010-04-02T12:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/?p=74"},"modified":"2010-06-01T14:38:08","modified_gmt":"2010-06-01T12:38:08","slug":"alle-schlechten-dinge-sind-sechs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/2010\/04\/02\/alle-schlechten-dinge-sind-sechs\/","title":{"rendered":"Alle schlechten Dinge sind Sechs"},"content":{"rendered":"<p>Es ist April, der Monat der Trauer in Ruanda. Meine Sorgen sind bedeutungslos klein, eine Stimme haben sie trotzdem. Nachdem ich ja bisher\u00a0 nur am Schw\u00e4<strong><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Dirty-Road-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-76\" title=\"Dirty Road 1\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Dirty-Road-1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"195\" \/><\/a><\/strong>rmen war, hat sich der HIMMEL gestern dunkel zugezogen.<\/p>\n<p>Es gie\u00dft aus Kannen und irgendwie l\u00e4uft auch ansonsten alles schief. Ich habe ernsthaft und wiederholt versucht, mich an meine kulturweit-Impro-Theater-Workshops zu erinnern, wo mir beigebracht wurde, die Situationen anzunehmen, wie sie sind. Mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Wer schon deprimiert ist (oder wer demn\u00e4chst in dieses wundervolle Land kommt) kann auf diesen Blog-Eintrag getrost verzichten&#8230;<!--more--><\/p>\n<p><strong>Frust 1:<\/strong> Mit meinen Ballerinas in einem fiesen, l\u00f6chrigen Bordstein h\u00e4ngen geblieben und dabei den Fotoapparat fallen lassen. Deshalb muss dieser Blog-Artikel leider mit zwei h\u00e4sslichen Handyfotos auskommen.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick: <\/strong>Wenn man Dinge fallen l\u00e4sst, sagen die Ruander, wird man bald heiraten. (Nein, f\u00fcr diesen Glauben gibt es keine Logik!)<\/p>\n<p><strong>Frust 2: <\/strong>Verst\u00e4ndnisprobleme mit meinen Mitmenschen:\u00a0 Sprachlich und\/oder kulturell, und\/oder pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick:<\/strong> Freunde, die einem die Leviten lesen und eine Hausdame, der man das Herz aussch\u00fctten kann.<\/p>\n<p><strong>Frust 3: <\/strong>Kein Internet. Mein eigenes Modem, das seit zwei Wochen in Auftrag ist, l\u00e4sst auf sich warten.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick: <\/strong>Ein Freund leiht mir seins, zumindest f\u00fcr die Arbeit. Vor einer Minute kam zudem eine SMS mit dem Versprechen, dass mein Modem Montag da ist. Internetcafes en masse&#8230;<\/p>\n<p><strong>Frust 4:<\/strong> Eine Feier, auf der man nur zwei Menschen kennt, alle Kinyarwanda sprechen und man 3 Stunden rum sitzt, bevor die Ansprache beginnt.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick:<\/strong> Ein blinder Student, der sich schlie\u00dflich neben mich gesetzt hat, um zu dolmetschen. Danach noch \u00fcber Kultur, Angela Merkel und Europa diskutiert.<\/p>\n<p><strong>Frust 5:<\/strong> Nachts nach der Party 30 Minuten durch den sch\u00f6nsten Matsch bis zur n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfe laufen m\u00fcssen, um ein Moto nach Hause zu finden. Beim Aufsteigen irgendwie nichts gesehen und das nackte Bein am Moto verbrannt.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick:<\/strong> Die verbrannte Stelle ist kleiner als zuerst bef\u00fcrchtet. SOS-Email an Ullo wurde\u00a0 sofort beantwortet (das ist wahre F\u00fcrsorge!!): <em>\u201eBlase steril aufstechen, mach d\u00fcnn von der Betaisodona-Salbe drauf, deck alles steril ab. Wechsel den Verband zweimal t\u00e4glich. Das N\u00e4ssen m\u00fcsste mit der Zeit aufh\u00f6ren. Wenn die Wunde anf\u00e4ngt Schorf zu bilden, lass die Salbe weg.\u201c<\/em> (H\u00e4tte ich auch alleine wissen oder go<strong><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Nadine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-75\" title=\"Warten auf Sonnenschein\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Nadine-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"144\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Nadine-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Nadine-480x640.jpg 480w, https:\/\/kulturweit.blog\/papillon\/files\/2010\/04\/Nadine.jpg 864w\" sizes=\"(max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a><\/strong>ogeln k\u00f6nnen,\u00a0 jajaja\u2026schon gut).<\/p>\n<p><strong>Frust 6:<\/strong> REGEN, REGEN, REGEN. Verdreckte Schuhe, unpassende Kleidung und kein Durchkommen zur geteerten Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Lichtblick:<\/strong> Cappuccino trinken, Wei\u00dfbrot mampfen und plaudern mit meiner Hausdame Nadine. Au\u00dferdem die vielen mitgebrachten B\u00fccher von zuhause: \u201eTender Bar\u201c von J.R. Moehringer zum Beispiel\u2026 Kindheitstr\u00e4ume<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist April, der Monat der Trauer in Ruanda. Meine Sorgen sind bedeutungslos klein, eine Stimme haben sie trotzdem. Nachdem ich ja bisher\u00a0 nur am Schw\u00e4rmen war, hat sich der HIMMEL gestern dunkel zugezogen. Es gie\u00dft aus Kannen und irgendwie l\u00e4uft auch ansonsten alles schief. 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