{"id":699,"date":"2010-07-06T09:26:44","date_gmt":"2010-07-06T07:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/?p=699"},"modified":"2010-07-08T16:26:28","modified_gmt":"2010-07-08T14:26:28","slug":"essen-ist-fertig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/","title":{"rendered":"&#8222;Essen ist fertig!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Essen ist fertig<\/strong><\/p>\n<p>Lange genug habe ich euch mit meiner Vorliebe f\u00fcrs Essen, mit kulinarischen Besonderheiten und Genusserlebnissen verschont. Es ist nun ein Zeitpunkt erreicht, an dem ich mich nicht mehr zur\u00fcckhalten kann: Zusammen zu essen liegt f\u00fcr mich im tiefen Herzen der sozialen Interaktion. Sobald wir zusammen Essen teilen und einnehmen, erschaffen wir ein famili\u00e4res oder freundschaftliches Beisammensein. <!--more--><\/p>\n<p>Die \u00dcbereinkunft der gleichzeitigen Nahrungsaufnahme und das Gef\u00fchl des Hungers wecken euphorische Gef\u00fchle im Menschen (jedenfalls ist das so bei mir!) und werden verst\u00e4rkt, wenn man diese Emotionen mit anderen erleben kann.\u00a0 Gl\u00fcck ist schlie\u00dflich nur wirklich genie\u00dfbar, wenn man es teilen kann, oder?<a rel=\"attachment wp-att-736\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/dinner-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-736\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/dinner-640x273.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"217\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Frage wie man sich gesellschaftlicher Gruppen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund am Unkompliziertesten und Angenehmsten ann\u00e4hern kann, wird f\u00fcr mich durch eine gemeinschaftliche Nahrungsaufnahme beantwortet. <a rel=\"attachment wp-att-737\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/ttt-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-737\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/ttt1-640x425.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"270\" \/><\/a>Beim Essen gibt es f\u00fcr mich keine \u201eKluft\u201c, keine kulturelle Diversion zwischen zwei Kulturen, sondern ein Geben und Nehmen von Eigenarten, Besonderheiten und einer Exotik im positiven Sinne, die man durch gemeinsamen Hunger stillen kann.<\/p>\n<p>In Asien wird mir diese Erfahrung extrem leicht gemacht: Es gibt n\u00e4mlich keine festen Zeiten. Es wird <em>immer<\/em> und <em>\u00fcberall<\/em> gegessen. Rund um die Uhr. Hauptsache es wird gegessen. Und was ebenso wichtig ist: das Essen wird<em> geteilt<\/em>: Bestellt in Deutschland jeder sein eigenes Gericht, bekommt man in Asien leere Sch\u00e4lchen gereicht und bestellt mehrere verschiedene Speisen auf einmal, die dann in der Mitte des\u00a0 Tisches platziert werden und f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich sind. Hier gibt es kein\u201c <em>Ich<\/em> bestelle <em>mir<\/em>\u201c, kein \u201edas ist <em>mein<\/em> mein Teller\u201c.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-720\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/008-kopie\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-720\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/008-Kopie-640x262.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"208\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Dieser Weg der Nahrungsaufnahme ist mir der Allerliebste: Das Ess-Erlebnis und den Genuss zu teilen, nicht nur durch das <em>gleichzeitige<\/em> Essen, sondern durch das<em> gemeinsame<\/em> Essen, durch das Hin- und Herreichen, das Kommunizieren \u00fcber und mit dem Essen, welches letztendlich doch ein viel intensiveres Wir-Gef\u00fchl produziert, als in der westlichen Kultur.<a rel=\"attachment wp-att-750\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/hochzeit_teilen-4\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-750\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/hochzeit_teilen3.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"242\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Kulinarische Erlebnisse haben f\u00fcr mich auf Reisen noch eine viel h\u00f6here Bedeutung als im eigenen Land: Die Nahrung, das Essverhalten und die Produkte sind f\u00fcr mich Spiegel des Landes und der Organisation einer Gesellschaft. Dadurch <em>was<\/em> die Menschen zu sich nehmen, <em>wie<\/em> sie essen, zu welchen <em>Zeiten<\/em>, <em>womit<\/em>, mit <em>wem<\/em>, mit welchen <em>Traditionen<\/em> das ganze verankert ist, wie sie <em>kochen<\/em>, <em>kommunizieren<\/em> und welche Wertesysteme und Alltagsgewohnheiten mit einher gehen, sind f\u00fcr mich die bedeutsamsten Schl\u00fcssel f\u00fcr die T\u00fcren fremder Kulturen. <a rel=\"attachment wp-att-757\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/wok_1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-757\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/wok_1-640x425.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"237\" \/><\/a>Man kann so viel mehr verstehen, wenn man die Esskultur des Landes und das Essverhalten der Einheimischen durchblickt.<a rel=\"attachment wp-att-722\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/aufdemmarkt-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-722\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/aufdemmarkt1-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" \/><\/a><a rel=\"attachment wp-att-723\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/ananas-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-723\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/ananas1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\">W\u00e4hrend meiner Malaysia-Reise hatte ich das Vergn\u00fcgen gleich drei neue kulturelle Einfl\u00fcsse gleichzeitig zu entdecken und jeden Einheimischen, den ich vor Ort kennengelernt habe, konnte ich \u00fcber andere Dinge L\u00f6cher \u201ein den Bauch\u201c fragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Auch wenn meine kulinarischen Interessen und meine Neugierde, (sowie mein Hunger) noch lange nicht gestillt sind, m\u00f6chte ich euch an Hand meiner dieser Reise ein paar Beispiele geben, wie sehr das Essverhalten und die Kultur eines Landes sich gegenseitig beeinflussen:<\/p>\n<p>Die malaysische K\u00fcche ist so reich und vielfaltig (auf Grund der vielen verschiedenen \u2026) Man findet \u2026..Einfl\u00fcsse in den meisten Regionen.<\/p>\n<p>Malaien essen nicht mit Besteck sondern mit den Fingern der rechten Hand.<a rel=\"attachment wp-att-748\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/pia\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-748\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/pia-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a> Daf\u00fcr f\u00fchrt man die Finger zu einer kleinen Schaufel zusammen und nimmt somit das Essen auf \u2013 die Handinnenfl\u00e4che sollte dabei aber sauber bleiben. Die linke Hand darf nur zum Halten und Reichen von Tellern und Platten benutzt werden. Sie gilt als unrein, weil sich die Malaien (auch Inder und Thais) damit nach jedem Stuhlgang zus\u00e4tzlich mit Wasser s\u00e4ubern.<a rel=\"attachment wp-att-730\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/fisch-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-730\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/fisch1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Speisen werden wie in Vietnam auch, auf Servierplatten dargeboten, von dem sich jeder Gast bedienen kann. Im Gegensatz zu den Vietnamesen w\u00fcrden die Malaien das Essen aber nicht frei und gierig mit den eigenen St\u00e4bchen ergattern, sondern mit einem vorgesehenen Servierl\u00f6ffel, der nicht mit bereits anger\u00fchrten Speisen in Verbindung kommen darf. Erscheint einem die Portion in der Schale zu gro\u00df, muss VOR dem Essensbeginn der \u00fcbersch\u00fcssige Teil in die Servierschale zur\u00fcckgel\u00f6ffelt werden. Andernfalls muss alles vertilgt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">In Malaysia und in allen anderen asiatischen L\u00e4ndern, gilt das Vergeuden oder gar Wegwerfen von Essen verp\u00f6nt. <a rel=\"attachment wp-att-747\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/mull\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-747\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/m\u00fcll-640x271.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"151\" \/><\/a>Ist es dem Service in einem deutschen Restaurant komplett egal, wie viel der Gast auf seinem Teller <a rel=\"attachment wp-att-740\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/kellner-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-740\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/kellner-141x300.jpg\" alt=\"\" width=\"141\" height=\"300\" \/><\/a>zur\u00fcckgelassen hat, wird man im asiatischen Raum durchaus angesprochen, ob man vielleicht sp\u00e4ter noch daran weiteressen will, oder der Restbestand zur Mitnahme eingepackt werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Auch wenn dem Service die bestellte Anzahl von gerichten als zu hoch erscheint, wird der Gast meist getadelt und daran erinnert, er k\u00f6nne ja auch sp\u00e4ter nachbestellen. Diese spezielle Art von Produktliebe begegnet einem \u00fcberall in Asien, ist herzlich gemeint und kommt aus tiefster \u00dcberzeugung und R\u00fcckbesinnung auf die noch nicht weitentfernte Leidensgeschichte.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der in Malaysia lebenden Inder sind Anh\u00e4nger des Hinduismus. Nach dessen Lehren ist die rechte Hand heilig, die linke hingegen auch unrein.<\/p>\n<p>Speisen werden, anders als bei den Malaien, zu einer kleinen Kugel gerollt und dann in den Mund gef\u00fchrt. Sch\u00f6n matschig das Ganze. Macht echt Spa\u00df. Leider darf man dabei und danach die Finger weder ablecken noch absaugen.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-739\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/dsc_1515-kopie-3\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-739\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/DSC_1515-Kopie2.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"235\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ausl\u00e4ndern wird vorsichtshalber noch L\u00f6ffel und Gabel gereicht. Messer wird man allerdings vergeblich suchen. Braucht man aber auch nicht, da alle Speisen mundgerecht zubereitet werden. Die Unterscheidung zwischen &#8222;rein&#8220; und &#8222;unrein&#8220; ist grundlegend f\u00fcr die Denkweise der Hinduisten und spiegelt sich im gesamten Essverhalten der Inder wieder: Von Menschenhand ber\u00fchrte Dinge gelten als unrein, das gilt auch f\u00fcr benutztes Besteck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Es gilt beim Essen \u201ekr\u00e4ftig\u201c zuzulangen und auch jedes Nachschlagangebot zu bejahen. Kritische und zur\u00fcckhalten Esser sind bei indischen Gastgebern nicht sehr willkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Das Highlight sind die Speisen auf Bananenbl\u00e4tter.<\/strong><a rel=\"attachment wp-att-727\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/bana_leaf_party_detail-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-727\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/bana_leaf_party_detail1-640x425.jpg\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"203\" \/><\/a> Viele verschiedene Saucen und Curries werden darauf mit einem Berg Reis serviert. Am Ende der Mahlzeit wird das Blatt gefaltet. Ob man das Blatt besser vom K\u00f6rper weg nach oben faltet oder eben zu sich hin nach unten \u2013 dar\u00fcber wird hei\u00df diskutiert:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Als Zeichen das einem das Essen geschmeckt hat, faltet man das Blatt gew\u00f6hnlich nach unten, also zum K\u00f6rper hin. Allerdings: Manche Inder mit denen ich mich dar\u00fcber unterhalten habe, empfinden diese \u201ebanana leaf behaviour\u201c l\u00e4cherlich und haben noch nie von dieser Regeln geh\u00f6rt. Ich konnte jedenfalls w\u00e4hrend meiner Reise s\u00e4mtliche Faltweisen beobachten, genauso wie das Einrollen oder das Offenliegen lassen und dabei mit dem Ellenbogen ausversehen die letzten Reste erwischen und sich das Outfit versauen. (Ich!)<a rel=\"attachment wp-att-746\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/banana-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-746\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/banana-480x640.jpg\" alt=\"\" width=\"336\" height=\"448\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Chinesen ist Essen \u00a0wichtigster Bestandteil des Alltags. Sie\u00a0 lieben es, dar\u00fcber zu reden, daf\u00fcr zu planen und viel Zeit daf\u00fcr zu investieren. <a rel=\"attachment wp-att-717\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/food_angebotstafel-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-717\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/food_angebotstafel1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/food_angebotstafel1-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/food_angebotstafel1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Allein f\u00fcr ein gutes Essen irgendwo im nirgendwo,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 werden durchaus gerne mal <em>2 Stunden<\/em> Anfahrt in Kauf genommen. Einen Ort zu kennen, an dem es\u00a0 \u00fcberdurchschnittliche gute Speisen gibt, erh\u00f6ht zudem auch das Ansehen in manchen Kreisen.<\/p>\n<p>Die Vorstellung die gemeinsame Mahlzeit im stehen oder vor dem Fernseher einzunehmen ist f\u00fcr die meisten Chinesen nicht <a rel=\"attachment wp-att-745\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/food_fisher-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-745\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/food_fisher1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a>nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Im Durchschnitt geh\u00f6ren die in Malaysia lebenden Chinesen zu den Wohlhabenderen und pr\u00e4sentieren ihren Status\u00a0 gerne durch einen reich bedeckten Tisch und bestellen f\u00fcr gew\u00f6hnlich mehr als der Gast essen kann. Das Essen erfolgt in Gesellschaft (am liebsten mit der Familie) und stellt zugleich ein soziales Event da. W\u00e4hrend der Mahlzeit werden die angebotenen Speisen diskutiert und kommentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Essen ist Kultur, ist Alltag, ist Kommunikation, Emotion und Leben.<\/strong><a rel=\"attachment wp-att-744\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/boy_angeln\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-744\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/boy_angeln-640x425.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Das das nicht \u00fcbertrieben sondern durchaus der Realit\u00e4t entspricht, zeigt sich auch an der Begr\u00fc\u00dfungsformel der Chinesen, die sich in ganz Asien wiederentdecken l\u00e4sst: <strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>&#8222;Hast du schon gegessen?\u201c<\/strong> (Have you eaten already?) oder in Vietnam, Thailand und Kambodscha zum Beispiel: <strong>\u201eHast du schon<em> Reis <\/em>gegessen?<\/strong>\u201c &#8211;\u00a0 ist nicht w\u00f6rtlich zu verstehen, sondern gleichbedeutend mit einem freundlichen<strong> \u201eWie geht es dir?\u201c<\/strong> (How&#8217;s it going). Satt zu sein und ein genussvolles Mittag- oder Abendessen hinter sich zu haben geht einher mit starkem Wohlbefinden. Wer sich also \u00a0irgendwann alleine ein K\u00e4sebr\u00f6tchen vor dem PC reinzieht &#8211; dem kann es ja nicht gut gehen.<a rel=\"attachment wp-att-743\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/banana_woman\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-743\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/banana_woman-640x425.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"270\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend ich das alles (und noch so viel mehr!) verstehen will, nicht nur in Malaysia sondern auch in Vietnam und in jedem anderen Land dass ich sehen durfte und sehen werde, merke ich, dass die Esskulturen ein erfolgreicher Weg sind, um Asien und seine verschiedenen Einfl\u00fcsse mit allen Sinnen aufnehmen zu k\u00f6nnen. Kulturen an sich <strong>heranzulassen<\/strong>, in dem man sich auf das Essen <strong>einl\u00e4sst<\/strong>.<a rel=\"attachment wp-att-754\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/blauerhelm-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-754\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/blauerhelm1-640x380.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"302\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich esse mich quasi <strong>durch etwas hindurch<\/strong>, durch eine Art <strong>kulturelle Grenze<\/strong> und n\u00e4here mich dem <strong>Fremden<\/strong> mit jedem <strong>Bissen<\/strong> mehr an. Vielleicht ist das einer der Wege die man in Asien gehen muss, um lokale Kultur <strong>\u201eeinzunehmen\u201c<\/strong>. Und auch wenn Asien so anders ist, zu Beginn so befremdlich und es viel Umstellung erfordert hier zu leben und zu arbeiten &#8211; eine Sache scheint doch \u00fcberall gleich zu sein:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Das Leuchten und die Freude in den Augen aller Menschen, wenn sie die (fast) sch\u00f6nsten drei Worte der Welt h\u00f6ren:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>\u201eEssen ist fertig!\u201c<\/strong><a rel=\"attachment wp-att-749\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/2010\/07\/06\/essen-ist-fertig\/eating_hk-5\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-749\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/paifai\/files\/2010\/06\/eating_HK3.jpg\" alt=\"\" width=\"490\" height=\"327\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Essen ist fertig Lange genug habe ich euch mit meiner Vorliebe f\u00fcrs Essen, mit kulinarischen Besonderheiten und Genusserlebnissen verschont. Es ist nun ein Zeitpunkt erreicht, an dem ich mich nicht mehr zur\u00fcckhalten kann: Zusammen zu essen liegt f\u00fcr mich im tiefen Herzen der sozialen Interaktion. 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