{"id":33,"date":"2011-04-20T20:42:15","date_gmt":"2011-04-20T18:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/matthiaskannkeinlettisch\/?p=33"},"modified":"2011-04-20T20:42:15","modified_gmt":"2011-04-20T18:42:15","slug":"woran-ich-merke-im-ausland-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/matthiaskannkeinlettisch\/2011\/04\/20\/woran-ich-merke-im-ausland-zu-sein\/","title":{"rendered":"Woran ich merke im Ausland zu sein."},"content":{"rendered":"<p>Ich warne euch lieber schon mal vorher: der Blogartikel hat eher mit meiner pers\u00f6nlichen Einstellung gegen\u00fcber dem Auslandsaufenthalt zu tun. Solltet ihr wirklich was \u00fcberLettland erfahren wollen, empfehle ich euch den Blog meiner Mitbewohner oder ihr wartet noch ein wenig.<\/p>\n<p>Woran ich merke, dass ich im Ausland bin? Tja das ist eine Frage, die f\u00fcr andere Freiwillige sicherlich offensichtlich ist. Ich glaube, dass die Antwort f\u00fcr viele lang ist. So ist f\u00fcr jemanden, der nach China, nach S\u00fcdamerika und nat\u00fcrlich nach Samoa geht, alles klar. Die- oder derjenige stellt sich vielleicht die Frage, gibt es hier auch irgendetwas, was ich von zu Hause kenne, das ber\u00fchmte Glas Nutella oder ein deutsches Bier zum Beispiel.<\/p>\n<p>Aber Freunde ich bin Riga also nach Lettland gegangen und das bei vollem Bewusstsein und mit voller Begeisterung. Ich habe nicht die Klimazone gewechselt, nur die Zeitzone um eine gewaltige Stunde! Ich sehe den meisten Menschen hier schon \u00e4hnlich. Nat\u00fcrlich drehen sich alle Frauen nach mir um und fragen sich, wer dieser attraktive Kerl gerade war und alle M\u00e4nner w\u00fcnschen sich so zu sein wie ich. Nat\u00fcrlich\u2026 Aber dennoch ist mein \u201agrober Ph\u00e4notyp\u2019 den anderen hier schon \u00e4hnlich. Mit den oben gemachten Einschr\u00e4nkungen selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Nehmen wir das Essen. Essen??? Da war doch was, na klar Karums und Dipi. Aber ich m\u00f6chte das jetzt nicht wieder aufw\u00e4rmen (DIE SIND DER HAMMER!!!). Aber nein, auch das Essen ist doch relativ \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Die Sprache? Ja, die Sprache ist so eine Sache. Lettisch ist halt nicht so einfach und die Motivation leidet etwas aufgrund der vermeintlich geringen Nutzbarkeit nach meinem Aufenthalt (Aber man wei\u00df ja, nie was kommt). Aber gut sind wir ehrlich, wenn man als Norddeutscher in das tiefste Bayern f\u00e4hrt oder nach Sachsen, versteht man auch so gut wie nichts, sicher k\u00f6nnen die ja dann umschalten auf dialektfreies Deutsch aber trotzdem, wenn sie wollen, versteht man auch nichts. Die Sprache ist es irgendwie auch nicht.<\/p>\n<p>Die Feiertage? Hatten wir ja auch schon aber gut, dass Deutschland keine gro\u00dfen Nationalfeiertage hat, k\u00f6nnte an unsere j\u00fcngere Geschichte liegen. Wer nicht wei\u00df, was ich meine, kann ja einfach wikipedia aufmachen und mal nach \u201aGeschichte Deutschlands\u2019 schauen, ich empfehle dazu das Kapitel zum 20. Jahrhundert (und so schlecht ist wikipedia nun auch wieder nicht). Aber die sind es auch nicht so richtig.<\/p>\n<p>Meine pers\u00f6nlichen Kontakte? Na ja irgendwie auch nicht, ich wohne mit anderen Deutschen zusammen, arbeite in einer deutschen Organisation und mit internationalen StipendiatInnen (oder Personen, die genau das werden wollen) hatte ich vorher aufgrund meiner ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit schon zu tun.<\/p>\n<p>Die Preise? Da muss ich &#8211; und ich wiederhole &#8211; muss ich leider sagen, dass es das auch nicht ist. Es h\u00e4lt sich ja stur das Ger\u00fccht, dass in Osteuropa alles so viel billiger ist, als in Deutschland aber das ist schlicht und ergreifend Humbug. Die Preise liegen auf gleichen Niveau f\u00fcr bestimmte Sachen eher einen Tick dr\u00fcber. Sicher ich habe mir sagen lassen, dass der Preis f\u00fcr ein bestimmtes Getr\u00e4nk, das aus Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird, stabil ist aber was interessiert mich das? Also richtig g\u00fcnstig ist hier so gut wie gar nichts. Schlagt euch das aus dem Kopf. Nach Lettland muss der Gro\u00dfteil der Waren importiert werden, d.h. es muss erst gekauft werden und dann auch erst mal hier her kommen und wenn ihr glaubt, Benzin und Diesel sind hier unglaublich g\u00fcnstig, ist das leider auch falsch, obwohl die Preise noch nicht so hoch sind wie in Good Old Germany.<\/p>\n<p>Ist es die Musik? Nee\u2026 Modern Talking l\u00e4uft auch noch in deutschen Radios\u2026<\/p>\n<p>Also was ist es nun? F\u00fcr mich pers\u00f6nlich gibt es mehrere Sachen: zuerst nat\u00fcrlich fehlt das gewohnte Umfeld. Seid ihr \u00fcberrascht, wa?! Aber das ist auch zu offensichtlich, deswegen irgendwie zu einfach nach so einer sch\u00f6nen Einleitung. Es sind auch noch andere Dinge: meine pers\u00f6nliche Einstellung gegen\u00fcber social networks. Ihr fragt euch jetzt sicher, was das mit meinem Aufenthalt in Riga zu tun hat aber f\u00fcr jemanden, der daf\u00fcr bekannt ist, nicht mal sein Handy dabei zu haben, bin ich verdammt oft auf den allseits bekannten Internetseiten. Und warum? Ich hab kein Heimweh, es ist einfach nur der Gedanke, man k\u00f6nnte was verpassen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Merkmal, dass ich im Ausland bin, sind die hochkulturellen Events, die ich besuche. Ok, in der Oper war ich auch schon zweimal in Deutschland und ich bin auch ab und zu mal in ein Museum gestolpert. Manchmal auch in mehrere am Tag, dank einer Alles-Inklusive-Karte in Dresden\u2026 Aber eine Fotoausstellung von Geb\u00e4uden in Berlin? Eine Lesung \u00fcber Schopenhauer? (h\u00f6chstens, wenn damit ein Teilnahmeschein an der Uni zu machen war!) Eine Lesung von einem deutschen Krimiautor? Eine Lesung der Nobelpreistr\u00e4gerin Herta M\u00fcller? (Ohne auch nur ein Buch von ihr in der Hand gehalten zu haben?) Eine Vorlesung \u00fcber das Wissensmanagement in Unternehmen? Irgendwie nicht\u2026 Ok, Herta M\u00fcller h\u00e4tte ich mir wahrscheinlich auch in Kiel angeschaut, wenn ich rechtzeitig davon erfahren h\u00e4tte. Aber der Rest? Nach dem Feierabend? Ohne besonderen offensichtlichen Nutzen? Komisch, oder? Wieso mach ich das alles? Ganz einfach: Weil ich gerade im Ausland bin. Kein Witz! So unglaublich d\u00e4mlich, wie das klingt aber wenn man hier von so etwas h\u00f6rt, dann ist man dabei. Wo der Kopf in Deutschland sagen w\u00fcrde: \u201eNa was geht mich das an?\u201c oder \u201eSchlafen kann ich auch zu Hause!\u201c Sagt er hier: \u201eOh, das klingt aber interessant!\u201c Und das Verr\u00fcckte daran ist, man nimmt immer was mit, selbst beim Wissensmanagement. Ich wei\u00df nicht, was mich dazu bringt. Vielleicht sind es die Karums. Aber nein, die k\u00f6nnen es nicht sein. Vielleicht sind es die Snacks und die Getr\u00e4nke, die nach solchen Veranstaltungen gereicht werden? M\u00f6glich, aber das trifft es nicht ganz. Ich versteh wirklich nicht wieso\u2026<\/p>\n<p>Das letzte, vielleicht offensichtlichste und entscheidende Merkmal: ich schreibe Blog. Ich lasse andere an meinen Gedanken teilhaben. Wenn ich auf meine bisherigen Blogartikel schaue, bin ich mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee war. Aber was soll\u2019s?<\/p>\n<p>Vielleicht gibt es das n\u00e4chste Mal ja was wirklich Interessantes zu lesen von Lettland oder so, Mal sehen. Ich hoffe, liebe Eltern, oder auch ihr (falls das noch jemand liest) hattet ein wenig Spa\u00df beim Lesen. Visu labu!<\/p>\n<p>PS: F\u00fcr alle, die nicht zwischen den Zeilen lesen k\u00f6nnt, ich warte auf Nachrichten aus Deutschland! Haut in die Tasten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich warne euch lieber schon mal vorher: der Blogartikel hat eher mit meiner pers\u00f6nlichen Einstellung gegen\u00fcber dem Auslandsaufenthalt zu tun. 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