{"id":1151,"date":"2013-07-24T00:00:51","date_gmt":"2013-07-23T16:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/?p=1151"},"modified":"2013-07-24T00:00:51","modified_gmt":"2013-07-23T16:00:51","slug":"wozu-braucht-man-einen-chinesischen-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/milena\/2013\/07\/24\/wozu-braucht-man-einen-chinesischen-namen\/","title":{"rendered":"Wozu braucht man einen chinesischen Namen?"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich braucht man nicht unbedingt einen chinesischen Namen. Als wir im Chineischunterricht Namen bekommen haben, habe ich mich aber gefreut. Irgenwie ist es sch\u00f6n, man kann sich einen Stempel damit machen lassen oder was auch immer. Au\u00dferdem gibt es noch einen praktischen Vorteil: Chinesen k\u00f6nnen sich den Namen einfacher merken.<\/p>\n<p>Anderseits kann man auch einfach den &#8222;englischen&#8220; oder &#8222;deutschen&#8220; Namen benutzen. Von der Computeransage im Krankenhaus zum Beispiel wird der Name dann halt buchstabiert: M-I-L-E-N-A-H (Platz f\u00fcr mehr Zeichen war leider nicht). &#8222;Milena&#8220; ist f\u00fcr Chinesen meiner Erfahrung nach auch nicht so schwer auszusprechen. Meine Gastfamilie ruft mich zum Beispiel auch bei meinem &#8222;richtigen Namen&#8220;. Wenn sie meinen Namen schreiben, benutzen sie chinesische Zeichen, die ein bisschen \u00e4hnlich klingen: \u7f8e\u4e3d\u5a1c oder \u7f8e\u529b\u5a1c (Meilina). Die Silbe &#8222;mi&#8220; gibt es im Chineischen zwar auch, aber weil mein chineischer Vorname &#8222;\u7f8e\u5a1c&#8220; ist, benutzen sie einfach das gleiche Zeichen. Sie k\u00f6nnten aber auch einfach die lateinischen Buchstaben benutzen.<\/p>\n<p>Wenn Ausl\u00e4nder einen chinesichen Namen bekommen sollen, dann werden oft \u00e4hnlich klingende chinesische Silben mit sch\u00f6nen Schriftzeichen und Bedeutungen dazu gesucht. Der Vorname\u00a0besteht\u00a0meistens aus zwei oder einem Zeichen (ein Zeichen ist immer eine Silbe).\u00a0F\u00fcr den Nachnamen nimmt man oft einen von etwas mehr als hundert g\u00e4ngigen chinesichen Nachnamen.<\/p>\n<p>Ansonsten werden Namen von Personen und St\u00e4dten mit \u00e4hnlichen Schriftzeichen geschrieben, dabei wird sich nicht an die g\u00e4ngige Silbenzahl bei chineischen Namen gehalten,\u00a0Vor- und Nachnamen werden durch einen dicken Punkt getrennt und die Zeichen haben auch nicht unbedingt eine sch\u00f6ne Bedeutung (einige Zeichen tauchen sehr oft in lautmalerischen \u00dcbersetzungen auf). Zum Beispiel: \u5b89\u683c\u62c9\u2022\u9ed8\u514b\u5c14 (\u0100n g\u00e9l\u0101\u2022m\u00f2 k\u00e8 \u011br)<\/p>\n<p>Aus den \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden, wie Deutsche einen chinesichen Namen haben wollen, m\u00f6chten viele Chinesen einen englischen oder deutschen Namen haben. Manche Eltern geben ihrem Kind direkt einen englischen Namen. Die Kinder in den beiden Gastfamilien hier wurden mir beide zuerst nur mit ihrem englischen Namen vorgestellt. Sonst bekommen viele Kinder im Englischunterricht einen englischen Namen.<\/p>\n<p>In letzter Zeit wurde ich einige Male gefragt, ob ich helfen kann einen deutschen Namen zu finden. Zuerst habe ich abgelehnt, denn ich finde es sch\u00f6ner, wenn Chinesen einfach ihren chinesischen, ihren &#8222;richtigen Namen&#8220; benutzen. Wenn sich mir ein Chinese mit &#8222;Hans&#8220; vorstellt, dann finde ich das ein bisschen komisch und denke &#8222;Das ist bestimmt nicht dein Name!&#8220;. Einen chinesischen Namen werden sich die Deutschen ja wohl merken k\u00f6nnen! Wenn es zu schwierig auszusprechen ist, kann immer noch ein Spitzname benutzt werden. Man benutzt in Deutschland dann einfach nur die Umschrift des Namens und keine Schriftzeichen.<\/p>\n<p>Weil ich jetzt aber \u00fcberlegt habe, dass diese Argumente auch fast\u00a0 auch alle dagegen sprechen, dass Ausl\u00e4nder einen chinesischen Namen bekommen und ich mich aber trotzdem \u00fcber meinen chinesischen Namen gefreut habe, habe ich jetzt angefangen nach deutschen Namen f\u00fcr einige Leute zu suchen. Dabei habe ich festgestellt: Das ist ganz sch\u00f6n schwierig!<\/p>\n<p>Warum? Wenn man f\u00fcr einen Ausl\u00e4nder einen chinesischen Namen sucht, kann man gucken, welche chinesischen Silben \u00e4hnlich klingen und dann sch\u00f6ne Schriftzeichen dazu heraussuchen. Von vielen Namen, die in Deutschland \u00fcblich sind, muss ich die Bedeutung aber erst nachgucken (kennt jemand einen Jungennamen, der ungef\u00e4hr etwas wie &#8222;klar&#8220;, &#8222;freundlich&#8220;, &#8222;heiter&#8220; oder &#8222;sonnig&#8220; bedeutet?) und ich finde es auch schwierig Namen zu finden, die \u00e4hnlich klingen. Bei Namen, f\u00fcr die man ganz leicht einen \u00e4hnlich klingenden deutschen Namen finden kann, braucht man eigentlich keinen deutschen Namen zu finden, weil das hei\u00dft, das Deutsche mit der Aussprache sowieso keine Probleme haben. Zum Beispiel kenne ich eine &#8222;Limei&#8220;, ihr deutscher Name ist &#8222;Amelie&#8220;.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit ist es einfach irgendeinen Namen zu geben. Einfach nachzugucken, welcher Namen bei Personen im gleichen Alter \u00fcblich sind und dann einen Namen der der Person gef\u00e4llt oder der meiner Meinung nach zu der Person passt zu nehmen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das aber auch zu einfach? Oder ich nehme es zu ernst. Jemand hat mich letztens gefragt, ob es schwierig w\u00e4re einen Namen zu finden, weil es eine zu ernsthafte, zu wichtige Angelegenheit sei&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich braucht man nicht unbedingt einen chinesischen Namen. Als wir im Chineischunterricht Namen bekommen haben, habe ich mich aber gefreut. Irgenwie ist es sch\u00f6n, man kann sich einen Stempel damit machen lassen oder was auch immer. 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