Вот и всё

Heuchelheim, 03. März 2019. – Nachdem ich sogar schon ein paar Tage wieder zuhause angekommen bin, ist es Zeit, endlich noch einmal zum Blog zurückzukehren. Ich möchte über die letzte Zeit gar nicht mehr viel schreiben, finde es aber wichtig, dass der Blog noch einen guten Abschluss findet.

Die Leute fragen mich, ob ich ein Fazit aus dem FSJ ziehen kann, und ich antworte immer mit nein. Wenn ich an alles zurückdenke, ist es zu viel, und ich glaube kaum, dass es schon wieder normal ist, zurück in Deutschland, in der Heimat zu sein. (Das habe ich übrigens bemerkt: wie angenehm es doch ist, wieder zuhause zu sein. Heimat kann man spüren. So geht es mir zumindest.) Auf jeden Fall ist aber klar, dass ich unglaublich froh und dankbar für all diese Erfahrungen bin, die ich vor einem Jahr niemals hätte erahnen können. Was das alles für mich bedeutet und bedeuten wird, werde ich erst in der kommenden Zeit herausfinden.

Zu meiner letzten Zeit in Orscha möchte ich gar nicht mehr viel schreiben, das gehört nicht hierher. Der Abschied war schwierig für mich, und anders als erwartet. Ich habe eine Weile gebraucht, um ihn zu verarbeiten, und bin immer noch dabei. Die letzten beiden Tage war ich allein, nur zum Packen. Am Ende hat alles gut geklappt, ich habe meine Wohnung verlassen, noch einmal Olga (meine Vermieterin) gesehen und bin ab zum Bahnhof. Dann erst einmal Ruhe, die nötig war.

Zusammen mit dem später zugestiegenen Leo bin ich nach Berlin zum Seminar gereist, ohne zuerst nach Hause zu kommen. Das habe ich auf dem Seminar gemerkt, ich war oft mit den Gedanken nicht da oder konnte die Zeit nicht genießen. Alles auf einmal: die Zeit in Orscha, die bevorstehende Rückkehr nach Zuhause, und die Kulturweitwelt des Seminars, dazu noch die üblichen, weiteren Sorgen. Erst im Lauf des Seminars wurde es für mich besser, sodass ich doch noch positiv auf das Seminar zurückblicke.

Um das zu erklären (denn ich weiß, einige andere Freiwillige sind sehr neugierig): beim NBS werden die Homezones neu aufgeteilt, scheinbar willkürlich gemischt. Dadurch kommt man mit Leuten ins Gespräch, die an ganz anderen Weltecken waren und ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Trotzdem soll das Seminar eher ruhig und auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen ausgerichtet sein, ohne Druck. So ist es auch abgelaufen. Dazu kommen noch andere Einheiten wie Workshops und Räume, die wenig Raum einnehmen, aber auch dieses Mal sehr interessant, sogar faszinierend waren. Kulturweit gibt sich viel Mühe mit den Seminaren. Auf dem NBS geht es also um Austausch, Reflexion, Feedback, einzelne neue Inhalte sowie Informationen zum „Wie geht’s weiter?“. Man muss weder Angst noch Langeweile beim Gedanken an das NBS haben.

(Wenn ihr noch Fragen darüber habt, schreibt mir.)

Orscha, aufgenommen noch im Januar

Seit dem 27. bin ich nun wieder zuhause – so fühlt es sich auch an – und komme langsam wieder an. Ich verstehe noch lange nicht alles und stecke gefühlt schon wieder zu tief im Leben hier, ohne genug über alles reflektiert zu haben. Wenn ich dazu komme, möchte ich hier auf dem Blog noch ein paar Rückblicke veröffentlichen, nach einzelnen Themen geordnet. Das ist nicht nur für mich, auch zum Beispiel für die Freiwilligen nach mir in Orscha. Diese Person kann sich übrigens sehr gerne bei mir melden, ich freue mich wirklich, zu helfen!

Lass dir meine Mail-Adresse von Tanja Baldreich am GI in Minsk geben, oder vielleicht denkt man auch so daran ;)

Liebe Grüße an alle anderen Freiwilligen, die das hier lesen, insbesondere an diejenigen, die ich jetzt auf dem NBS noch etwas näher kennenlernen konnte. Alles Gute euch für die kommende Zeit.

До свидания!

Йонатан

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