{"id":248,"date":"2020-06-12T20:31:21","date_gmt":"2020-06-12T18:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/?p=248"},"modified":"2020-06-16T17:13:13","modified_gmt":"2020-06-16T15:13:13","slug":"parasite-filmrezension-achtung-spoileralarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/2020\/06\/12\/parasite-filmrezension-achtung-spoileralarm\/","title":{"rendered":"Parasite | Filmrezension (ACHTUNG SPOILERALARM!)"},"content":{"rendered":"<p>Tagchen Ihr lieben Menschen da drau\u00dfen!<\/p>\n<p>Ich versuche mich heute mal an meiner ersten Filmrezension. Ich habe sowas noch nie zuvor gemacht und wirklich keine Ahnung. Also nicht wundern, wenn das Pamphlet hier eher einer Filmanalyse gleicht als einer knallharten Kritik, wie Ihr sie von Filmkritiker*innen eures Vertrauens kennt.<\/p>\n<p>Es soll um den preisgekr\u00f6nten Film &#8222;Parasite&#8220; (2019) gehen. Ein Film, der mich auf mehreren Ebenen gepackt, wenn nicht sogar ber\u00fchrt hat. Und daher dachte ich mir: Da ich gerade eh nichts Besseres zu tun habe, schreibe ich einfach mal diesen Text.<\/p>\n<p>+++WARNUNG+++ DIESER FILM IST SEHR GUT. IM UNTEN STEHENDEN TEXTEN SIND SPOILER NICHT AUSZUSCHLIESSEN. DAHER MEINE BITTE, SCHAUT DIESEN KNALLER ERST, BEVOR IHR MEINE ZEILEN DAZU LEST!!!!+++++++<\/p>\n<p>Ich hatte von dem wahnsinnigen Erfolg dieses s\u00fcdkoreanischen Werkes nur am Rande mitbekommen, ich war also relativ ahnungs- und erwartungslos, als die Wahl des Films im Autokino auf\u00a0<em>Parasite<\/em> fiel. War auch mein erstes Mal in einem Autokino \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Tja, wo fange ich an. Der Plot l\u00e4sst sich leicht zusammenfassen: Eine arme Familie aus einem unteren Teil Seouls schafft es, mittels Manipulation und kleiner Intrigen, sich in den Lebensalltag einer anderen reichen Familie Park einzunisten, die im oberen Teil der Stadt wohnt. Warum ich hier auf die lokalen Indikationen &#8222;oben&#8220; und &#8222;unten&#8220; beharre, seht ihr unten.<\/p>\n<p>Soweit so gut. Aber was steckt dahinter? Diesem Film gelingt es, den Klassenkampf und die Klassengesellschaft auf eine Art und Weise zu demaskieren und zu persiflieren, die mir sehr imponiert hat. Eine Zeitschrift betitelte &#8222;Klassenkampf im Bambusgarten&#8220; oder &#8222;Kapitalismuskritik f\u00fcr alle Sinne&#8220;.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hierbei meine allgemeinen Bemerkungen in mehrere Zwischennotizen aufdr\u00f6seln, damit das visuell etwas klarer wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fangen wir an mit den Rollenverteilung. Die geographische Position der Charaktere, die zugleich auch als soziale Position gespiegelt werden kann, spielt in <em>Parasite<\/em> n\u00e4mlich eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hier oben wohnen die Parks.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Parks haben eine Haush\u00e4lterin, Chauffeur, fahren einen luxuri\u00f6sen Mercedes sowie einen LandRover und bewohnen ein Designerhaus eines renommierten Architekten in H\u00f6henlage. Zum Haus sp\u00e4ter mehr, es erf\u00fcllt ebenfalls eine elementare Funktion. Nathan Park, das Familienoberhaupt, ist erfolgreicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines IT-Unternehmens und h\u00e4lt einen Abschluss einer Exzellenzuniversit\u00e4t. Die Madame, wie sie im Film genannt wird, besitzt weder Talent zur Hausarbeit, zum Kochen oder zum Putzen und sticht durch ihr &#8222;kindlich-naives Gem\u00fct&#8220; hervor (soll an dieser Stelle auf keinen Fall sexistisch sein, es wird im Film explizit so erw\u00e4hnt). Die Parks haben zwei Kinder, Da-song (gesprochen Tasong), ein hyperaktiver Junge im Grundschulalter, dem die Eltern sofort eine k\u00fcnstlerische Hochbegabung attestieren und Ta-Hye (gesprochen Tah\u00e4), ein sch\u00fcchternes und zartes Pers\u00f6nchen, die Nachhilfe in Englisch braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Hier unten wohnen die Kims.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Die Kims lassen sich weder von einem Chauffeur durch die Gegend\u00a0 kutschieren noch das Essen von einer Haush\u00e4lterin zubereiten, sondern haben alle keinen Schulabschluss. Sie bewohnen ein Haus, nein, man kann es eigentlich nicht Haus nennen, eher eine zusammengeschusterte Unterkunft, auf die die Betrunkenen der Stadt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden draufpissen und die schmutzige Toilette am h\u00f6chsten liegt. Ihren Unterhalt verdienen sie sich durch das lieblose Zusammenfalten von Pizzakartons, ihre Lage schreit nach Ausweglosigkeit und verzweifelter Armut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden Familien trennen nicht nur die gesellschaftliche Stellung, sondern auch gef\u00fchlt zweitausend Treppenstufen zwischen Reichenviertel im Norden und den Behausungen der Unterschicht. Es sind zwei Welten, die sich ohne fremdes Zutun niemals begegnen w\u00fcrden. Was ein Gl\u00fcck, als ein Freund von Ki-woo (Kevin) aufgrund eines Auslandsstudiums wegzieht und somit die Stelle als Nachhilfelehrer f\u00fcr die reiche Ta-Hye frei wird. Schnell werden von Schwester Ki-sung die Abschlusszeugnisse per Photoshop gef\u00e4lscht und auf pers\u00f6nliche Empfehlung wird &#8222;Herr Kevin&#8220;, wie er von den Parks genannt wird, eingestellt.<\/p>\n<p>Das stellt den Beginn eines erbarmungslosen Parasitentums dar, der daf\u00fcr sorgt, dass alle vier Kims fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eine Anstellung bei den Parks finden. Zuf\u00e4llig kennt Lehrer Kevin eine qualifizierte Kunsttherapeutin, die in Illinois studiert hat, die Da-Song helfen kann, sein \u00fcberdurchschnittliches Talent in der Kunst zu kanalisieren. Nat\u00fcrlich verlangt Frau &#8222;Jessica&#8220;, die nat\u00fcrlich Kevins Schwester ist und nicht mal studiert hat, viermaligen Unterricht die Woche zu den h\u00f6chsten Stundens\u00e4tzen. Dem Fahrer der Parks h\u00e4ngen sie hinterlistig eine Aff\u00e4re an &#8211; und im Nu chauffiert Vater Kim den vielbesch\u00e4ftigten Herrn Park im Mercedes umher und f\u00e4hrt dabei sanfte Kurven. Fehlt nur noch Mama Kim, die sich sp\u00e4ter als zuverl\u00e4ssige Haushaltshilfe bei den Parks herausstellt. Zuvor musste nat\u00fcrlich die langj\u00e4hrige Haush\u00e4lterin, die das Haus der Parks besser kennt als irgendjemand anderes, durch Pfirsiche beseitigt werden.<\/p>\n<p>&#8222;Pers\u00f6nliche Empfehlungen sind das einzige, worauf ich mich im Moment verlassen kann&#8220;, sagt Madame Park.<\/p>\n<p>Urkomisch ist die Szene, in der Mama Kim bei der Arbeit das Zimmer von Ta-Hye betritt, in der ihr Sohn gerade Nachhilfeunterricht gibt und sie ihm sanft durch die Haare wuschelt, um daraufhin im Nebenzimmer von ihrer Tochter, die gerade eine \u00fcberqualifizierte Kunststunde abh\u00e4lt, gema\u00dfregelt zu werden , sie solle das Obst doch lieber drau\u00dfen abstellen. Alle vier sind nun Teil jener neuen Welt, die sie zuvor nur aus Katalogen kannten. Sie nutzen die Gutgl\u00e4ubigkeit der Parks aus, um sich Zutritt und Geld zu verschaffen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Das Geld flie\u00dft von ihr Haus direkt in unseres&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die ganze Raffinerie wirkt bis in kleinste Detail durchgeplant und scheint wunderbar aufzugehen. Selbst als der kleine Da-Song bemerkt, dass alle vier Angestellten der Familie nach Kellermief duften, wird kurzerhand die Seife und das Waschmittel f\u00fcr jeden umgestellt.<\/p>\n<p>Mit den vier Geh\u00e4ltern kommen sie also ganz gut \u00fcber die Runden &#8211; und das in Zeiten, in denen sich nach Angaben von Vater Kim, 500 studierte Kandidaten auf einen Wachtmeisterposten bewerben.<\/p>\n<p>Soweit so gut, k\u00f6nnte man meinen. Solange die ahnungslose Parks nichts davon merken, kann der Schwindel ja eine Weile gutgehen. W\u00e4re da nicht dieser Campingurlaub der Parks am Wochenende, w\u00e4hrenddessen sich die Kims nun ganz demaskiert wie die K\u00f6nige in dem Luxushaus einrichten und die Alkoholvorr\u00e4te leersaufen.<\/p>\n<p>Das Spannende dabei ist: Gro\u00df ist der Hass der Kims auf die sozial Bessergestellten, ergo ihre Arbeitgeber, nicht. Selbst im besoffenen Zustand wird die Freundlichkeit, aber auch die Naivit\u00e4t der Parks betont.<\/p>\n<p>Wobei hier ein aus meiner Sicht zentraler Satz f\u00e4llt, als Mama Kim betont, dass sie auch so freundlich w\u00e4re, wenn sie soviel Geld h\u00e4tte:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Geld ist wie ein Schei\u00df B\u00fcgeleisen, es b\u00fcgelt all die Sorgen glatt&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle liegen lachend auf dem Edelsofa, umgeben von teurem Alkohol, Ta-Hyes Tagebuch (ach ja, Kevin hat sich in seine Nachhilfesch\u00fclerin verliebt und sie auch schon gek\u00fcsst!) und feinstem Teppichboden. Drau\u00dfen regnet es in Str\u00f6men.<\/p>\n<p>Und dann &#8211; ding dang dong. &#8211; Kurzes Herzpochen im Autokino &#8211; Sind die Parks aus ihrem Campingurlaub vorzeitig zur\u00fcck? Wird alles auffliegen? Panik.<\/p>\n<p>Dabei ist es nur die Ex-Haush\u00e4lterin, die wie ein begossener Pudel um Einlass bittet, sie habe schlie\u00dflich nach ihrer K\u00fcndigung keine Zeit mehr gehabt, noch ein pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde mitzunehmen. Schnell sind die drei Kims versteckt und Mama Kim, die neue Haush\u00e4lterin, l\u00e4sst sie hinein und bemerkt, dass sie \u00fcberdimensional viel Zeit zum Holen ihrer Dinge braucht.<\/p>\n<p>Und ab hier verwandelt sich der Familie von einer Sozialromantischen Kom\u00f6die in einen d\u00fcsteren Krimi, man kann auch schon fast sagen Horrorfilm. Ja, es wird Blut flie\u00dfen. Reiches wie armes. (Gerne also hier aufh\u00f6ren, wer den Film wirklich nicht gesehen hat.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es stellt sich n\u00e4mlich heraus, dass die Kims nicht die einzigen Parasiten der Parks sind. Die Ex-Haush\u00e4lterin hielt seit vier Jahren ihren Mann im Bunker des Hauses versteckt &#8211; weder von der Existenz des Mannes noch des Bunkers haben die Parks auch nur die leiseste Ahnung, da sie das Haus von der Architektenlegende \u00fcbernahmen, bei der die Haush\u00e4lterin vorher schon gearbeitet hatte. In der \u00dcbergangsphase zwischen den Bewohnern hatte sie also gen\u00fcgend Zeit, um ihren von Kredithaien gechassten und bedrohten Mann sicher unterzubringen. Wenige Male die Woche begibt sie sich in das tiefe Verlies, um ihren Mann Nahrungsmittel zu bringen. Durch die schnelle K\u00fcndigung konnte sie nicht nochmal runter und so freut sich der Mann \u00fcberaus, als er wie ein Baby an einer Milchflasche wieder nuckelt. Ihr Mann vertreibt sich die Zeit im Keller damit, \u00fcber die Lichtanlage Morsebotschaften an Herrn Park ins Haus zu senden, die von der Familie als defekte Anlage deklariert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unauff\u00e4llig schleichen sich die Kims in den dunklen Keller, ehe auch sie enttarnt werden, kurz bevor Mutter Kim die Polizei rufen will. Es beginnt ein perfides Spiel zwischen den zwei Parasitenfamilien; schnell wird das Handy gez\u00fcckt und eine Videoaufnahme als Beweis angefertigt, mit der Androhung, es an die Parks zu schicken. Schelmisch l\u00e4cheln liegt die Ex-Haush\u00e4lterin mit ihrem inzwischen befreiten Mann auf dem Sofa und massiert ihm den R\u00fccken, w\u00e4hrend dieser das Handy fest im Griff h\u00e4lt: &#8222;Mensch, dieses Handy ist wie der Atomknopf&#8220;, lacht er.<\/p>\n<p>Daraufhin be\u00f6mmelt sich seine Frau dar\u00fcber, indem sie die nordkoreanischen Nachrichten lautstark imitiert. &#8222;An diesem Tage hat unser geliebter F\u00fchrer eine Videoaufnahme entdeckt &#8230;&#8220; Hier wird den Zuschauern klar, welches Spannungsverh\u00e4ltnis die Beziehung von Nord- zu S\u00fcdkorea darstellt. Viele reiche S\u00fcdkoreaner*innen, so hei\u00dft es, lie\u00dfen sich einen Bunker ins Haus bauen. Er sollte eigentlich als Schutzma\u00dfnahme vor einem Supergau oder einem nordkoreanischen Raketenangriff dienen. So tiefen sitzen die Wunden also noch.<\/p>\n<p>Als die ganze Story dann ihren H\u00f6hepunkt annehmen soll, klingelt das Telefon. Dieses Mal sind es wirklich die Parks, die anrufen. Der Ausflug ist ins Wasser gefallen, sie sind in 8 Minuten da und ach ja, die Haush\u00e4lterin solle bitte Ram-Dong (Lam-Dong), eine Spezialit\u00e4t, zubereiten.<\/p>\n<p>Jetzt hei\u00dft es: In Windeseile alles abr\u00e4umen, Glasscherben unter den Tisch kehren, die Ex-Haush\u00e4lterin und sein Mann werden kurzer Hand gefesselt und in den Keller geworfen. T\u00fcr zu, abgeriegelt, schnell verstecken sich die drei Kims unter den Wohnzimmertisch. In der Sekunde, in der das letzte Familienmitglied wie eine Kakerlake hineinkrabbelt, kommen die Parks hinein. Zum Pech der Kims haben sie wenig Lust auf das von Mama Kim in Rekordzeit vorbereitete Abendessen, der kleine Da-song m\u00f6chte lieber in seinem eigens in den USA angefertigten Tipi im Garten \u00fcbernachten. Daher n\u00e4chtigen Vater und Mutter gleich im Wohnzimmer mit Blick auf den Bambusgarten, von wo aus sie den Jungen gut im Blick haben. Keinen halben Meter entfernt von Kevin, Jessica und ihrem Fahrer, die es sich mit den Scherben unter dem Tisch gem\u00fctlich gemacht haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es sind auch die kleinen Spitzen der sonst so diplomatischen Parks gegen ihr Personal aus der Unterschicht, die diesen Film so grandios machen.<\/p>\n<p><strong>Die Kraft des Geruchs<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;M\u00f6chten Sie etwas Ram-Dong?&#8220;, fragt Mutter Park die Haush\u00e4lterin, als niemand sich an ihrem Essen bediente. &#8222;Ja gerne, wenn ich darf&#8220; entgegnet diese. &#8222;Ach nein, das kann ja der Vater meines Mannes essen&#8220;, \u00fcberlegt es sich die Madame anders.<\/p>\n<p>Auch als sich die Parks, auf dem Sofa liegend, zum ersten Mal vor dem Publikum \u00fcber ihre Angestellten lustig machen, sp\u00fcrt man das besonders. Es geht um ein zentrales Element im Film: Den Geruch. Das Paradoxe ist ja, dass man das Olfaktorische im Kino nicht erlebbar machen kann &#8211; es sei denn man besucht eine 4D-Vorstellung. Trotzdem schafft es Parasite, uns den Geruch der beiden Familien in die Nase zu dr\u00fccken:<\/p>\n<p>&#8222;Riechst du das hier auch, Schatz? Unser Fahrer riecht so. Es ist der Geruch nach altem Rettich, nein, ich kann es nicht beschreiben. Es riecht, wie man man alte Putzlappen w\u00e4scht. Wenn man U-Bahn f\u00e4hrt, haben die Menschen auch diese.&#8220;, merkt Nathan Park an.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin seit Ewigkeiten nicht mehr U-Bahn gefahren&#8220;, erwidert seine Frau.<\/p>\n<p>Solche S\u00e4tze enttarnen. Beim Zuschauen kann man f\u00f6rmlich die sch\u00e4bige H\u00fctte der Kims riechen, das Bier, das auf dem Tisch steht, die Pisse, die ins Haus str\u00f6mt, den Geruch nach Insektiziden, den die Stadtverwaltung regelm\u00e4\u00dfig in die Viertel spr\u00fcht. Bei den Parks riechen wir hingegen den Neuwagengeruch des Mercedes-Benz, ein kleines Glas Pflaumenextrakt, das s\u00fc\u00dfliche Parf\u00fcm der Dame des Hauses und das Leder ihrer Luxushandtaschen, die wie Museumsst\u00fccke in beleuchteten Vitrinen aneinandergereiht sind.<\/p>\n<p>Nach diesen Auslassung \u00fcber das Personal hat das Ehepaar Sex auf dem Sofa. Mehr Erniedrigung der Kims geht nicht, wenn man bedenkt, dass sie alles mith\u00f6ren.<\/p>\n<p>Als dann alle tief und fest schlafen, gelingt es den Kims, zu entkommen. Drau\u00dfen regnet es immer noch stark. Und hier noch einmal die Treppensymbolik: Sie m\u00fcssen klatschnass unz\u00e4hlige Treppen passieren, um schlie\u00dflich nach ganz unten zu gelangen: nach Hause.<\/p>\n<p>Nur eines stimmt mit ihrem Zuhause nicht. Die Fenster waren offen! Als sie das Haus betreten, steht ihnen das Wasser bis zur Schulter. Und es ist kein Regenwasser, in der braun-gelben Br\u00fche schwimmt so einiges. Zertifikate, Wertgegenst\u00e4nde, alles treib in einem Meer aus stinkender Suppe. (Geruch!)<\/p>\n<p>Besonders cool finde ich den Moment, in dem Schwester Kim sich aus v\u00f6lliger Verzweiflung ins Bad begibt, um sich auf die erh\u00f6hte Klosch\u00fcssel zu setzen, die im Minuten-Takt F\u00e4kalienwasser hochsp\u00fclt. In l\u00e4ssiger Manier z\u00fcndet sie sich eine Zigarette an und schaut beil\u00e4ufig auf ihr Smartphone (hier hat sie n\u00e4mlich WLAN-Signal). Eine echte Draufg\u00e4ngerin eben.<\/p>\n<p>Die Nacht verbringen die drei Kims dann in einer Turnhalle, in der auch die restlichen Nachbarn untergebracht sind. Nur f\u00e4llt den Parks am n\u00e4chsten Morgen &#8211; die Luft ist rein und das Wetter spielt wieder mit &#8211; ein, jetzt doch noch eine Geburtstagsparty f\u00fcr den verw\u00f6hnten Da-Song zu schmei\u00dfen. Schnell die Kims aus ihrer Turnhallen-Matratze herausgeklingelt, werden Fahrer, Lehrerin Jessica und Herr Kevin zur Feier des Tages eingeladen &#8211; nat\u00fcrlich bezahlt versteht sich. Einen unsanfteren \u00dcbergang von bitterster Not zu verschwenderischem Reichtum kann man sich nicht vorstellen. Im Auto, als Vater Kim die Madame zum Einkaufen in die schicksten Superm\u00e4rkte vorf\u00e4hrt, bemerkt diese zu ihren reichen Tussi-Freundinnen:<\/p>\n<p>&#8222;Ja, der Himmel ist wunderbar heute und ohne Smog, das war wohl der Regen (affektiertes Gel\u00e4chter). Aus Zitronen Limonade machen. Und nochmals. Nein, keine Geschenke, nein. (nat\u00fcrlich werden die G\u00e4ste \u00fcberteuerte Geschenke mitbringen). Ihr habt doch einen Mini-Cooper? Den stellen wir in die Garage.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann h\u00e4lt sie sich die Nase zu. Der Geruch des Fahrers. Allein der Blick von Vater Kim spricht hier B\u00e4nde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Party beginnt. Anzumerken, dass Mutter Kim von dem Schlamassel zuhause nichts wei\u00df, sie hat schlie\u00dflich die Nacht bei den Parks verbracht. Und die Geiseln sind immernoch im Keller &#8211; die Ex-Haush\u00e4lterin erlag wohl einer Gehirnersch\u00fctterung und ist tot, ihr Mann hat sich aus den Fesseln befreit und plant bereits den n\u00e4chsten Rachefeldzug.<\/p>\n<p>Kevin plagen indes Gewissensbisse, wie es den Bewohnern im unteren Teil des Hauses geht. Er wagt sich in den dunklen Keller, wo er dann vom Entfesselten selbst gefesselt wird &#8211; er schafft es sich jedoch zu befreien und wird mit einem Stein gewaltsam erschlagen. Man hat den Eindruck, er stirbt am Tatort.<\/p>\n<p>Der R\u00e4cher, v\u00f6llig verblutet im Gesicht, schnappt sich das sch\u00e4rfste Messer, das er in der K\u00fcche finden kann, und bewegt sich langsam nach drau\u00dfen. Die wei\u00dfe Sonne blendet ihn, keiner nimmt richtig Notiz von seiner Anwesenheit. Das Blutbad ist er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Vater Kim ist inzwischen, zusammen mit seinem Chef, als Indianer verkleidet und versteckt sich mit ihm hinter einem Busch. Es soll eine \u00dcberraschung f\u00fcr den kleinen Jungen werden. Wenn die Torte gebracht wird, sollen sich die beiden M\u00e4nner auf sie st\u00fcrzen, um dann schlie\u00dflich vom Indianer Da-Song befreit zu werden. Eine Schl\u00fcsselszene aus meiner Sicht ist auch hier das Gespr\u00e4ch zwischen den beiden Erwachsenen:<\/p>\n<p>Nathan Park: &#8222;Es tut mir so leid, dass sie das tun m\u00fcssen, ich finde das auch albern, aber die Mutter von Da-Song besteht darauf&#8220;<\/p>\n<p>Vater Kim (der eigentlich andere Sorgen hat, dessen Haus unter Wasser steht, aber an diesen Samstag in stinkenden Klamotten f\u00fcr die Feier eines reichen Rotzl\u00f6ffel in ein Indianerkost\u00fcm schl\u00fcpfen muss):\u00a0 &#8222;Ihre Frau scheint sich ja m\u00e4chtig ins Zeug zu legen f\u00fcr solche Events. Aber was bleibt Ihnen \u00fcbrig, Sie lieben Sie ja.&#8220;\u00a0<em>Kurze Pause.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Nathan Park: im ersten Halbsatz noch zustimmend nickend, dann verfinstert sich seine Miene. Er schaut ihn mit einem k\u00fchlen herrschenden Blick an und macht klar, wer hier das Sagen hat.<\/p>\n<p>&#8222;Vergessen Sie nicht, Herr Kim. Sie bekommen heute Wochenendzuschlag. Sehen Sie das heute als Ihre ganz normale Arbeit.<\/p>\n<p>Wieder spricht das Gesicht von Herrn Kim B\u00e4nde. In ihm erwacht langsam sein Stolz, wo er sich doch sonst so unterw\u00fcrfig seinem Chef gegen\u00fcber zeigte (&#8222;Wenn ich jeden Morgen ein Familienoberhaupt, einen erfolgreichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und einen einsamen Mann auf dem Weg zur Arbeit begleiten kann, dann macht meine Arbeit Sinn.)<\/p>\n<p>Hier muss dazu gesagt werden, dass es f\u00fcr Herrn Park immer existenziell wichtig erschien, dass seine Hausangestellten immer &#8222;wissen, wo die Grenzen sind&#8220;. Das lobte er schon an seiner Ex-Haush\u00e4lterin, nur, dass er sich wunderte, warum sie immer f\u00fcr zwei Personen a\u00df (jetzt wei\u00df der Zuschauer warum&#8230;). Vor dem Sex mit seiner Frau auf dem Sofa, bevor er sich \u00fcber den Geruch des Fahrers auslie\u00df, \u00e4u\u00dferte er jedoch, dass er seinen Fahrer durchaus sch\u00e4tze, da er eben noch nie die Grenze \u00fcberschritten habe, auch wenn er kurz davor gest\u00fcnden habe. In der oben geschilderten Szene hat Herr Kim &#8211; in den Augen von Herr Park &#8211; ganz klar die omin\u00f6se &#8222;Grenze&#8220; \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Was diese Grenze genau ist, wird im Film nicht genauer definiert, auch wenn ziemlich klar sein sollte, was damit gemeint ist. Paradox ist f\u00fcr mich, dass es eine solche Situation bereits schonmal gegeben hat: Herr Park \u00e4u\u00dferte sich nach der Entlassung der ehemaligen Haush\u00e4lterin \u00fcber das fehlende Talent seiner Frau und dass das Haus wie ein Saustall aussehen w\u00fcrde, sollte nicht bald eine Nachfolgerin eingestellt sein. Daraufhin fragt Herr Kim, ob er denn seine Frau trotzdem liebe, woraufhin dieser in sympathisches Gel\u00e4chter ausbricht. Also das selbe Thema (Liebe zu seiner Frau), unterschiedliche Reaktionen. Warum ich diese Szene so ausf\u00fchrlich schildere? Sie ist hilfreich, um zu verstehen, was danach passiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ach ja, zur\u00fcck zu unserem M\u00f6rder. Der geht inzwischen, von lauthalsigem Geschrei und den ausklingenden T\u00f6nen des Streichquartetts begleitet, auf Jessica zu und rammt ihr das K\u00fcchenmesser in die Schulter. Sekundenstille.<\/p>\n<p>Da-Song f\u00e4llt ihn Ohnmacht. Kurzer Cut an dieser Stelle: Was ist das Besondere hieran? Der Junge leidet unter einem langj\u00e4hrigen Trauma. An einem seiner Geburtstage, es war sp\u00e4t, ging er runter in die K\u00fcche, um von der Buttercremetorte im K\u00fchlschrank zu naschen. Auf einmal vernahm er ein Gesicht, das die Treppen hinaufstieg und fiel in einen Krampfzustand. Es war nat\u00fcrlich der Mann der Haush\u00e4lterin, der sich in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden nach oben ins Haus schlich, um sich etwas zu Essen zu holen. Jetzt sieht der Junge das Gespenst, so haben es ihm seine Eltern eingeredet, wieder und f\u00e4llt in Ohnmacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Gemetzel nimmt seinen Lauf. Ta-Hye kommt inzwischen mit dem blutenden Kevin auf dem R\u00fccken in den Garten, Mutter Kim sticht dem M\u00f6rder einen Fleischspie\u00df in die Rippen, dieser wehrt sich.<\/p>\n<p>Ein entscheidendes Detail ist: Familie Park ist ausschlie\u00dflich besorgt um ihren ohnm\u00e4chtigen Da-Song, nicht um die verblutende Jessica. Nathan Park fordert Vater Kim dazu auf, den Sohn schnell ins Krankenhaus zu fahren, dieser h\u00e4lt jedoch die H\u00e4nde an seine blutende Tochter. Sekundenstille. &#8222;Geben Sie die Autoschl\u00fcssel her, sofort!&#8220; Dumpfes Geschrei drumherum. Die Autoschl\u00fcssel landen aber unter dem Mann der Haush\u00e4lterin, die immernoch mit Frau Kim k\u00e4mpft.<\/p>\n<p>DANN, der entscheidende Moment. Nathan Park r\u00fcmpft sich die Nase, er ist angewidert von dem Gestank. Daraufhin wei\u00df Vater Kim, was zu tun ist, schnappt sich das auf dem Boden liegende Messer und sticht seinen Arbeitgeber mit mehreren Stichen nieder. Noch mehr Geschrei. Panik macht sich breit.<\/p>\n<p>In dem ganzen Wirrwarr verliert man die \u00dcbersicht. Das warme Blut str\u00f6mt auf den gepflegten Rasen des Bambusgarten, armes und reiches Blut vermischen sich zu einem roten Teppich.<\/p>\n<p>Diese Chance nutzt Vater Kim, um zu fliehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorbei, Abspann, k\u00f6nnte man meinen, aber hier ist noch nicht Schluss. Wie man erf\u00e4hrt, \u00fcberleben Kevin und seine Mutter, sie kommen mit einer Bew\u00e4hrungsstrafe davon, die Schwester ist leider tot. Als Kevin nach seinem Erwachen aus dem Koma die Fernsehnachrichten zu dem Fall sieht, versteht er die Welt nicht mehr: Sein Vater ist wie vom Erdboden verschluckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also fasst er den Entschluss, eines Wintertages der Villa in den verschneiten Bergen einen Besuch abzustatten. Inzwischen wohnen andere Menschen darin. Kevin wartet und wartet. Als es dunkel wird, vernimmt er ein flackerndes Licht. Es ist jene Lampe, die der Mann der Haush\u00e4lterin selbst jede Nacht bediente, um Nachrichten zu versenden.<\/p>\n<p>Kevin wird bleich. Er dr\u00fcckt auf dem Handy auf Aufnahme und h\u00e4lt die Abfolge der langen und kurzen Zeichen (Morsealphabet) fest.<\/p>\n<p>Es ist ein Brief seines Vaters.<\/p>\n<p>Er ist tats\u00e4chlich im Keller. In all dem Chaos, das an jenem Tag des Unfalls vorherrschte, wusste er, wo er sich verstecken m\u00fcsste. Das Haus stand lange leer und wurde inzwischen an ahnungslose Amerikaner verkauft (an Einheimische sei so ein Haus angesichts der Tragik schwer zu \u00fcbergeben..). Nun wohne er da unten, es gehe ihm gut. Er habe die tote Haush\u00e4lterin im Garten begraben. Die Familie sei viel auf Reisen, lediglich die Haush\u00e4lterin sei rund um die Uhr da. Jedes Mal, wenn er sich am K\u00fchlschrank bedient, riskiert er sein Leben.<\/p>\n<p><strong>Die Kamera<\/strong><\/p>\n<p>Bemerkenswert die Kameraf\u00fchrung und die Farben. Im Hause der Kims wird stets von unten gefilmt, es \u00fcberwiegen triste, braune und graue T\u00f6ne. In der Luxus-Residenz sieht man hingegen fr\u00f6hlich kichernde Pastellfarben, das elegante Holz des Hauses dominiert das Bild.<\/p>\n<p><strong>Die Beziehung von arm und reich<\/strong><\/p>\n<p>Fantastisch finde ich, dass <em>Parasite<\/em> keinen Zeigefinger erhebt und weder arm noch reich mit rein negativen Attributen beschm\u00fcckt. Beide Seiten werden in ihrer wahren Natur dargestellt. Ganz besonders wird dies auch bei den Kims deutlich: Auf der Arbeit durchlaufen sie eine perfekt einstudierte Choreographie, des gebildeten Nachhilfelehrers, der in den USA ausgebildeten und kunstpsychologisch bestens geschulten Jessica (sogar der Name ist ja schon ein Fake) und die des einf\u00fchlsamen Fahrers, der weiche Kurven f\u00e4hrt und der Haush\u00e4lterin, die diskret putzt und die Arbeit erledigt. Als die Parks dann verreist sind, erwachen die Kims und verhalten sich so, wie sie es schon zuhause tun: laut, betrunken, polternd und r\u00fclpsend. Sie scheinen den Luxus f\u00fcr ein paar Sekunden zu genie\u00dfen. Am ehesten kam man noch von Ki-woo (Kevin) sagen, dass er nicht zu 100% in dieses Bild geh\u00f6rt, da er auch im famili\u00e4ren Kreis sehr erzogen auftritt. Seine Intentionen, Ta-Hye eines Tages heiraten zu wollen, bekr\u00e4ftigt dies. Und selbst f\u00fcr diesen Fall haben die Kims eine <em>Choreo<\/em> im \u00c4rmel: Sie wollen Schauspieler casten, die die Rollen der Schwiegereltern \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Im Gegenzug werden die Parks auch als bemitleidenswert dargestellt. Vieles in ihrem Leben dreht sich nur um Status und Luxus. Vor allem merkt man das am kindlichen und naiven Gem\u00fct der Mutter, die nichts kritisch hinterfragt und den Rat der Kims befolgt. Wie sie dabei affektiert ihre H\u00e4nde vor den Mund legt, offenbart einiges. Letzten Endes wei\u00df man gar nicht, f\u00fcr wen man sein soll. Beide Leben haben Gutes und Schlechtes. Oberschicht vs. Unterschicht. Der Kampf tobt im Bambusgarten.<\/p>\n<p><strong>Wer ist nun Parasit?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage stellte sich mir einen Tag sp\u00e4ter nach Anschauen des Films. Auf den ersten Blick spricht ja vieles f\u00fcr die Kims, die sich zu viert in der Villa einnisten und viel Geld vom einen ins andere Haus saugen. \u00dcberlegt man jedoch genauer, kommt man zu dem Schluss, dass auch die Parks Parasiten der Kims sind. Die reiche Familie kann ohne ihr Personal nicht \u00fcberleben, es ern\u00e4hrt im wahrsten Sinne des Wortes davon: Das Essen muss gekocht, die Hemden geb\u00fcgelt, die Kinder unterrichtet werden. Daf\u00fcr hat Nathan Park keine Zeit. Und seine Frau ist mit dem Haushalt \u00fcberfordert, wie er selbst betont.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles in allem ein sehr nachdenklich stimmender und packender Film, der mich mehrere Tage nicht losgelassen hat. Und eben brutal sozial(kritisch).<\/p>\n<p>Und da das ja hier ein Blog \u00fcber Brasilien ist, ist mir eine Kleinigkeit an Unterschied in der gesellschaftlichen Hierarchie aufgefallen: W\u00e4hrend in L\u00e4ndern wie S\u00fcdkorea die reichsten 5% oben auf Bergh\u00fcgeln hausen, w\u00e4hrend die Unterschicht unten wohnt, wo die \u00fcbergelaufene Kanalisation ihr Werk verrichten kann, sind im sch\u00f6nen Rio de Janeiro die wohlhabenden Wohnanlagen jene auf Meeresh\u00f6he. Die Armen wohnen in den Favelas, die wie Kletterpflanzen die Berge hochwuchern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagchen Ihr lieben Menschen da drau\u00dfen! Ich versuche mich heute mal an meiner ersten Filmrezension. Ich habe sowas noch nie zuvor gemacht und wirklich keine Ahnung. Also nicht wundern, wenn das Pamphlet hier eher einer Filmanalyse gleicht als einer knallharten Kritik, wie Ihr sie von Filmkritiker*innen eures Vertrauens kennt. Es soll um den preisgekr\u00f6nten Film &hellip; <span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/2020\/06\/12\/parasite-filmrezension-achtung-spoileralarm\/\">Mehr lesen &raquo;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2804,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-248","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/248"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2804"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=248"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":250,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/248\/revisions\/250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}