{"id":830,"date":"2012-03-31T20:58:11","date_gmt":"2012-03-31T12:58:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/?p=830"},"modified":"2012-03-31T20:58:11","modified_gmt":"2012-03-31T12:58:11","slug":"der-besuch-der-schwarzen-manner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/2012\/03\/31\/der-besuch-der-schwarzen-manner\/","title":{"rendered":"Der Besuch der schwarzen M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/files\/2012\/03\/DSC_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-832\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/files\/2012\/03\/DSC_0001-300x187.jpg\" alt=\"Ein falsches Visum sorgt f\u00fcr Verwirrung bei der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde. Daher statteten sie mir einfach mal einen Besuch ab\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/files\/2012\/03\/DSC_0001-300x187.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/files\/2012\/03\/DSC_0001-478x300.jpg 478w, https:\/\/kulturweit.blog\/mongolei\/files\/2012\/03\/DSC_0001.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Es ist ein Mittwoch wie jeder andere auch. Die einzige Ver\u00e4nderung ist, dass ich am Nachmittag nicht wie gewohnt zu zweit mit meinem Kollegen im Deutschb\u00fcro sitze, sondern alleine. Mein Kollege war n\u00e4mlich zu dem Zeitpunkt in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mein Schreibtisch steht im Raum so, dass ich mit dem R\u00fccken zur T\u00fcre sitze. Des\u00f6fteren geht bei uns immer mal wieder die T\u00fcre auf, weil Sch\u00fcler nachsehen, ob wir da sind oder weil sich Fremde an der T\u00fcre irren \u2013 neben unserem B\u00fcro ist n\u00e4mlich das B\u00fcro der Schulmanagerin. Daher beachte ich meist die Leute auch nicht, die in der T\u00fcre stehen, da sie nach meist einer Sekunde wieder weg sind und die T\u00fcre wieder zu ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So war es auch am letzten Mittwoch, doch die T\u00fcre geht nicht wieder zu, sondern ich h\u00f6re laute Schritte, drehe mich um und sehe pl\u00f6tzlich zwei gro\u00dfe M\u00e4nner in schwarzen Anz\u00fcgen. Einer f\u00e4ngt sofort mit mir auf Mongolisch zu sprechen an. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich kein Mongolisch spreche (obwohl ich es ja eigentlich doch tue) und sofort fragt der zweite: \u201eBut do you speak English?\u201c Ich antworte: \u201eYes, I do.\u201c und mit dieser Aussage nimmt der erste von beiden auch schon ungefragt auf dem B\u00fcrostuhl meines Kollegen Platz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sie fragen mich nach meinem Ausweis und meiner Registrierungskarte. In der ganzen Aufregung muss ich erst einmal nachdenken, wo diese Unterlagen sind. Ah \u2013 klar, in meinem Geldbeutel. Ich zeige ihm meine Registrierungskarte und zeitgleich ver\u00e4ndert sich sein Gesichtsausdruck. Man merkt: Irgendetwas stimmt nicht. Ich frage mich st\u00e4ndig: Warum bin ich alleine in diesem Raum? Kann ich nicht jemanden zum \u00dcbersetzen holen, doch das war nicht m\u00f6glich. Sie halten mich auf meinem Stuhl sozusagen gefangen. Ein Mann fragt mich, warum ich nicht in der Universit\u00e4t sei und ich sage, dass ich kein Student bin und deswegen nicht zur Uni gehe. Gott sei Dank \u00f6ffnet sich pl\u00f6tzlich die T\u00fcr und eine Kollegin kommt herein. Sie tut so, als w\u00fcrde sie etwas suchen, lauscht aber dem Gespr\u00e4ch und mischt sich schlie\u00dflich ein. Sie erkl\u00e4rt den M\u00e4nnern meinen Status: dass ich eben ein Freiwilliger bin und kein Student. Die M\u00e4nner schauen weiterhin skeptisch und verlangen ein Gespr\u00e4ch mit der Direktorin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich stehe auf, sehe meine Kollegin an, die mir zuzwinkert als klein: \u201eEs wird schon alles. Mach dir keine Sorgen.\u201c Trotzdem mache ich mir Sorgen, weil jetzt das Gespr\u00e4ch auf Mongolisch weiter gef\u00fchrt wird und ich aufgrund der schnellen Geschwindigkeit und der Aufregung nur einzelne Bruchteile verstehe, wie: Freiwilliger, achtunddrei\u00dfig Stunden, kein Geld. Nach circa zehn Minuten ist das Gespr\u00e4ch beendet und meine Kollegin \u00fcbersetzt mir den Kerninhalt. Problem ist, dass ich ein falsches Visum habe. Ein S-Visum (f\u00fcr Studenten) und eigentlich ein V-Visum (f\u00fcr Volunteers, also Freiwillige) br\u00e4uchte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da ich im Alphabet unter den drei Freiwilligen an erster Stelle stehe, kam ich in das Vergn\u00fcgen, diese M\u00e4nner kennen zu lernen. Johanna und Simon blieben von so einem Besuch verschont. Jetzt ist alles wieder OK. Ich durfte meine alte Karte behalten, die Mitarbeiter vermerkten das Gespr\u00e4ch auf ihren Unterlagen und kommen hoffentlich nicht ein zweites Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Mittwoch wie jeder andere auch. Die einzige Ver\u00e4nderung ist, dass ich am Nachmittag nicht wie gewohnt zu zweit mit meinem Kollegen im Deutschb\u00fcro sitze, sondern alleine. Mein Kollege war n\u00e4mlich zu dem Zeitpunkt in Deutschland. Mein Schreibtisch steht im Raum so, dass ich mit dem R\u00fccken zur T\u00fcre sitze. 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