{"id":619,"date":"2013-01-14T20:43:58","date_gmt":"2013-01-14T12:43:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/?p=619"},"modified":"2013-01-16T09:24:59","modified_gmt":"2013-01-16T01:24:59","slug":"alien-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/2013\/01\/14\/alien-sein\/","title":{"rendered":"Alien sein"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/open-to-aliens.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-620\" alt=\"open-to-aliens\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/open-to-aliens-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/open-to-aliens-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/open-to-aliens-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/open-to-aliens.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Es soll in diesem Artikel gar nicht darum gehen, dass sich das Wort \u201eAlien\u201c in meinen Ohren lustig anh\u00f6rt, weil ich eher an gr\u00fcne Marsm\u00e4nnchen als an Ausl\u00e4nder denke. Nein, es soll darum gehen, wie es mir so geht als \u201eAlien in China\u201c.<\/p>\n<p>Eigentlich f\u00fchle ich mich nicht wie ein Alien. Meistens denke ich nicht daran, dass man mir sofort ansieht, wo ich herkomme. Nicht, dass ich einen Stempel mit Deutsch auf der Stirn h\u00e4tte (okay, manchmal laufe ich mit einer Tasche vom Goethe Sprachlernzentrum rum, auf der steht \u201eDeutsch Lernen in Qingdao\u201c und auf der anderen Seite \u2013 damit es auch wirklich jeder versteht \u2013 \u201e<span style=\"font-family: Arial Unicode MS\">\u5728\u9752\u5c9b\u5b66\u4e60\u5fb7\u8bed<\/span><span style=\"font-family: Arial Unicode MS\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif\">\u201c <\/span><\/span>). Aber, dass ich wahrscheinlich nicht aus China komme, sondern \u201eaus dem Westen\u201c sieht mir jeder auf den ersten Blick an.<\/p>\n<p>Auch wenn es mir nicht immer so bewusst ist, so merke ich doch ab und zu, dass es sehr wohl eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Oft wird davon ausgegangen, dass ich kein Chinesisch kann, aber daf\u00fcr Englisch. Ich bin potentielle Englischlehrerin f\u00fcr Kinder. Kinder werden von ihren Eltern aufgefordert mir mit Englisch zu reden. Wer Englisch kann, spricht oft auf Englisch mit mir. Wenn ich versuche Chinesisch zu reden, l\u00f6st das manchmal Erstaunen aus.<\/p>\n<p>Einmal habe ich im Bus einen Mann aufgefordert sich zu setzen, als ein Platz frei wurde. Er hat mich so komisch angeguckt, dass ich danach noch eine Weile \u00fcberlegt habe, ob die Art, wie ich es gesagt habe vielleicht unh\u00f6flich war (mir wurde sp\u00e4ter versichert, dass es schon richtig war).<\/p>\n<p>In Qingdao passiert es mir sehr selten, aber manchmal m\u00f6chten Leute ein Foto mit mir machen. Am Anfang fand ich das ein bisschen komisch, aber ich hab mich schnell dran gew\u00f6hnt: Zusammen posieren, \u201eY\u012b, \u00e8r, s\u0101n: qi\u00e9zi&#8230; h\u01ceole?&#8230; Xi\u00e8xi\u00e8!\u201c (Eins, zwei, drei \u2013 Aubergiene [so wie unser \u201eCheese\u201c und \u00fcbrigens super lecker hier, aber das nur am Rande]&#8230;ok?&#8230;Danke!\u201c).<\/p>\n<div id=\"attachment_621\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/fotografen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-621\" class=\"size-medium wp-image-621\" alt=\"Als ich mit vier anderen Freiwilligen in Hangzhou unterwegs war, wollte uns ein Mann fotografieren und auf einmal stand seine halbe Reisegruppe da und hat Fotos gemacht. Ich fand die Situation sehr komisch, musste irgendwann darum auch richtig lachen und wollte unbedingt dieses Foto machen.\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/fotografen-e1358167777614-300x209.jpg\" width=\"300\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/fotografen-e1358167777614-300x209.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/files\/2013\/01\/fotografen-e1358167777614.jpg 686w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-621\" class=\"wp-caption-text\">Als ich mit vier anderen Freiwilligen in Hangzhou unterwegs war, wollte uns ein Mann fotografieren und auf einmal stand seine halbe Reisegruppe da und hat Fotos gemacht. Ich fand die Situation sehr komisch, musste irgendwann darum richtig lachen und wollte auch ein Foto machen.<\/p><\/div>\n<p>Aber wie gesagt, in Qingdao kommt es eher selten vor. Ausl\u00e4nder sind nicht so eine Attraktion, wie f\u00fcr manche Menschen aus abgelegeneren Gebieten. Darum passiert es auch nicht so oft, dass jemand heimlich ein Foto macht oder mich anstarrt. Als ich mit anderen Ausl\u00e4ndern zusammen w\u00e4hrend der \u201eGoldenen Woche\u201c im Oktober, in der ganz China Ferien hatte den <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/tag\/taishan\/\">Taishan<\/a> hinaufgelaufen bin, war das manchmal ein bissschen anders. Es kam vor, dass Leute ganz dicht gekommen sind und uns angeguckt haben.<\/p>\n<p>Ich glaube Ausl\u00e4nderin in China zu sein, ist f\u00fcr mich etwas anderes, als es vielleicht f\u00fcr Ausl\u00e4nder in Deutschland ist. Deutsche genie\u00dfen hier ein recht gutes Ansehen. Das habe jedenfalls so erlebt und auch in Gespr\u00e4chen (zum Beispiel mit meiner Chinesischlehrerin) gesagt bekommen. Manchmal denke ich auch, dass ich mit meinem westlichen Aussehen ein bisschen das verk\u00f6rpere, wo einige Menschen vielleicht hinwollen, weil es ist das, was sie im Fernsehen oft sehen, aber im \u201erichtigen\u201c Leben eher selten. Vielleicht ein vergleichbar mit Prominenten: Es ist aufregend so jemanden mal zu treffen und man m\u00f6chte vielleicht ein Foto machen.<\/p>\n<p>Ich finde das ein bisschen komisch, weil ich f\u00fcr mein Aussehen nichts kann und trotzdem dadurch oft eine besondere Aufmerksamkeit bekomme. Ich glaube, dass jeder Mensch gerne in irgendeiner Weise etwas Besonderes sein m\u00f6chte, darum schmeichelt es irgendwann schon ein bisschen. Die Art von Komplimenten auf mein Aussehen bezogen, die ich hier oft bekomme, sind keine Komplimente \u00fcber die ich mich richtig freuen kann, weil ich wirklich nichts f\u00fcr etwa meine Haar- oder Augenfarbe kann. Allerdings muss ich auch ein bisschen aufpassen, dass ich mich nicht an diese Aufmerksamkeit (und so oft von verschiedenen Menschen \u201eDu bist so h\u00fcbsch!\u201c zu h\u00f6ren) gew\u00f6hne, sonst f\u00fchle ich mich irgendwann wirklich besonders und das will ich nicht. Ich m\u00f6chte mir meinem Mitmenschen auf einer Ebene stehen.<\/p>\n<p>Die meiste Zeit f\u00fchle ich mich aber nicht wie ein Alien, sondern einfach als Mensch und das ist sch\u00f6n!<\/p>\n<p>Das Schild auf dem Foto h\u00e4ngt \u00fcbrigens neben der Einfahrt durch die ich hindurchgehen muss um zu dem Geb\u00e4ude, in dem meine Sprachschule ist zu kommen. Aber \u201eAusl\u00e4nder\u201c wird oft mit Alien \u00fcbersetzt. Zum Beispiel steht auch auf den Zettel, den ich im Flugzeug vor meiner Einreise unterschreiben musste, was \u201eAliens\u201c zu tun und zu lassen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es soll in diesem Artikel gar nicht darum gehen, dass sich das Wort \u201eAlien\u201c in meinen Ohren lustig anh\u00f6rt, weil ich eher an gr\u00fcne Marsm\u00e4nnchen als an Ausl\u00e4nder denke. 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