{"id":390,"date":"2026-07-03T03:48:46","date_gmt":"2026-07-03T01:48:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/?p=390"},"modified":"2026-07-03T03:48:46","modified_gmt":"2026-07-03T01:48:46","slug":"am-puls-der-macht-flashback-einblicke-in-den-bundestag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/2026\/07\/03\/am-puls-der-macht-flashback-einblicke-in-den-bundestag\/","title":{"rendered":"AM PULS DER MACHT &#8211; Flashback: Einblicke in den Bundestag"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein R\u00fcckblick: Vor Kurzem bin ich auf diesen Text gesto\u00dfen. Hintergrund: 2019 habe ich ein Praktikum im Bundestag gemacht. Es war mein erstes Praktikum dieser Art. Ich habe ein paar Namen, Orte und Begegnungen anonymisiert, zum Schutz aller Beteiligten. Der folgende Text liefert Einblicke in die Schaltzentrale der Macht in Berlin, aber auch in den Alltag in den Wahlkreisb\u00fcros eines Abgeordneten.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Macht. Worte. Demokratie. Regieren. Aufmerksamkeit. Auftreten. Reden. Verhandeln. Netzwerken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Vor mir ein Computer, Windows wird hochgefahren, ein quietschbunter Outlook-Kalender baut sich vor mir auf. Die Farben haben alle eine bestimmte Bedeutung: blau f\u00fcr Wahlkreistermine, gr\u00fcn f\u00fcr Pr\u00e4senzdienst, Rufbereitschaft und Abstimmungen im Plenum, orange f\u00fcr die Partei, einige Sachen sind nur vorgemerkt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Das ist aber nicht mein Kalender. Er geh\u00f6rt Dr. Hans Klein, MdB. Er war so gro\u00dfz\u00fcgig, mir einen Praktikumsplatz anzubieten. 4 Wochen habe ich ihn begleitet, war der Macht, dem Parlament, den gro\u00dfen Reden, so nah \u2013 und doch so fern. Ich habe einen Eindruck bekommen von den Verlockungen, die ein solches Amt bietet \u2013 aber auch von der Verantwortung, den Verpflichtungen, den Versprechungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Vor mir sitzt er also. Hans Klein, im B\u00fcro nennen wir ihn den \u201eHans\u201c, 1,90 m gro\u00df, Jurist, Mitte 40, eine kleine Tochter. Mit 21 als Student in den Landtag eingezogen, nebenbei promoviert, anschlie\u00dfend auf der Karriereleiter immer weiter hochgeklettert: Mit 2011 Spitzenkandidat der Partei, dann Finanz- und Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpr\u00e4sident. Dann 2016 die Wahl krachend verloren f\u00fcr seine Partei, wurde er wieder einfaches Mitglied im Landtag, kulturpolitischer Sprecher. \u00dcberraschend dann der Wechsel in die Bundespolitik: Die Partei nominierte ihn auf Platz 6 der Landesliste. Angetreten ist er in Hintertupfingen, wo er knapp 20% holte. Dort hat er auch sein Wahlkreisb\u00fcro.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dort verbrachte ich zwei Wochen damit, Plakate f\u00fcr eine Veranstaltung mit speziellen Stickern vom Ordnungsamt N\u00fcrtingen zu verzieren, Antworten auf B\u00fcrger-Mails und Gl\u00fcckwunschschreiben in seinem Namen zu verfassen, kleine Recherchen zu t\u00e4tigen, wann denn der letzte Hagelabwehreinsatz in der Region Stuttgart stattgefunden hatte. Kleiner H\u00f6hepunkt meiner Wahlkreiszeit: Eine Veranstaltung zum Thema Klimaschutz: sogar Vertreter von Fridays For Future und die parlamentarische Staatssekret\u00e4rin im BMU waren aufs Podium geladen. Spannend, wie die Vertreterin aus dem Ministerium versuchte, das d\u00fcrftige Klimapaket der Bundesregierung zu verteidigen. Klimaschutz muss wehtun \u2013 aber nicht mit 3 Cent Preiserh\u00f6hung pro Liter Benzin. Das Publikum: vorwiegend grauhaarig. Meine Aufgabe: in der letzten halben Stunde das Mikro f\u00fcr Fragen herumreichen und gute Fotos von Nils machen, was sich bei seinen Gesichtsz\u00fcgen als schwierig gestaltet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ach ja, ich durfte den Hans einen Tag lang zusammen mit seinem B\u00fcroleiter Markus durch das Land begleiten, eine echte Tour de L\u00e4ndle eben. Morgens um 8 Uhr Abholung, dann nach Reutlingen zum Hans \u2013 er bewohnt ein sehr schickes Appartment \u2013 und dann bei strahlend blauem Wetter \u00fcber die Schw\u00e4bische Alb zu Hensoldt, einem R\u00fcstungsunternehmen in Ulm, das Verteidigungselektronik entwickelt, z.B. die Antennen des Eurofighters. So nett die f\u00fcnf \u00e4lteren Herren aus dem Vorstand auch waren und so k\u00f6stlich die Rinderb\u00e4ckchen samt Blumenkohlcremesuppe und das Kaffeeeis im Baummantelkuchen schmeckten, irgendwie konnte ich dem Unternehmen kein hundertprozentiges Vertrauen entgegenbringen. Vor allem als die Hensoldt-F\u00fchrung behauptete, sie seien \u201edie Guten von den B\u00f6sen\u201c und dass ihre eigens entwickelte Technik unter anderem dem Schutz von bedrohten Wildtieren in Afrika diente. So ein Tornado, den sie dort ausstatten, kann auch von sich aus schie\u00dfen\u2026 Ganz unverhohlen sprachen die Herrschaften die Firmeninteressen aus: Konkret besorgt sie der R\u00fcstungsstopp gegen die Saudis, das j\u00fcngst von der Groko, unter erheblichem Druck der SPD, verh\u00e4ngt worden war. Umso lustiger der nerv\u00f6se Blick der f\u00fcnf M\u00e4nner, als Hans f\u00fcr sie v\u00f6llig \u00fcberraschend die Routine des Firmenbesuchs durchbrach und sich mit den Mitarbeitern \u00fcber die Arbeitsbedingungen vor Ort unterhielt. Nervosit\u00e4t machte sich breit. \u201eLieber Herr Dr. Klein, wir f\u00fchlten uns geehrt, wir erwarten uns bald wieder. Dann haben Sie auch mehr Zeit, mit den Mitarbeitern zu reden\u201c, hie\u00df es zur Verabschiedung, mit kleiner Spitze.<\/p>\n<p><em data-start=\"841\" data-end=\"1207\">(Nachtrag (2026): Als ich diese Zeilen 2019 schrieb, konnte ich nat\u00fcrlich nicht ahnen, dass HENSOLDT Jahre sp\u00e4ter wegen geplanter R\u00fcstungsgesch\u00e4fte mit den Golfstaaten erneut in die Schlagzeilen geraten w\u00fcrde. Der SPIEGEL berichtete Ende 2024 unter Berufung auf interne Unterlagen, dass <span class=\"hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline\"><span class=\"whitespace-normal\">HENSOLDT<\/span><\/span> politisch sensible R\u00fcstungsgesch\u00e4fte mit Golfstaaten, insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten, plante bzw. Genehmigungen daf\u00fcr erwartete. Der Bericht l\u00f6ste eine Debatte \u00fcber R\u00fcstungsexporte und die Rolle des Bundes als Anteilseigner aus. HENSOLDT wies den Vorwurf eines rechtswidrigen Verhaltens zur\u00fcck und betonte, dass Exportvorhaben den gesetzlichen Genehmigungsverfahren unterl\u00e4gen. <\/em><em data-start=\"841\" data-end=\"1207\">Mein damaliges Unbehagen gegen\u00fcber dem Unternehmen wirkt im R\u00fcckblick bemerkenswert \u2013 auch wenn es sich dabei um einen rein pers\u00f6nlichen Eindruck handelte.)<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Umso spannender der Besuch am fr\u00fchen Nachmittag \u2013 bei Airbus Defense and Space. Wieder freundlicher Empfang, wieder durch die beiden Chefs. Doch ein bisschen weniger Lobby: Hier ging es eher darum, zu informieren. In Friedrichshafen werden zum Beispiel Wettersatelliten gebaut, die zu zweit in der Lage sind, innerhalb von einer Woche die gesamte Erdoberfl\u00e4che auf 2 Meter genau abzubilden. Und ganz nebenbei Bilder \u00fcber die Entwaldung des Regenwaldes liefern. Danach hielt Hans eine Rede bei Airbus, Thema, wenn ich mich noch richtig entsinne: Was die Bundesregierung f\u00fcr die Raumfahrt tut. Inhaltlich eine sehr spannende Rede. Korbinian hatte sie geschrieben, ein Mitarbeiter aus Hans\u2018 Berliner B\u00fcro, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Das Publikum begeisterte Hans mit der Rede nicht. Im Raum ca. 40 Leute, allesamt Mitarbeiter am Standort Friedrichshafen. Bei den anschlie\u00dfenden Fragen wurde klar, dass Hans kein Experte im detaillierten Metier Raumfahrt war. Die meisten Fragen wurden mit \u201eEcht? Komisch, was lief denn da schief? \u2013 schreib ich mir auf, gebe ich weiter\u201c beantwortet. Nichts gegen Hans: Niemand kann sich \u00fcberall auskennen. Aber wieso haben sie ihn dann eingeladen, wenn er nicht als der Experte gilt. Bin mal gespannt, ob die Anliegen von Airbus es nach Berlin schaffen. Kleiner Spoiler: Das werden sie. Also zum Teil.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dann ab ins Auto, hier konnte ich dann finally einen kleinen Plausch mit Hans f\u00fchren kann. \u00dcblicher Smalltalk, wo ich denn herkomme, was ich nach dem Abi mache. Ich bin hier wirklich nichts Besonderes, er hat so gut wie das ganze Jahr \u00fcber Praktikantinnen und Praktikanten bei sich. Aber er hat sich wenigstens bem\u00fcht, Interesse an mir zu zeigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dann noch schnell um 19 Uhr zum Demokratie-Caf\u00e9 nach Reutlingen, eine Talkrunde mit einer Linken-MdB zum Klimaschutz. Zur Abwechslung mal j\u00fcngere Leute, die Fragen gingen alle in dieselbe Richtung: Die Regierung tut zu wenig, warum wird E-Mobilit\u00e4t mehr gef\u00f6rdert. Und: Insgeheim hatten sie ja recht. Durfte ich aber nicht zeigen. Ich arbeite ja f\u00fcr Hans, also indirekt f\u00fcr die Partei und deren Positionen. Um 22 Uhr war dann Schluss und ich fuhr heim, 14 Stunden unterwegs. \u201eAls ich Minister war, war jeder Tag so\u201c, berichtete mir Hans.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Meine Kollegen in den zwei Wochen waren Markus und Jeremy. Markus kennt Hans schon seit mehr als zwanzig Jahren, war mit ihm bei den Jusos engagiert. Er ist schon immer sein Mitarbeiter gewesen. \u201eIch kann ihm alles erz\u00e4hlen\u201c, sagte er mir. \u201eSeid ihr Freunde?\u201c, fragte ich ihn. Wir alle haben unterschiedliche Freundeskreise, lie\u00df er mich wissen. Eine gewisse Trennung von Beruf und Privatleben sei wichtig. Trotzdem muss es bestimmt ein eigenartiges Gef\u00fchl sein: Markus und Hans haben etwa auf gleicher Ebene angefangen, Politik zu machen, Hans ist auf der gro\u00dfen B\u00fchne gelandet, Hans nicht. Er darf nun im Hintergrund arbeiten, alle seine Termine koordinieren, Pressemappen erstellen, Material mit Hans\u2018 Namen, Hans\u2018 Gesicht, Hans\u2018 Politik erstellen. Er scheint ihm gegen\u00fcber zu 100% loyal zu sein. Und davor habe ich Respekt. Ob er denn nicht selbst in die Politik will oder wollte, habe ich ihn gefragt: \u201eDie Zeiten sind vorbei\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nach einer Woche Pause ging es f\u00fcr mich dann in die Bundeshauptstadt. Ich sitze wieder vor meinem bunten Kalender und lausche Alexandra, Hans\u2018 B\u00fcroleiterin vor Ort, wie sie mir grob meine Aufgaben f\u00fcr die kommenden zwei Wochen und den Aufbau der Sitzungswochen hier in Berlin erkl\u00e4rt. Alles hier im Bundestag hat seine klare Struktur und Ordnung: Montags tagen die Landesgruppen, dienstags sind die Sitzungen der Arbeitsgruppen, in dem Falle f\u00fcr Hans die \u201eAG Au\u00dfenpolitik\u201c der Partei, die er auch leitet. Mittwochs geht es in die Aussch\u00fcsse, also f\u00fcr ihn der Ausw\u00e4rtige Ausschuss. Da dieser genauso wie der Verteidigungsausschuss unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit tagt, darf ich leider nicht rein. Aber ich darf in jede Menge andere Aussch\u00fcsse, meint Alexandra. Hab mich mal f\u00fcr den Verkehrsausschuss angemeldet. Donnerstag und Freitag dann das Plenum, aber das wahre Leben eines MdB\u2019s findet au\u00dferhalb des Plenums statt: Gespr\u00e4che mit Verb\u00e4nden, Journalisten, Interessenvertretern oder in Hans&#8216; Falle: sehr viele Botschafter, die ich dann auch an der T\u00fcr abhole. Pl\u00f6tzlich stehe ich neben dem georgianischen Botschafter Dr. Korashvilli und f\u00fchre Polit-Smalltalk. Danach kommt Albin Kurti, designierter Ministerpr\u00e4sident des Kosovo. Solche G\u00e4ste trifft man hier so nebenbei. Neben meinem B\u00fcro im sog. Otto-Wels-Haus, befinden sich die R\u00e4ume von Andrea Nahles. In den zwei Wochen habe ich weder sie noch irgendeinen Mitarbeiter von ihr aus der T\u00fcr kommen sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Hier in Berlin besitzt Hans nicht nur MdB-Mitarbeiter, sondern auch Leute, die f\u00fcr die Fraktion arbeiten und sich um Au\u00dfenpolitik k\u00fcmmern, aber ihm direkt unterstehen. Diese Leute, es sind der R\u00fcdiger und der Daniel, haben ein paar mehr Privilegien: Sie d\u00fcrfen an den hei\u00df begehrten Sitzungen der Fraktion und an Sitzungen des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses teilnehmen, was normale MdB-Mitarbeiter nicht d\u00fcrfen. Und sie m\u00fcssen sich mit erheblich weniger Sekret\u00e4r- und Verwaltungskram herumschlagen, sondern widmen sich in ersten Linie den au\u00dfenpolitischen Themen, die Zust\u00e4ndigkeit ist nach Weltregionen aufgeteilt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Um die B\u00fcrokratiesachen m\u00fcssen sich auch die Praktikanten k\u00fcmmern. \u201eWir geben, das, was wir selbst nicht mehr schaffen, den Praktikanten\u201c. Ich mache das gerne, mir geht\u2019s und den Einblick. Und es ist ja irgendwie auch logisch: Du gibst dem Neuank\u00f6mmling auch nicht die h\u00e4rtesten N\u00fcsse zu knacken. Alles Schritt f\u00fcr Schritt. Am Ende meiner Zeit in Berlin werde ich auch in der Lage sein, eigene Anfragen zu beantworten, mit meinem Wortlaut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Eine meiner kuriosesten Auftr\u00e4ge in Berlin, schon in Hintertupfingen erteilt: Ich soll ein Autogramm von G. Schr\u00f6der, Altbundeskanzler f\u00fcr Hans besorgen. Aber nicht irgendeins: Es soll schwarz-wei\u00df sein, im Postkartenformat und mit einem wei\u00dfen Balken versehen werden. Das soll dann zusammen mit den Autogrammen von Willy Brandt und Helmut Schmidt im Wahlkreisb\u00fcro aufgeh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Jeder noch lebende Altbundeskanzler \u2013 Schr\u00f6der ist der einzig noch lebende \u2013 besitzt ein B\u00fcro im Bundestag. Hans trifft zuf\u00e4llig den \u201eGerd\u201c in meiner zweiten Praktikumswoche. Da passt es doch wie geschmiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Also gehe ich ins B\u00fcro Schr\u00f6der und frage nach der gew\u00fcnschten Autogrammkarte. Leider besitzt das B\u00fcro keine in dem gew\u00fcnschten Format. Also muss ich ran: In Zusammenarbeit mit dem Wahlkreisb\u00fcro scannen wir eine andere ein, f\u00e4rben sie und lassen sie drucken, allerdings in Sch\u00f6neberg, da dies nur dort m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><em>Kleine Randbemerkung aus 2026: Kurioserweise war es eben jenes Bundestagsb\u00fcro von Gerhard Schr\u00f6der, das 2022 nach Schr\u00f6ders Positionierung zu Russland im Kontext des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine so viel Aufsehen erregte. Kritiker*innen, auch aus der eigenen Partei, forderten, dass Schr\u00f6der seine Anspr\u00fcche und das B\u00fcro verlieren sollte. Es wurde dann auch geschlossen. Aber irgendwie schon funny, dass ich am Computer von Schr\u00f6ders B\u00fcroleiterin stand und mit ihr die Autogramme durchging.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ansonsten wartet jeder Tag eine neue bunte \u00dcberraschungst\u00fcte auf mich: Eine meiner Lieblingss\u00fc\u00dfigkeiten: Der NABU hat sich entschieden, an jeden MdB ca. 40 Sammel-Mails zur Rettung des bedrohten Wolfes zu sch\u00fctzen, jede einzelne Nachricht endet mit \u201eWohnhaft in Ihrem Wahlkreis\u201c. Am liebsten w\u00fcrde ich diese Mails ignorieren, doch nein, die B\u00fcroleitung korrigiert mich, alle Mails, die eingehen, m\u00fcssen auch beantwortet werden. Also verschicke ich 40 Mal die gleiche Standard-Antwort der Bundestagsfraktion, die extra f\u00fcr diese Sammel-Mail erstellt wurde. Die kennen sich also aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ganz beliebt auch. die G\u00e4steanmeldung bei der bundestagsinternen Polizei, die Sch\u00e4uble (dem damaligen Bundestagspr\u00e4sidenten) unterstellt ist. JEDER Besucher, die den Bundestag betreten will, wird von der Polizei einem Sicherheitscheck unterzogen, ob ein Vorstrafenregister existiert etc. Finde ich richtig so. Eine Mitarbeiterin erkl\u00e4rt mir, dies sei so als Reaktion auf die AfD, die anfing, sehr dubiose Menschen als Mitarbeiter zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Zwischendurch darf ich auch mal ins Plenum und einer aktuellen Debatte lauschen. Auch viele Veranstaltungen des hausinternen Praktikant*Innen-Programm finden statt: Mit <em>elder statesman<\/em> Thomas Oppermann (Anmerkung: inzwischen leider verstorben) diskutieren wir \u00fcber eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Wahlrechtsreform, h\u00f6ren \u00a0Gabriele Hiller-Ohm zu, wieso sie denn Minijobs abschaffen will, gehen mit Stefan Zierke der Frage nach, wieso Engagement bei jungen Leuten wichtig ist und erleben eine engagierte Kathrin Budde, die uns \u00fcber die bestehenden Ungerechtigkeiten zwischen Ost-West aufkl\u00e4rt: Sie ist Beauftragte f\u00fcr das Einheitsjahr 2019\/2020. Cool, dass es sowas von der Fraktion gibt. Andere Praktis im Bundestag, mit denen ich sprach, haben solche Angebote von ihrer Fraktion nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Im Plenum erlebe ich etwas ganz Besonderes: Unter mir sitzen sie also. Die Volksvertreter. Ich bin so nah, und doch so fern. Ich bin live dabei, als Merkel sich zum europ\u00e4ischen Rat \u00e4u\u00dfert. Regierungserkl\u00e4rungen sind die spannendsten Veranstaltungen: Das Plenum ist sehr gut gef\u00fcllt. Und die gesamte Regierungsmannschaft sitzt brav auf der Bank. Ich blicke auf Olaf Scholz\u2019s gl\u00e4nzende Glatze, sehe Horst Seehofer, wie er sich mit seinen Kollegen unterh\u00e4lt. Und eine tiefentspannte Kanzlerin, die meint, w\u00e4hrend der Rede des Fraktionsvorsitzenden der Linken meint, sich unterhalten zu m\u00fcssen, weswegen sie durch Zwischenrufe der Linke zum Zuh\u00f6ren aufgerufen wird. Neben mir sitzt ein Journalist, ich wei\u00df allerdings nicht, f\u00fcr welches Medienhaus er arbeitet. Sein gro\u00dfes Objektiv zielt auf die Kanzlerin und Scholz. Scholz sitzt neben Merkel, er schaut angespannt aus. Ich ahne schon, wie die Bild\u00fcberschrift lauten wird: Die Groko im Dauerstress.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Irgendwie ist es wie in der Schule. Vorne versucht jemand, mal mehr, mal weniger rhetorisch geschickt, das Hohe Haus von seiner Politik zu \u00fcberzeugen, das Erarbeitete zu erkl\u00e4ren, doch die Worte verhallen oft wie ein leeres Echo gegen einen metallisch strahlenden Bundesadler. Das liegt in meinen Augen zum einen daran, dass gerade gegen Ende der Sitzungen am Donnerstagabend fast keiner mehr in Plenum sitzt. Ich z\u00e4hle nicht mehr als 50 Parlamentarier \u2013 von 709 Abgeordneten! Arbeitsparlament eben. Dabei w\u00fcrde es der Demokratie guttun, wenn es mehr lebendigere und aktivere Debatten im Plenum g\u00e4be \u2013 Beispiel: England, hier fliegen regelrecht die Fetzen! Bei Nachfrage an die MdBs hei\u00dft es nur: Im Plenum wird eigentlich nichts Neues, nichts Spannendes mehr besprochen. Die gesamte Arbeit, die Abstimmungen, die Kl\u00e4rung der Positionen wurden in den Aussch\u00fcssen, den AG\u2019s, den AK\u2019s oder in den Fraktionen erledigt. Eigentlich ist also das Plenum nur so ein Sprachrohr nach au\u00dfen. Manchmal gelangen Bundestagsreden in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit: Zum Beispiel oft, wenn sich die AfD blamiert. Was eigentlich ziemlich oft vorkommt. Oder eine entsprechende AfD-Zerst\u00f6rungsrede gehalten wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Auch Hans meint dazu: Ich rede eigentlich nicht sehr viel. Die \u00d6ffentlichkeitswirksamkeit einer solchen Rede h\u00e4lt sich sehr in Grenzen. Das merke ich auch: Wenn ich in der Arbeitsgruppe Au\u00dfenpolitik sitze, wird mir klar, dass Hans keine gro\u00dfe Lust auf das Reden hat. Gerade als au\u00dfenpolitischer Sprecher, so dachte ich, sollte er sich zu den gro\u00dfen Tagesfragen der Au\u00dfenpolitik \u00e4u\u00dfern. Und doch delegiert er eine Rede im Plenum oder Wortmeldung im Ausschuss nach der anderen an die Mitglieder im Ausschuss. Oder er will seinen Kollegen einfach die Chance geben, sich zu profilieren?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Aber nochmal zum Thema Plenum\u2026 Ich sehe Heiko Maas sprechen zum Thema Deutsch-indische Regierungskonsultationen, verfolge eine Debatte zur Mobilit\u00e4tswende\u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">So viele gesprochenen Worte. Und doch bleiben sie f\u00fcr mich oft nur Worth\u00fclsen. Es ist doch so viel gesagt worden, aber wo bleibt das daraus resultierende Handeln? Die Konsequenz? Die Opposition kann doch viel fordern, aber am Ende des Tages k\u00e4mpfen sie doch alle um die paar Sekunden in der Tagesschau oder den Tagesthemen. Politik ist dann doch letzten Endes ein Aufmerksamkeitsgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Richtig interessant wird es f\u00fcr mich nur zweimal. Bei der Regierungserkl\u00e4rung entlarvt der ehemalige Kanzlerkandidat von 2017, Martin Schulz, jetzt Hinterb\u00e4nkler, das politische Halbwissen der AfD. Die AfD moniert in einer Bemerkung nach der Rede von Schulz, er solle doch Boris Johnson, einem demokratisch gew\u00e4hlten Vertreter des englischen Volkes, nicht so kritisieren. Daraufhin entgegnet Schulz, das sei doch mal wieder typisch AfD, die Kritik an Johnson sei doch gerade die, dass er nicht vom Volk legitimiert sei. Irgendwie ein cooler Moment. Es sind f\u00fcr mich die sch\u00f6nen, spontanen Minuten im Plenum, wenn sich Politiker streiten \u2013 v\u00f6llig losgel\u00f6st von Redemanuskripten und abgesprochenen und totdiskutierten Tagesordnungspunkten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ein anderes Mal \u00e4rgere ich mich ein wenig: Aufgrund des augenscheinlich langweiligen Tagesordungspunktes (\u201eSoziales Entsch\u00e4digungsrecht\u201c) entscheide ich mich gegen einen Besuch im Plenum. Als ich abends im Bett liege, erfahre ich, dass diese Debatte viral gegangen ist: Bundesminister Heil stellte ein neues Gesetz zur Entsch\u00e4digung f\u00fcr Opfer von Gewalttaten vor. AfD-Mann Martin Sichert bezeichnete das Gesetz als \u201eBlutgeldgesetz\u201c. Die Antwort von Heil war bemerkenswert: Wissen Sie, wie Kurt Schumacher solche Reden genannt hat`? Die Mobilisierung des menschlichen Schweinehunds. Und das haben Sie mit dem Begriff \u201eBlutgeldgesetz\u201c zum Ausdruck gebracht. Sie sollten sich sch\u00e4men f\u00fcr diese Rede!\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wobei ich nicht wei\u00df, ob mir doch \u00fcbel geworden w\u00e4re bei dieser AfD-Rhetorik.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Aber zum Thema AfD-Bashing. Im Ausschuss konnte ich eine ganz kontr\u00e4re Bemerkung machen: W\u00e4hrend vor den Kameras die \u201eAltparteien\u201c, um AfD-Speech zu benutzen, m\u00e4chtig Stimmen gegen die AfD machen, so waren sie zumindest im Verkehrsausschuss alle sehr freundlich zueinander. Lag es daran, dass es beim Thema Verkehr und digitale Infrastruktur wenig Bezug zu Fl\u00fcchtlingen gibt? Oder einfach, weil das \u00f6ffentliche Interesse so gering ist? Vom Ausschussvorsitzenden Cem \u00d6zdemir, der ja des \u00d6fteren als scharfer Angreifer der AfD aufgefallen ist, war ich \u00fcberrascht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Als Politiker musst du zur Marke werden. Du musst Schneid besitzen und irgendwie Kultstatus erlangen. Bei Hans ist das aber noch nicht der Fall. Er leistet inhaltlich bestimmt gute Arbeit, doch er ist kein Gesicht, das Leute beim Einkaufen erkennen. Und vielleicht will er das auch nicht. Auch das ist v\u00f6llig legitim.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Was mich umso mehr erstaunt, ist die Vielseitigkeit des Berufes: An einem Tag 5,6,7, 8 Termine zu absolvieren, ist schon beeindruckend. Und sich auf jede neue Situation einzustellen, sich auf den Gespr\u00e4chspartner vorzubereiten und dabei immer aufmerksam und konzentriert zu bleiben, halte ich f\u00fcr beachtenswert. Man sollte ein Team haben, auf das man sich zu 1000% verlassen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Man kommt in Berlin schon mal auf eine 70-Stunden-Woche, im Wahlkreis k\u00f6nnen es auch mal 60 sein. Wie man daneben noch Nebenbesch\u00e4ftigungen nachgehen kann, ist mir ein R\u00e4tsel. Bei dem Pensum an Arbeitsstunden kann sich aus meiner Sicht keiner beklagen, dass die Abgeordneten zu viel verdienen. Angela Merkel verdient im Monat genauso viel wie jeder Sparkassenvorstand, es sind ca. 20 000 Euro. Mit einer Di\u00e4t von 10 000 Euro plus Zulagen ist man im Vergleich zu F\u00fchrungskr\u00e4ften in der freien Wirtschaft, die genauso viel arbeiten, noch gut bedient. Finanziell geht es den MdB\u2019s also nicht schlecht. Hinzu kommen Bahncard 100, eine Rund-Um-die-Uhr-Nutzung der schwarzen Limousinen des Bundestags im Raum Berlin, B\u00fcrokostenpauschalen und ab und zu kostenlose Mittagessen\u2026 Freie Aus\u00fcbung des Mandats eben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wobei zur Wahrheit auch geh\u00f6rt, jeder MdB kann sich aussuchen, welche Termine er macht. Man k\u00f6nnte eigentlich den ganzen Tag sich mit Journalisten treffen, auf Verbandstreffen ruml\u00fcmmeln und lecker essen oder Reden bei drittklassigen Vereinen halten \u2013 mal \u00fcberspitzt gesagt. Ich glaube, die Abwechslung der Termine und Gespr\u00e4chspartner macht den Reiz des Berufes aus. Und dazwischen muss nat\u00fcrlich Zeit im B\u00fcro sein \u2013 zum Akten lesen, zur Vorbereitung. Und Freizeit und private Termine seien unseren Volksvertreterinnen und Volksvertretern bitte auch geg\u00f6nnt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Und sagen wir es so, wer an Terminen eher spart und sich ein einfaches Leben macht, darf sich dann nicht wundern, wenn er nicht wiedergew\u00e4hlt wird oder er bei der Listenaufstellung der Partei nicht mehr ber\u00fccksichtigt wird\u2026 Wieso ist dann die AfD oftmals in Reih und Glied vollz\u00e4hlig im Plenum vertreten?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Letztendlich lebst du als Bundestagsabgeordneter fremdbestimmt. Tr\u00e4gt dein Mitarbeiter die falsche Adresse in den Kalender ein, dann bist du am falschen Ort. Pech gehabt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Von vielen Anfragen und Themen im Wahlkreis bekommst du gar nichts mit. Das wurde mir klar, als ich eine Antwort mit \u201eDr. Hans Klein\u201c unterschreiben musste. Hans wei\u00df nicht, dass sich eine gewisse Frau XY zum Thema Masernschutz meldete. Die Frau ist happy, weil sie zeitnah eine Antwort ihres Abgeordneten erhielt. Komische Situation, aber anders l\u00e4sst sie sich aufgrund des hohen Zeitpensums kaum l\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ich hielt es anfangs f\u00fcr einen befremdlichen Gedanken, dass sich als MdB-Mitarbeiter dein gesamtes Berufsleben nur um eine einzige Person dreht. Im Prinzip wei\u00dft du als Mitarbeiter, und sogar als Praktikant, mehr \u00fcber den Tagesverlauf als der Abgeordnete selbst. Wer hat denn das Treffen vereinbart? Die Rede geschrieben? Das Briefing vorbereitet? Den Kaffee gekocht? Den Gast abgeholt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Als Abgeordneter \u201elebt man dann einfach in den Tag\u201c. Die Mitarbeiter werden schon\u2019s richten. Klingt sehr negativ, hat aber alles seine Daseinsberechtigung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Trotzdem k\u00f6nnte ich es mir durchaus vorstellen, eines Tages neben des Studiums f\u00fcr eine Abgeordneten zu arbeiten. (Spoiler an dieser Stelle: Das habe ich tats\u00e4chlich &#8211; jedoch eine Ebene tiefer, auf der Landesebene. Von 2020 bis 2025 war ich als studentischer Mitarbeiter f\u00fcr einen Landtagsabgeordneten t\u00e4tig und habe B\u00fcrgeranfragen und Reden geschrieben.) Man ist hautnah dabei \u2013 egal, ob es bei Gespr\u00e4chen, im Plenum, im Austausch mit der Besuchergruppe \u2013 geht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Im Bundestag schl\u00e4gt das Herz unserer parlamentarischen Demokratie. Damit dieser Herz weiter schl\u00e4gt, ist eine saubere parlamentarische Arbeit und somit die T\u00e4tigkeit der Abgeordneten und aller Mitarbeiter des Bundestages von existenzieller Bedeutung. Dieses schlagende Herz in der sitzungsfreien Zeit zu erleben, h\u00e4tte mich interessiert: Alle Abgeordneten im Wahlkreis, nur die Mitarbeitern tippen emsig auf der Tastatur herum. Aus dem B\u00fcro hie\u00df es nur: Wir freuen uns echt auf n\u00e4chste Woche, da wird es hier ruhiger!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Und irgendwie ist es schon cool, in der Kantine auf einmal in der Schlange mit Dietmar Bartsch zu stehen, Wolfgang Kubicki im Gang zu treffen oder mit Sch\u00e4uble pers\u00f6nlich Aufzug zu fahren. Bei meinem letzten Gang durch den Bundestag, bevor ich das Paul-L\u00f6be-Haus f\u00fcr immer verlie\u00df, traf ich \u00fcbrigens den damaligen Fraktionschef Ralph Brinkhaus, der mir freundlich zul\u00e4chelt. Er war wohl nach zwei Sitzungswochen m\u00fcde und freute sich auf die Heimreise in den Wahlkreis, wo die Arbeit von vorne beginnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein R\u00fcckblick: Vor Kurzem bin ich auf diesen Text gesto\u00dfen. Hintergrund: 2019 habe ich ein Praktikum im Bundestag gemacht. Es war mein erstes Praktikum dieser Art. Ich habe ein paar Namen, Orte und Begegnungen anonymisiert, zum Schutz aller Beteiligten. Der folgende Text liefert Einblicke in die Schaltzentrale der Macht in Berlin, aber auch in den &hellip; <span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/2026\/07\/03\/am-puls-der-macht-flashback-einblicke-in-den-bundestag\/\">Mehr lesen &raquo;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2804,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-390","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/390"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2804"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=390"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":391,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/390\/revisions\/391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}