Reisen

Um mich anfangs in dieser wirklich großen Stadt Cochabamba zurechtzufinden war und ist immernoch eine App wirklich überlebenswichtig: Google Maps. Gerade zu Beginn ohne Sim-Karte und mobiles Internet ist man ohne seine Offlinekarten mit Standortfunktion wirklich aufgeschmissen.

Egal ob ich auf der Suche nach einem Geldautomaten bin oder nachmittags plötzlich Lust auf einen Saft habe, Maps weiß wo es hingeht und ich folge dem blauen Pfeil. Auch auf längeren Wegen, die hier meistens in Truffis zurückgelegt werden ist Maps immer dabei um zu prüfen, ob ich denn wirklich in der richtigen Linie sitze. Klappt überraschenderweise nicht immer perfekt, aber diese Geschichte muss nicht unbedingt die ganze Welt erfahren.

Wenn aber die Richtige Linie erwischt wurde und man keine Sorge hat in 15-20 Minuten den Fahrer am Richtigen Ort mit den Worten „voy a bajar“ zum Anhalten bringen zu können, ist Zeit aus Cochabamba rauszuzoomen. Und plötzlich habe ich diese riesige Distanz vor Augen, dich ich letzte Woche zurückgelegt habe. Über 10 000 km, einmal fast um die halbe Welt. In 24 Stunden aus dem Schnee in die Tropen. In nur knapp drei Stunden nach Madrid. Sechs Stunden in Madrid an diesem riesigen Flughafen warten.

Gibt definitiv schlimmere, aber auch echt besser Orte um dort sechs Stunden zu verbringen.

In der selben Zeit bin ich zwei Tage zuvor Mit dem Zug von Berlin zurück nach Memmingen gefahren. Zurück nach intensiven zehn Tagen Vorbereitungsseminar, während denen mir langsam wirklich bewusst wurde, dass ich für die kommenden knapp 12 Monate an einem Ort leben werde an dem ich nicht mal kurz übers Wochenende nachhause fahren kann, um daheim für meine Mutter irgendeine Staude umzusetzen (bis jetzt denke ich, das werde ich nicht soo sehr vermissen) oder mit meinem Vater Langlaufen zu gehen. Genauso ein Jahr in dem ich meine besten Freunde noch nicht mal wenigstens alle vier Wochen sehen kann. Keine kurzen Nachrichten von wegen, lass doch donnerstag Abend nach der Uni noch in München treffen, der ICE braucht ja nur 1,45. Wenns blöd läuft brauche ich hier ab und zu eine Stunde um zur Schule zu kommen. Auch wenn ich hier viele tolle neue Menschen kennenlerne, ist es doch etwas anderes.

Selber Flughafen, anderes Terminal. Mein letzter Blick auf Europa.

Nach diesen sechs Stunden in Madrid habe ich nämlich Europa endgültig verlassen, das erste Mal in meinem Leben. Elf Stunden später, mitten in der Nacht, kurz vor der Landung ein erster Blick auf die Lichter der Stadt, die in den nächsten Monaten mein Zuhause sein wird. 20 Minuten warten an der Ausweiskontrolle und ein Einführungsformular-Ausfüllen später (und einen verdutzten Moment über die Tatsache, dass man glaubt ich könnte auch nur ansatzweise Güter im Wert von über 10 000$ einführen ¯\_(ツ)_/¯ *), freundliche Begrüßung von Anna und Sandra. Angekommen bin ich noch nicht wirklich, aber ich fühle mich schon mal willkommen. Weiter geht´s durch das nächtliche Cochabamba zu meiner WG. Ich lerne meine Mitbewohnerin Manon kennen, sehe mein Zimmer, bekomme Infos zu den nächsten Tagen, bekomme gerade noch so die Hälfte mit. Verabschiedung umziehen oder eher einfach Hose und Jacke ausziehen. Ins Bett legen.

Ankommen …

 

* Lizensgebühren gehen an Luis

Hätte auch gerne noch mehr Bilder eingefügt, aber das waren die zwei, die es durch das Hochladen und Einfügen geschafft haben, das bekomme ich schon auch noch raus wie das läuft.

 

 

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